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Alle Rezensionen von Buecherseele79

Seite 1 / 28
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Ich gebe 3,5 Sterne Aster lebt mit ihrer Schwester Clementine als Good Luck Girls bei Madame Fleur. Sie nimmt Mädchen von Staubblütigen auf die sich nicht mehr um die Kinder kümmern können, denn das Leben in Arketta ist schwer. Doch als Clementine 16 Jahre wird und ihre erste Liebesnacht überstehen muss tötet sie ihren Freier. Für Aster und ein paar Freundinnen steht fest - sie müssen flüchten, auch wenn es den Tod bedeuten könnte¿ aber ihre Freiheit hat einen hohen Preis.. "Ihr war nur allzu klar, wie es sich anfühlte, in einer schlimmen Erinnerung gefangen zu sein, jeden einzelnen Moment immer wieder aufs Neue zu durchleben, bis es so war, als löste man sich innerlich auf, während einem die Brust explodieren wollte. Falls es eine Möglichkeit gab, sich von diesen Erinnerungen zu befreien, dann hatte Aster sie noch nicht gefunden. Man musste einfach abwarten, bis der Sturm vorübergezogen war." (Seite 86) Auf dieses Buch war ich so neugierig, es klingt spannend und interessant, vereint gewisse Themen mit dem Wild West Flair. Im Ganzen konnte mich das Buch dann auch packen, aber es hat seine Zeit benötigt. Die Autorin selbst hat eine sehr interessante, düstere und trockene Welt um die Mädchen aufgebaut, man verzweifelt und hofft mit ihnen gleichzeitig und ständig mit. Der Klappentext war etwas verwirrend, ich dachte Aster flüchtet mit ihrer jüngeren Schwester Clementine, aber sie hat noch ein paar Damen mehr im Gepäck. Gerade der Einstieg war etwas langatmig und nicht aufsehenerregend. Da man gleich mit 5 Damen zusammen durch Arketta flüchtet hat man, ausser ihrer gemeinsamen Zeit im Welcome House, keine Anhaltspunkte, sie gleichen sich und keine sticht sonderlich heraus. Aster ist die Hauptprotagonistin die auch ihre Mitstreiterinnen zur Flucht und Vorsichtig antreibt, auf sich achtet, aber die Protagonisten waren sehr lange zu blass, unbeschriebene Blätter. Viele Themen werden nur "angedeutet", aber beim aufmerksamen Lesen bemerkt man als Leser sehr schnell welche Thematik die Autorin anspricht. Es geht um Sklavenarbeit, um dunkelhäutige Menschen die unterjocht werden, die in Minen schuften müssen, die sich nichts leisten geschweige sich freikaufen können, was sie für Möglichkeiten haben, welches Frauenbild übermittelt wird. Vieles was im Welcome House geschieht wird nur angedeutet, aber auch das reicht. Manches jedoch wird stark angedeutet und dann nie ganz aufgeklärt, was ich wiederrum als sehr schade empfand. Durch die düsteren Gestalten die hier als Raubvögel dargestellt werden, nimmt das Buch auch eine kleine Stellung im Bereich Fantasy ein. Diese Gestalten sind sehr düster, sehr dunkel und kalt dargestellt und geben dem Buch die nötige Spannung, denn sie verfolgen die Mädchen und haben aussergewöhnliche Möglichkeiten sie zu suchen und zu kontrollieren. Die Bedeutung und Auswirkungen ihrer Blumentattoos haben mir auch sehr gut gefallen, diese hatte ich immer bildlich sehr genau vor Augen und fand die Umsetzung sehr gelungen. Die ersten gut 150 Seiten plätscherte die Geschichte eher vor sich hin, nahm dann aber an Spannung und Wendungen zu und konnte mich hier mehr überzeugen. Allerdings habe ich mir doch mehr Zeichnungen der Protagonisten erhofft, diese kamen hier und da gegen Ende des Buches, mir persönlich war es aber zu wenig. Ich empfehle dieses Buch von seiner Thematik trotzdem, aber der ein oder andere wird beim Lesen vielleicht Abstriche machen müssen in den Erwartungen.

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Herr Lothar hat sein ganzes Leben in zwei Plastiktüten, die hängen immer an seinem himmelblauen Fahrrad. Und dann gibt es den schmächtigen Jungen Fliege, der eigentlich zur Schule sollte, aber lieber mit seinen Kumpels durch die Gegend zieht. Lothar und Fliege treffen durch Zufall aufeinander und lernen sich besser kennen. Mit diesem sehr einfühlsamen Buch ist es der Autorin gelungen zwei wichtige Themen zu vereinen die viele Kinder interessieren, die sie aber nicht trauen, anzusprechen. Herr Lothar ist ein bisschen eigensinnig und ja, vielleicht komisch, er hat kein Zuhause, aber warum ist das so? Und wie lebt Herr Lothar eigentlich? Warum mag Fliege nicht zur Schule gehen? Wo sind seine Eltern? Wer kümmert sich um ihn? Warum hat er immer Hunger? Viele Fragen, die sicherlich die jungen Leser beschäftigen und die beim gemeinsamen Lesen auch aufkommen werden und sollen. Die Autorin zeigt immer einen kleinen Ausschnitt und deutet an, hier können die Erwachsenen sich die Zeit und Mühe nehmen um den Kindern diese Thematik , gemeinsam mit dem Buch, näher zu bringen. Ihnen die Angst nehmen, sie aber auch stärken dass sie füreinander einstehen und gerade in Punkto Schule und welchen Ängste, Sorgen oder Probleme hier auftreten können, bietet das Buch viele Möglichkeiten zu erklären aber auch Vorsorge zu tragen damit die Kinder mutig sind und sich Ansprechpartner suchen. Nicht jeder Mensch hat die gleichen Chancen, manche geraten auf schiefe Wege und haben dann keinen der sich um sie kümmert, ihnen Hilfe anbietet. So ergeht es Fliege, so ergeht es Herr Lothar. Meist besteht aber keine Sorge dass man vor solchen Menschen Angst haben muss, sie wollen etwas Hilfe und der ein oder andere versucht auch sein Leben wieder in geordnete Bahnen zu bringen. Mir hat es sehr gefallen dass die Autorin hier sehr Kind gerecht arbeitet und die Thematiken anspricht, aber nicht mit knallharten Fakten und Realität auf den Tisch packt. Die Kinder und Weltversteher werden genug sehen und mit offenen Augen durch die Welt laufen um die Andeutungen in diesem Buch nachvollziehen zu können. Ein Buch welches auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit verdient hat und von mir eine klare Empfehlung erhält!

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Vater Paluschke ist ein Fisch¿ nicht von vornerein sondern ein mächtiger und alter Zauber hat den Hexer in einen Fisch verwandelt. Als wäre das für den ältesten Sohn Kraken nicht schon beschissen genug verlangt der Zirkel Aufklärung, einen guten Ruf haben die Paluschke auf keinen Fall zu verlieren. Als es zum Äussersten kommt hat der jüngste Sohn Raban keine bessere Idee als einen Hausgeist zu rufen, von der russischen Geister - Mafia und das Chaos ist perfekt¿ "Niemand rührte sich, und ich hatte zusätzlich sogar den Atem angehalten. Raban war kein Kind mehr. Er unterstand somit keinem Sonderschutz und hatte nicht nur irgendeinen Domovoi aus der Organisation beschworen und sich scheinbar unter Hektik und Zeitdruck bei der Größe der Beschwörung vertan, sondern dem Big Boss persönlich Tür und Tor geöffnet." (Seite 62) Vergesst am besten alles was ihr über die ganze Fantasiewelt wisst und lasst Euch auf dieses neue, aber saukomische und spannende Abenteuer ein. Ein herrlich toller Urban - Fantasy Roman der auf voller Linie punktet! Die Autorin räumt hier mit der ganzen Fantasiewelt auf, egal ob es um Ghule, Hexer, Kobolde oder Hausgeister geht, um Elfen, Vampire und Co - was in Märchenbüchern und anderen Schriften steht kann man getrost vergessen. Das "neue" Weltbild, welches man hier erhält, ist frisch, lustig, verdammt interessant umgesetzt und konnte mich im Ganzen wirklich begeistern. Auch besitzt die Autorin einen sehr bildhaften Schreibstil, zusammen mit Kraken und seinem Domovoi hetzt man durch das magische Berlin und erhält hier neue Eindrücke. Krake ist der Hauptprotagonist, klar, er ist auch der Älteste der 3 Brüder aus dem Hause Paluschke. Und natürlich tritt er mehr als 1x in das berühmte Fettnäpfchen, aber er unterstützt und beschützt seine Brüder und versucht sein Bestes. Doch sein Vater ist ihm keine große Hilfe, als Fisch jetzt sowieso nicht. Ich mag den Humor und die Ansichten von Kraken, auch dass er sich nicht ins Bockshorn jagen lässt. Das ganz große Leserherz wird aber der russische Hausgeist, der Domovoi, erobern, der mit Kraken zusammen unterwegs ist. Er hat die Aufgabe nicht nur Kraken sondern auch die 2 jüngeren Brüder zu beschützen, denn der Zirkel ist wie die aktuelle Politik in Berlin - viel reden, viel Gebrüll, aber wirkliches Handeln wird nicht erzeugt. Es ist manchmal fast erschreckend wie stark die Autorin die Realität einbindet. Auf jeden Fall hat man beim Domovoi des Öfteren zu lachen, immer einen russischen Akzent im Ohr und obwohl er für die Geister - Mafia arbeitet hat er ganz faustdick hinter den Ohren und sichert sich ständig ab. Das beeindruckt und begeistert. Es ist eine unglaublich spannende, ja fast schon krimigleiche, Jagd durch Berlin. Zu Beginn plätschert die Geschichte etwas dahin, aber davon sollte man sich in keinster Weise täuschen lassen, denn die Autorin greift tief in die Schreibkiste und zaubert hier ein fantastisches Abenteuer par excellence auf den Lesertisch. Es werden neue Wege im Fantasiebereich gegangen, aber diese Wege gefallen mir persönlich sehr gut, da sie von den üblichen Geschichten abweicht und mal neuen Wind in das Genre reinbringt. Man sollte sich dafür auf jeden Fall interessieren bzw. dem Fantasie angetan sein um hier das Buch genießen zu können, vor allem, man sollte Humor haben und keine Engstirnigkeit besitzen. Ich bin von Kraken und seinem Domovoi schwer begeistert, hoffe beim dem Cliffhanger noch auf weitere Abenteuer und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

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2038, die Welt hat kaum noch Bäume und die Luft ist voller Staub, wirklich gute Möglichkeiten frische Luft zu atmen, gibt es nicht. Jake arbeitet in Kanada, auf der Greenwood Insel, einer der letzten Rückzugsorte für Touristen um Bäume zu erleben, um frische Luft zu atmen. Doch dann taucht der Ex - Verlobte von Jake auf und behauptet die Insel würde rechtmässig ihr gehören....und Jake beginnt eine Reise in die Vergangenheit, zu den Bäumen, zu der Greenwood Familie und ihre Liebe zum Wald. "Man hört heutzutage viel Gerede über Stammbäume und Wurzeln und Blutlinien und dergleichen, so als wäre eine Familie eine ewige Tatsache, eine durch unvordenkliche Zeit immer weiter emporstrebende Verästelung. In Wahrheit aber sind alle Familienlinien von der höchsten bis zur niedrigsten irgendwo enstanden, an irgendeinem bestimmten Tag. Selbst die größten Bäume müssen einmal hilflos im Wind kreiselnde Samen gewesen sein und dann Schösslinge, die sich nur zaghaft aus dem Boden schieben." (Seite 253) Ich konnte mir zu Beginn nicht vorstellen wie ein Autor Bäume, den Wald, das ganze grüne Leben mit einer Familie verbinden möchte bzw. in wie weit ihm das gelingt. Und doch finde ich dass dieses Buchzitat sehr gut zum Allgemeinbild des Buches passt. Der Einstieg fiel mir etwas schwer. Die Sprache und die Ausgangssituation waren etwas "holprig", aber als würde jemand einen Schalter umlegen waren ich plötzlich mitten zwischen den Familienmitgliedern von Greenwood und ihre Leidenschaft für die Bäume und die Wälder. Der Autor besitzt im Ganzen einen sehr bildhaften Schreibstil, kann die einzelnen Epochen wunderbar hervorheben und auch seine Recherche und sein Wissen um Baum und Wald haben mich begeistert. Die Aufmachung mit den Jahresringen, das Cover, die allgemeine Gestaltung nimmt einen schon gefangen und begeistert. Wir haben das Jahr 2038 indem es kaum noch Bäume und saubere Luft gibt, hier lernen wir Jake kennen. Sie hat ein hartes Los, aber sie lebt für ihren Job und kümmert sich fast schon liebevoll um die Bäume. Wir reisen in das Jahr 1974, 2008, 1908,1934. Dies folgt nicht der zeitlichen Chronologie sondern sie folgt den Familienmitgliedern der Greenwoods. Es ist ein aufmerksames Lesen nötig, schnell würde man den roten Faden sonst verlieren. Durcheinander bin ich persönlich nie gekommen, auch wenn natürlich einige Namen auf einen zukommen. Die Hauptcharaktere sind, neben Jake, die Brüder Harris und Everett Greenwood. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein, der eine ist den Bäumen aus Liebe verfallen, der andere eher aus Profit. Und doch halten sie zusammen, unterstützen sich und müssen Schicksalsschläge und Meinungsverschiedenheiten hinnehmen, getrennte Wege gehen die sie doch wieder zusammenführen könnten. Vieles ist zu Beginn im Dunkeln, es entstehen unglaublich viele Fragezeichen die sich aber, weitgehend, alle aufklären werden. Manches bleibt im Dunkeln, aber dies ist nicht schlimm, so kann sich jeder seine eigene Geschichte weiterspinnen, in einer Familie kann und muss nicht immer alles aufgeklärt werden. Die Charakterzeichnungen sind dem Autor äussert gelungen, sie haben mich überzeugt, überrascht, wütend gemacht, ich habe sie geliebt, gehasst und mit ihnen gelitten. Die Epochen und Geschehnisse der einzelnen Jahre sind perfekt an die Geschichte und die Protagonisten angepasst, der Autor beweist hier wirklich ein Händchen für ein stimmiges Bild. Familie und Bäume, Menschen und Wälder, es hat gepasst, es hat einen Sinn ergeben, der Autor konnte beide Bilder, die nicht unterschiedlicher sein könnten, auf den ersten Blick, zusammenfügen. Denn jede Familie hat ihre Wurzeln, es kommen neue hinzu, andere verlassen uns. Eine Familie ist oft "bunt" zusammengewürfelt und doch bleibt sie oft auch verbunden, trotz verschiedener Ansichten und Richtungen. Eine Hommage an die Familie, an die Wälder und wie wir doch verbunden sind. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten kann und möchte ich dieses Buch unbedingt weiterempfehlen.

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Jetzt geht es um alles! Kitty Doe, nun maskiert als Lila Hart, gibt ihre wahre Identität preis. Doch auch der Premierminister Daxton Hart fährt schwere Geschütze gegen die Blackcoat Rebellion auf. Jetzt ist es entscheidend wem das Volk glaubt - Kitty oder Daxton. Kitty ist bereit alles aufzugeben, sogar das eigene Leben, wenn sie dadurch ein freies Land erwirken kann. Wer wird den Sieg davon tragen? "Es war zwar albern, aber wenn er wollte, dass ich mich anstrengte, dann würde ich das eben tun. Zwar hatte ich keinen Schimmer, wie man eine Regierung bildete oder wie man die Versprechen, die ich den Menschen gegeben hatte, einlöste, aber ich würde mein Bestes tun. Mehr konnte man von niemanden verlangen." (Seite 38) Vorweg - ich empfehle dringend die beiden vorigen Bücher der Reihe zu lesen. Zwar erhält man auch hier wieder einen kleinen Rückblick was ich sehr lobenswert finde, aber um die Protagonisten, die ganze Stimmung, aufzufangen und zu kennen, ist es ratsam die Reihe nach zu lesen. Band 3 legt nochmals an Spannung und Action zu, denn jetzt geht es um alles. Wird Amerika wieder ein freies Land mit Gleichheit und Gleichberechtigung für alle Bürger, oder muss es unter dem sadistischen Premierminister Daxton Hart weiter leiden? Kitty hat mich von Beginn an begeistert, ich finde ihre Wandlung, auch ihren Mut und ihre Möglichkeiten, das Beste zu erreichen, sehr gut und vor allem glaubhaft umgesetzt. Hier muss sie nochmals eine Menge Mut und Schauspiel aufbringen, aber mehr möchte ich nicht verraten, denn es geht Schlag auf Schlag und enthält auch für Kitty, wie für den Leser, eine Menge Neuigkeiten. Wir werden wahre Gesichter nochmals neu, anders, grausamer erleben. Wir werden hier neue Freunde und Verbündete finden, aber auch alte Weggefährten verlieren und mit dem Verlust leben müssen. Wenn man diese kleine Reihe verfolgt wächst einem gewissen Protagonisten ans Herz und Veränderungen sind hier stark vorprogrammiert und lassen einen nicht kalt. Toll gewählt, für mich, das Thema mit der Politik und was eine Diktatur bedeutet. Dies hat die Autorin in eine verdammt spannende und gut umgesetzte Geschichte gepackt ohne zu langweilen. Als Leser, egal welchen Alters, merkt man wie hoch man die Freiheit, die Gleichheit und die Meinung halten sollte und dass alle gleich sind und nicht wenig Besser und der Rest kann man unterjochen. Natürlich kommt auch hier die Liebe nicht zu kurz bzw. da es nun um wichtige Entscheidungen geht, erhält auch sie einen Dämpfer, läuft im Hintergrund ab, aber sie ist dabei. Ich fand dies sehr glaubhaft und perfekt eingefügt und bin mit dem Verlauf glücklich. Es geht ans Eingemachte, wie schon gesagt, ich empfehle diese Reihe daher wirklich für jungendliche Leser ab 14 Jahren, die gewisse Dinge und Geschehnisse nachvollziehen können , mit den Veränderungen umgehen wissen. Eine spannende und doch aktuelle Reihe die ich gerne weiterempfehle.

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"Doch schon seit Oktober 1944 hatte die Lagerleitung- die drohende Niederlag vor Augen - damit begonnen, sämtliche Unterlagen, die über das Lager und die darin verübten Verbrechen Aufschluss geben konnten, entweder auszulagern oder zu verbrennen."(Seite 15) Bogdan Musial, in Geschichte, politische Wissenschaften und Soziologie studiert, erhält einen Anruf mit Einladung zu einer Weihnachtsfeier. Dort lernt er die Gräfin Kaiser- Bethany die ihm ein unglaubliches Geheimnis offenbart. Ihr Großvater, ein studierter Arzt, musste damals unter dem berüchtigten KZ Arzt Josef Mengele mitarbeiten. In einem Schließfach in Zürich liegen die ganzen Tagebücher ihres Großvaters und sie möchte sie gerne von Bogdan Musial studieren lassen. Zusammen mit seinen Assistenten macht sich Bogdan Musial auf und natürlich ist die Spannung bezüglich dieser Entdeckung enorm, denn man weiss dass die meisten Unterlagen aus dem KZ Auschwitz damals verbrannt wurden, wirkliche Aufzeichnungen von Mengele sind selten bzw. nicht vorhanden. Und nun beschreibt Bogdan Musial wie er zu diesem Fund kam, seine Arbeit die er in die Dokumente steckte um mehr Hintergründe zu erfahren aber vor allem, dies war ihm immer wichtig, es musst zu 100% sicher sein dass dies alles der Wahrheit entspricht und es sich so zugetragen hat bzw. dass der Großvater der Gräfin diese Tagebücher wahrlich verfasst hat. In einem nüchternen aber unglaublich packenden Schreibstil der leicht verständlich und sehr gut zu verfolgen ist gibt Bogdan Musial nun zum Besten wie aufgeregt er war aber auch Angst hatte einem Betrug aufzuliegen. Mit Fotos werden die Schriftstücke gezeigt die ihm vorgelegt wurden, wie schwer es zeitweise war diese ganzen Codes, die benutzt wurden, zu entschlüsseln und welche Geheimnisse, oft in schrecklicher Form, dahinter aufwarten. Gleichzeitig nimmt sie Musial die Zeit um über das KZ, die Menschenversuche durch Mengele und seine Schergen zu berichten. Er reist durch halb Europa um mit Überlebenden und Zwillingen, die es Mengele ja sehr angetan hatten, zu reden, mehr zu erfahren, die ganze Geschichte fassen zu können. Dies ist oft sehr schwer zu lesen und lässt einen fassungslos zurück, wer sich mit Mengele etwas auseinandersetzt weiß aber was ihn hier warten wird. Das Buch bietet, zu den aktuellen Ereignissen, aber auch einen fundierten Boden über die Machenschaften der SS in den KZ¿s. Doch mit der Zeit kommen Bogdan Musial immer mehr Zweifel ob er hier echte Dokumente auf dem Tisch hat. Denn die Spurensuche und die Meinungen von seinen Experten sprechen plötzlich eine ganz eigene Sprache und so muss Bogdan Musial noch tiefer Graben und kommt einer ungeheuren Tatsache auf die Spur. Das Buch liest sich wie eine Mischung aus Krimi, Detektivarbeit und Historie und konnte mich komplett mit sich reissen und eine unglaubliche "Fakten" - Jagd erleben. Wer sich für diese Thematik interessiert sollte dieses Buch gelesen haben.

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"Sie fürchtete die Dunkelheit, selbst in vertrauten Zimmern. Für sie war die Nacht etwas, das sie mit hundert schwarzen Augen ansah, nach ihr griff, jeden Moment bereit, sie hinterrücks zu überwältigen." (Seite 21) In diesem Buch geht es um die Nacht, ihre Mythen, ihre Ängste, Hoffnungen und Wünsche, um die Dunkelheit, um das Schlafen können oder nicht. Und es geht um verschiedene Autor*Innen die sich ihre Gedanken in eine Geschichte zur Nacht gemacht haben. Die Auswahl ist bunt, vielfältig, mal interessant, mal witzig, mal etwas gruselig und hier und da ergibt sich der Sinn nicht sofort. Und doch ist es angenehm zu lesen und sich selbst diesem Gefühl hinzugeben was die Nacht, der Schlaf, die Dunkelheit für einen bedeuten. Besonders gut gefallen haben mir die Geschichten von Robert Walser, Slawomir Mrozék, Siegfried Lenz, Ray Bradbury und Robert Walser. Jeder hat eigene Gedanken und Gefühle bei Nacht, die einen sind gerne in der Nacht unterwegs und fühlen sich frei, die anderen ziehen ein beleuchtetes Zimmer, welches sie kennen, vor. Die einen haben Angst vor Geräuschen die sich in der Nacht noch zig Mal schlimmer anhören, die anderen werden neugierig und wollen mehr erfahren. Und genau hier liegt die Stärke dieses Buches mit seinen Geschichten zu Nacht. Es bedient die Faszination ebenso wie die Urängste die wir bei Nacht verspüren. Und diese sind in verschiedenen Geschichten sehr gut verpackt. Ein Buch welches mich sehr begeistert hat und gerade wenn man abends keinen Schlaf findet bietet sich die ein oder andere Geschichte als "Einschlafhilfe" auf jeden Fall an!

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Die Ordnung in Callipolis ist nach der Revolution neu geordnet. Alle sollen die gleichen Chancen haben und sich in einen neuen Status arbeiten können. Annie hat damals durch das Drachenfeuer ihre ganze Familie verloren. Lee ist ein Sohn eines Drachenherrn, der damals die Macht über Callipolis hatte, doch niemand darf das Geheimnis erfahren. Beide sind mit ihren Drachen im Wettkampf um den Titel des Ersten Reiters der die Drachenreiter anführt und führt. Doch dann wird Callipolis den Krieg erklärt und Lee muss sich seiner Vergangenheit stellen¿ "Ich werde innerlich ganz ruhig, als ich Aela nähre kommen spüre, und nacheinander bestätigen meine Sinne das Gefühl - das Rauschen ihrer Flügel, die Zugluft aus der Höhle auf meinem Gesicht, der Schimmer der bernsteinfarbenen Schuppen in der Dunkelheit, als sie den Höhlenausgang erreicht." (Seite 168) Feuerwachen hat alles was man sich wünscht - Drachen, Drachenreiter, Intrigen, Geheimnisse, hier und da einen Hauch von Verliebtheit, Konkurrenz, eine Familiengeschichte im Dunkeln und eine Revolution die die Karten neu gemischt hat und irgendwie doch nicht. Der Schreibstil ist relativ flüssig, der Einstieg fiel mir persönlich etwas schwerer denn die Autorin setzt gleich an nach der Revolution, wir haben also Zustände die sich geändert haben, aber die man noch nicht ganz begreift oder nachvollziehen kann. Das hat mich ins straucheln gebracht, aber mit der Zeit legt sich diese Ungewissheit und man mag das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es baut einen Spannungsbogen auf der sich hält und die Fäden der Verwirrung lösen sich mit der Zeit gänzlich auf. Lee und Annie sind beides Waisenkinder die gemeinsam sich im Waisenhaus durchschlagen. Mit der Zeit vertrauen sie sich gegenseitig an und als Leser merkt man sehr schnell dass beide unterschiedliche Vergangenheiten haben und auch unterschiedliche Ansichten auf die alten Herrscher. Die Autorin hat beide sehr gut unter vor allem unterschiedlich gezeichnet was gelungen umgesetzt ist. Natürlich kommen die Drachen hier ebenso gekonnt und würdevoll zum Einsatz, sie sind facettenreich beschrieben, die Verbindung der Reiter mit ihren Tieren sind zauberhaft, spannend und beflügelnd beschrieben und lassen einen mit durch die Lüfte gleiten. Die Autorin setzt sich sehr interessant mit der Revolution auseinander. Ist sie immer besser? Was hat sie Gutes bewirkt? Wird sie auch ihr schlechtes Gesicht zeigen? Wie wird Callipolis auf diese Veränderungen reagieren? Wie "tickt" der Anführer und Auslöser der Revolution? Und werden die Drachenreiter, die ihm unterstellt sind, bedingungslos folgen? Denn auch sie haben hier und da Familien die in unterschiedlichen Ständen leben und arbeiten und die Auswirkungen des Krieges würden sich unterschiedlich auswirken. Es ist kein Buch welches sich schnell lesen lässt, es ist sehr detailliert und genau beschrieben, auch die Umstände jedes Protagonisten. Im Ganzen merkt man sehr genau wie viel Mühe und Liebe die Autorin in ihr Buch "Feuererwachen" gesteckt hat. Das Ende lässt, für mich, keine Fragen offen, alles wurde, in diesem Band aufgeklärt und doch gab es einen kleinen Cliffhanger der auf weitere Bände hoffen lässt. Ich empfehle dieses Buch auf jeden Fall und gerne weiter.

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"Und niemals würde ich es lächeln sehen, niemals könnte ich es vorsichtig stützen, wenn es seine ersten Schritte machte, niemals würde es seine Hand auf mein Gesicht legen, weil es mich so liebt."(Seite 43) Die Autorin Sylvia Halcour setzt sich mit einer Thematik auseinander die in der Gesellschaft noch immer gerne verschwiegen wird. Was passiert mit einem Menschen nachdem sie eine Fehlgeburt erlitten hat? Wie geht es dem Partner der damit ebenso konfrontiert wird, der Familie, dem Umfeld? Wie damit allgemein umgehen? Die Autorin selbst hat einen gesunden Sohn auf die Welt gebracht und auch die Schwangerschaft verlief so ohne Probleme. Der Wunsch nach einem zweiten Kind ist da und so wird Sylvia erneut schwanger, die Freude könnte nicht größer sein, als die "heisse" Phase rum ist gibt Sylvia die frohe Kunde in der Familie bekannt. Und dann passiert es in der zwölften Woche, dass Sylvia, ohne Vorkenntnisse, ihr Kind verliert. Und ab hier bricht eine Welt für sie zusammen. Was bedeutet es wenn man ein totes Kind im Leib trägt? Welche ärztlichen Maßnahmen werden danach ergriffen? Wie werden die Frauen gesundheitlich betreut, unterstützt, versorgt? Und welche Hilfe können sie nach diesem schrecklichen Einschnitt erfahren? Die Autorin geht sehr intensiv, ungeschönt und emotional direkt mit diesem Thema um. Ich würde auch empfehlen sich sehr genau zu überlegen ob man dieses Buch lesen kann und möchte, gerade wenn man seine eigenen Erfahrungen damit machen musste. Und doch wird es für viele Frauen eine Hilfestellung sein, denn Sylvia Halcour hatte im Umfeld niemanden der sie verstanden hat, nicht mal ihr Mann konnte ihr helfen und zur Seite stehen. Eine Welt fällt zusammen und Sylvia gerät seelisch und körperlich in eine extreme Situation aus der sie sich nicht befreien kann. Sie macht gute Miene zum schlechten Zustand, sie freut sich für Freundinne die gesunde Kinder auf die Welt bringen, zwingt sich ihre Arbeit ordentlich zu erledigen und doch fehlt ihr etwas, etwas was sie nicht fassen kann, wofür es keine Worte gibt. Das Buch ist hochemotional, aber auch schonungslos ehrlich und es zeigt mit vielen, ehrlichen Facetten auf was eine Frau alles verliert wenn ihr Kind nicht mehr bei ihr ist. Das diese bedingungslose Liebe schon im Mutterleib beginnt und schwer zu erklären ist. Ebenso was es bedeutet wenn eine Frau diese bedingungslose Liebe plötzlich verliert und in ein schwarzes Loch fällt. Hilfe gibt es und die sollten Frauen sich auch nehmen. Es ist okay dass man ewig weint, dass man sich nicht aufraffen kann und man sollte auf jeden Fall mehr Verständnis für diese Situation zeigen, als Mitmensch, aber gerade und vor allem als Gesellschaft. Ich empfehle dieses Buch dringend und uneingeschränkt weiter.

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Mariella redet nicht mehr und sie hat ihre Gründe. Doch leider wird das weder von ihren Eltern akzeptiert noch von ihrem gesamten Umfeld. Die Mutter schleppt sie zum Arzt, keiner der Lehrer oder Mitschüler versucht irgendwie mit Mariella Kontakt aufzunehmen. Doch dann trifft Mariella Stan, der auch nicht redet und gemeinsam finden sie einen Weg, Kontakt zu knüpfen. "Ich glaube, wenn ein Mensch so genau hinzuhören versteht, versteht er den Beat, den Grundton unseres Seins. Ich meine die Vollkommenheit, die übrig bleibt, wenn man alle Geräusche und den Lärm um uns herum ausblendet. Man hört nur noch den Atem, vielleicht sogar das regelmässige Auf und Ab des Brustkorbs und das Herz, das tief drinnen anfängt melodisch zu schlagen. Wahrscheinlich ist es dieser nahezu lautlose Grundton, der seine Musik so einzigartig macht." (Seite 57) Stille. Kann ein Mensch damit überhaupt umgehen? Oder sind wir auf die Geräusche, den ständigen Lärmpegel um uns herum, schon süchtig? Ich finde dass dieses Buch sich sehr gekonnt mit der Thematik Stille, aber gerade mit dem Sinn von Worten, Reden und seine oft daher gesagten Sinnlosigkeit ausspricht. Der Schreibstil hat mich komplett begeistert! Denn der Autor hat sich sehr intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt, auch wie er mit den Worten spielt, welche Gedankengänge der zu vielen Worten geht, Verbindungen herstellt, das hat mich absolut fasziniert. Die Kapitel sind knackig gehalten, der Schreibstil nimmt mit und das Gefühl des Lesens ist wow. Mariella redet nicht mehr, von heute auf morgen. Warum auch? Wir begeben uns mit ihr zusammen in die Welt der Schweigsamkeit und wie die Umwelt auf sie reagiert. Erschreckenderweise muss man leider eingestehen, dass dies absolut so stattfinden würde. Ich habe Mariella immer für ihr beharrliches Schweigen bewundert, denn gerade die Klasse macht ihr ordentlich zu schaffen und doch bleibt sie standhaft. Was würden ihre Worte denn bei den Lehrern oder Mitschülern überhaupt ändern? Warum sie schweigt, das wird zum Ende hin mehr als deutlich. Für den einen wird es eher profan sein, ich konnte diesen Schritt auf jeden Fall nachvollziehen und war schockiert über diese laute Wortgewalt, die man gegen Mariella angewendet hat. Stan ist ebenso ruhig, aber hier hat es seinen Grund, den der Leser erfahren wird, was ich nicht spoilern möchte. Ich fand die Versuche der Kontaktaufnahme herzlich, die Wortspiele und Andeutungen oft zum piepen, denn beide haben nun mal ihre Situation, versuchen daraus das Beste zu machen und dies kommt beim Leser auch ungezwungen und ungefiltert an. Gerade Menschen die wenig reden, die die Stille bevorzugen, werden sich in diesem Buch wiederfinden und gerade auch verstanden fühlen. Denn mal ehrlich, wie viele Sätze werden täglich in die Welt geworfen die so nichtaussagend sind, die leere Phrasen enthalten, die gesagt werden damit sie gesagt sind? Mariella findet hier immer wieder Beispiele und Ansätze die dies stark verdeutlichen, die einen selbst sehr stark zum nachdenken anregen und zeigt dass Leute heute eher lästern, motzen und quasseln, aber wenn es auf eine wichtige Aussage ankommt, dann halten sie den Mund und ziehen sich zurück. Sound of Silence, für viele ein Graus, denn nur wer laut ist findet Gehör, kommt weiter. Und wenn es still ist, dann muss sich jeder mit seinen Gedanken und seiner Form auseinandersetzen, das versetzt viele wohl in Panik. Für mich ein Buch, was sich sehr intensiv und gewaltig, mit dieser Thematik Stille und Reden, Worte und ihre Wirkungen auseinandersetzt und welches ich unbedingt empfehlen möchte.

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