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Rip van Winkle

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Produktdetails
Titel: Rip van Winkle
Autor/en: Max Frisch

ISBN: 3150083060
EAN: 9783150083062
'Reclam Universal-Bibliothek'.
Reclam Philipp Jun.

kartoniert - 62 Seiten

»Das ist die Skizze von einem Menschen, der nie gelebt hat: weil er von sich selber forderte, so zu sein, wie die andern es von ihm forderten. Und eines Tages, als er aus diesem Spuk erwachte, siehe da, die Leute kannten seinen Namen, es war ein geschätzter Name, und die Leute konnten es nicht dulden, daß einer ohne Namen lebte. Sie steckten ihn in das Gefängnis, sie verurteilten ihn zu sein, was er gewesen ist, und duldeten nicht seine Verwandlung
Max Frisch, 15. 5. 1911 Zürich - 4. 4. 1991 ebd. F. studierte zunächst Germanistik, dann von 1936 bis 1941 Architektur in Zürich. 1942 eröffnete er nach der erfolgreichen Teilnahme an einem Wettbewerb ein Architekturbüro, das er neben seiner literarischen Tätigkeit bis 1955 betrieb. Danach lebte er als freier Schriftsteller in Zürich, von 1960 bis 1965 in Rom, dann in Berzona im Tessin, 1971 in New York, dann wieder meist in Zürich. Von 1958 bis Anfang 1963 hatte er eine Beziehung zu I. Bachmann. Die Erfahrungen seiner zahlreichen Reisen - durch das zerstörte Nachkriegseuropa, immer wieder in die USA - schlugen sich in seinen Werken nieder. Er erhielt zahlreiche bedeutende Auszeichnungen für sein Werk, darunter 1958 den Georg-Büchner-Preis. Bereits 1934 veröffentlichte F. seinen ersten Roman, verwarf aber dann die weitere frühe Produktion und suchte einen Neuanfang (als Architekt). Erst die Tagebuchaufzeichnungen der Militärzeit führten ihn zurück zur Literatur; sein zweiter Roman (J'adore ce qui me brûle) behandelt den Widerspruch zwischen Künstler- und Bürgertum und endet mit dem Scheitern des Helden. Eine entschieden neue Phase seiner dichterischen Entwicklung setzte nach dem Krieg mit der Hinwendung zum Drama ein, wobei die Begegnung mit Brecht in Zürich 1947/48 einen tiefgreifenden Ein¿uss ausübte. Nach mehreren Stücken, die direkt oder indirekt die Nachkriegssituation re¿ektierten, und einem spielerisch-witzigen Anti-Don Juan hatte er seinen ersten großen Bühnenerfolg mit dem Lehrstück ohne Lehre Biedermann und die Brandstifter: Es handelt, parodistisch kommentiert durch einen antikisierenden Chor, von der Blindheit und Unbelehrbarkeit des Bürgertums, als Parabel u. a. zu beziehen auf Hitlers Machtergreifung. Mit Andorra, einem weiteren an Brechts epischem Theater orientierten Parabelstück, demonstriert F. im Zusammenhang mit der für ihn zentralen Rollen- und Bildnisthematik den Mechanismus des allgemeinen Phänomens Vorurteil - Massenvorurteil (F.), ohne damit einen direkten Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung leisten zu wollen. In dem Stück Biogra¿e überträgt F. ein in seinem erzählenden Werk vielfältig erprobtes Konzept - Spiel mit Varianten, Möglichkeiten und Rollen - auf die Bühne. In Stiller, seinem bedeutendsten Roman, lässt er den Ich-Erzähler seine Lebensgeschichte unter der Voraussetzung erzählen, gerade nicht der verschollene Bildhauer Stiller zu sein. Dabei verbinden sich die tagebuchartigen Aufzeichnungen, Re¿exionen, Traumgeschichten, Beispielerzählungen und Lügengeschichten zu einem komplexen Gewebe, dessen Perspektivenvielfalt das zentrale Problem des Identitäts- und Realitätsverlusts des modernen Menschen und der Rollenhaftigkeit des Lebens überhaupt auch formal spiegelt. In Homo faber führt F. die Form des Tagebuchromans in noch komplexerer Weise weiter und entwirft, indem er nun einen (scheinbar) seiner selbst sicheren Helden mit einer auf Berechen- und Machbarkeit gegründeten Weltsicht in den Mittelpunkt stellt (und scheitern lässt), eine Art Gegenbild zu Stiller. An dessen Problematik knüpft auch Mein Name sei Gantenbein an, mit dem Unterschied, dass das Erzähler-Ich hier nicht nach seiner 'eigentlichen' Identität sucht, sondern überhaupt keine personale Identität besitzt und nur eine Fülle von Möglichkeiten durchspielt. Varianten des eigenen Ich zeigt die autobiographische Erzählung Montauk. In allen diesen Romanen zeigt sich eine Nähe zur Form des Tagebuchs; auch F.s eigentliche Tagebücher sind als künstlerische Gebilde, als eine Folge von aufeinander bezogenen persönlichen, faktisch-beschreibenden, poetologischen und ¿ktionalen Texten komponiert. Kontroversen in seiner Heimat löste er mit seiner Kritik an den Grundlagen des schweizerischen Selbstverständnisses aus (Gründungsmythos, Landesverteidigung). In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.


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