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Alle Rezensionen von anushka

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Florida, Anfang der 1960er: Der 16-jährige Elwood lebt bei seiner Großmutter. Die Eltern haben ihn Jahre zuvor zurückgelassen. Bislang ist es Elwood gut gelungen, sich im Farbigen-Ghetto von Tallahassee aus Ärger herauszuhalten. Aber auch er kennt bereits Demütigungen. Und als seine Großmutter ihm eine Platte einer Rede von Martin Luther King schenkt, wird sich Elwood der Ungerechtigkeiten immer bewusster. Die Zukunft sieht vielversprechend aus als Elwood einen Platz am College bekommt. Doch dann trampt er in einem gestohlenen Auto und wird als Autodieb ohne gerechtes Verfahren in die Besserungsanstalt Nickel Academy gesperrt. Dort muss er erleben, wie Wärter und Gesellschaft ihren Rassismus ungehemmt ausleben. Colson Whitehead hat sich auch mit diesem Buch dem Thema des Rassismus gewidmet und reale Ereignisse zugrundegelegt. Zunächst steigt das Buch ein mit einem Team von Studenten, die auf dem Gelände der ehemaligen Anstalt Ausgrabungen vornehmen und abseits des offiziellen Friedhofs menschliche Überreste finden. Dann wechselt die Geschichte zu Elwood, dessen Aufwachsen und schließlich Jugendzeit der Leser ausschnittweise begleitet. Durchsetzt ist dieser Strang immer wieder mit Ausschnitten aus Elwoods Erwachsenenleben als Überlebender der Anstalt. Der Schreibstil ist ansprechend und poetisch, fast zu schön für solch eine grausame Geschichte, die jedoch selten explizit grausam ist. Im Gegensatz zum vorherigen Buch Underground Railroad sind die Gewaltszenen dieses Mal wesentlich weniger explizit und oft sogar nur angedeutet. Dementsprechend ist es jedoch auch weniger erschütternd. Zumal alle Jungen zu leiden haben: die Weißen genauso wie die Latinos und die Farbigen, wobei letztere noch einmal schlechter behandelt werden. Ergreifend ist eher, wie Elwoods Träume platzen und er sich wie all die anderen (farbigen) Jungs in das seit Jahrhunderten gängige Schicksal fügen soll, was ihm jedoch zunehmend schwerfällt. So richtig Biss hat die Sozialkritik jedoch nicht und es gibt wenig deutliche Positionierung. Es wird nicht ganz deutlich, was nun zentraler ist: der generelle institutionelle Missbrauch von Kindern oder die Rassendiskriminierung. Trotz der Kritikpunkte hat mir das Buch insgesamt gut gefallen und es hätte gern länger sein dürfen, ich hätte sicherlich weitergelesen. Vielleicht wäre man dann Elwood auch noch näher gekommen. Mir haben zudem die Kapitel des Erwachsenenalters gefallen. Und schließlich gab es noch einmal eine überraschende Auflösung, die der Geschichte noch eine neue Perspektive gegeben hat.

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Maxim ist mit seinen Großeltern aus der ehemaligen Sowjetunion geflüchtet. Seine Eltern kennt Maxim nicht. Die Mutter ist tot, den Vater braucht er nicht zu kennen. Hat die Großmutter beschlossen. Überhaupt braucht Maxim nicht alles zu wissen. Schließlich ist er ein Trottel, wie die Großmutter nicht müde wird zu betonen. Ihr Schicksal ist doppelt und dreifach schwer, erzählt sie jedem, der es nicht hören will, denn sie muss sich um diesen Trottel kümmern. Der noch dazu alle möglichen Krankheiten hat und der deswegen nur pürierte Schonkost essen darf. Die Großmutter führt in dieser kleinen Familie ein strenges Regiment, inmitten des Flüchtlingsheims und einem fremden Land, in dem die Ärzte völlig inkompetent sind (genauso übrigens wie die Lehrer), weil sie Maxim für gesund erklären. So merkt sie schließlich als letzte, dass der Großvater sich verliebt hat. Der Humor in diesem kleinen Büchlein ist schon recht bissig und vordergründig vermittelt es den Eindruck, dass es darum geht, sich über eine wunderliche Alte lustig zu machen. Doch so oft man auch den Kopf über diese tyrannische Frau schütteln will, deren Markenzeichen der hennagefärbte lange Zopf ist, hat das Buch auch seine nachdenklichen Töne. Die Großmutter ist gefangen in ihrer Weltsicht, die nicht selten alle anderen, deren Religionen und Lebensweisen abwertet. Doch man merkt auch immer wieder, dass sie in diesem Land, dessen Sprache sie nicht versteht, die Maxim in Eltern-Lehrer-Gesprächen großzügig frei interpretiert übersetzt, ziemlich verloren ist. Damit diese Familie nicht auseinander bricht, geht sie schließlich eine ungewöhnliche Konstellation ein. Was die Großmutter allerdings nicht weniger herrisch macht. Letztlich zeigt sich aber, dass die Großmutter die Menschen in ihrem Umfeld liebt, dies aber oft auf ihre ziemlich eigene Art zeigt. Die Autorin hat die Figuren interessant gezeichnet, wenn auch viele davon überspitzt dargestellt sind, vor allem die Großmutter, die mir zwischenzeitlich ordentlich auf die Nerven ging. Manchmal ging es meiner Meinung nach auch zu oft darum, die Großmutter unmöglich zu machen, während mitunter eigentlich ernstere Themen wie Verlustängste oder Angst vor dem Unbekannten dahinter standen. Stilistisch hat mir das Buch sehr gut gefallen. Die Autorin hat einen tollen Stil und arbeitet die Figuren sehr ausführlich aus. Die Geschichte wird aus Maxims Sicht erzählt, sodass man auch immer eine Gegenperspektive zur Wahrnehmung der Großmutter bekommt und daher nicht selten den Kopf über ihre Ansichten schüttelt. Inhaltlich war mir die tiefere Bedeutung oft zu versteckt und der humoristische Anteil zu vordergründig, sodass die Geschichte manchmal trivial und wenig substanziell wirkte, obwohl sie es gar nicht war. Für meinen Geschmack ist es einfach ein Augenzwinkern zu viel, aber das ist reine Geschmackssache.

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Spanien, 1944: Als Ofelia die Mühle im Wald und den neuen Mann ihrer Mutter erreicht, ahnt sie schon Schreckliches. Ihre Mutter hätte diese Reise in ihrem Zustand nie antreten dürfen, doch Hauptmann Vidal aus Francos Armee bestand darauf, da Ofelias Mutter mit seinem Sohn schwanger ist. Nun sitzen sie also mit ihm und seinen Männern in einem Wald, in dem sich Widerstandskämpfer verstecken, die vom Hauptmann gnadenlos gejagt werden. Doch das ist noch nicht alles. Ofelia steht plötzlich einem phantastischen Wesen gegenüber: einem Faun. Dieser behauptet, Ofelia sei die lang gesuchte Prinzessin des Königreichs unter der Erde und sie müsse 3 Prüfungen bestehen, um dorthin zurückkehren zu können. Doch würde Ofelia das überhaupt wollen, selbst wenn es wahr wäre? Immer tiefer gerät sie hinein in diese phantastische Welt, die fast schon eine Flucht wird vor der immer grausamer werdenden realen Welt ... Das Labyrinth des Faun hat mich tief hineingezogen in die Phantasiewelt zweier Autoren, die sich hier über Kontinente hinweg zusammengetan haben. Es handelt sich wohl um das Buch zum Film Pans Labyrinth . Wie gut es sich an den Film hält, kann ich nicht beurteilen, da ich ihn nicht gesehen habe. Für sich selbst macht das Buch auf jeden Fall einen sehr starken Eindruck. Die Bilder sind sehr szenisch und man hat tatsächlich einen Film vor dem inneren Auge. Nicht selten kann man magischen Traum und surrealen Albtraum kaum auseinander halten in diesem Werk des magischen Realismus und fühlt sich mittendrin, auch wenn das oft eher beängstigend als magisch ist. Denn gerade die Szenen in der Realität sind oft sehr brutal: da wird gefoltert, misshandelt und gemordet, ohne mit der Wimper zu zucken. Aber auch die eingestreuten Märchen und Prüfungen sind nicht weniger blutrünstig und gruselig. So entsteht ein wirklich überzeugendes, sehr ungewöhnliches düsteres Märchen für Erwachsene, aber meiner Meinung nach keinesfalls für Jugendliche unter 16 Jahren. Die Grenzen verschwimmen und manches Mal scheint Vidal eher der Unterwelt und dem Reich des Faun entsprungen als ein Mensch zu sein. Das Buch enthält eine klare Gesellschaftskritik der Franco-Ära, die gut mit der Grundstimmung des Buches verwoben wird, aber es geht eben dabei auch auf die unmenschliche Behandlung der Bevölkerung und der Widerstandskämpfer ein, in Form eines sadistischen Kommandanten. Um dieser Welt zu entfliehen hinterfragt Ofelia die Existenz eines Fauns erst gar nicht und flüchtet sich immer wieder in den Wald, in der Hoffnung, die Aufgaben erfüllen zu können und als Prinzessin in das Reich unter der Erde wiederkehren zu können. Dabei kam mir Ofelia jünger vor, als sie angeblich war. Von ihrem Wesen und Verhalten her hätte ich sie auf zehn geschätzt, nicht auf 13. Dieses eher kindliche Mädchen vor Augen zu haben hat den Lesefluss jedoch nicht gestört und es hat sich gut in das düstere Märchen eingepasst, sodass man immer wieder auch Angst um die traurige Ofelia spürt, die sich lieber einem Kinderfresser stellt als in der realen Welt dem Hauptmann begegnet. Das Buch ist sehr aufwendig gestaltet und macht einen fantastischen Eindruck, der zusammen mit dem Leseerlebnis noch lange in Erinnerung bleiben wird. Nicht zuletzt natürlich auch die absolut düstere und hoffnungslose Grundstimmung, die sich auch bis zum Schluss durch das Buch zieht. Auch wenn ich durch das Buch förmlich hindurch geflogen bin und mich gut auf dieses Märchen einlassen konnte, die Sätze aufgesogen und mich immer wieder wohlig gegruselt habe ... ein Buch für Jugendliche unter 16 ist dies auf keinen Fall und da finde ich schade, dass es genau für diese Zielgruppe so angepriesen wird (so zumindest ist mein Eindruck und auch die Aufmachung legt dies nahe).

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Adéle ist verheiratet und hat einen kleinen Sohn. Sie als Journalistin und er als Chirurg können sich eine Wohnung in einem schicken Pariser Viertel leisten und noch so manch andere Annehmlichkeit. Aber Adéle ist nicht glücklich. Ihr Job ödet sie an, eigentlich wollte sie nie arbeiten müssen. Sie führt dieses Leben nur, weil es sich eben so gehört, man das in ihrem Alter und in ihrem Umfeld so macht. Ob sie ihren Mann liebt? Unklar. Dafür trifft sich Adéle mit anderen und oft fremden Männern um mitunter ziemlich harten Sex zu haben. Doch auch das kann die Leere im Inneren nicht fühlen und Adéle begibt sich in eine Spirale, die alles zu zerstören droht. Den ersten Roman der Autorin habe ich sehr begeistert gelesen. In Dann schlaf auch du verarbeitete die Autorin einen realen Fall und öffnete die Augen für eine ganze Gruppe prekär Angestellter in der heutigen Zeit und im heutigen Umfeld aufstrebender Städter mit Oberschichten-Lebensstil. Bei Alles zu verlieren geht meiner Meinung nach dieser gesellschaftliche Blick ein wenig verloren. Wie sehr das Geschehen ganze Gruppen betrifft, bleibt schwer abschätzbar. Sicherlich fügen sich auch hier viele in einen Stereotyp eines Lebens, den sie eigentlich gar nicht mögen. Aber eigentlich geht es mehr um Adéles egoistische Triebe und ihre pathologische Langeweile. Mag sein, dass man sie auch als Suchtkranke betrachten kann, denn schließlich beobachtet der Leser ihre stetige Suche nach einem immer stärkeren Kick, für den sie zunehmend Risiken in Kauf nimmt und schließlich Gefahr läuft, alles zu verlieren. Doch es ist beim Lesen schon ziemlich hart, das Ganze mit anzusehen . Diverse sexuelle Eskapaden werden doch recht detailliert beschrieben und Adéle kann ihrem Leben so wenig Positives abgewinnen, dass es schwer ist, Sympathie für sie zu entwickeln. Ihre Anbahnungen werden immer plumper und man hat beinahe schon Fremdschämmomente. Was mich am meisten irritert hat, ist Adéles plötzlicher Wandel. Lange Zeit wirkt sie sehr selbstermächtigt, selbstbewusst und zielstrebig, wenn auch nicht beruflich, so dennoch, was ihre eigenen Wünsche angeht. Doch plötzlich, obwohl für die Entwicklung dankbar, wirkt sie passiv, unterwürfig und versteht sich plötzlich selbst als Opfer; ein Opfer ihrer Sucht. Jegliche Selbstinitiative und Selbstermächtigung sind verschwunden. Unbestritten finde ich, dass die Autorin einen ansprechenden und anspruchsvollen Schreibstil hat, der diese zumeist deprimierende Geschichte sehr literarisch transportiert. Doch die Geschichte selbst hat in meinen Augen eher weniger Substanz und weniger gesellschaftliche Relevanz, sodass sie letztlich bei mir nicht langfristig verfangen hat und ich den teils recht expliziten Beschreibungen und einer unsympathischen Protagonistin nur widerwillig gefolgt bin.

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Amerikanische Ostküste, 1994: Während eines Theaterfestivals werden der Bürgermeister und seine Familie sowie eine zufällig vorbeikommende Joggerin brutal ermordet. Das Verbrechen erschüttert die Kleinstadt Orphea bis in ihre Grundfeste. Zwanzig Jahre später steht einer der Polizisten, die damals für den Fall zuständig waren, kurz vor seinem Abschied aus dem Polizeidienst. Jesse Rosenberg wird von allen Der Hundertprozentige genannt, weil er alle seine Fälle aufgeklärt hat. Doch dann steht plötzlich die junge Journalistin Stephanie Mailer vor ihm und weckt Zweifel an der Auflösung der Orphea-Morde. Und genau so plötzlich, wie sie aufgetaucht ist, ist sie plötzlich verschwunden ... Jesse beschließt, den Fall zusammen mit seinem damaligen Partner Derek und der Polizeichef-Anwärterin Anna wieder aufzurollen. So weit, so vielversprechend. Die ersten ca. 150 Seiten des Buches vergingen wie im Flug. Mich hatte zunächst wirklich die Lesesucht gepackt. Das Buch schien ein gutes Tempo vorzulegen und allerlei Überraschungen bereit zu halten, sodass mir der recht einfache Schreibstil zunächst noch entgegenkam. Doch zunehmend wirkte das Buch irgendwie merkwürdig, unstimmig und gar nicht so anspruchsvoll wie ich es aufgrund der Vorschusslorbeeren erwartet hatte. Die ständigen Perspektivwechsel waren zunächst noch spannend, aber ständig kamen neue Personen hinzu mit ihren ganz eigenen Lebensdramen, sodass das Buch mehr von einer Seifenoper als von einem vielschichtigen Kriminalroman bekam. Die Polizisten stellten sich leider unerwartet ... sagen wir ungeschickt und naiv an, sodass ich mich bald fragte, wie sie überhaupt irgendwelche anderen Fälle, ganz davon abgesehen alle ihre Fälle, gelöst haben. Sie nehmen die Aussagen von Zeugen und Verdächtigen für bare Münze und streichen sie mir nichts, dir nichts von der Verdächtigenliste, denn nachdem, was sie ausgesagt haben, können sie es ja nicht gewesen sein. Viele Wendungen und Überraschungen in der Handlung werden erst dadurch möglich, dass eigentlich jeder einzelne Zeuge und jede einzelne Zeugin den Polizisten bereits vor zwanzig Jahren relevante Information vorenthalten hat. Die Polizisten wirken dabei selbst mehr als hilflos. So kann jemand, der behauptet, den Täter zu kennen, sie tagelang hinhalten, um den Fakt spektakulär in einem Theaterstück preiszugeben. Und dazu kommt noch ein Polizeichef (?), der wichtige Informationen nicht weitergibt, weil er den bearbeitenden Beamten telefonisch nicht erreicht ... Das kann nur eine Parodie sein, ansonsten bedient der Autor auch jedes noch so schlechte Klischee des amerikanischen Kleinstadt-Cops. Und überhaupt. Nicht nur die Cops benehmen sich merkwürdig. Ganz Orphea scheint den Verstand zu verlieren, als der ehemalige Polizeichef - eben jener, der relevante Informationen nicht weitergab - ankündigt, beim 20-jährigen Jubiläum des Theaterfestivals ein Stück aufführen lassen zu wollen, das den wahren Täter enthüllt, das aber bislang über die ersten drei Zeilen nicht hinausgekommen ist. Da lässt sich doch glatt der aktuelle Polizeichef vorzeitig verrenten, um in diesem Stück in Unterhose über die Bühne rennen zu dürfen. In all ihren zwischenmenschlichen Dramen und in der Spleenigkeit einer ganzen Kleinstadtbevölkerung erinnerte mich dieses Buch an die Gilmore Girls oder jede andere Kleinstadtserie, die von mehr oder weniger exzentrischen Charakteren lebt. Und natürlich eskaliert die Geschichte schließlich und nimmt eine unglaubwürdige Entwicklung nach der anderen. Dass am Ende überhaupt noch jemand lebt um den Fall aufzuklären, oder sich für dessen Aufklräung zu interessieren, grenzt an ein Wunder. Ich kann dieses Buch nur als Parodie ansehen, denn ernst nehmen konnte ich es nach spätestens 200 Seiten nicht mehr. Ich habe noch die beiden ersten Bücher des Autors ungelesen im Schrank stehen und jetzt ein wenig Angst, was mich darin erwarten könnte. Mein Fazit zum Verschwinden der Stephanie Mailer : es ist ganz anders, als ich zunächst erwartet hatte und kann diese Erwartungen nicht erfüllen. Der Schreibstil erlaubt ein zügiges Lesen und die Entwicklungen sind schon rasant und mitunter interessant, sodass ich zeitweise durch das Buch geflogen bin und nicht erwogen habe, es abzubrechen. Ich kam mir aber auch immer wieder ziemlich verschaukelt vor.

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Ilse Schellhaas kann sich schon als Kind für die architektonischen Zeichnungen ihres Vaters begeistern und begleitet ihn häufig ins Büro. Jahre später, der Zweite Weltkrieg ist bereits vorbei, taucht Ilse wieder auf, nämlich bei einer Architektenrunde, die mit dem Entwurf eines Vorzeigeprojekts der DDR befasst ist. Es soll eine Prachtstraße mit Wohnungen für Arbeiter entstehen. Ganz im sozialistischen Sinne träumt Ilse davon, Wohnkomfort auch für Arbeiter erschwinglich zu machen. Doch als Frau hat sie es nicht leicht in einer Runde aus Männern mit großen Egos, die alle ihre eigenen Vorstellungen in dem Projekt unterbringen und sich somit unsterblich machen wollen. Und dann hat Ilse da auch noch ein Geheimnis, dessen Entdeckung sie ihren großen Traum kosten könnte. Denn ausgerechnet in der Architektenrunde taucht jemand aus ihrer Vergangenheit auf, der sie entlarven könnte ... Mich hat vor allem angesprochen, dass dieser Roman von einer Prachtstraße handelt, die es heute - allerdings bei weitem nicht mehr so prachtvoll - gibt. Besonders pikant: gerade diese erschwinglichen Wohnungen für Arbeiter sind derzeit prominent in der Presse vertreten, weil sie von Spekulanten aufgekauft werden sollen, die für ihre massiven Mieterhöhungen und schlechte Behandlung ihrer Mieter bekannt sind. Aber das nur am Rande; zurück zur Geschichte um Ilse und der Zeit, als diese in Berlin durchaus noch sehr bekannte Straße zur Entstehung kam. Während Ilse schon von den Bauten träumt, liegen links und rechts der Wege noch die Trümmer des Krieges, die vor allem von Frauen beseitigt werden. Hier haben wir also das erste große Thema: Trümmerfrauen. Doch die Autoren haben sich noch viel mehr große Themen vorgenommen: die Vergangenheit jedes einzelnen unter den Nazis, die Einschränkung der freien Meinungsäußerung in der DDR, die Rolle der Frau in den 1950ern, geheime Clubs und Vergnügungen, Demenz, Homosexualität als Verbrechen, soziale Unruhen, etc. Es hätte dem Buch meiner Meinung nach gut getan, sich auf weniger Themen zu beschränken und sie dafür noch weiter auszubauen und spannend zu gestalten. Denn für mich schleppte sich die Geschichte über etliche Teile einfach nur dahin, ohne dass es wirklich spannend war. Und gerade die Bedrohung, die der Klappentext andeutet, verpufft auf einmal irgendwie sang- und klanglos. Insgesamt war die Geschichte nett, aber eben nicht mehr. Und auch wenn sie (teilweise) auf wahren Begebenheiten beruht, waren mir einige Entwicklungen zu konstruiert, besonders das einschneidende Erlebnis, dass die Beziehungen der zentralen Figuren untereinander zerstört. Ilse ist mir nie wirklich nahe gekommen und ich konnte keine emotionale Bindung zu ihr aufbauen. Im Nachhinein habe ich auch noch ein Interview mit den Autoren gelesen, die von den Schwierigkeiten erzählten, diese Geschichte rund zu machen und welche harte Arbeit das mitunter war. Und leider ist das genau das, was ich beim Lesen manchmal empfunden habe. Als wäre die Geschichte mitunter harte Arbeit gewesen.

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Großbritannien, in der nicht so fernen Zukunft. Das Land hat entlang seiner Küste eine Mauer gebaut um "die Anderen", die über das Meer kommen, aus dem Land fernzuhalten. Denn in Großbritannien selbst geht es den Menschen soweit gut. Die Anderen dagegen kämpfen ums nackte Überleben, sie fliehen vor den Folgen der bereits stattgefundenen Klimakatastrophe, auch der große Wandel genannt, und gehen dabei bis zum Äußersten. Joseph Kavanagh tritt seinen zweijährigen Pflichtdienst auf der Mauer an, die er von nun an unter Einsatz seines Lebens gegen Eindringlinge verteidigen soll. Denn wer Eindringliche durchlässt, wird selbst auf das Meer verbannt. Doch Josephs Alltag besteht nicht nur aus Gefahren. Zwölf Stunden Wache an einem einsamen Ort schweißen zusammen und so geht es auch um zwischenmenschliche Beziehungen. Bei diesem Buch war ich tief beeindruckt, wie eingängig der Autor die verschiedenen Szenen beschrieben hat, sie wirkten sehr plastisch. Das Szenario ist düster und deprimierend, aber gleichzeitig denkbar und an aktuelle globale und nationale Entwicklungen angelehnt. Und auch wenn man nach den ersten ca. 50 Seiten, die sich fast nur Josephs erster Schicht auf der Mauer widmen, denkt, das Buch könne nicht spannend werden, so hat es zumindest mich schnell gefesselt. Vieles erfährt man nur aus Josephs Sicht. Es gibt keine Aufklärungen, Erklärungen oder Belehrungen. Man erfährt eher nur beiläufig, was mit der Welt geschehen ist. Besonders interessant fand ich auch, dass Josephs Generation, die jungen Erwachsenen, eine große Wut auf ihre Elterngeneration hat, die den Wandel letztlich nicht verhindert haben. Auch das ist überzeugend an aktuelle Geschehnisse angelehnt. Am Ende hätte ich das Buch gern noch viel länger weitergelesen, denn ich habe die ganze Zeit noch auf eine globalere Sichtweise gewartet. Stattdessen hat man mit Joseph und den anderen Figuren nur Einzelschicksale, wobei man nur Josephs Geschichte genauer kennenlernt, weil die anderen Figuren wenig von ihrer Vergangenheit erzählen. Mit Joseph hat man eher einen engeren und auf das aktuelle Geschehen bezogenen Blick, ich hätte mir hier etwas mehr "Weitwinkel" gewünscht und hätte gern noch erfahren, wie es in anderen Ländern ausgesehen hat. Letztlich hat sich der Autor aber für diese Variante entschieden und, obwohl sicher noch mehr Potential vorhanden war, hat mir das Buch auch in dieser Form gut gefallen, hat mir einiges zum Nachdenken gegeben und auch Spannung geboten.

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Berlin, 1942: Den jungen Schweizer Friedrich zieht es nach Berlin. In seiner Heimat hat er Gerüchte über Möbelwagen gehört, die Juden abholen und abtransportieren sollen. Da Friedrich die Deutschen bewundert, reist er mitten im Krieg nach Berlin, um die Wahrheit herauszufinden. Er schreibt sich an einer Kunstschule ein und begegnet dort einer attraktiven, blonden jungen Frau, die sich ihm als Kristin vorstellt. Mit ihr und durch sein Schweizer Vermögen verbringt er mondäne Zeiten in Jazzclubs und mit geschmuggelten Delikatessen, während die Lebensmittel für die Bevölkerung zunehmend rationiert werden und untergetauchte Juden in Angst leben. Plötzlich verschwindet Kristin für mehrere Tage und als sie wieder auftaucht, zieren Striemen ihren Körper und sind ihre Haare abgeschnitten. Sie beichtet, dass sie in Wirklichkeit Stella heiße, Jüdin sei und nun für die Gestapo untergetauchte Juden jagen soll, um das Leben ihrer Eltern zu retten ... Takis Würger ist mit seinem Roman Der Club um eine Elite-Universität ein hochgelobtes Debüt gelungen. Dementsprechend sind die Erwartungen an seinen neuen Roman hoch. Mit Stella schlägt er genre-technisch eine ganz andere Richtung ein, denn es handelt sich um einen Roman, der während des Zweiten Weltkriegs spielt. Ihn als historischen Roman einzuordnen, würde dem Roman jedoch nicht ganz gerecht werden. In sehr literarischem Stil arbeitet der Autor die reale Geschichte um eine der bekanntesten Kollaborateurinnen der Nazis auf, wobei er sich jedoch nicht in Sentimentalität ergeht und eine Täterin zur Sympathieträgerin macht, sondern klischeefrei die Tragik transportiert und gleichzeitig die berechtigte Frage nach der moralischen Zwickmühle stellt. Der eigentliche Protagonist Friedrich ist eher Beiwerk, der nicht wissen und wahrhaben möchte, was nicht sein darf. Stella entzieht sich ihrem Liebhaber wie auch dem Leser immer wieder und bleibt in ihren Motiven schwer greifbar. Gerade dass es keine wirklichen Sympathieträger in diesem Buch gibt, macht die Zustände der damaligen Zeit umso eingängiger und zeigt umso deutlicher, wie schwer es war, das Richtige zu tun. Bei mir hat dieses Buch tiefen Eindruck hinterlassen, auch dadurch, dass die ganze Geschichte auf weniger als 300 Seiten und zudem noch so literarisch so eindringlich geschildert wurde. Nicht nur Friedrichs Sicht und seine Begegnungen mit Stella sind Gegenstand, sondern Stellas Abgründe werden besonders herausgestellt durch (reale) Protokollauszüge der späteren Gerichtsverhandlung. Zudem beginnt jedes Kapitel, das einen Monat des Jahres 1942 darstellt, mit einer kurzen Zusammenfassung wichtiger geschichtlicher Ereignisse. Das macht das Buch unheimlich faszinierend. Und ohne plakativ zu sein, kann der Autor Stellas Mentalität und ihrem aufkommenden Antisemitismus (wie natürlich auch den des Umfelds) nachspüren und so greifbar machen, wie sehr Stella ihre Glaubensgenossen und diesen Teil ihrer selbst hasst. Die hier dargestellte Stella lässt sich meiner Meinung nach gut vereinbaren mit dem, was man bei weiteren Recherchen nachlesen kann. Für mich ist dieses Buch definitiv eine Leseempfehlung, gerade in der heutigen Zeit.

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Am 28. Februar 1986 wird der schwedische Ministerpräsident Olof Palme auf offener Straße erschossen. Der Mord ist bis heute nicht aufgeklärt. Auch der damalige Journalist und Illustrator Stieg Larsson recherchiert zu dem Fall und sieht schnell Verbindungen zur rechtsextremistischen Szene. Die schwedische Polizei konzentriert sich jedoch auf andere Theorien. Jahrzehntelang kommt Larsson immer wieder zu dem Fall zurück, beleuchtet neue Spuren, sammelt neues Material. Zwischenzeitlich wird er zum Bestsellerautoren. Doch den Mord an Olof Palme kann er nicht aufklären und auch die Polizei nicht von seiner Theorie überzeugen. Bei seinem plötzlichen Tod im Jahr 2004 hinterlässt er ein ganzes Archiv. Zehn Jahre später stößt der Journalist Jan Stocklassa auf dieses Archiv, bekommt Zugang dazu, folgt Larsson Spuren und entwickelt dessen Theorien weiter, weicht aber auch davon ab. Neben dem Mord an Palme versucht Stocklassa auch, Larssons Leben und Recherchen zu rekonstruieren ... Zweiteres ist Stocklassa, meiner Meinung nach, nicht ganz so gut gelungen. Im ersten Teil befasst sich das Buch mit Stieg Larsson als Person, seinem Privatleben und seinen Recherchen in der rechtsextremistischen Szene. Leider kommt Stocklassa nie nah genug heran, um Larsson lebendig wirken zu lassen. Über dessen Vorgehensweise kann er nur Vermutungen anstellen und über ihn als Person kann er nur von Anekdoten Dritter berichten. Da Larsson durchaus ein Aufhänger des Buchs ist, hätte ich sehr gern mehr über ihn erfahren, über seine Erkenntnisse über die Rechtsextremisten und wie seine Recherchen sein Leben beeinflusst haben. Es gab ja immer wieder Berichte, dass er bedroht wurde. Auch seine Methoden hätte ich gern näher kennengelernt, aber Stocklassa geht hier nicht ins Spekulative oder Fiktive und dadurch bleibt Larsson eher blass und wirkt mehr wie ein Verkaufsargument. Dementsprechend enttäuscht war ich beim Lesen. Dann jedoch beginnt Stocklassa, von seinen eigenen Recherchen zu berichten. Davon, wie er an Larssons Archiv kam und wie er sich das umfangreiche Material selbst erschließen musste. Er verfolgte Larssons Spuren weiter, interviewte Personen, an die selbst Larsson noch nicht herangekommen war und bediente sich sogar fragwürdiger Methoden, die ihn ganz nahe heranbrachten an die Personen von Interesse. Hier kam endlich richtig Spannung auf und Stocklassas Vermutungen wurden nachvollziehbar. Insgesamt ist jedoch schwer nachzuvollziehen, ob Stocklassas oder auch Larssons Theorien wahrscheinlich sind, sie wurden jedoch sehr plausibel dargelegt. Nicht immer allerdings waren die Namen und Akteure übersichtlich dargestellt. Gut nachzuvollziehen ist dagegen die Frustration, die mit den Recherchen einhergegangen sein muss, denn nach über 30 Jahren dürfte es kaum noch Beweise geben und alle Spuren dürften kalt sein. Wenn nicht noch jemand freiwillig gesteht, wird der Mord an Palme höchstwahrscheinlich unaufgeklärt bleiben. Vielleicht gelingt es Stieg Larsson posthum und Stocklassa noch zu Lebenszeiten, mit ihrem Material zur Aufklärung beizutragen. Ein interessantes und streckenweise spannendes Buch über Verschwörungen, erschütternde politische Machenschaften und vielen weitestgehend unbekannte erschreckende Parallelgesellschaften mit extremistischen Ideologien ist allemal dabei herausgekommen.

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Christian Berkel besucht seine Mutter. Ihm wird bewusst, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, um die Geschichte seiner Eltern zu erfahren, denn den Erinnerungen seiner Mutter ist immer weniger zu trauen. Also stückelt er die Geschichte zusammen und lässt von seiner Mutter die Lücken auffüllen, so gut es geht. Es ist eine Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen, die durch den historischen Kontext nicht einfacher wird. Sala ist 13, Otto 17 als sie sich kennenlernen und ineinander verlieben. Sala, Halbjüdin mütterlicherseits, stammt aus einer intellektuellen Familie, während sich Otto, das Arbeiterkind, mühsam sein Medizinstudium erarbeitet. Ab 1938 führt Sala ein unstetes Leben, reist von Deutschland nach Spanien zur entfremdeten Mutter, von dort nach Paris zu einer modeschöpfenden Tante und landet schließlich in Argentinien. Währenddessen wird Otto zur Wehrmacht eingezogen und landet schließlich in Kriegsgefangenschaft. Der Apfelbaum ist eigentlich eine sehr tragische Familiengeschichte, die zeigt, was Verfolgung und Krieg Menschen und ihren Beziehungen antun kann. Sala hat seit Jahren keinen Kontakt zu ihrer Mutter, identifiziert sich nicht mit deren Religion und versteht daher nicht, warum sie verfolgt wird. Durch ihre Flucht verliert sie ihre Wurzeln. Otto ist physisch und psychisch von der Kriegsgefangenschaft gezeichnet. Für beide ist es schwer, wenn nicht gar unmöglich, nach dem Erlebten wieder zusammenzufinden. Das ist schon eine sehr anrührende und, durch die Tatsache, dass es sie auf wahren Begebenheiten beruht, hoch interessante Geschichte. Sie gibt viele Denkanstöße, nicht nur aus historischer Betrachtung, sondern auch unter aktuellen Gesichtspunkten. Dennoch haben mich einige Dinge beim Lesen auch gestört. Regelmäßig ist beispielsweise Dialekt eingestreut. Das ist bei Otto noch glaubhaft, weil es seine Herkunft deutlich macht und auch das Bemühen, sich unter bestimmten Bedingungen gewählter auszudrücken. Leider konnte ich mit Salas regelmäßigem zum Piiiepen wenig anfangen. Für mich wollte das einfach nicht zu einer Frau aus intellektuellen Kreisen passen und auch nicht an den Stellen, an denen es vorkam. Was mich aber eigentlich noch mehr gestört hat war, dass manche Szenen irgendwie zu verschwimmen schienen. In einigen Situationen wurde die Bedeutung plötzlich doppeldeutig und schwer greifbar, während der Rest geradlinig und direkt erzählt wurde. Durch den Stil und die Beschreibungen sind viele Szenen durchaus kunstvoll, aber mit manchen von ihnen wusste ich überhaupt nichts anzufangen und konnte sie überhaupt nicht einordnen. Bei mir kam das Gefühl auf, dass der Autor sich möglicherweise an gewisse Erinnerungen nicht herangetraut hat oder dass ihm bei diesen Szenen Informationen fehlten, die er nicht fiktiv auffüllen wollte. Insgesamt ist Der Apfelbaum ein ehrgeiziges Projekt , die Geschichte der eigenen Eltern zu verstehen, die im Spiegel ihrer Zeit sehr spannend war, aber tiefe Spuren bei den Betroffenen hinterlassen hat. Statt eines großen unterhaltsamen Abenteuers , wie bei so vielen fiktiven Geschichten, zeigt Der Apfelbaum die ganze Tragik eines Lebens in der damaligen Zeit auf zutiefst menschliche Weise auf. Und somit ist das Buch inhaltlich auf jeden Fall etwas Besonderes. Stilistisch hatte es für mich leider ein paar Schwächen.

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