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Die Krise der Psychologie (1927)

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Produktdetails
Titel: Die Krise der Psychologie (1927)
Autor/en: Karl Bühler

ISBN: 3934730043
EAN: 9783934730045
Velbrueck GmbH

Januar 2000 - gebunden - 267 Seiten

Karl Bühlers Werk umfasst wichtige Beiträge zu einer beeindruckenden Vielzahl verschiedener Disziplinen, unter anderem zur Denk-, Gestalt- und Sprachpsychologie sowie zur Zeichen-, Kommunikations- und Wissenschaftstheorie.

Nicht zuletzt aufgrund der historischen Ereignisse sind heute wesentliche Teile des Bühlerschen Werkes beinahe in Vergessenheit geraten. Das ist um so bedauerlicher, als Bühlers Forschungen zu den anregendsten und zugleich fruchtbarsten wissenschaftlichen Leistungen des 20. Jahrhunderts gehören.

Dieser Band bietet alle von ihm selbst veröffentlichten Monographien sowie mit wenigen Ausnahmen seine kleineren Schriften unter Einschluß der wichtigsten Rezensionen in einem systematischen Zusammenhang. Zugleich wird im Rahmen dieser Ausgabe der erhaltene Nachlass Karl Bühlers erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Hinweis: Bde. 1-3 erscheinen NICHT.
Karl Bühler von Charlotte Bühler
«Karl Bühler. Eine biographische Skizze»

Er wurde am 27. Mai 1879 in Meckesheim, einer kleinen Stadt in der Nähe von Heidelberg, geboren. Sein Vater stammte aus einer kleinbäuerlichen Familie, die aus der Schweiz kam, während seine Vorfahren mütterlicherseits Bürgermeister und Bauern waren. Da seine Mutter der katholischen Kirche angehörte, während sein Vater protestantisch war, wuchs Karl in einer Atmosphäre religiöser Toleranz auf. Er erhielt ein Stipendium zum Besuch des katholischen Gymnasiums in Tauberbischofsheim, wo er 1899 das Abitur ablegte; im selben Jahr immatrikulierte er sich an der medizinischen Fakultät der Universität Freiburg in Baden. 1903 absolvierte er seine medizinische Doktorprüfung und wurde Assistent des berühmten Physiologen Johannes von Kries. Zugleich war er für einige Jahre praktizierender Arzt.

Karl war seit Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn auf Probleme der Forschung konzentriert; das Problem, das ihn während seines ganzen Wissenschaftlerlebens faszinierte und dem er sich unter verschiedenen Blickwinkeln näherte, war die Funktionsweise des Geistes in Beziehung zu den Funktionen des Körpers. Nach einigen physiologischen Forschungen und Publikationen begann Karl Psychologie zu studieren. 1904 wurde er an der Universität Straßburg zum Dr. phil. promoviert, woran sich weitere Studien in Würzburg und Berlin anschlossen. Zu seinen bedeutendsten Lehrern gehörten Carl Stumpf, Benno Erdmann und Oswald Külpe. 1906 wurde er Dozent an der Universität Würzburg, und in den folgenden neun Jahren war er der engste Mitarbeiter, Freund und Assistent von Oswald Külpe; diese enge Zusammenarbeit wurde auch 1909 fortgesetzt, als Külpe einen Ruf an die Universität Bonn annahm, wohin ihm Karl als Professor der Psychologie folgte. 1913 erhielt Külpe einen Ruf an die Universität München, und auch dort setzten sie die gemeinsame Arbeit fort. Das Münchener psychologische Laboratorium wurde von Karl Bühler aufgebaut. Es war mit den zur damaligen Zeit neuesten technischen Apparaturen ausgerüstet, wie sie in der experimentellen Psychologie benötigt werden, so daß man sagen kann, daß dieses Institut zu den modernsten psychologischen Forschungsstätten in Deutschland zählte.

1914 wurde Karl zum Militärdienst eingezogen. Er nahm am Ersten Weltkrieg als Sanitätsoffizier im Rang eines Hauptmanns teil. In dieser Stellung organisierte er das militärpsychologische Testprogramm für Fahrer von Militärtransporten und für Flugzeugpiloten. Außerdem arbeitete er in München zusammen mit dem Psychiater Isselin an der psychologischen Erforschung und der psychiatrischen Rehabilitation von hirnverletzten Soldaten. 1918 wurde er Psychologie-Ordinarius an der Technischen Hochschule in Dresden, und 1922 folgte er einem Ruf an die Universität Wien, wo er in den folgenden sechzehn Jahren sowohl das psychologische Institut leitete als auch Professor an der Lehrerausbildungsstätte der Stadt Wien war. Es war das erste Mal, daß ein Experimentalpsychologe in Wien wirkte.

Während dieser sechzehn Jahre baute Karl unter Mitarbeit seiner Frau, Dr. Charlotte Bühler, und einer ständig anwachsenden Gruppe von Assistenten und Studenten aus aller Welt ein Psychologisches Institut auf, das damals als eine der modernsten Einrichtungen auf der ganzen Welt angesehen wurde. Karls Hauptvorlesung über "Allgemeine Psychologie" galt als ein gesellschaftliches Ereignis und wurde von bis zu 1000 Studenten besucht. Die Seminare waren bis auf den letzten Platz mit hervorragenden wissenschaftlichen Mitarbeitern und Doktoranden aus aller Welt besetzt. 1937 nahmen Studenten aus 18 Nationen an diesen Veranstaltungen teil. Ein großer Teil der Studierenden, ungefähr zehn Prozent ihrer Gesamtzahl, kam aus den Vereinigten Staaten. Zu ihnen gehörten herausragende Psychologen und Mediziner wie Edward C. Tolman, David Klein, Henry Wegrocki, Rev. Hugh J. Bihler, Rev. Robert T. Rock, René Spitz, Henry Beaumont, Martha Guernsey-Colby, Ruth Cruikshank, Hildegard Durfee, Edgar Daniels, Josephine Gleason, Pearl Greenberg, Louis D. Hartson, Ernest Ligon, Robert McMurray, Neal Miller, Margaret Wylie, Goodwin Watson, Ruth Welcher. Zahlreiche heutzutage bekannte Psychologen, Psychoanalytiker und Psychiater erhielten ihre psychologische Grundausbildung bei Karl und Charlotte Bühler oder nahmen an deren Seminaren teil. Zu ihnen zählen Heinz Hartmann, Rudolf Ekstein, Frederick Hacker, Hedda Bolgar, Paul Lazarsfeld, Egon Brunswik, Else Frenkel, Liselotte Fischer, Käthe Wolf, Edith Weisskopf, Marie Jahoda, Lotte Schenk, Hildegard Hetzer.

Die Studenten, die an diesen Veranstaltungen und speziell an dem berühmten »Psychologischen Colloquium« teilnahmen, genossen nicht nur die wissenschaftlich anregende Atmosphäre, sondern auch die gesellschaftlichen Zusammenkünfte, die regelmäßig im Anschluß an die Seminarsitzungen und andere Ereignisse stattfanden. Bei zahlreichen Exkursionen lernten die ausländischen Gäste das alte Wien kennen, wenn die Professoren und Studenten gemeinsam in die berühmten »Heurigen«-Lokale in Grinzing einkehrten oder wenn sie auf den Kobenzl, ein Schloß auf einem der Hügel oberhalb Wiens, zum Tanzen fuhren.

Karl war während der Dauer seiner Wiener Professur zu wiederholten Malen Gastprofessor in den Vereinigten Staaten: 1927-28 an den Universitäten Stanford, Johns Hopkins und Harvard und 1929 an der Universität Chicago. 1927 wurde ihm vom Wittenberg College der juristische Ehrendoktor verliehen, als er dort an einem Symposion über Emotionen teilnahm. 1929 reiste er zum Internationalen Psychologenkongreß in New Haven. 1929 war Karl Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Für die Jahre 1926-36 wurden ihm und Charlotte Bühler für ihr Institut ein Forschungsstipendium der Rockefeller Foundation zur Verfügung gestellt. Er hielt in zahlreichen Ländern Gastvorlesungen, wozu unter anderem England, Frankreich, Spanien, Deutschland, Ungarn, die Tschechoslowakei, Rumänien, Schweden und Norwegen gehörten.

All das fand ein Ende, als die Nazis 1938 in Wien einmarschierten und Karl verhaftet wurde; man warf ihm vor, er habe die austro-katholische Regierung des Kanzlers Schuschnigg unterstützt und sei sowohl in seinem Privatleben als auch in der Verwaltung seines Instituts philosemitisch gewesen. Norwegische Freunde, deren Unterstützung Charlotte Bühler gewinnen konnte, befreiten Karl aus der Haft und bewerkstelligten es, daß er und seine beiden Kinder Ingeborg und Rolf nach Norwegen ausreisen konnten. Nach einer kurzen Gastprofessur in Oslo emigrierte Karl in die Vereinigten Staaten, wo er am Scholastica College in Duluth, Minnesota, eine Psychologie-Professur übernahm. Mit einer kurzen Unterbrechung durch eine Gastprofessur an der Clark University in Worcester arbeitete Karl von 1940 bis 1945 am St. Thomas College in St. Paul, Minnesota. Im Anschluß daran lebte er in Los Angeles, wo er eine Privatpraxis eröffnete und psychologischer Berater an dem Cedars of Lebanon Hospital und klinischer Assistenzprofessor für Psychiatrie an der medizinischen Abteilung der Southern California Universität wurde.

Zwei Gedanken von grundsätzlicher Bedeutung ziehen sich durch das gesamte wissenschaftliche Werk Karl Bühlers: (1) der Gedanke von der fundamentalen Rolle der Biologie für das Verständnis der Funktionsweise des menschlichen Geistes; (2) die Auffassung von der kreativen Beschaffenheit des menschlichen Denkens. Karl stellte zu Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere fest, daß das psychologische Denken von der Wundtschen Assoziationstheorie beherrscht wurde. Durch seine Auseinandersetzung mit der Assoziationstheorie fand Karl frühzeitig Anerkennung und die Zustimmung der jüngeren Psychologengeneration. In Experimenten wies er die völlige Verschiedenheit kreativer Denkprozesse von solchen Prozessen nach, die auf der Wiederholung von Erlerntem basieren. Von dort aus wendete er sich der Erforschung anderer höherer Geistesfunktionen zu. 1913, mehrere Jahre bevor Köhler, Wertheimer und Koffka ihre Gestalttheorie entwickelten, führte Karl in experimentellen Untersuchungen den Nachweis, daß die Gestaltwahrnehmungen spezifischen Gesetzen folgen und nicht auf die Summe von Reaktionen auf singuläre Sinnesreize reduziert werden dürfen. In diesem Zusammenhang entstand auch Karls Buch "Wahrnehmung", bei dem es sich um eine theoretische Studie voll von neuen Forschungsideen handelt, die sein Schüler Egon Brunswik zu einem späteren Zeitpunkt weitergeführt hat. In der Folgezeit interessierte sich Karl für die menschliche Entwicklung im Kindesalter und führte biologische Begriffe in die Erforschung der Kinderpsychologie ein. Das aus diesen Studien resultierende Buch, Die geistige Entwicklung des Kindes (Jena: Gustav Fischer 1918), erlebte in den folgenden zehn Jahren sechs Auflagen und war einer der überall in Europa verbreitetsten Texte zur Kinderpsychologie. Eine Kurzfassung dieses Buches, die in London in englischer Übersetzung publiziert wurde, ist unter Mitarbeit von Lotte Schenk neu aufgelegt und auch in Deutschland veröffentlicht worden.

Die verschiedenen Ansätze bei der Erforschung psychologischer Phänomene beschäftigten Karl in dem Buch Die Krise der Psychologie (Juni 1927). Bei der vergleichenden Beurteilung von Behaviorismus, dem dynamischen Ansatz der Psychoanalyse und der Erforschung innerer Erfahrungen durch den Experimentalpsychologen gelangte Karl zu der Schlußfolgerung, daß in der Psychologie drei allgemeine Grundmethoden möglich sind, nämlich die Erforschung des Verhaltens, die Erforschung innerer Erfahrungen und die Erforschung der Ergebnisse von Aktivitäten, die er alle drei für notwendig und komplementär hielt.

Die wohl wichtigsten Leistungen Karl Bühlers liegen auf dem Feld der Sprache. Seine beiden Bücher Sprachtheorie (1934) und Ausdruckstherorie (1933) werden von Fachleuten als grundlegende Untersuchungen der Struktur von Sprach- und Ausdrucksprozessen angesehen. Später kehrte er zu den biologischen und klinischen Fragestellungen der früheren Jahre zurück und beteiligte sich an einer Rorschach-Studie.

Aus historischer Perspektive stellt sich die Frage, worin genau Bühlers Leistung besteht. Welchen Strömungen ist sein Werk in welcher Weise zuzuordnen? In welcher Beziehung steht Bühler zu Freud, mit dem er zeitweilig in derselben Stadt wohnte? Bühlers Denkweise ist nicht im Sinne der Freudianer "dynamisch". Dynamische Psychologen könnten ihn für einen Prä-Freudianer halten. Nichtsdestoweniger stellte Bühler zur selben Zeit wie Freud Fragen, die Freud in dieser Weise weder stellte noch beantwortete und die - geht man über Freud hinaus - bis heute psychologische Probleme darstellen. Diejenigen, die Bühler als den Wissenschaftler betrachten, der sich an der Überwindung des Wundtschen Assoziationismus und am Aufbau der Entwicklungspsychologie beziehungsweise der modernen Wahrnehmungs - und Gestaltforschung beteiligte, würden ihn sicher in historischer Sicht der Periode des prä-freudianischen Funktionalismus zuordnen.

Es sollte jedoch nicht außer acht gelassen werden, daß Bühler eine Reihe von Problemen aufwarf, die auch heute noch die Psychologie beschäftigen. Bühler setzte sich mit der Frage nach der Kreativität auseinander und führte in seinem Buch Die Krise der Psychologie in seiner eingehenden Auseinandersetzung mit Freuds Theorie den Nachweis, daß die in der Funktionslust und der Befriedigungslust enthaltenen Prinzipien von Freuds Grundannahmen nicht abgedeckt werden. Gerade dieses Problem beschäftigt uns noch heute, und auch Bühler befaßte sich in seinem Spätwerk mit dieser Frage. Bühler setzt die Kreativität in Beziehung zu grundlegenden biologischen Prozessen.

Es war und bleibt Bühlers Überzeugung (die durch ähnliche Ansichten und Untersuchungen von Charlotte Bühler bestätigt wurde), daß das Lebewesen primär unter der Perspektive dieses Kreativitätsprinzips verstanden werden muß, das heißt im Hinblick auf die Fähigkeit, neue Formen auszubilden, während die dynamische Psychologie das Leben im wesentlichen als eine Überwindung von Störungen im Interesse einer Wiederherstellung des Gleichgewichts betrachtet. Dieses letztere Prinzip, dem für das Verständnis und die Behandlung von Neurosen grundsätzliche Bedeutung zukommt, reicht nach Bühlers Meinung nicht für das Verständnis von fundamentalen Lebensprozessen aus.

Aus diesem Grund nimmt Bühler in der Psychologie einen Platz neben Freud ein. Bühlers Werk, das seinen Ausgang in prä-freudianischem Denken nahm, stellt einen bahnbrechenden Beitrag zur Überwindung der mechanistischen Wundt-Epoche der Psychologie dar und mündet in neue Konzepte, um deren Ausarbeitung sich die moderne Psychologie bemüht.

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