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Alle Rezensionen von Nadine Brunstein

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Eine junge achtzehnjährige Frau namens Kalinda wächst ohne Mutter und Vater in einem Art Kloster bei der Heiligen Schwesternschaft auf. An ihrer Seite ist ihre beste Freundin Jaya. Kalinda ist eine außergewöhnliche Frau, denn sie trägt besondere Fähigkeiten in sich. Eines Tages bekommen die jungen Frauen bei der Heiligen Schwesternschaft Besuch von dem Tyrannen Rajah Tarek. Er ist auf der Suche nach seiner hundertsten Ehefrau. Sein Augenmerk fällt auf Kalinda. Sie soll die neue Viraji an der Seite von Rajah Tarek werden. Ebenso gehört zu jeder Ehefrau - die sogenannten Rani - eine Kurtisane. Deshalb stellt man Kalinda Natesa als Kurtisane an ihrer Seite. Natesa und Kalinda sind nicht gerade die besten Freundinnen, aber zum Zweck dieses neuen Lebens halten die beiden jungen Frauen zusammen. Aber, um die hundertste Ehefrau, und somit die Königin des Reiches, muss Kalinda einige Aufgaben - zum Beispiel Turniere gegen andere Frauen des Tyrannen - erfüllen. Rajah Tarek stellt Kalinda den Hauptmann Deven Naik zur Seite, damit dieser ihr Leben schützt. Kalinda will nicht die Hauptfrau von dem Tyrannen Rajah Tarek werden. Stattdessen flammen Gefühle für den Hauptmann Deven auf. Emily R. King ist eine kanadische Kinderbuch Autorin, die mit diesem Auftakt eine Fantasy Dilogie (Zweiteiler) geschrieben hat. Im Mittelpunkt stehen zum einen die jungen Frauen der Heiligen Schwesternschaft - vor allem Kalinda, Jaya und Natesa - und zum anderen der Hofstaat des Tyrannen Rajah Tarek mit seinen bisherigen neunundneunzig Ehefrauen deren jeweiligen Kurtisanen. Rajah Tarek stellt einen boshaften und zur Gewalt neigenden Herrscher dar. Kalinda zeigt sich zunächst schüchtern, naiv und unwissend dar. Doch umso mehr Erfahrungen sie am Hof des Herrschers Tarek sammelt, desto selbstbewusster wird sie. Außerdem lernt sie mehr und mehr ihre Fähigkeiten einzusetzen und ihr Familiengeheimnis kennenzulernen. Als der Hauptmann Deven Naik in ihr Leben tritt, stellt Kalinda fest, was Liebe und Zuneigung bedeutet. Auf der anderen Seite entwickelt sie Hass zu Tarek, weil sein Handeln ihr widerstrebt, und ihre Gefühle mehr für Deven vorhanden sind. Um die Turniere und ihre Fähigkeiten zu bestreiten, müssen Opfer fallen. Sei es naherstehende Personen oder andere Errungenschaften. Die Autorin gelingt es, eine permanente Spannung aufzubauen, dadurch, dass verschiedene Settings, Figuren und Ereignisse sich abwechseln. Vor allem die guten, bösen und schicksalhaften Elemente in dieser Geschichte bringen Spannung und Abwechslung hinein. Man fiebert mit den Figuren, mit den zwischenmenschlichen Gefühlen und erhofft sich für manche Figuren ein gutes Ende, und für andere empfindet man eher Greul. Dieser erste Teil der Dilogie brachte viel Lese Spaß durch die atmosphärische Beschreibung der Figuren, Handlungsorte und Erzählstils. Man ist in hoffnungsvoller Erwartung auf den zweiten Teil der Fantasy Geschichte.

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Mitten in London passiert ein Terroranschlag, bei dem der britische Detective Max Wolfe beinahe ums Leben kam. Aber fünfundvierzig Menschen mussten bei dem Anschlag mitten auf einem Platz sterben. Die beiden Söhne eines syrischen Familienvaters stehen unter Verdacht. Ahmed Khan arbeitet als Migrant schon einige Jahre als Busfahrer in London. Seine beiden Söhne Asad und Adnan sind Ende zwanzig und gelten als Syrienheimkehrer. Man geht davon aus, dass sie von einer terroristischen Gruppe ausgebildet wurden. Max Wolfe, seine Kollegin Edie Wren und weitere Kollegen sind ratlos. Denn weitere Personen im Umkreis des Anschlags ziehen politischen und gesellschaftlichen Profit aus dem Anschlag. Und dann kommt noch hinzu, dass Max Wolfe mindestens einen Gegner in den eigenen polizeilichen Reihen hat. Der britische Autor Tony Parsons setzt mit diesem Krimi seine Reihe mit den Detectives Max Wolfe und Kollegin Edie Wren fort. Beide werden mit einem politisch motivierten Fall betraut, der bis in die engen Kreise der Londoner Polizei hineinragt. Sie müssen nicht nur einen Mordanschlag aufklären, sondern auch andere Personen identifizieren, die aufgrund des Anschlags politischen Äußerungen nach außen kommunizieren. Dabei geraten unterschiedliche Personen in Verdacht. Des Weiteren bekommt Max private Probleme wegen des Sorgenrechts seiner Tochter Scout. Er gerät mit seiner Exfrau in juristische Auseinandersetzungen, die allen drei Beteiligten nicht gut tun. Dennoch gelingt es dem Autor, eine Atmosphäre zu schaffen, dass Max und seine Tochter ein liebevolles Gespann sind - natürlich mit deren Hund Stan. Scout wirkt klug, besonnen und nachsichtig. Max Wolfe kämpft dienstlich und privat gegen Widersacher. Am Ende bleiben Gewinner und Verlierer zurück. Tony Parsons gelang es bei diesem Krimi nah an der Realität zu schreiben. So erzählt der Autor sehr authentisch. Da dieser aktuelle Krimi mein dritter Fall über Max Wolfe und Edie Wren ist, habe ich die Figuren ins Herz geschlossen. Ich möchte diese britische Krimi reihe nicht mehr missen. Die Atomsphäre, die Figuren und Handlungen stimmen aufeinander ab. Man genießt dieses Lesevergnügen voller Spannungen, Emotionen und Überraschungen. Auf weitere Fälle mit Max Wolfe, sein Team und seine kleine Familie bin ich sehr gespannt, und freue mich auf neue Geschichten.

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Die Menschheit veränderte sich in den letzten Jahrhunderten. Es ist das 25. Jahrhundert und der Erdball besteht fast nur noch aus Siedlungen und Städten. Mitten in der Welt von fahrenden Städten sind die jungen Menschen Hester und Tom. In der Vergangenheit erlitt Hester Verletzungen, die ihr Gesicht entstellt haben. Sie macht den Obersten Historiker Thaddeus Valentine dafür verantwortlich. Deshalb begibt sie sich auf die Suche nach ihm in die große Stadt London. Unterwegs trifft sie Tom. Als Hester Valentine umbringen will, kann Tom sie in letzter Minute davon abbringen. Thaddeus Valentine hat eine Tochter namens Katherine. Als Katherine dahinter kommt, was ihr Vater Hesters Mutter angetan hat, will sie ihren Vater stoppen, dass er noch mehr Menschen das Leben raubt. Denn mitten in London besteht Aufruhr, als man dahinter kommt, dass mit Geräten aus einem Sechzig-Minuten-Krieg eine Maschine gebaut wurde, die an einem bestimmten Datum der Londoner Bevölkerung gezeigt werden sollen. Tom und Hester wollen es verhindern, aber zuvor müssen sie gegen Städter, Piraten und Sklavenhändler kämpfen. Philip Reeve schrieb diesen ersten Teil als Auftakt einer Fantasy-Science-Fiction Reihe, die vier Teile umfasst. In diesem Auftakt geht es zunächst um die Welt der Traktionsstädte und die Gegner der Traktionsstädte - sogenannte Antitraktionskämpfer. Die Traktionsstädte bewegen sich fort, so als ob sie Räder wie ein Fahrzeug hätten. Historiker und Ingenieure bauen an der Großstadt London mit alten Maschinen und Ersatzteilen, die sie aus der alten Menschheit gefunden haben. London entwickelt sich zum städtischen Monster, das die kleinen Siedlungen vereinnahmt. Der oberste Historiker Thaddeus Valentine, der Lehrling Tom und Hester Shaw bilden die Hauptfiguren in dieser Tetralogie. Ebenso werden die Nebenfiguren Katherine Valentine und Anna Fang zu bedeutsamen Figuren in der Geschichte. Im Laufe der Erzählung wirkt die Landschaft wüstenartig, trocken und fruchtlos. London und die Siedlungen spiegeln eine Welt aus Maschinen, Metall, Motoren und Technik wider. Philip Reeve gelingt es mit seinem Erzählstil, eine abenteuerliche und spannende Geschichte bis zum Ende zu erzählen. Stellenweise sind die Erzählstränge so rasant und bildhaft erzählt, so dass man das Gefühl bekommt, diese Geschichte auf der Kinoleinwand zu verfolgen. Dieser fantastische Science Fiction Roman gefiel mir als Auftakt sehr gut, und ich kann es kaum erwarten, die nächsten Teile zu sehen. Da der erste Teil bereits verfilmt wurde, werde ich mir den Film nicht entgehen lassen.

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Diese autobiographische Erzählung der Anfang dreißigjährigen Tara Westover öffnet die Türen einer Familienwelt in einer ländlichen Idylle von Idaho in Amerika. Tara ist eines der jüngeren Kinder der Familie. Sie hat noch mehrere Brüder und Schwestern. Das Familienoberhaupt - der Vater - verschließt sich der Welt eines typischen Familienmenschen, indem er weder einer Arbeit in einem Unternehmen oder einer Institution nachgeht, der den zivilen Rechten und Pflichten beiwohnt sowie der restlichen Familie den Zugang zu Bildung und Aktivitäten versagt. Der Vater baut sein Leben und das seiner Familie auf einen Grundstein auf, so dass sie Jahrzehnte als Selbstversorger, Selbstheiler und Selfmade Erzeuger leben. Diese Familie gehört der religiösen Religionsgemeinschaft der Mormonen an. Vater und Mutter leben im tiefen Glauben an Gott und seine Offenbarungen, und lehren diese Lebensphilosophie ihren Kindern. Die Kinder genießen nicht das Privileg, eine öffentliche Schule oder Universität zu besuchen; erst später schaffen es neben Tara und zwei ihrer Brüder, sich weiterbilden zu können, und schließen höhere Bildungsabschlüsse ab. Tara Westover erzählt ihre Lebensgeschichte von ihrem fünften Lebensjahr an. Ihre Kindheit und Jugend ist dadurch geprägt, dass sie zu Hause gemeinsam mit ihren Geschwistern von ihren Eltern unterrichtet wurde. Später half sie mit ihren Brüdern auf dem väterlichen Schrottplatz. Ihre Eltern konnten ihr viel Wissen dadurch beibringen, indem sie das praktische und alltägliche Wissen weitergaben. Bestimmte Bücher durften gelesen, darunter auch die biblische Texte. Bücher und andere soziale Artefakte wie Kleidung, Schminke und Musik galten als das Böse. Diese Dinge sollten nach Ansicht der Eltern den Menschen zu einem bösen Menschen verändern. Tara litt besonders darunter, denn sie war die einzige Tochter, die versuchte, sich neue Bildungsoptionen anzueignen und andere Lebensdinge kennenzulernen. Ihr Leben war zu Hause in Idaho wurde zu einem Spagat zwischen Unterwürfigkeit in der Familie und dem eigenem Durchsetzungsvermögen außerhalb der Familie, später auch bei ihren Eltern. Für Tara waren diese Jahre bis zum Ende ihrer zwanziger Jahre ein Lernprozess. Ein Prozess zur Selbstständigkeit, ihren Selbstwert sowie Selbstbewusstsein zu finden. Diese (Lebens-)Geschichte in dem Buch zeigt auf, wie wichtig es ist, sich nicht manipulieren zu lassen und unterdrückt zu werden, sondern seinen eigenen Weg findet, wenn auch dieser manchmal kleine, manchmal große Steine im Weg liegen hat. Das Leben von Tara ist nicht insoweit nicht bedauernswert wie sie aufgewachsen ist, umso großartiger ist es, was sie aus ihrem Leben gemacht hat. Eine lesenswerte Lektüre, um sein eigenes Leben wertzuschätzen.

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Christine Lenève und Tobias Dom jagen eine Person, die sich der "Kratzer" nennt, weil diese Person weiblichen Opfern Wörter in deren Oberschenkel ritzt. Tobias Dom - mittlerweile von seiner ehemaligen Frau Jasmin geschieden - trägt das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Emma. Als Jasmin zum Opfer des Täters wird und Tochter Emma in Gefahr gerät, muss Tobias Dom handeln. Eigentlich haben sich Tobias, der als Kommissar in Berlin arbeitet, und die Journalistin Christine Lenève beim letzten Fall ziemlich gestritten, so dass sie sich lieber aus den Weg gehen wollen in Zukunft. Tobias als betroffener Angehöriger ist einerseits befangen, und Christine möchte andererseits Tobias helfen, um Emma zu retten. So müssen Christine und Tobias den alten Fall des Kratzers aufrollen. Denn vor gut sieben Jahren konnte der Kratzer Tobias entwischen. Jasmin ist seither das siebte Opfer. Es soll kein achtes Opfer geben. Deshalb müssen Christine und Tobias schnell handeln, um die Absichten des Kratzers zu entschlüsseln. Oliver Ménard erzählt im letzten dritten Band seiner Trilogie mit den beiden Hauptfiguren Christine Lenève und Tobias Dom einen spannenden und psychologischen Abschluss. Zunächst ist zu erwähnen, dass der Täter mehr im Mittelpunkt steht als die Opfer. Jasmin und Emma spielen Randfiguren. Dafür tragen die Bezugspersonen des Täters umso mehr Bedeutung. Denn der Täter war vor gut sieben Jahren psychologisch vorbelastet. Tobias und Christine stellen sich immer wieder die Frage, warum der Täter die Frauen geritzt und ausbluten lassen hat. Was bedeuten die Botschaften, die er hinterlässt. Das Leben des Täters müssen Christine und Tobias von hinten aufrollen, und finden dabei erstaunliche Hinweise. Christine spiegelt eine toughe und emotionale Frau wider. Als Journalistin geht sie professionell vor, als zukünftige Ehefrau wirkt sie eher sensibel und nachdenklich. Tobias stellt eher den besorgten Vater dar, der um das Leben seiner Tochter kämpft. Seine Rolle als Kommissar und Vater verwischt sich diesmal. Oliver Ménard ist es gelungen, das Duo konstant authentisch darzustellen, indem die Charaktere stabil und nachvollziehbar blieben. Ebenso konnte man sich gut in die Umgebungen der Handlungsorte hineinversetzen, wobei man als Leserin nicht unbedingt an jedem dieser Handlungsorte sein möchte wie zum Beispiel ein ehemaliger russischer unterirdischer Bunker mitten im Wald mitten im Winter. Der Abschluss der Trilogie gefiel mir ebenso gut wir die beiden Vorgängerbände "Federspiel" und "Das Hospital". Im letzten Band laufen die Fäden der beiden vorherigen Bücher zusammen. Psychologische Spielchen des Autors und seine Figuren überzeugen, sodass man durchweg spannend unterhalten wird.

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Von drei Frauen in drei unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten in Amerika des 20. Jahrhunderts, als Afroamerikaner noch Bedienstete in den bürgerlichen Familien waren, handelt dieser Roman. Gertrude Pardee lebt mit ihrem Mann Alvin in einer kinderreichen Familie auf dem Land. Sie haben nicht viel Geld, nur harte Arbeit mit Hilfe der Kinder halten sie über Wasser. Annie Coles ist eine bürgerliche Ehefrau eines amerikanischen Industriellen, die für die Bewohner im Umfeld Arbeit bieten. Die beiden haben zwei Söhne, wobei ein Sohn in den Augen des Vaters ein Versager ist. Mutter und Sohn verbünden sich, als sie eine neue Existenz aufbauen wollen. In dieser neuen Aufgabe geht der Sohn regelrecht auf. Oretta Bootles ist eine verheiratete Afroamerikanerin, die seit vielen Jahren bei der Familie Coles arbeitet. Schon ihre Mutter arbeitete bei den Coles. Alle drei Frauen stehen in Verbindung mit einander, vor allem durch Arbeit, aber auch Schicksalsmomente bringen die Frauen zusammen. Gertrude sorgt von einem Augenblick auf den anderen für eine Wendung in ihrem Leben, die sich auf die ganze Familie auswirken wird. Deb Spera beschreibt in ihrem Roman drei unterschiedliche Frauencharaktere, die in Reichtum und minderwertige Armut leben. Oretta stellt eine Figur dar, die die Vermittlerin zwischen Reichtum und Armut ist. Sie kennt beide Seiten als Angestellte in einer Industriellenfamilie, aber auch die Kehrseite der Sklaverei, die ihre Familie erleben musste in der Vergangenheit. Gertrude will nicht länger unter ihrem brutalen Mann leiden, und sorgt dafür, dass er eben nicht mehr der brutale cholerische Ehemann ist. Nicht nur finanziell, sondern auch emotional bricht für Gertrude eine Welt zusammen. Annie plagen Gewissensbisse, wenn sie an die Erziehung ihrer Söhne denkt, aber auch sie ist nicht befreit von Problemen. Trotz konventioneller Unterschiede der drei Frauen, gelingt es der Autorin, eine solidarische Zugehörigkeit zu schaffen, indem die Schicksale die Frauen zusammengebracht haben. Sie helfen sich gegenseitig, weil ihre Männer, bis auf den Ehemann von Oretta, ein dominantes Leben führen, in dem die Frauen zurück stecken müssen. Man erlebt die Frauen beim Lesen sehr nah, weil aus deren jeweiligen Perspektiven erzählt wird. So wirken sie authentischer und lebendiger. Diese Geschichte erzählt einen ernsten Hintergrund aus einer Zeit, die man vor Jahrzehnten in den Südstaaten Amerikas stattgefunden haben könnte. Frauenunterdrückung in reichen und armen Familien, die eine klare Rollenverteilung darstellen. Eine berührende Geschichte über Frauen, die sich durch ihr Leben kämpfen. Mein persönliches Lesehighlight im Herbst 2018.

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Sam Berger arbeitete in der Vergangenheit für die schwedische Polizei. Seit einem Vorfall ist Sam Berger derzeit nicht mehr bei der Polizei. Doch einen neuen Fall erfordern seine Fähigkeiten. Somit beauftragt sein alter Chef August Steen den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Carsten aufzuspüren, der untergetaucht ist. Da die offenen Ermittlungen von Seiten Sams riskant fragwürdig sind, soll er undercover ermitteln. Seine Kollegin Molly Blom liegt im Koma. Plötzlich taucht Molly bei Sam auf, und beide beginnen, Carsten zu finden. Ein entführtes Mädchen spielt ebenso eine Rolle in diesem Fall. Arne Dahl schreibt mit bildhafter, spannender und komplexer Erzählweise. Wenn man aber die Vorgeschichten aus den vorherigen Bänden einer Reihe nicht kennt, dann kann anfangs ein Krimi zäh und langweilig werden. Vor allem dann, wenn man die Hintergründe der Hauptprotagonisten Molly Blom und Sam Berger nicht kennt. Bei diesem dritten Band der Reihe kommt hinzu, dass einigen Figuren auftauchen, die die Übersicht verschwimmen lassen, so dass man selbst einen Stammbaum erstellt, welche Person in irgendeinem Zusammenhang gehören. Dennoch wird dieser Fall komplex und spannend erzählt, weil man als Leserin in komplexe Figurenkonstellationen hineingezogen wird, die wiederum zu Spekulationen und Fragestellungen verleiten lassen. Ab der Mitte der Geschichte nimmt das Erzähltempo zu, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Figur Molly Blom ist ambivalent aufgrund ihrer Vergangenheit und Familiengeschichte. Sam Berger dagegen wirkt einerseits professionell und bodenständig in seiner Arbeit, andererseits emotional und nachdenklich in seiner privaten Rolle. Carsten, der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter stellt eher eine Figur dar, die nichts zu verlieren hat. Eine emotionslose, egoistische und teilweise kriminelle Figur. Der dritte Teil des Ermittlerduos Molly Blom und Sam Berger lässt auf eine Fortsetzung vermuten. Einfacher im Hinblick auf die Figuren Molly und Sam wäre es gewesen, wenn man im Vorfeld die beiden Vorgängerbücher "Sieben minus eins" und "Sechs mal zwei" gelesen hätte. Wenn es eine Fortsetzung geben sollte, kommt aber in den nächsten Band sicherlich gut hinein. Mein Fazit aus diesem Krimi inmitten einer Reihe ist, dass ich mir vorgenommen habe, die beiden Vorgängerbücher noch nachträglich zu lesen, und diesen Band ebenso ein zweites Mal zu lesen.

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Junge Musiker aus Amsterdam in den Niederlanden und aus dem Emsland in Niedersachsen haben sich vor einiger Zeit zu einer Musikgruppe namens "Stereo" gebildet. Die Sängerin der Gruppe Ela von Messingen und ihr Bruder Tom sowie ihr Freund Phil organisieren ihre Auftritte in Deutschland und in den Niederlanden. Allerdings geht es Ela gesundheitlich nicht gut, und von Auftritt zu Auftritt verschlechtert sich ihr Zustand. Mit gerade einmal siebenundzwanzig Jahren leidet Ela unter einer Form von Parkinson. Sie findet Mittel und Wege, um halbwegs die Auftritte mit der Band aufrecht zu erhalten, oftmals so, dass andere Menschen in ihrem Umfeld davon nichts oder kaum etwas mitbekommen. Erst als sie bei Auftritten umfällt, müssen sich Tom, Phil und andere Freunde eingestehen, dass es für Ela auf Dauer zu viel wird. Aber das Gefühl, körperlich an die Grenze zu kommen, stachelt Ela noch mehr an. Aber für welchen Preis? Der Autor Andreas van Hooven beschreibt in seinem Roman eine junge Frau, die für ihre Würde und gegen ihre Krankheit ankämpft. Für Ela ist die Musik ihr Lebenselixier, und ihre Freunde und Familie eine Stütze, die sie manches Mal daran erinnern, auf ihre Gesundheit zu achten. Ela fühlt sich schwach, wenn sie sich von ihrer Krankheit in die Knie gezwungen fühlt, aber dennoch stark, wenn sie ihre Musikauftritte ohne Zusammenbruch bewerkstelligen kann. Dem Autor ist es gelungen, einen Einblick in eine Krankheit zu bekommen, die nicht nur ältere Menschen mehrheitlich in der Regel haben, sondern auch junge Menschen sich dieser Krankheit stellen müssen. Zwischen den Zeilen kann man die Zerbrechlichkeit und den Willen der Protagonistin heraus lesen. Ihr Bruder Tom und ihr Freund Phil wirken manchmal ratlos, vor allem Phil, aber sie richten Ela immer wieder auf, damit sie ihren Beruf als Sängerin ausüben kann. Diese Geschichte erzählt einen ernsten Hintergrund, aber dennoch wurde ich gut unterhalten, und konnte regionale Bezüge nachvollziehen.

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Im Mittelpunkt dieser Jugendromanreihe steht die Tochter des Königs von Morrighan. Arabella Celestine Idris Jezelia - auch Lia genannt - ist eine Prinzessin und die Erste Tochter des Hauses Morrighan. Ihr Vater hat beschlossen, dass sie mit siebzehn Jahren mit einem Prinzen aus einem anderen Hause verheiratet werden soll. Doch der Tag der Vermählung hat Lia anderweitig verplant, nämlich ihre Flucht vor dem Prinzen und der Hochzeit. Mit Pauline verschwindet Lia in die Welt der Dörfer, des Waldes und der einfachen Leute. Die jungen Frauen entscheiden sich für eine Tätigkeit in einer Schänke. Dort treffen eines Tages zwei Männer mit ihrem jeweiligen Geleit auf. Der eine Mann sollte Lias zukünftiger Mann werden, den sie aber zuvor noch nicht gesehen hatte, und der andere Mann ist Soldat und Kopfgeldjäger. Er soll die Königstochter töten. Mary E. Pearson schuf eine Fantasiewelt von Orten, Landschaften und Figuren, die einerseits an ein Märchen, und andererseits an die Elemente von Game of Thrones erinnern. Man könnte auch das Mittelalter hinein interpretieren, weil es ein einfaches Leben der Menschen in dieser Geschichte erzählt. Die Hauptprotagonistin Lia möchte weg von dem Glanz des Könighauses, und möchte lieber wie Johanna von Orleans kämpfen, draußen im Wald und mit ihren Brüdern. Doch auch sie wird von der Realität eingeholt: der Krieg. Die Autorin lässt in der Geschichte Faktoren wie Gerechtigkeit, Arm und Reich, Hierarchie sowie Schmerz und Leid miteinfließen. Diese Faktoren sollen meiner Meinung der jugendlichen Leserschaft aufzeigen, wie ein Leben unter diesen Voraussetzungen sich gestaltet, was der Autorin teilweise gut gelungen ist. Als erwachsene Leserin empfand ich den ersten Teil der Reihe stellenweise langatmig bis langweilig, so dass ich das Buch nicht zeitnah hintereinander weg lesen konnte. Mich überzeugten die spannenden Wendungen und abenteuerlichen Szenen innerhalb der Geschichte, die die Königstochter auf ihrer Reise erlebte. Dieser Jugendroman mit dem Untertitel - Der Kuss der Lüge - ist der Auftakt einer vierteiligen Reihe. Das Abenteuer ist unterhaltsam, und lässt am Ende des ersten Teils die Neugier wecken, wie es dann letztendlich weitergeht.

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Eine Tochter eines stadtbekannten Politikers in der britischen Stadt Manchester ist von Zuhause ausgebrochen, und in die Nachtwelt abgetaucht. Detective Aidan Waits wird höchstpersönlich von seinem Vorgesetzten und vom Vater des Mädchens - David Rossiter - für die Suche nach der Tochter beauftragt. Aidan muss sich nach den ersten Kontakten in die Unterwelt von Prostitution, Drogen und Gewalt begeben, um Isabelle Rossiter zu finden. Eine andere junge Frau, die vor zehn Jahren verschwand, und bis zur heutigen Zeit nicht auffindbar ist, wird parallel zur Schlüsselfigur. Um hinter die Verkettungen von der Organisation des Dealers Zain Carver und seinen Gegnern - den sogenannten Burnsiders - zu kommen, muss Aidan Waits sich undercover in deren Kreise einschleusen. Junge minderjährige Mädchen werden benutzt, um Macht und Rache zwischen den Organisationen auszuspielen. Waits muss herausfinden, warum Isabelle vor ihrem Vater und der Mutter untergetaucht ist. Joseph Knox schrieb mit diesem Thriller sein Debüt, das in England positive bis sehr positive Kritiken erhalten hat. Für mein Verständnis habe ich in der Vergangenheit bessere und herausragende Thriller gelesen. Dass der Thriller in England so gut angekommen ist, kann daran liegen, dass er in der englischen (Original-)Sprache besser liest als in der übersetzten Form. In der Geschichte überzeugen die jeweiligen Figuren wie Aidan Waits, David Rossiter, die jungen Frauen, die sich der Prostitution hingeben sowie die Drogen Dealer, egal, ob sie auf der bösen oder guten Seite stehen. Allerdings überzeugt der Erzählstil nicht kontinuierlich, wenn die Spannung zwischen den Figuren und den Szenenwechseln zu lasch oder gar ganz wegfällt. Stellenweise tritt eine Erzählroutine ein, die sich zu sehr mit belanglosen Beschreibungen aufhält. Die Atmosphäre der Tag- und besonders der Nachtwelt wirkt authentisch. Der Hauptprotagonist Aidan Waits stellt einen Einzelkämpfer dar - jung und auf seine unkonventionellen Methoden konzentriert - hat einen Gleichberechtigungssinn, was die Frauen in der Geschichte angeht. Auch Gefühle kann er zulassen. Er agiert teilweise zwischen Legalität und Illegalität, was ihn als Detective haarscharf den Job kosten kann. Meiner Meinung nach ist der Thriller gut, aber es wäre noch Luft nach oben in Bezug auf kontinuierliche Spannungsbögen und Erzählstil. Zwischendurch liest sich der Thriller monoton und langweilig, wodurch die Spannung verloren geht. Wenn Joseph Knox das Tempo gleich am Anfang begonnen hätte, das er im letzten Viertel der Geschichte aufgebaut hat, dann könnte der Thriller durchweg eine positive Meinung bekommen. Nichts desto trotz kann der nächste Thriller des Autors besser werden, wenn er sich der kritischen Meinung annimmt. Ich finde, ein Autor hat eine zweite Chance verdient, wenn beim ersten Buch noch nicht alle Meinungen durchweg positiv verlauten.

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