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Raum und Subversion

Die Semantisierung des Raums als Gegen- und Interdiskurs in…
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Produktdetails

Titel: Raum und Subversion
Autor/en: Irene Lamberz

ISBN: 3831609500
EAN: 9783831609505
Die Semantisierung des Raums als Gegen- und Interdiskurs in russischen Erzähltexten des 20. Jahrhunderts (Charms, Bulgakov, Trifonov, Pelevin).
Utz Verlag GmbH

1. Dezember 2010 - kartoniert - 325 Seiten

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Im 20. Jahrhundert trat die Sowjetunion mit dem Anspruch auf, Mensch und Raum neu zu definieren. Auch mit Hilfe der Literatur als Medium kultureller und politischer Veränderungen sollte die revolutionäre Umgestaltung der Lebenswirklichkeiten und die Implementierung neuer Ideale aktiv in die gewünschte Richtung gesteuert werden. Wie sich literarische Texte einer solchen Einschränkung ihrer Darstellungsautonomie widersetzen, wird an Textbeispielen der Autoren Daniil Charms (1905-1942), Michail Bulgakov (1891-1940), Jurij Trifonov (1925-1981) und Viktor Pelevin (geboren 1962) deutlich: In den vorgestellten Romanen werden eigenständige fiktionale Raumwelten entwickelt, die angesichts eingeschränkter Lebenswirklichkeiten und ideologischer Bevormundung das semiotische Potential des Raums und damit auch die dahinterliegende Symbolkraft subtil zurückerobern. Parallel zur Entschlüsselung textspezifischer Raumcodes verbindet die Autorin gängige mit weniger erschlossenen Theorien zur literarischen Raumdarstellung und -semantisierung und erweitert damit den Zugang zu einem zentralen Aspekt literarischer Wirkung und Ästhetik.
1;Inhaltsverzeichnis;8
2;VORWORT;10
3;1. Raum als zentraler Aspekt der Selbst- und Fremdwahrnehmung in der russischen Kultur;11
3.1;1.1. "Wir verwandeln die ganze Welt in einen blühenden Garten" - die Sakralisierung des Alltagsraumes und die Rolle der Literatur;16
3.2;1.2. Die Literatur als Medium des Neuen Raums und als Ort zwischen den Zeilen;17
3.3;1.3. Raummythen als Grundlage der Raumsemantisierung;23
3.4;1.4. Das kulturspezifische 'Raumvermögen.. der russischen Literatur;36
4;2. Raum als literatur- und kulturwissenschaftlicher Parameter;39
4.1;2.1. Methodische Vorüberlegungen zum Umgang mit künstlerischem Raum;42
4.2;2.2. Raum als Erinnerungsmedium der Literatur;44
4.3;2.3. Überblick über einige zentrale literatur- und kulturwissenschaftliche Betrachtungsweisen des Raums;46
5;3. Daniil Charms absurde Erzählungen als poetologische Transzendierung und 'Umkehrung' einer verkehrten Welt164;102
5.1;3.1. Der Petersburger Raum als 'heterologischer (Hetero)Topos'?;102
5.2;3.2. Ob..riutische Konzepte von Gegenstand und Raum;108
5.3;3.3. Weitere zeitgenössische Raumwahrnehmungen und Konzeptualisierungen;110
5.4;3.3. Charms philosophisches Raumkonzept als (meta)fiktionale Grundierung;123
5.5;3.4. Die sakrale Transformation des Raumes in Starucha;130
5.6;3.5. Zeitloser Raum in Starucha?;133
5.7;3.6. Die (umgekehrte/ inverse) Perspektivenstruktur in Starucha;137
5.8;3.7. Wunder und Transzendierung des (Alltags-)Raumes;146
5.9;4. Die topologische Unbeherrschbarkeit des Raums als Semantisierungs-strategie;163
5.10;in Michail Bulgakovs Master i Margarita;163
5.11;4.1. Moskau und Jerusalem als Antipoden;168
5.12;4.2. Fragmentarisierungen und Synthetisierungen des Raums;173
5.13;4.3. Die Karnevalisierung als 'teuflische Infektion' und subversive Grenzauflösung;176
5.14;4.4. (Mind)Mapping - fiktionalisierte Raumerinnerung als dialogische Überblendung;189
5.15;4.5. Wohnung, Haus, Heimat - die Reintegration des Privaten;191
5.16;4.6. Bulgakovs phantastische Raumerweiterung als Subversion;195
5.17;4.7. Die Resakralisierung des sowjetischen Raums im Sinne des Gottesnarren-tums;199
5.18;('jurodstvo');199
6;5. Vom semantisierten Raumkontext zum semantischen Textraum: Moskau als 'stiller Winkel' in den Romanen Jurij Trifonovs;205
6.1;5.1. Moskau als ideologischer und als lebensweltlicher Chronotopos bei Jurij Trifonov;206
6.2;5.2. Überformung des sozial(real)istischen Chronotopos bei Trifonov;213
6.3;5.3. Der erinnerte Raum als Gegendiskurs: Erinnerung statt Prospektivität;222
6.4;5.4. Raum am Anfang und am Ende: Ränder als 'human mapping';225
6.5;5.5. Der Roman als Ort der Grenzüberschreitung und der 'Norm(al)isierung';229
6.6;5.6. Moskau als Zentrum des Sozialismus und als 'stiller Winkel';234
6.7;5.7. Trifonovs Raumdarstellung als Evokation und als Provokation;237
7;6. Viktor Pelevins multiple und virtuelle Räume als Ausdruck eines neuen (Anti-)Bewusstseins;244
7.1;6.4. Raummythen der Vergangenheit als halluzinogene Zwischenräume: Hyperspace und Hyperbewusstsein;248
7.2;6.2. ..apaev i Pustota als Archiv fiktionaler und kultureller Räume und Raumtypen;255
7.3;6.3. Die metafiktionale Rahmung als 'Interspace' ?;256
7.4;6.5. Leere, Wüste, Nirwana, Nichts - Konzeptionalisierung vs. Semantisierung?;261
7.5;6.6. Die Frage nach dem virtuellen Raum - nach der Utopie - nach Russland;265
7.6;6.7. Das Spiel mit den Raumerwartungen: fiktionalisierte Chronotopoi und Meta- bzw. Hybrid-Räume;267
7.7;6.8. Die Halluzination als Verfahren - Dekonstruktionen des mythisierten Raumes;269
7.8;6.9. Russland als Psychotop oder als Durchgangsstation auf dem Weg der Initiation?;272
8;7. Schlussbemerkungen: Die Ausspielung des fiktiven gegen den realen Raum;278
8.1;7.1. Chronotopisierung vs. Auflösung des Chronotopos;278
8.2;7.2. Das Ende der Heterotopie vs. unerschöpfliche Gegenwelt Literatur;280
8.3;7.2. Dimensionen zwischen den Zeilen - Raum als (mehrdimenisonales) Zeichen;284
8.4;7.4. Die (Re)Sak
Irene Lamberz, geboren 1972 in Thessaloniki, studierte in München Slavistik, Interkulturelle Kommunikation und Psycholinguistik. Anschließend absolvierte sie einen Studiengang Erwachsenenbildung an der Hochschule für Philosophie. 2003 bis 2008 promovierte sie im Rahmen des Internationalen Promotionsprogramm Literatur und Kulturwissenschaft (IPP/DAAD) an der Justus-Liebig-Universität Gießen und baute parallel dazu im Gießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften (GGK/GCSC) dessen Career Service auf.
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