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Alle Rezensionen von Nick Coll

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Ulf Schiewe gehört in Deutschland zu den ganz Großen im Bereich der Historischen Romane. Mit seinem neuen Werk "Der Attentäter" (2019) legt er wieder ein prächtiges Buch vor, das mit Detailfülle glänzt und dessen Figuren einen sofort mitfiebern lassen. Der vorliegende Band, eigentlich ein historischer Triller über das Attentat in Sarajevo, beweist, dass Geschichte unterhaltsam, spannend und sogar lehrreich erzählt werden kann, wenn diese gut recherchiert und mit wenigen fiktiven Elementen ausgestattet ist. Erzählt wird aus der Perspektive des erzherzogliches Ehepaares, das sich nach Sarajevo begibt; aus der Perspektive der Attentäter - von ihrer Vorbereitung bis zur Durchführung des Blutaktes; schließlich auch aus der Sicht eines fiktiven Geheimdienstoffiziers, welcher der Sache auf die Spur kommt und mit allen Kräften versucht, die Katastrophe zu verhindern. Zu jedem Kapitel sind die Ausschnitte aus der Wiener- und internationalen Presse vorgelegt, so dass der Leser hier mit dem Geschehen in der Welt und in der k. u. k. Monarchie im Laufschritt mithalten kann. Vor unseren Augen entspinnt sich während einer Woche vor der Gräueltat ein spektakuläres Gefüge, das in seiner Komplexität ordentlich zum Mitfiebern einlädt. Wer die Auflösung kennt, - und das soll heutzutage jeder, - den wird das blutige Ende von Franz Ferdinand und seiner Gemahlin Sophie von Hohenberg natürlich nicht schocken können. Vielleicht gerade diese Kenntnis lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers auf die Details zu achten, weil hier vor allem der Weg das Ziel ist, und der ist nicht bloß dank den unfassbaren Zufällen in die Katastrophe gesteuert, sondern auch ganz schön stilsicher in einen Roman eingearbeitet worden. Ulf Schiewe schürt Emotionen und weist gerade dadurch, dass er das Pulverfass Europas - so war und ist der Balkan bis heute - gekonnt in Worte fassen kann. Geschickt lässt er die Geschichte erzählen und zieht dabei das Tempo an, sodass in der hohen Informationsdichte der Zugang zu den Figuren nicht verlorengeht. In vielen Szenen im Buch verdeutlicht der Autor, dass die Jungs, die bald Attentäter werden, nur verblendete Fanatiker sind, die für eine Illusion kämpfen. Emotional fesselnd sind der Thronfolger mit seiner Frau beschrieben. Durch ihr Verhalten, ihre Gedanken und Gespräche konnte ich mir ein gutes Bild vom Thronfolgepaar machen. Mit jedem Satz bzw. Tag tat mir diese lebendige, den Widerständen des Wiener Hofs trotzende Sopherl einfach leid. Ich wollte ihr eine Hand reichen und sagen, es wird alles gut. Doch wird es das? Kann es das? Der Autor besitzt einen sagenhaft bildhaften und lebendigen Schreibstil. Schon nach wenigen Seiten wurden mir die Charaktere vertrauter und interessanter geworden. Des Weiteren gefällt mir an "Der Attentäter" besonders gut das gezeichnete Bild eines Landes, das bunt, lebendig, unruhig und vielfältig ist, das gerade aber an dieser Vielfältigkeit zu zerbrechen droht. Zudem schafft der Autor es immer wieder, dass man klüger und mit neuen Informationen aus seinen Romanen herausgeht. Ulf Schiewe hält sich recht gut an die historischen Fakten und Ereignissen. Sicherlich gibt er sich auch die schriftstellerische Freiheit, seine eigene Interpretation einzubauen, - darüber wird im Nachwort berichtet, - aber das macht er gut durchdacht, sodass die Geschichte unterhaltsam und spannend erzählt bleibt. Insgesamt kann ich den Roman absolut positiv bewerten und verdiente 5 Sterne vergeben.

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Nirgendwo baumelt die Seele luftiger, nirgendwo empört sie sich mehr oder leidet stiller als beim Lesen eines Romans. Und nirgendwo lassen sich das Erzählungstalent und der Einfallsreichtum leichter aufsaugen als bei einem gut gelungenen Buch. Mac P. Lorne als erfolgreicher Autor, den Histo-Fans wohl durch seine 5-teilige Robin-Hood-Reihe bekannt, bietet uns mit seinem neuen Werk "Der Herzog von Aquitanien" eine solch genussvolle Gelegenheit. Wenn Ihnen also wieder irgendein Schlaumeier vom Tod des historischen Genres schwadroniert, geben Sie ihm eins von den Büchern dieses Schriftstellers. Mac P. Lorne hat mit seinem brandneuen Roman ein beeindruckendes Werk über ein kaum bekanntes Kapitel europäischer Geschichte erschaffen und Aquitanien als Handlungsgebiet des Romans gesetzt. Die große und überzeugende Kraft des Romans ist die Stimmung, die uns einfängt und nicht wieder loslässt aus einer Zeit voller Geschichten, die der Autor mit vielen Schmankerln erzählt, dramatisch und bewegend zugleich. Es ist mal wieder überraschend, mit welcher Leichtigkeit und Stilsicherheit uns Mac P. Lorne trotz einer Geschichte voller Abenteuer, Gewalt und Verrat in träumerischer Stimmung des Mittelalters schwelgen lässt. Der Leser begleitet verschiedene Protagonisten auf eine Reise von Asien nach Byzanz, verteidigt mit dem Griechischen Feuer Konstantinopel, steckt in einer Schlucht voller Mauren in Asturien, belagert Toulouse und erlebt schon einiges in Damaskus. Noch dazu lernt man zig schwer aussprechende Namen und ein paar neue Buchstaben, die dem lateinischen ABC fremd sind. Tut es der Geschichte einen Abbruch?! Keineswegs! Doch nicht nur die Abenteuer und Reisen spielen im Roman eine tragende Rolle. Gelungene Figuren mit Tiefgang, interessant aus mehreren Perspektiven geschildert, hat Mac P. Lorne realitätsnah und vielseitig aufleben lassen. Nicht ohne Humor werden die Grundsätze des maurischen bzw. islamischen sowie christlichen Glaubens und der aufgehenden Ritterkultur erzählt. Sprühende Dialoge, intelligent und temporeich serviert, beleben die Geschichte immens. Auf, auf in den Steigbügel!.. "Der Herzog von Aquitanien" hat mich als Leser absolut überzeugt. Dieser Roman bietet eine fabelhafte Unterhaltung voller Tempo und Spannung, sowie das eindrucksvolle Hintergrundwissen und kann durchaus auch Männerherzen erobern. Gern empfehle ich dieses perfekte Gesamtpaket für eine schöne Lesezeit weiter.

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Marie Lacrosse / Marita Spang gehört zu dieser der Gehetztheit des Alltags widerstehenden Art von Schriftstellern, die ihre Geschichten mit dem Tempo und der Ruhe schildern, die ihnen zusteht. Eine Erzählerin, die die schmerz-, aber auch hoffnungsvollen Lebensfäden seiner Protagonisten der Trilogie "Das Weingut" nicht viel zu schnell verknotet, sondern auch über mehrere Bände frei wehen lässt. Und nach über 2000 Seiten (Gesamtlänge) wischt man sich ein Tränchen aus dem Augenwinkel, nicht nur aus Rührung und Empathie zu den einzelnen Personen, sondern weil es schon das Ende ist¿ Durch die Hauptprotagonistin Irene erfährt der Leser im dritten Band sehr zeitnah die Lebensbedingungen einfacher Leute in der Pfalz und Wien. Die junge Ehefrau mit einem guten Herzen, aber auch mit nicht unbedingt leichter Vergangenheit, beginnt sich für die Rechte der Arbeiterfrauen einzusetzen; ihr loyaler Ehemann hingegen geht in die Politik und kämpft für mehr Rechte für Elsass-Lothringen. Beide versuchen den gemeinsamen Weg zu gehen (was schnell scheitert) und stehen kurz vor dem Zusammenbruch der Ehe. Die Wellen versucht nicht zu selten Pauline zu glätten, aber die Tage des Schicksals sind gekommen... Die Spannung erwächst daraus, ob, und wenn ja wie, es der ganzen Weingutfamilie Gerban gelingt, das greifbare Glück festzuhalten. Dass Irene und der im Krieg verletzte Franz in manchen Momenten ihre Ecken und Kanten zeigen, kann dem Roman kaum schaden. Wie bekommt solch eine dramatische Geschichte schließlich das Happy End? Natürlich auf spannende Art und Weise und mit den zahlreichen unerwarteten Schicksalsschlägen. Ein paar fiese Personen, die schon im ersten und zweiten Band das Leben auf dem Weingut schwer machten, bleiben im Schlussband uns nicht erspart und tun ihr böses Werk weiter, verkomplizieren viele Situationen, so dass man manchmal schmunzeln oder gar leise schimpfen muss. Die im Buch gesetzten Figuren werden mit psychologischer Präzision gut beschrieben, die Konflikte dürfen reichlich Déjà-vus bei den Lesern auslösen. Die historischen Fakten und Personen, beispielsweise Schneegans und Guillaume-Schack, sind ganz gut mit den fiktiven verwoben. So lernt man nach und nach verschiedene, sehr unterschiedliche Menschen kennen, die leiden und lachen und¿ selbstverständlich langsam ans Herz wachsen. Realistisch und schonungslos werden die Sorgen und gesundheitliche Probleme der einfachen Leute gezeigt, und im nächsten Moment sitzt der Leser schon bei einer Soiree in einer reichen Villa, wo es keinen Elend und Hunger gibt. Durch die Nähe zur Realität und akribische Recherchen, mit der die Autorin ihre Romane schreibt, bleibt dem Leser nichts anderes übrig, als auf eine Reise der Extreme, der Höhen und Tiefen des Schicksals und der Emotionen, zu gehen. Und immer wieder was neues lernen. Der Unterhaltungswert der Trilogie ist immens groß. Marie Lacrosse hat mit ihrem letzten Band der Trilogie wieder einmal gezeigt, dass sie mitreißende Geschichten schreibt und die Leser dadurch in ihren Bann zieht. Die gesamte Schreibweise hat mich von der ersten Seite an begeistert. Die Autorin hat eine besondere Art Geschichten zu erzählen. Sie stellt einen gewissen Anspruch an die Leserschaft und genau das gefällt mir an ihr. Das Buch hat ein sehr schönes und qualitativ hochwertiges Cover, welches ganz gut sowohl farblich, als auch formatmäßig zu den vorherigen zwei Teilen passt. Zwei Karten und ein Personenregister zu Beginn der Geschichte verschaffen einen guten Überblick. Die empfohlene Literatur und ein hilfreicher Glossar runden das Bild ab, Wahrheit und Dichtung wird im Nachwort geliefert. Alles, was ein guter historischer Roman noch zu dem fesselnden Sujet braucht (: Mit einem traurigen Auge muss ich nun von dieser spannenden Trilogie Abschied nehmen, von der fulminanten Reihe, die mir große Unterhaltung geboten hat, und zugleich mich freuen, weil Marie Lacrosse gerade beim Schreiben ihres nächsten Romans ist. Von dieser Autorin kann man nur Gutes erwarten. Weiter so!

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Die wunderschöne und gelungene Fortsetzung der Schokoladen-Saga von Maria Nikolai. Im Band 2 treffen wir die Familie Rothmann sowie einige Protagonisten, die wir aus dem ersten Band nicht kannten, denn es sind gute 20 Jahre seitdem vergangen. Auf gefühlvolle und amüsante Weise nimmt der Leser Anteil am Leben von Viktors Schwester Serafina, die nach Stuttgart zieht und ein dunkles Geheimnis mit sich bringt, und von den Zwillingen Karl und Anton. Es wäre kein echter Schmöker, wenn nicht auch noch kleine Komplikationen auftreten würden, die gekonnt in Szene gesetzt sind. Marias Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Sie schildert die Ereignisse mit viel Gefühl und schafft es, dass man sich problemlos die Charaktere und die Goldenen Jahre in Stuttgart und Berlin vorstellen kann. Somit zieht sie den Leser mit ihrer Geschichte in den Bann und hat es geschafft, dass man beim Lesen die Welt um sich herum komplett vergisst. Eine wundervolle Geschichte, die von der Autorin spannend und liebevoll erzählt wird. Einfach tolle Unterhaltung!

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In ihrem zweiten Roman "Raureifzeit" entführt uns Cornelia Briend ins Frühmittelalter. Wir erleben eine Reise des jungen Ivar und zwei seiner Gefährten von Normandie nach Irland. Sie müssen die berühmten Ulfberht-Schwerter schmuggeln und geraten in eine prekäre Lage. Die Reise verläuft beinahe katastrophal. Inzwischen kämpfen auf der Insel viele Stammesfürsten und Regionalkönige gegeneinander um die Vorherrschaft. In diese Turbulenzen wird auch Ceara (Ivars Ziehschwester) nolens volens hineingezogen. Alles, was sich zu dieser historischen Epoche zugetragen hat, wird anschaulich, erlebbar und greifbar geschildert und dem Leser erklärt und thematisiert. Das Tempo der Geschichte steigt an. Die Dramatik nimmt ab der Mitte stark zu, so dass der Leser die Protagonisten begleiten kann und nicht aus dem Auge verliert, um was es eigentlich geht. Hier muss ich erwähnen, dass der Einstieg persönlich für mich eher einer Herausforderung glich: mit den irischen Namen und den Clans, die gleich zu Anfang eine Rolle spielen, musste ich mich sehr lange durch die ersten Kapitel durchkämpfen. Auch dass ich den vorherigen Band "Brombeerblut" nicht gelesen habe, trug dazu bei. Der Schreibstil gefällt mir ausnahmslos gut. Jeder, der historische Romane liest, weiß, es könnte durchaus schnell trocken werden. Die Autorin vermischt wahre Fakten (im Nachwort erklärt), kulturelle Themen, Traditionen, politische Intrigen, grausame Erzählungen von Strafen und Schlachten. Der Roman wirkt sehr ausgefeilt und ausgereift. Der Autorin gelingt es die Handlung sehr konzentriert zu schildern und die einzelnen Figuren eine eigene Entwicklung durchleben zu lassen. Bei mir hat sich sehr schnell ein Lieblingsprotagonist herauskristallisiert: es war Ivar mit seinen Stärken und seinen Schwächen (also kein Superheld, so was mag ich gar nicht). Auch zu den anderen Nebenfiguren spürt der Leser Sympathie oder ebenso Enttäuschungen und Schmerzen. Am Ende habe ich das Buch zugeklappt und habe mir gedacht: ich will meine neuen Freunde noch nicht verlassen. Bitte lasst mich noch ewig weiterlesen. Ich glaube, dass ist das größte Kompliment für einen Autor. Der Roman besteht aus mehreren Handlungsfäden, die zuerst parallel, danach zusammen herlaufen. Jedes Kapitel ist mit dem Titel (meines Erachtens eher nichtssagend) und dem aktuellen Handlungsort versehen. Die Fortsetzung wird es wohl nicht geben, da die Geschichte komplett abgeschlossen ist. Wer Historische Romane mag, die einen Einblick ins Leben im Frühmittelalter zeigen, dem sei dieser Roman ans Herz gelegt. "Raureifzeit" ist ein vielschichtiger und fesselnder Roman, der die realen Verhältnisse der damaligen Zeit sehr lebendig wiedergibt und viele Personen einbindet, die es wirklich gegeben hat, und kann gut unterhalten. In der Summe verdient der Roman 4,5 von 5 Sternen.

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Das Buch der Spiegelbestsellerin Marie Lacrosse »Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben« knüpft direkt an den erfolgreichen Auftakt der Elsass-Saga »Das Weingut. In stürmischen Zeiten« an und lässt den Leser sofort am Geschehen teilhaben. Da es sich um die Fortsetzung handelt, empfiehlt sich mit dem ersten Band zu beginnen. Trotzdem macht sich die Autorin Mühe die Leser kurz daran zu erinnern, welche Ereignisse wir bereits im ersten Teil miterlebt haben (Pluspunkt jeder Fortsetzung!). Nach und nach streut Marie Lacrosse gekonnt Wendungen ein, die nicht immer vorhersehbar sind, und erzählt den Lesern eine weitere turbulente Geschichte. Der Plot resultiert aus den verschiedenen Erzählperspektiven: Franz, Mutter Pauline und Irene. Auch die Rückblenden tragen dazu bei, die Spannung aufrechtzuerhalten. Ich habe schon einige Romane der Autorin mit großer Begeisterung gelesen und wurde auch von diesem Exemplar nicht enttäuscht. Mit »Dem Weingut« erlebt man erzählerisches Geschick und grandioses Erzählungstalent der Schriftstellerin von der ersten Seite an! Sprachlich wortgewandt wird nicht nur über die Schicksale von Irene und Franz berichtet, sondern auch gezeigt, welche unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken des XIX. Jahrhunderts geherrscht haben, außerdem spielt die erste Arbeiterbewegung im Elsass eine gewisse Rolle. Die Autorin beschert ihren Lesern wahrhafte Sinnbilder einer psychiatrischen Irrenanstalt, wo Pauline Gerban untergebracht ist. Marie Lacrosse nimmt kein Blatt vor den Mund und scheut sich nicht, die Schicksale (und Unfälle) der Weißnäherei- und Tuchfabrikarbeiterinnen zu Papier zu bringen. Insgesamt sind die Charaktere des Romans gut gezeichnet und ihre Handlungen nachvollziehbar dargestellt. Gerade durch den Perspektivenwechsel kommt man den einzelnen Protagonisten deutlich näher als das sonst der Fall wäre. Wenn man sich mit denen anfreunden, sie intensiv erleben und begleiten kann, dann ist ein Roman gelungen und sorgt für wunderbare Leseerlebnisse. Die Kapitellängen und die Strukturierung finde ich sehr gut gelungen: man kann auch gerne mal das Lesen unterbrechen, obwohl das schon nicht leicht ist - man will einfach erfahren, wie es weiter geht und was sich als nächstes abspielt. Eindeutig Pluspunkt! Der Schreibstil des Buches ist sehr angenehm, bildhaft und anspruchsvoll, wodurch allein es schon wahnsinnig Spaß macht zu lesen. Ein weiteres Merkmal ist das weitreichende Spektrum an Wissen, was uns hier nahegebracht wird, ob es um die Nachkriegszeit, komplizierte Situation mit der Staatsbürgerschaft im Elsass, den Weinbau, die Psychotherapie etc. geht - dort mal ein Fakt, hier mal eine Alltagssituation, ein frecher Dialog, eine Rückblende. So viele Themen schneidet Marie Lacrosse an, dass man sie gar nicht alle aufzählen kann, aber trotzdem wirkt das Buch nie oberflächlich. Alles in allem eine sehr gelungene Umsetzung in einem historischen Roman. Das Cover dieses Paperbacks ist stimmig gewählt und passt wundervoll zum 1. Band. Das Gutshaus, die Weinberge und sanfte Hügel - eine gelungene Inspiration zum Inhalt der Geschichte. Ein Personenregister zu Beginn der Geschichte verschafft einen guten Überblick; ein Nachwort, in welchem mehr über Wahrheit und Fiktion erklärt wird, empfohlene Literatur und ein hilfreicher Glossar runden das Bild ab. Eine Karte wäre meines Erachtens sehr hilfreich, um sich schneller zwischen den Orten zu orientieren. Obschon die Geschichte einen stimmigen Abschluss hat, findet der Leser am Ende des Buches eine Leseprobe für den 3. Band (erscheint im Herbst 2019). Ich liebe es, wenn die Bücher einen so gefangen nehmen, dass man nach Luft schnappen muss, dass man mitleidet und mitheult und kaum die Fortsetzung erwarten kann. Wer das will, ist bei Marie Lacrosse absolut richtig. Ich vergebe gerne hierfür eine absolute Leseempfehlung und bewerte das wundervolle Buch mit der Höchstpunktzahl! Für jeden Historie-Fan ein richtig spektakuläres Leseerlebnis!!!

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«Morgenröte» ist der dritte Band der Gut Greifenau Trilogie von Hanna Caspian. In diesem Teil wird die Geschichte von 1918 bis 1919 erzählt. Wir erleben das Kriegsende und damit verbundene wirtschaftliche Schwierigkeiten sowohl auf dem Gut als auch im Lande mit, treffen und verlieren alte Bekannte, fiebern mit den Personen mit - mit manchen mehr, mit manchen weniger - und staunen über eine unerwartete Entwicklung der Protagonisten. Eine Überraschung nach der anderen bekommt man schon auf den ersten Seiten des Romans meisterhaft von der Autorin serviert, es ist kaum möglich das Buch aus der Hand zu lassen. Hierbei möchte ich anmerken, dass es sehr ratsam ist, die früher erschienenen Bände gelesen zu haben, um in die Geschichte mit den bestimmten Hintergrundkenntnissen reinzukommen. Wie es schon bei den beiden vorherigen Büchern der Fall war, wird im letzten Band eine spannende und tolle fiktive Geschichte gut mit historischen Fakten verknüpft. Wie erlebt der Adel den Zarenmord im fernen Russland? Welche Auswirkung wird es auf die deutsche Monarchie haben? Und was passiert danach in den entferntesten Ecken des Kaiserreiches z.B. auf einem Gut? Nicht nur im Land geschieht viel (Untergang des Kaisers und des Adels, Aufstände, Hunger und Epidemien, Abschaffung der Gesindeordnung), sondern auch der Grafenfamilie von Auwitz-Aarhayn stehen schwere Zeiten bevor. Mehr möchte ich an der Stelle nicht verraten. Vielleicht verrät ihnen der gut bedachte Titel mehr? :) Auch diesmal hat Hanna Caspian mit Spannung und guter Unterhaltung beim Schreiben nicht gegeizt. Es ist ihr gut gelungen, die Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen und die komplizierte Geschichte des Ersten Weltkrieges mit der Entwicklung der Gutsbesitzer fesselnd miteinander zu verweben. Man spürt das Flair vergangener Zeiten, trotzdem lässt sich das Buch sehr flüssig lesen und bleibt leicht verständlich. Ein rundum gelungener Abschlussband mit einem schönen und stimmigen Ende, welches jedoch einen Spielraum für eigene Spekulationen bietet, sodass der Fantasie des Lesers überlassen wird, wie es mit manchen Figuren und Ereignissen weitergehen könnte. Mit einem traurigen Auge muss ich nun von dieser spannenden Trilogie Abschied nehmen, von der fulminanten Reihe, die mir große Unterhaltung geboten hat. Eine Zeit und eine fesselnde Geschichte zugleich, die zu Ende gehen, die man aber sicherlich irgendwann nochmals zur Hand nehmen wird. Von mir erhält dieses Buch glatte 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Ich muss die Wahrheit gestehen, zu dem Buch "Ein General und Schandmaul" bin ich eher zufällig gekommen. Nach einer Stunde lesen war ich ziemlich plötzlich und ohne langes Vorgeplänkel in die Geschichte hinein gezogen. Es ist eher der guten Mischung aus der sprachlichen Leichtigkeit und der Tiefgründigkeit geschuldet, die hinter den einzelnen Figuren und ihren Handlungen steckt (: Es fiel mir wirklich sehr schwer das Buch aus der Hand zu lassen, da der Schreibstil mich stark an die Seiten band und zudem die Länge der Kapitel so angenehm gewählt ist, wo immer wieder neue Protagonisten erscheinen, dass man mit Infos nicht überhäuft wird. Es ist die Atmosphäre Frankreichs und die erzählte Geschichte, welcher ich früher, da muss man die Wahrheit gestehen, nie das richtige Interesse beigemessen habe, und die mich gleich eingenommen haben. Josefa vom Jaaga versteht es meisterhaft, Bilder aus der längst vergangenen Epoche im Kopf zu erzeugen. Die Autorin hat gründlich und sehr viel recherchiert, um die Lebensgeschichten der real existierenden Personen in Napoleons Kreis zu einem spannenden Porträt dieser Zeit zu verweben. Gut finde ich auch eine Prise Humor, die immer wieder lässig hineingewürzt wird. Gefühlt wirkt keine Szene des Romans unglaubwürdig oder aufgesetzt, dass immer beim Lesen das Gefühl entsteht: ja, so könnte es tatsächlich gewesen sein. Besonders hervorheben möchte ich hier die Soi­rée bei Familie Bonaparte, wo man so viel familiäres und privates kennenlernt, wie bei keinem Schulbuch oder Geschichtsunterricht­. Mit diesem Roman liefert die mutige Autorin Josefa vom Jaaga nicht nur den Lesestoff über die Zeit kurz nach der französischen Revolution, sondern beschert dem Genre endlich mal wieder ein richtig gutes Werk, was man leider nur alle paar Monate oder Jahre in die Finger bekommt. Für jeden Histo-Fan endlich mal wieder ein spektakuläres Leseerlebnis, vor allem weil das Buch demnächst in einer Printform auf dem Markt erscheint. Ich freue mich, dass es von der Autorin weitere Titel gibt, denn sie hat mir mit ihrem Roman große Lesefreude beschert. An dieser Stelle kann ich nur die vollen 5 Punkte vergeben und das Buch wärmstens empfehlen.

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Nun ist es so weit. Die Leser dürfen sich über den zweiten Teil der Greifenau-Trilogie richtig freuen. Da der erste Roman sehr viele offene Fragen gelassen hat und an dem spannendsten Moment endete, konnte man gleich erwarten, dass dieses zweite Buch ebenso fesselt wie sein Vorgänger. Beinahe nach den ersten Worten wird man direkt in das Geschehen hinein geschleudert sozusagen in den Wirrwarr der Kriegsjahre am ruhigen Gutshof in Hinterpommern. Die Handlung des Buches konzentriert sich auf die Jahre des Ersten Weltkrieges und seine Auswirkung auf einfache Leute sowie auf die gehobene Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht wieder die kaisertreue Grafenfamilie von Auwitz-Aarhayn, sowie das Personal des Gutes. Nicht nur zwei Grafensöhne müssen an die Front, sondern auch manche Bedienstete. Das hochverschuldetet Gut ist nur durch die Heirat mit dem Kaiserneffen Ludwig von Preußen zu retten. Das Leben der Menschen verändert sich rasant. Nichts ist mehr sicher. Der Krieg ist im Lande Manche Geheimnisse werden teilweise gelüftet, dennoch entstehen neue Spannungsspitzen. Gegen Ende gibt es nun dann wieder eine ultraspannende Szene und zig offene Fragen, wie alle Handlungsstränge letztendlich zusammenlaufen werden. Die ambitionierte und sympathische Autorin Hanna Caspian hat einen farbenprächtigen und packenden Roman geschrieben, den sie mit gekonnten und bildhaften Darstellungen, tiefen Emotionen aus Gefühl, Mitleid, Entsetzen und Staunen, sowie mit den unerwarteten Wendungen den Lesern der historischen Romane wiedergibt. Das damalige Leben in der unruhiger Zeit und die Atmosphäre hat sie sehr schön und lebhaft rübergebracht. Auch die Wortwahl der Protagonisten ist der Zeit angepasst. Dadurch hatte ich beim Lesen das Gefühl, tatsächlich 100 Jahre in die Vergangenheit gereist zu sein. Was wieder sehr imponiert, ist die Verwicklung der fiktiven Geschichte mit echten historischen Fakten (z.B. der Einfluss Preußens auf die Oktoberrevolution oder die Reise Lenins im plombierten Waggon). Hier merkt man die intensive Recherche! Die Charaktere werden wieder lebendig geschildert. Ich mag eine solche Mischung aus der sprachlichen Leichtigkeit und der Tiefgründigkeit, die hinter den einzelnen Figuren und ihren Handlungen steckt. Man leidet förmlich mit vielen Protagonisten und mag manchmal kaum glauben, wie unfair das Leben sein kann. Dadurch wird man beim Lesen nicht nur zum Mitfiebern, sondern auch zum Nachdenken angeregt. Das Besondere für mich war, dass ich über diesen Roman wieder in einer Leserunde diskutieren durfte und allerhand Hintergrundinformationen und historische Details erfahren habe, die für mehr Verständnis sorgten. Ich kann an dem Buch, wie schon beim Vorgänger, kaum was Negatives finden - es war für mich einfach eine tolle Lektüre. Mich hat diese Fortsetzung sogar noch mehr gefesselt als der erste Band. Und so warte ich nun sehnsüchtig auf den dritten Band "Gut Greifenau - Morgenröte" (erscheint am 01.03.2019 als Taschenbuch bei Knaur). An dieser Stelle kann ich nur die vollen 5 Punkte vergeben und eine klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen, aber bitte unbedingt der Reihe nach lesen

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Auch in diesem Jahr hat mich die Autorin Marita Spang mit ihrem neuen historischen Roman "Die Rose des Herzogs" wieder fasziniert. Eine wirklich herausragende Geschichte, die den Leser für einige Zeit in die Vergangenheit eintauchen lässt. In diesem Roman greift die Autorin eine Geschichte zur Zeit der Französischen Revolution auf, die mir bis dahin leider völlig unbekannt war. Die Nichte vom berühmten "Kardinal Collier" Charlotte de Rohan-Rochefort flüchtet mitsamt Familie ins Exil nach Ettenheim. Dort trifft sie den jungen Herzog von Enghien, einen der vielen Adeligen, die in der Emigrantenarmee für die Ideale der Royalisten kämpfen. Trotz trauriger Ereignisse im Vaterland erlaubt sich Charlotte den Herzog zu lieben, obwohl das Glück beiden nie hold wird. Viele bittere Stunden der Trennung und familiäre Hindernisse stehen dem Paar im Wege. Auch viele andere Figuren spielen in dieser Geschichte eine mehr oder weniger große Rolle und in vielen Fällen gelingt es der Autorin ziemlich gut und sehr sachlich, auch die Personen, die nur kurze Auftritte haben, anschaulich zu charakterisieren. Der größte Fokus des Buches liegt natürlich auf Charlotte, doch auch einige Nebenfiguren, beispielsweise ihr Großonkel Rohan oder Prinz von Conde, sind recht interessant. Hiermit ist unter anderem die hässliche Dogge Mohiloff zu erwähnen, die den Herzog treu bis zum Ende begleitet hatte. Ich möchte eigentlich gar nicht zu viel zum Inhalt verraten, denn die Geschichte von Charlotte und Enghien lebt davon, dass wir Leser uns ein eigenes Bild verschaffen. Der Schreibstil des Buches ist auf jeden Fall sehr angenehm, bildhaft und anspruchsvoll, wodurch allein es schon wahnsinnig Spaß macht zu lesen. Die Länge der Kapitel ist so angenehm gewählt und mit Datum versehen, dass man mit Infos oder Personen nicht überhäuft wird. Die Entwicklung der Geschichte (ab und zu geht es um mehrere Jahrzehnte zurück) wird konzentriert dargestellt, dramatische und wichtige Ereignisse wiederum sind mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Fakten, Sitten und Gepflogenheiten werden zu einem spannenden Porträt dieser unruhigen Zeit verwoben. Marita Spang zeichnet sich durch ihre grandiose und einmalige Sprachgewandtheit aus. Als eine wahre Meisterin des geschriebene Wortes, sticht sie für mich in vielerlei Hinsicht stark heraus. Ich habe schon sehr viele historische Romane (gute und auch weniger gute) hinter mir, aber hier geht es einmal wieder um einen ganz anderen Maßstab! Das Cover passt ganz gut zu den anderen Büchern von Marita Spang, sodass bei den Lesern im Bücherregal keine Disharmonie entsteht. Zwei Karten und ein Personenregister zu Beginn der Geschichte verschaffen einen guten Überblick. Eine Zeittabelle, empfohlene Literatur und ein hilfreicher Glossar runden das Bild ab. Nach dem Ende der eigentlichen Geschichte voller Liebe und Traurigkeit gibt die Autorin in einem ausführlichen Nachwort einen Einblick in die historischen Hintergründe des Romans und liefert weitere Infos, die fundierte Recherche belegen. Mit solchem Bonus punktet jeder historischen Roman. "Die Rose des Herzogs" ist für mich einer der besten Romane 2018, den man getrost mehrfach lesen sollte! An dieser Stelle kann ich nur die vollen 5 Punkte vergeben und das Buch wärmstens empfehlen.

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