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Alle Rezensionen von Nick Coll

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In ihrem zweiten Roman "Raureifzeit" entführt uns Cornelia Briend ins Frühmittelalter. Wir erleben eine Reise des jungen Ivar und zwei seiner Gefährten von Normandie nach Irland. Sie müssen die berühmten Ulfberht-Schwerter schmuggeln und geraten in eine prekäre Lage. Die Reise verläuft beinahe katastrophal. Inzwischen kämpfen auf der Insel viele Stammesfürsten und Regionalkönige gegeneinander um die Vorherrschaft. In diese Turbulenzen wird auch Ceara (Ivars Ziehschwester) nolens volens hineingezogen. Alles, was sich zu dieser historischen Epoche zugetragen hat, wird anschaulich, erlebbar und greifbar geschildert und dem Leser erklärt und thematisiert. Das Tempo der Geschichte steigt an. Die Dramatik nimmt ab der Mitte stark zu, so dass der Leser die Protagonisten begleiten kann und nicht aus dem Auge verliert, um was es eigentlich geht. Hier muss ich erwähnen, dass der Einstieg persönlich für mich eher einer Herausforderung glich: mit den irischen Namen und den Clans, die gleich zu Anfang eine Rolle spielen, musste ich mich sehr lange durch die ersten Kapitel durchkämpfen. Auch dass ich den vorherigen Band "Brombeerblut" nicht gelesen habe, trug dazu bei. Der Schreibstil gefällt mir ausnahmslos gut. Jeder, der historische Romane liest, weiß, es könnte durchaus schnell trocken werden. Die Autorin vermischt wahre Fakten (im Nachwort erklärt), kulturelle Themen, Traditionen, politische Intrigen, grausame Erzählungen von Strafen und Schlachten. Der Roman wirkt sehr ausgefeilt und ausgereift. Der Autorin gelingt es die Handlung sehr konzentriert zu schildern und die einzelnen Figuren eine eigene Entwicklung durchleben zu lassen. Bei mir hat sich sehr schnell ein Lieblingsprotagonist herauskristallisiert: es war Ivar mit seinen Stärken und seinen Schwächen (also kein Superheld, so was mag ich gar nicht). Auch zu den anderen Nebenfiguren spürt der Leser Sympathie oder ebenso Enttäuschungen und Schmerzen. Am Ende habe ich das Buch zugeklappt und habe mir gedacht: ich will meine neuen Freunde noch nicht verlassen. Bitte lasst mich noch ewig weiterlesen. Ich glaube, dass ist das größte Kompliment für einen Autor. Der Roman besteht aus mehreren Handlungsfäden, die zuerst parallel, danach zusammen herlaufen. Jedes Kapitel ist mit dem Titel (meines Erachtens eher nichtssagend) und dem aktuellen Handlungsort versehen. Die Fortsetzung wird es wohl nicht geben, da die Geschichte komplett abgeschlossen ist. Wer Historische Romane mag, die einen Einblick ins Leben im Frühmittelalter zeigen, dem sei dieser Roman ans Herz gelegt. "Raureifzeit" ist ein vielschichtiger und fesselnder Roman, der die realen Verhältnisse der damaligen Zeit sehr lebendig wiedergibt und viele Personen einbindet, die es wirklich gegeben hat, und kann gut unterhalten. In der Summe verdient der Roman 4,5 von 5 Sternen.

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Das Buch der Spiegelbestsellerin Marie Lacrosse »Das Weingut. Aufbruch in ein neues Leben« knüpft direkt an den erfolgreichen Auftakt der Elsass-Saga »Das Weingut. In stürmischen Zeiten« an und lässt den Leser sofort am Geschehen teilhaben. Da es sich um die Fortsetzung handelt, empfiehlt sich mit dem ersten Band zu beginnen. Trotzdem macht sich die Autorin Mühe die Leser kurz daran zu erinnern, welche Ereignisse wir bereits im ersten Teil miterlebt haben (Pluspunkt jeder Fortsetzung!). Nach und nach streut Marie Lacrosse gekonnt Wendungen ein, die nicht immer vorhersehbar sind, und erzählt den Lesern eine weitere turbulente Geschichte. Der Plot resultiert aus den verschiedenen Erzählperspektiven: Franz, Mutter Pauline und Irene. Auch die Rückblenden tragen dazu bei, die Spannung aufrechtzuerhalten. Ich habe schon einige Romane der Autorin mit großer Begeisterung gelesen und wurde auch von diesem Exemplar nicht enttäuscht. Mit »Dem Weingut« erlebt man erzählerisches Geschick und grandioses Erzählungstalent der Schriftstellerin von der ersten Seite an! Sprachlich wortgewandt wird nicht nur über die Schicksale von Irene und Franz berichtet, sondern auch gezeigt, welche unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken des XIX. Jahrhunderts geherrscht haben, außerdem spielt die erste Arbeiterbewegung im Elsass eine gewisse Rolle. Die Autorin beschert ihren Lesern wahrhafte Sinnbilder einer psychiatrischen Irrenanstalt, wo Pauline Gerban untergebracht ist. Marie Lacrosse nimmt kein Blatt vor den Mund und scheut sich nicht, die Schicksale (und Unfälle) der Weißnäherei- und Tuchfabrikarbeiterinnen zu Papier zu bringen. Insgesamt sind die Charaktere des Romans gut gezeichnet und ihre Handlungen nachvollziehbar dargestellt. Gerade durch den Perspektivenwechsel kommt man den einzelnen Protagonisten deutlich näher als das sonst der Fall wäre. Wenn man sich mit denen anfreunden, sie intensiv erleben und begleiten kann, dann ist ein Roman gelungen und sorgt für wunderbare Leseerlebnisse. Die Kapitellängen und die Strukturierung finde ich sehr gut gelungen: man kann auch gerne mal das Lesen unterbrechen, obwohl das schon nicht leicht ist - man will einfach erfahren, wie es weiter geht und was sich als nächstes abspielt. Eindeutig Pluspunkt! Der Schreibstil des Buches ist sehr angenehm, bildhaft und anspruchsvoll, wodurch allein es schon wahnsinnig Spaß macht zu lesen. Ein weiteres Merkmal ist das weitreichende Spektrum an Wissen, was uns hier nahegebracht wird, ob es um die Nachkriegszeit, komplizierte Situation mit der Staatsbürgerschaft im Elsass, den Weinbau, die Psychotherapie etc. geht - dort mal ein Fakt, hier mal eine Alltagssituation, ein frecher Dialog, eine Rückblende. So viele Themen schneidet Marie Lacrosse an, dass man sie gar nicht alle aufzählen kann, aber trotzdem wirkt das Buch nie oberflächlich. Alles in allem eine sehr gelungene Umsetzung in einem historischen Roman. Das Cover dieses Paperbacks ist stimmig gewählt und passt wundervoll zum 1. Band. Das Gutshaus, die Weinberge und sanfte Hügel - eine gelungene Inspiration zum Inhalt der Geschichte. Ein Personenregister zu Beginn der Geschichte verschafft einen guten Überblick; ein Nachwort, in welchem mehr über Wahrheit und Fiktion erklärt wird, empfohlene Literatur und ein hilfreicher Glossar runden das Bild ab. Eine Karte wäre meines Erachtens sehr hilfreich, um sich schneller zwischen den Orten zu orientieren. Obschon die Geschichte einen stimmigen Abschluss hat, findet der Leser am Ende des Buches eine Leseprobe für den 3. Band (erscheint im Herbst 2019). Ich liebe es, wenn die Bücher einen so gefangen nehmen, dass man nach Luft schnappen muss, dass man mitleidet und mitheult und kaum die Fortsetzung erwarten kann. Wer das will, ist bei Marie Lacrosse absolut richtig. Ich vergebe gerne hierfür eine absolute Leseempfehlung und bewerte das wundervolle Buch mit der Höchstpunktzahl! Für jeden Historie-Fan ein richtig spektakuläres Leseerlebnis!!!

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«Morgenröte» ist der dritte Band der Gut Greifenau Trilogie von Hanna Caspian. In diesem Teil wird die Geschichte von 1918 bis 1919 erzählt. Wir erleben das Kriegsende und damit verbundene wirtschaftliche Schwierigkeiten sowohl auf dem Gut als auch im Lande mit, treffen und verlieren alte Bekannte, fiebern mit den Personen mit - mit manchen mehr, mit manchen weniger - und staunen über eine unerwartete Entwicklung der Protagonisten. Eine Überraschung nach der anderen bekommt man schon auf den ersten Seiten des Romans meisterhaft von der Autorin serviert, es ist kaum möglich das Buch aus der Hand zu lassen. Hierbei möchte ich anmerken, dass es sehr ratsam ist, die früher erschienenen Bände gelesen zu haben, um in die Geschichte mit den bestimmten Hintergrundkenntnissen reinzukommen. Wie es schon bei den beiden vorherigen Büchern der Fall war, wird im letzten Band eine spannende und tolle fiktive Geschichte gut mit historischen Fakten verknüpft. Wie erlebt der Adel den Zarenmord im fernen Russland? Welche Auswirkung wird es auf die deutsche Monarchie haben? Und was passiert danach in den entferntesten Ecken des Kaiserreiches z.B. auf einem Gut? Nicht nur im Land geschieht viel (Untergang des Kaisers und des Adels, Aufstände, Hunger und Epidemien, Abschaffung der Gesindeordnung), sondern auch der Grafenfamilie von Auwitz-Aarhayn stehen schwere Zeiten bevor. Mehr möchte ich an der Stelle nicht verraten. Vielleicht verrät ihnen der gut bedachte Titel mehr? :) Auch diesmal hat Hanna Caspian mit Spannung und guter Unterhaltung beim Schreiben nicht gegeizt. Es ist ihr gut gelungen, die Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen und die komplizierte Geschichte des Ersten Weltkrieges mit der Entwicklung der Gutsbesitzer fesselnd miteinander zu verweben. Man spürt das Flair vergangener Zeiten, trotzdem lässt sich das Buch sehr flüssig lesen und bleibt leicht verständlich. Ein rundum gelungener Abschlussband mit einem schönen und stimmigen Ende, welches jedoch einen Spielraum für eigene Spekulationen bietet, sodass der Fantasie des Lesers überlassen wird, wie es mit manchen Figuren und Ereignissen weitergehen könnte. Mit einem traurigen Auge muss ich nun von dieser spannenden Trilogie Abschied nehmen, von der fulminanten Reihe, die mir große Unterhaltung geboten hat. Eine Zeit und eine fesselnde Geschichte zugleich, die zu Ende gehen, die man aber sicherlich irgendwann nochmals zur Hand nehmen wird. Von mir erhält dieses Buch glatte 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Ich muss die Wahrheit gestehen, zu dem Buch "Ein General und Schandmaul" bin ich eher zufällig gekommen. Nach einer Stunde lesen war ich ziemlich plötzlich und ohne langes Vorgeplänkel in die Geschichte hinein gezogen. Es ist eher der guten Mischung aus der sprachlichen Leichtigkeit und der Tiefgründigkeit geschuldet, die hinter den einzelnen Figuren und ihren Handlungen steckt (: Es fiel mir wirklich sehr schwer das Buch aus der Hand zu lassen, da der Schreibstil mich stark an die Seiten band und zudem die Länge der Kapitel so angenehm gewählt ist, wo immer wieder neue Protagonisten erscheinen, dass man mit Infos nicht überhäuft wird. Es ist die Atmosphäre Frankreichs und die erzählte Geschichte, welcher ich früher, da muss man die Wahrheit gestehen, nie das richtige Interesse beigemessen habe, und die mich gleich eingenommen haben. Josefa vom Jaaga versteht es meisterhaft, Bilder aus der längst vergangenen Epoche im Kopf zu erzeugen. Die Autorin hat gründlich und sehr viel recherchiert, um die Lebensgeschichten der real existierenden Personen in Napoleons Kreis zu einem spannenden Porträt dieser Zeit zu verweben. Gut finde ich auch eine Prise Humor, die immer wieder lässig hineingewürzt wird. Gefühlt wirkt keine Szene des Romans unglaubwürdig oder aufgesetzt, dass immer beim Lesen das Gefühl entsteht: ja, so könnte es tatsächlich gewesen sein. Besonders hervorheben möchte ich hier die Soi­rée bei Familie Bonaparte, wo man so viel familiäres und privates kennenlernt, wie bei keinem Schulbuch oder Geschichtsunterricht­. Mit diesem Roman liefert die mutige Autorin Josefa vom Jaaga nicht nur den Lesestoff über die Zeit kurz nach der französischen Revolution, sondern beschert dem Genre endlich mal wieder ein richtig gutes Werk, was man leider nur alle paar Monate oder Jahre in die Finger bekommt. Für jeden Histo-Fan endlich mal wieder ein spektakuläres Leseerlebnis, vor allem weil das Buch demnächst in einer Printform auf dem Markt erscheint. Ich freue mich, dass es von der Autorin weitere Titel gibt, denn sie hat mir mit ihrem Roman große Lesefreude beschert. An dieser Stelle kann ich nur die vollen 5 Punkte vergeben und das Buch wärmstens empfehlen.

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Nun ist es so weit. Die Leser dürfen sich über den zweiten Teil der Greifenau-Trilogie richtig freuen. Da der erste Roman sehr viele offene Fragen gelassen hat und an dem spannendsten Moment endete, konnte man gleich erwarten, dass dieses zweite Buch ebenso fesselt wie sein Vorgänger. Beinahe nach den ersten Worten wird man direkt in das Geschehen hinein geschleudert sozusagen in den Wirrwarr der Kriegsjahre am ruhigen Gutshof in Hinterpommern. Die Handlung des Buches konzentriert sich auf die Jahre des Ersten Weltkrieges und seine Auswirkung auf einfache Leute sowie auf die gehobene Gesellschaft. Im Mittelpunkt steht wieder die kaisertreue Grafenfamilie von Auwitz-Aarhayn, sowie das Personal des Gutes. Nicht nur zwei Grafensöhne müssen an die Front, sondern auch manche Bedienstete. Das hochverschuldetet Gut ist nur durch die Heirat mit dem Kaiserneffen Ludwig von Preußen zu retten. Das Leben der Menschen verändert sich rasant. Nichts ist mehr sicher. Der Krieg ist im Lande Manche Geheimnisse werden teilweise gelüftet, dennoch entstehen neue Spannungsspitzen. Gegen Ende gibt es nun dann wieder eine ultraspannende Szene und zig offene Fragen, wie alle Handlungsstränge letztendlich zusammenlaufen werden. Die ambitionierte und sympathische Autorin Hanna Caspian hat einen farbenprächtigen und packenden Roman geschrieben, den sie mit gekonnten und bildhaften Darstellungen, tiefen Emotionen aus Gefühl, Mitleid, Entsetzen und Staunen, sowie mit den unerwarteten Wendungen den Lesern der historischen Romane wiedergibt. Das damalige Leben in der unruhiger Zeit und die Atmosphäre hat sie sehr schön und lebhaft rübergebracht. Auch die Wortwahl der Protagonisten ist der Zeit angepasst. Dadurch hatte ich beim Lesen das Gefühl, tatsächlich 100 Jahre in die Vergangenheit gereist zu sein. Was wieder sehr imponiert, ist die Verwicklung der fiktiven Geschichte mit echten historischen Fakten (z.B. der Einfluss Preußens auf die Oktoberrevolution oder die Reise Lenins im plombierten Waggon). Hier merkt man die intensive Recherche! Die Charaktere werden wieder lebendig geschildert. Ich mag eine solche Mischung aus der sprachlichen Leichtigkeit und der Tiefgründigkeit, die hinter den einzelnen Figuren und ihren Handlungen steckt. Man leidet förmlich mit vielen Protagonisten und mag manchmal kaum glauben, wie unfair das Leben sein kann. Dadurch wird man beim Lesen nicht nur zum Mitfiebern, sondern auch zum Nachdenken angeregt. Das Besondere für mich war, dass ich über diesen Roman wieder in einer Leserunde diskutieren durfte und allerhand Hintergrundinformationen und historische Details erfahren habe, die für mehr Verständnis sorgten. Ich kann an dem Buch, wie schon beim Vorgänger, kaum was Negatives finden - es war für mich einfach eine tolle Lektüre. Mich hat diese Fortsetzung sogar noch mehr gefesselt als der erste Band. Und so warte ich nun sehnsüchtig auf den dritten Band "Gut Greifenau - Morgenröte" (erscheint am 01.03.2019 als Taschenbuch bei Knaur). An dieser Stelle kann ich nur die vollen 5 Punkte vergeben und eine klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen, aber bitte unbedingt der Reihe nach lesen

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Auch in diesem Jahr hat mich die Autorin Marita Spang mit ihrem neuen historischen Roman "Die Rose des Herzogs" wieder fasziniert. Eine wirklich herausragende Geschichte, die den Leser für einige Zeit in die Vergangenheit eintauchen lässt. In diesem Roman greift die Autorin eine Geschichte zur Zeit der Französischen Revolution auf, die mir bis dahin leider völlig unbekannt war. Die Nichte vom berühmten "Kardinal Collier" Charlotte de Rohan-Rochefort flüchtet mitsamt Familie ins Exil nach Ettenheim. Dort trifft sie den jungen Herzog von Enghien, einen der vielen Adeligen, die in der Emigrantenarmee für die Ideale der Royalisten kämpfen. Trotz trauriger Ereignisse im Vaterland erlaubt sich Charlotte den Herzog zu lieben, obwohl das Glück beiden nie hold wird. Viele bittere Stunden der Trennung und familiäre Hindernisse stehen dem Paar im Wege. Auch viele andere Figuren spielen in dieser Geschichte eine mehr oder weniger große Rolle und in vielen Fällen gelingt es der Autorin ziemlich gut und sehr sachlich, auch die Personen, die nur kurze Auftritte haben, anschaulich zu charakterisieren. Der größte Fokus des Buches liegt natürlich auf Charlotte, doch auch einige Nebenfiguren, beispielsweise ihr Großonkel Rohan oder Prinz von Conde, sind recht interessant. Hiermit ist unter anderem die hässliche Dogge Mohiloff zu erwähnen, die den Herzog treu bis zum Ende begleitet hatte. Ich möchte eigentlich gar nicht zu viel zum Inhalt verraten, denn die Geschichte von Charlotte und Enghien lebt davon, dass wir Leser uns ein eigenes Bild verschaffen. Der Schreibstil des Buches ist auf jeden Fall sehr angenehm, bildhaft und anspruchsvoll, wodurch allein es schon wahnsinnig Spaß macht zu lesen. Die Länge der Kapitel ist so angenehm gewählt und mit Datum versehen, dass man mit Infos oder Personen nicht überhäuft wird. Die Entwicklung der Geschichte (ab und zu geht es um mehrere Jahrzehnte zurück) wird konzentriert dargestellt, dramatische und wichtige Ereignisse wiederum sind mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Fakten, Sitten und Gepflogenheiten werden zu einem spannenden Porträt dieser unruhigen Zeit verwoben. Marita Spang zeichnet sich durch ihre grandiose und einmalige Sprachgewandtheit aus. Als eine wahre Meisterin des geschriebene Wortes, sticht sie für mich in vielerlei Hinsicht stark heraus. Ich habe schon sehr viele historische Romane (gute und auch weniger gute) hinter mir, aber hier geht es einmal wieder um einen ganz anderen Maßstab! Das Cover passt ganz gut zu den anderen Büchern von Marita Spang, sodass bei den Lesern im Bücherregal keine Disharmonie entsteht. Zwei Karten und ein Personenregister zu Beginn der Geschichte verschaffen einen guten Überblick. Eine Zeittabelle, empfohlene Literatur und ein hilfreicher Glossar runden das Bild ab. Nach dem Ende der eigentlichen Geschichte voller Liebe und Traurigkeit gibt die Autorin in einem ausführlichen Nachwort einen Einblick in die historischen Hintergründe des Romans und liefert weitere Infos, die fundierte Recherche belegen. Mit solchem Bonus punktet jeder historischen Roman. "Die Rose des Herzogs" ist für mich einer der besten Romane 2018, den man getrost mehrfach lesen sollte! An dieser Stelle kann ich nur die vollen 5 Punkte vergeben und das Buch wärmstens empfehlen.

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Das neueste Buch von Stefan Nowicki "Die Stunde der Hoffnung" ist der dritte Teil der Trilogie "Die Tochter des Gauklers". Der Autor entwirft eine realistische Interpretation, wie und warum Hamelner Kinder verschwunden sein könnten. Der ganze Band beschreibt eine beschwerliche Reise, voller Gefahren, zur Ostsee. Das Schicksal von Uta, Lorenz und ihren Freunden ist in schöner Sprache geschrieben und machten das Buch kurzweilig und unterhaltsam. Das Ende der schweren Reise ist gleich ein neuer Beginn. "Die Stunde der Hoffnung" braucht in meinen Augen keine Fortsetzung mehr. Falls der Autor alle Teile in einem Print vereint, wäre es nur vor Vorteil. Obwohl der Einstieg in das Buch leicht ist, bleibt dem Leser manches aus der Vorgeschichte der Protagonisten vorenthalten. Ein paar Sätze zur Erklärung wären nicht überflüssig, sondern hilfreich. Es wäre auch gut das Buch mit einer Karte und einem Personenregister auszurüsten. Und noch ein paar Worte zum Cover. Es hat eine wunderbare Gestaltung: diesmal grün und passt ganz gut zu den vorherigen Bändern. Abgesehen von ein paar nicht sehr glaubwürdigen Ereignissen und langen Dialogen (die vielleicht durch spannende Zwischenfälle oder Witze zu ersetzten sind), hat mir das Buch gefallen. Zum besseren Verständnis würde ich empfehlen zuerst den ersten und den zweiten Teil zu lesen, damit die Geschichte runder wirkt. Daher 4 Sterne.

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Obwohl der Titel und das tolle Cover schon einen direkten Hinweis auf die Tulpenmanie geben, ist das Buch, würde ich sagen, eine gute Mischung aus einem historischen Roman und einem Krimi (letztendlich geschehen mehrere rätselhafte Morde), die man schnell und mit Genuss lesen kann. Und es geht bei weitem nicht nur um die Blumen ;) Der Einstieg in die Geschichte gelingt sehr gut. Man befindet sich gleich mitten im Geschehen, man begleitet die Figuren durch die Stadt Amsterdam, erlebt ihren Alltag und lernt sie und ihre Eigenheiten kennen. Die Spannung des Buches baut sich langsam auf, die Auflösung der Kriminalfälle wird den einen oder anderen sogar überraschen. Hinzu kommen noch allerhand interessante Details aus dem 16. Jahrhundert. Die Sprache ist für dieses Genre und die Zeit des Frühbarock perfekt gewählt. Ich musste sehr oft schmunzeln, was eigentlich eher den Besonderheiten der Figuren zu verdanken ist. Im Zentrum des Geschehenes steht Pieter, ein mathematisches Genie und Sonderling in der Werkstatt von Rembrandt. Vieles wird von ihm in Frage gestellt, vieles von reiner Mathematik und Logik betrachtet. Seine nüchterne und sehr direkte Sichtweise auf manche Dinge bringt eine besondere Art von Humor mit sich. Ich würde mir sehr wünschen, dass Eva Völler irgendwann mal eine Fortsetzung schreibt, denn ich würde Pieter und seine Entwicklung gerne weiterverfolgen. Das Buch bekommt eine klare Leseempfehlung von mir.

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Das ist also der Schmöker von Hanna Caspian, eine Familiensaga schlechthin. Das Thema dieses ersten 555-seitigen Bandes Gut Greifenau - Abendglanz sind die Erlebnisse fiktiver Personen aus Hinterpommern (jetzt Polen) in der realen Geschichte zwischen 1913 und 1914. Verschiedene Handlungsstränge und Geschichten, sowie jede Menge Geheimnisse werden schließlich geschickt zu einem Plot mit authentischen Milieuschilderungen und interessantem Lokalkolorit verwoben. Obwohl der Anfang des Romans vielleicht dem einen oder anderen schwer fällt (aufgrund der vielen involvierten Personen, die bei den tragischen Ereignissen auf dem Gut auf natürliche Weise sofort auftreten müssen), geht es weiter mit dem Lesen wie geschmiert, dass man das Buch ungern beiseitelegt. Der Roman wird nie langatmig erzählt, immer passiert etwas, was Auswirkungen auf bestimmte Personen oder Geschehnisse hat, ob in Berlin, Sankt-Petersburg oder auf dem Gut. Ein Personenregister, unzählige Karten und die von der Autorin selbst gefertigten Skizzen des Anwesens helfen gleich mit, ein gutes Bild zu bekommen, in welchem Umfeld sich die Geschichte abspielt. Die historischen Hintergründe Hinterpommerns sind gut wiedergegeben, die Familie Auwitz-Aarhayn zu Greifenau ist hervorragend darin eingebettet. Sowohl die Herrschaften, als auch die Dienerschaft sind wunderbar gestaltet, mit ihren Stärken und ihren Schwächen, ihren Ecken und Kanten, manchmal echten Macken. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und in die Szenen gesetzt. Sie wirken lebendig und authentisch für die damalige Zeit. Besonders sympathisch empfand ich Konstantin, der progressiv und zukunftsorientiert denkt und handelt (im Gegensatz zu seinem Vater). Die Handlungsstränge greifen ineinander, beim Lesen war mir nie langweilig. Und noch ein paar Worte zum Cover. Es hat eine wunderbare Gestaltung: rot glänzende Buchstaben, das Bild passt hervorragend zum Inhalt des Buches. Das animiert sofort zum Zugreifen und zum Lesen. Ich bin sehr froh, dass ich mich nach dem Beenden des Buches von den Figuren nicht für lange verabschieden muss, sondern dass es mit dem zweiten Band (erscheint am 22.12.2018) weitergehen wird! Stürmische Zeiten stehen der Gutsfamilie bevor!!! An dieser Stelle kann ich nur die vollen 5 Punkte vergeben und das Buch wärmstens empfehlen.

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Der neue Roman von Ulf Schiewe "Land in Sturm" ist interessant und spannend zugleich, dass man sich mitgerissen fühlt und nur so durch die 900 Seiten und 900 Jahre fliegt, sodass man sich am Ende wünscht, die weitere Entwicklung der Geschichte mitzuerleben. Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm und gut zu lesen. Die Charaktere jedes Buchabschnittes sind sehr gut ausgearbeitet, Freud` und Leid liegen oft nah beieinander, Angst, Schicksalsschläge und Kriege bestimmen immer wieder manches Leben. Es sind dramatische Ereignisse und Entwicklungen, die einen großen Raum in jedem von 5 Teilen des Romans einnehmen und mich sehr gefesselt haben. Ulf Schiewe hat hier wirklich sehr gut recherchiert, man merkt die Arbeit, die er sich für dieses Buch gemacht hat. Mir hat es gefallen, wie die Handlung um Arnulf, Hedwig oder andere Protagonisten in jeden geschichtlichen Rahmen der Zeit eingefügt wurde, ob es um den Krieg gegen Ungarn oder um die beginnende Industrialisierung mit dem Eisenbahnbau ging; kriegerische Auseinandersetzungen im Land der Wenden oder das Leben in Preußen bilden eine tolle Kulisse für die persönlichen Schicksale der Figuren. Es ist selten, dass in einem historischen Roman die Kulissen und Schauplätze, die Handlung und sogar die Charaktere und Protagonisten gleichermaßen beeindrucken und polarisieren. Die fünf Teile sind durch Vertreter einiger Familien (Schmitt, von Billung, von Falkenberg), denen wir in den verschiedenen Generationen immer wieder begegnen, in ein Großes verbunden. Und ein kleiner Augenzeuge aller Schicksale, Umbrüche, Fortschritte, Rückschläge und Freundschaften - ein alter krummer ungarischer Säbel. Insgesamt hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen, nun will ich auch andere Romane des Autors lesen.

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