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Alle Rezensionen von melange

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Zum Inhalt: Rabea hat nach ihrem ersten Fall den Job beim LKA in Rheinland-Pfalz von ihrem Vorgänger Jan übernommen, der wegen eigenmächtigen Verhaltens suspendiert wurde. Als sie von einer Frauenleiche mit abgeschnittenen Händen hört, wird sie an das Schicksal ihrer Schwester Marie erinnert, die vor 20 Jahren aus dem Kindergarten verschwand. Das Einzige, was von Marie bis jetzt gefunden wurde, war eine abgeschnittene Hand¿ Mein Eindruck: Gut gewollt ist nicht immer gut gemacht. Beim Lesen von "Rapunzel" fühlt man sich oft an James Bond oder Mission Impossible erinnert, - leider ist die Geschichte noch nicht einmal halb so gut wie ihre Vorbilder, und dass, was an Witz fehlt, wird durch Alkohol und Rauschgift wettgemacht. Logikloch (die Protagonistin lässt die ganze Zeit ihr Handy an, aber keiner auf der Dienststelle kommt auf die Idee, sie dadurch zu orten?) reiht sich an Zufall (wundersame Rettungen, immer das Richtige im Gepäck in einem Notfall) und die Polizei glänzt durch Desinteresse und/oder Kompetenzüberschreitung. Ja, kriminelle Unterhaltung lebt von Verbrechen, aber muss es so viele unterschiedliche böse Buben (Sadisten, Clan- und Rockerchefs, Racheengel) in einem Buch geben? Protagonist - Antagonist, auf der zweiten Seite verliert man komplett den Überblick. Lars Schütz nutzt als Kunstgriff seiner zumeist sehr kurzen Kapitel (immer aus unterschiedlicher Sicht geschrieben) Dauercliffhanger¿ und nutzt sie damit ab. Denn die Situationen sind irgendwann viel zu absurd, als dass man an echte Gefahr für die Hauptpersonen glaubt. Zusätzlich stört der nicht nur dauernde, sondern vor allen Dingen beiläufige Konsum von Marihuana und Haschisch; für jemanden, der als besonders empfindsam beschrieben wird, finde ich das doppelt seltsam und bedenklich. Das Einzige, was aus meiner Sicht wirklich gelungen ist, ist das Ende. Denn das ist folgerichtig, ohne Schmus, die Konsequenzen sind nachvollziehbar und damit "echt", - etwas, das in diesem Thriller oft fehlt. Mein Fazit: Überfrachtet und unglaubwürdig

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Zum Inhalt: Sie sind ein amerikanisches Bilderbuchpärchen: Millicent und ihr Mann haben zwei Kinder und gut bezahlte Jobs, das Häuschen in der Vorstadt gehört ihnen und alles scheint perfekt. Sie teilen sogar ein gemeinsames Hobby, doch das ist eher unkonventionell: Das Töten von jungen Frauen. Mein Eindruck: Der Ehemann und Ich-Erzähler berichtet zu Beginn so launig von seinem Familienleben und den Anfängen seiner Bekanntschaft mit Millicent, dass man fast vergisst, wie sehr er in die Vorgänge verstrickt ist und sich schuldig gemacht hat. Zwar manipuliert er seine Freunde und Mitmenschen auf das Trefflichste, trotzdem kann man diesem Sonnyboy irgendwie auch als Leser nicht böse sein. Denn abseits der Morde ist er ein liebevoller Vater, immer noch in seine Frau verschossen, witzig und absolut kein Snob. Ein Typ, den man gerne zum Freund hat und der deshalb leicht Kontakte schließt. Und genau das ist die Kunst Samantha Downings: Sie manipuliert ihre Leser genauso wie ihr Ich-Erzähler, eine zumindest moralisch sehr fragwürdige Person überaus sympathisch zu finden. Und auch wenn ihre Geschichte manchmal ein paar Längen enthält, sind diese im Nachhinein unerlässlich gewesen, um die Story abzurunden, die Puzzleteile an ihre Plätze zu bringen und das Gesamtbild aufzulösen. Durch das Stilmittel der Erzählung in der ersten Person weiß der Leser genauso viel wie der Protagonist und wird deshalb ein um das andere Mal von den Vorgängen in der gleichen Art überrumpelt, - bis hin zum gekonnten Epilog. Samantha Downings Debüt "Meine wunderbare Frau" wird deshalb zu Recht hoch gelobt und auch wenn ich persönlich nicht sehr viel mit Harlan Coben anfangen kann, stimme ich in dieser Hinsicht mit ihm überein, wenn er das Buch als überraschend, fantastisch und spannend beschreibt. Mein Fazit: Sehr böse, sehr gut

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Zum Inhalt: In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts werden Trini und Roberto - Agenten einer amerikanischen Geheimdiensteinheit - Zeuge der großen Zerstörungskraft eines Pilzes. Dieser wächst nicht nur explosionsartig, er kann sich sehr gut an äußere Begebenheiten anpassen und die von ihm befallenen Wirte dank seiner Lernfähigkeit in seinem Sinne steuern. Trini und Roberto sorgen dafür, dass das befallende Dorf in Australien durch Brandbomben ausgelöscht wird, aber eine Probe des Pilzes wird in Amerika eingelagert. Tief unter der Erde, sicher versteckt. Oder vielleicht doch nicht tief, nicht sicher genug? Mein Eindruck: "Alles Gute kommt von oben" ist hier leider nicht Programm. Ganz im Gegenteil greift David Koepp zu der Idee, dass ein Organismus dank des Absturzes von Skylab auf die Erde trifft, um sie sich untertan zu machen, - mit tödlichen Konsequenzen für alles Leben auf dem Planeten. Der Einfall, das misslungene Ende von Skylab zum Ausgangspunkt zu machen, ist nur eine der vielen Verweise auf echte Begebenheiten, so dass das Szenario erschreckend echt wirkt. Sehr geschickt baut Koepp Klimaveränderungen, Umgang mit Altlasten und Alltagsrassismus in seine Story ein, jedoch dieses sehr subtil und dadurch viel glaubhafter und erschreckender, als es die sonst gerne gewählte Holzhammer-Methode bewirken könnte. Ebenfalls geschickt die Idee, seinen Charakteren einen Hintergrund zu geben, - egal wie schnell sie später sterben. Dadurch tritt ein Unsicherheitsfaktor ein, ob die Person wirklich wichtig oder schon bald tot ist. Dabei gefällt, dass fast alle Charaktere gute und schlechte Seiten haben, also nicht zu sehr in Klischees verfallen. Einzig die politisch korrekte Mischung (schwarz, weiß, Latino, gemischtes Team mit weiblicher Führungsperson) amüsiert, wirkt jedoch nicht allzu aufgesetzt. Der größte Teil der Handlung spielt sich innerhalb weniger Stunden ab, - auch das trägt zum Spannungsbogen bei. Aber auch wenn die Menschheit überlebt - schließlich würde sonst keiner das Buch noch lesen können - bleibt ein mulmiges Gefühl bei dem Gedanken, was möglicherweise so alles in irgendwelchen Schächten lagert¿ und ob nicht irgendwo schon ein Lämpchen blinkt¿ Mein Fazit: Ein al(l)ptraumhafter Gedanke

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Zum Inhalt: Ein Ex-Spion stirbt scheinbar an einem Herzinfarkt in einem Bus. Aber dann stellt Jackson Lamb, Chef des Slough House für gescheiterte MI5-Existenzen, Ungereimtheiten fest. Möglicherweise ergibt sich ein Zusammenhang mit russischen Schläfern, die geweckt werden sollen: Tote Löwen, die in Wirklichkeit nur Winterschlaf halten. Oder aber mit der Ankunft eines Oligarchen, die das MI5 in Atem hält und für das zwei Mitarbeiter der Slough House wieder - für kurze Zeit - in Amt und Würden gesetzt werden. Grund genug für Jackson, die Kräfte des Slough House zu mobilisieren, denn schließlich sind seine Leute alle Agenten, auch wenn sie einen Fehler gemacht haben. Mein Eindruck: Nach dem ersten Fall, der die lahmen Gäule erst einmal paradieren ließ bevor sie richtig loslegten, beginnt "Dead Lions" direkt einmal mit mehr als nur einem gemächlichen Trab. Dadurch, dass es nur zwei neue Agenten als Ersatz für Weggänge aus dem ersten Fall zu beschreiben gilt und die schon bekannten Charaktere nur mit einem Auffrischen ihrer Verfehlungen eingeführt werden, geht die Story gleich in die Vollen. Intelligent entwickelt Herron seine doppelbödige Geschichte, seine Personen - insbesondere den Protagonisten Jackson Lamb - und ihre Lebensumstände beschreibt er zuweilen fast zu bildhaft (die Flatulenzen Lambs gehen irgendwann doch ein wenig über die Grenzen des guten Geschmacks). Am besten gefallen der boshafte, sarkastische und tiefschwarze britische Humor - lakonisch bis ins Mark - und die Schilderungen des gegenseitigen Misstrauens auf allen Ebenen: Untereinander, gegenüber den Russen und ganz besonders gegenüber die Kollegen, die noch in Ehren und Würden arbeiten dürfen und die Slough Horses gerne als Bauernopfer oder Sündenböcke missbrauchen. Aber trotz aller Bedenken kämpfen sie dann doch als Herde und Verluste in den eigenen Reihen führen zu wenn auch nur kurzzeitiger Verbundenheit, die dieses Misstrauen hinwegfegt und ungeahnte Kräfte freisetzt. Mein Fazit: Zwar zuweilen zu schlechte Manieren, trotzdem very british und ein großer Genuss

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Zum Inhalt: Wenn die eigenen Kinder hemmungslos ihre Jugend ausleben, wird es für ihre Eltern schwierig. Denn diese durchleben die Phase der Alterspubertät. Jahre, in denen man sich vom Geist her noch sehr jung fühlt, der Körper aber leider nicht mehr so reagiert, wie man es sich wünscht. Und leider nicht nur der Körper, sondern auch das Umfeld. Schwierige Jahre, die zu allem Überfluss auch nicht wenige sind. Dass dieser Zeit auch eine gewisse Komik innewohnt, bringt dieses Buch seinen Lesern nahe. Mein Eindruck: Das Buch von Maxim Leo und Jochen Gutsch erinnert an eine Herrensitzung im Karneval. Viele Pointen sitzen und würden auch ein weibliches Publikum zum Lachen bringen, andere sind so ¿ gewagt ¿ dass man sie besser für sich behalten sollte. Und so fühlt man sich wie auf einer Schiffschaukel. Von grandiosen, himmlischen Humor-Momenten wie zum Beispiel die Beschreibung des alterspubertierenden Mannes als leichte Beute einer Parfümerie-Fachverkäuferin fällt man leider auch schon einmal ins Bodenlose (die Unterhaltung mit dem besten Stück des Mannes finden wohl nur echte Pubertierende lustig). Bei solch eklatanten Unterschieden im Niveau fragt sich die geneigte Leserin, ob die Autoren möglicherweise nicht gleichzeitig, sondern alternierend gewirkt haben. Denn das Buch ist keine durchgehende Geschichte, sondern nimmt in Episoden das ach so schlimme Schicksal des Mannes in der Midlife-Crisis aufs Korn. Doch ein Kompliment muss man den Autoren machen: Zwar sind die Teilstücke inhaltstechnisch von unterschiedlicher Güte, sprachlich aber durchgängig ansprechend. Uneingeschränkt sehr gut ist die Interpretation der Texte durch Hendrik Duryn. Ihm nimmt man praktisch jede Verzweiflung gegenüber den Nickligkeiten ab, die das Alter für Männer bereit hält. Mein Fazit: Gerne ein Nachfolger-Buch, gerne ohne Genitalien

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Zum Inhalt: Als ein berühmter Filmstar in Berlin ermordet wird, bekommt die dort wirkende Kommissarin Lenz den amerikanischen Kollegen Cassidy zur Seite gestellt. Obwohl sie eine Eigenbrötlerin ist, funktioniert die Zusammenarbeit dank des offenen Wesens Cassidys direkt und das ist auch gut so. Denn fast im Minutentakt fallen noch mehr Menschen dem Täter zum Opfer, der sich bei seinen Morden von Filmen inspirieren lässt und seine Inszenierungen ins Internet stellt. Mein Eindruck: Oliver Schütte hetzt seine Leser durch die Handlung. 288 Seiten sind nicht viel für einen Krimi, da bedarf es schon eines guten Aufbaus, eines stringenten Schreibstils und einem Fokus auf die Handlung ohne nebensächlichen Schnickschnack wie die gern genommene Problematik "Kollegen, die sich nicht ausstehen können". All das bietet "Tödlicher Schnitt" und man ist positiv überrascht, dass auf so kleinem Platz ein nicht nur ordentlicher, sondern sehr guter Kriminalroman präsentiert werden kann. Schütte nimmt sich genügend Zeit für viele seiner Charaktere - Opfer wie Kommissare - und streut ein paar amüsante Culture-Clash-Momente ein, die glücklicherweise nicht durch Reibereien geschmälert werden. Ganz im Gegenteil nähern sich die im Wesen sehr unterschiedlichen Ermittler vorsichtig aneinander an, ohne gleich Brüderschaft zu trinken. Einzig die Beschreibung der Tätersicht könnte als zu dünn empfunden werden und der Abschluss des Falls hätte ein paar mehr Seiten vertragen können. Glücklicherweise (warum sollte der Klappentext den "ersten Fall" sonst so betonen?) sind Fortsetzungen mit dem sympathischen Ermittler-Team geplant und nach der Berliner Fingerübung könnte das amerikanische Meisterstück folgen. Denn so gelungen wie die Schauplätze in Berlin vor dem geistigen Auge entstehen, träumt man sich auf die "Straßen von San Francisco" - wenn auch ohne Karl Malden und Michael Douglas. Mein Fazit: Für so einen günstigen Preis gibt es nichts zu meckern. Gar nix!

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Zum Inhalt: Paul liebt. Und das sein Leben lang. Mit voller Inbrunst, manchmal gleichzeitig, mal Mann, mal Frau, aber nicht immer unbedingt körperlich. Diesem Aspekt seines Seins ordnet er den Rest seiner Aktivitäten unter, - bis auf das Tennisspielen, welches eine weitere Konstante in seinem Dasein ist. Mein Eindruck: Aciman hat einen wundervollen Schreibstil und so bleiben seine Leser bei der Stange, - egal wie absurd einem selbst die Art des Lebens vorkommt, welches der Autor seinem Protagonisten auf den Leib geschrieben hat. Denn egal wie hoch gebildet, kosmopolitisch, eloquent und charmant sich sämtliche Figuren darstellen, sind sie doch irgendwie nur Opfer ihrer Triebe. Aber da darüber in den Beziehungen Konsens herrscht, scheint es überhaupt nicht tragisch zu sein, der einen das Herz zu Füßen zu legen, während man kurz zuvor mit dem anderen Geschlechtsverkehr hatte. Darüber wird ausführlich mit einem oder einer dritten gesprochen, der/die entweder schon abgelegt oder noch nicht fällig war. Und alle leben weiterhin unglücklich und nicht in Freuden, weil ja irgendetwas fehlt, während man seine Familie zu Hause hat oder mit irgendjemandem liiert ist. Und so fehlen der Rezensentin irgendwann die Worte ob des Treibens, das ihr da zwischen den Buchdeckeln serviert wird und sie fragt sich, ob sie einem wirklichen Poeten lauscht oder nur einem lüsternen, alten Mann, der unter einem furchtbaren "Was wäre gewesen, wenn?" leidet und dessen Ehefrau man ganz bestimmt nicht sein möchte. Denn bei aller Schönheit, die den Beschreibungen der Orte und vor allen der Gedanken innewohnt, bleibt zum Schluss nur eine hohle Nuss übrig, die jeder Grundlage einer akzeptablen Gemengelage von Persönlichkeiten und Beziehungen entbehrt. Mein Fazit: Ein Geschenk aus dem Ein-Euro-Shop, in einer perfekt geschnürten und wunderbar verzierten Verpackung

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Zum Inhalt: Erwacht in einem ihm fremden Körper und ohne Erinnerung als die an den Namen "Anna" stolpert der Ich-Erzähler durch den Wald. Nach und nach wird ihm klargemacht, dass sein Bewusstsein verschiedene Wirte besetzen wird. Das alles geschieht zu dem Zweck, aus der Umgebung entfliehen zu können, dadurch dass er den korrekten Mörder einer jungen Frau benennen kann. Denn die Tochter des Hauses wird am Abend sterben und der Protagonist setzt sich drei Ziele: Nicht nur einen Namen zu nennen, sondern zusätzlich Anna und Evelyn zu retten. Mein Eindruck: "Agatha Christie meets "Und täglich grüßt das Murmeltier""; eine Werbung die genauso richtig wie auch falsch ist. Denn bei beiden hat man eine gewisse Leichtigkeit im Sinn (bei dem Filmtitel sogar Komik), die dem Buch von Steve Turton gänzlich fehlt. In seinem Krimi wird gelitten, gemordet, gemetzelt und an der Situation verzweifelt, Humor sucht man dort vergebens. Die übersinnliche Komponente gibt dem Ganzen zusätzlichen Pep und die 600 Seiten fliegen nur so dahin. Doch bleibt man nicht nur bei der Stange, weil das Buch spannend ist; ohne eine gewisse Ausdauer gerät man in die Gefahr, sich in dem genialen Konstrukt der Geschichte zu verlieren - trotz Personenliste und Lageplan zu Beginn des Buches und Rückverweisen während der Erzählung. Denn Turton lässt seinen Protagonisten nicht nur von Charakter zu Charakter springen; je nachdem, wo sich diese Gastkörper aufhalten und in welchem Zustand sie sich befinden, ändern sich natürlicherweise der Ort, manchmal auch die Zeit und nicht nur einmal sieht er sich gerade selber eine Situation aus anderem Blickwinkel noch einmal erleben. Die Auflösung zum Schluss ist - wie es sich für einen meisterhaften Krimi gehört - das Beste an dem ganzen Fall: Jeder kleine Wink hat plötzlich seine Bedeutung, die Puzzleteile des Rätsels liegen an der richtigen Stelle und selbst die Spielmacher werden von Teilen der Handlung überrumpelt. Einfach perfekt! Mein Fazit: Ein Whodunnit, das seinesgleichen sucht

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Erst stirbt die Katze, dann der Mensch Zum Inhalt: In Stockholm werden einige ertränkte Katzen gefunden, kurz danach findet ebenfalls eine Psychologin ihr unfreiwilliges Ende unter Wasser. Die Stockholmer Polizei muss feststellen, dass Fingerabdrücke auf einen alten Fall hinweisen, bei dem eine weitere Frau im Wasser gestorben ist. Als klar wird, dass Teile des Teams privat involviert sind, wird der Druck zur Täterfindung nicht nur extern, sondern auch intern erhöht. Mein Eindruck: Geschickt zelebriert Carin Gerhardsen die Leserverwirrung auf drei Zeitebenen, ihr Aufbau falscher Fährten ist fast brillant. "Fast" deshalb, weil die letzte Wendung dann doch ein bisschen sehr überraschend und damit unbefriedigend gerät und das Ende zu abrupt geschildert ist. Sonst gibt es jedoch am "Hauptfall" wenig zu kritteln: Er ist stringent, die handelnden Personen agieren folgerichtig und werden in einer Tiefe dargestellt, die weit entfernt von Holzschnitten ist. Leider kann sich Gerhardsen nicht vom üblichen Krimiklischee lösen, das immer wieder private Probleme bis zum Exzess in einen eigentlich guten Fall hineinverwursten muss. Dass gleich mehrere Personen des Teams persönliche Verbindungen zu Tätern und/oder Opfern haben, ist absurd und überkonstruiert und die daraus resultierenden Alleingänge nerven. Gefallen kann man jedoch durchaus an der Zusammenarbeit der Polizisten finden, - einer steht für den anderen ein und kümmert sich um die Kolleg/inn/en. Da es sich bei "Blutsbande" um einen Teil einer Reihe handelt, kommen Altfälle zu Sprache und nicht jeder Vorgang findet sein Ende; allerdings ist der Weg des Umgangs mit diesem Dilemma ein guter: Auch in Unkenntnis der älteren Bücher ist es möglich, sich zurechtzufinden. Apropos zurechtfinden: Vielleicht sollte man bei der Übersetzung auf deutsche Leser Rücksicht nehmen und die typisch schwedische Angewohnheit, Personen mit Vor-, Nach- oder Spitznamen zu erwähnen entweder auf den Namen beschränken oder ein Glossar anbieten. Mein Fazit: Viele Spuren, noch mehr private Verwicklungen, mittlere Wertung

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Zum Inhalt: Die Studentinnen Frances und Bobbi lernen Melissa - eine Fotografin - und ihren Mann, den Schauspieler Nick kennen. Obwohl das Ehepaar gut 10 Jahre älter ist, findet sich eine gemeinsame Ebene, auf der zuerst diskutiert und dann geliebt wird. Mein Eindruck: Viel Gequatsche um fast nichts. Oder: Mir persönlich hat sich der Hype um dieses Debüt der irischen Schriftstellerin Sally Rooney und seine vielfache Prämierung nicht erschlossen. Dass es junge Menschen geben mag, die so reden, wie in diesem Buch eloquent parliert wird, ist durchaus möglich (die Autorin ist kaum älter als ihre beiden Hauptfiguren Frances und Bobbi gewesen, als sie das Buch schrieb), aber eher ungewohnt. Der Schreibstil war gut, aber auch nicht der Überflieger - das mag der Übersetzung geschuldet sein - und dass mancher Leser das Buch nicht aus der Hand legen konnte, erschließt sich mir ebenfalls nicht. Aber - wie sagt man so schön bei Abschieden, die nicht zu weh tun sollen - es liegt nicht an dir, es liegt an mir. Ich verstand nicht, was das Buch mir letztendlich sagen sollte. Zu vieles darin war mir zu unglaubwürdig und zu gewollt. Die Dialoge waren gestelzt, die Ausgangslage (warum traf man sich eigentlich überhaupt andauernd bei Melissa?) zu bemüht und die Entwicklung der Beziehung/en seltsam. Man hat ein großes Schmerzproblem durch eine schlimme Krankheit und verschweigt dieses nicht nur vor den Menschen, die einem nahe stehen, sondern auch in der Uni und verbaut sich möglicherweise seinen ganzen Lebensweg? Weshalb? Für mich ist das Buch ein typisches folgender Sorte: Ich schreibe jetzt einen tiefgründigen Roman, was nehme ich da? Komplizierte Beziehungen, Krankheit, schwere Kindheit, fertig! Und siehe da, - es wird ein Bestseller! Herzlichen Glückwunsch, alles richtig gemacht. Mein Fazit: Der Roman wird seine Liebhaber finden, mir war er jedoch zu kapriziös

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