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Die Tat als Bild

Fotografien des Holocaust in der deutschen Erinnerungskultu…
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Produktdetails

Titel: Die Tat als Bild
Autor/en: Habbo Knoch

ISBN: 3930908735
EAN: 9783930908738
Fotografien des Holocaust in der deutschen Erinnerungskultur.
Mit Abbildungen und Übersichten.
Hamburger Edition

Oktober 2001 - gebunden - 1120 Seiten

Im Sog der Erinnerungsdebatten in den neunziger Jahren ist auch die mediale Vermittlung der nationalsozialistischen Verbrechen zum kontrovers diskutierten Thema geworden. Insbesondere durch die Auseinandersetzung um die Ausstellung ¿Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944¿ ist dabei die Funktion von Fotografien f¿r die Vergangenheitsverwandlung nach 1945 ins Zentrum der Debatte ger¿ckt.

Bereits zwischen 1933 und 1945 wurden Bilder von Verfolgung und Deportationen, Ghettos und Konzentrationslagern propagandistisch genutzt und damit ¿ffentlich. Schuldahnungen und Vergeltungsangst best¿gten sich durch die 1945 ver¿ffentlichten Leichenbilder aus den befreiten Konzentrationslagern, die im Rahmen der alliierten Informationskampagne die Deutschen mental und geographisch in die N¿ der Verbrechen r¿ckten. Diesem Vorwurf der N¿ zur Tat wurde in den Gr¿ndungsjahren der Bundesrepublik ein ikonographisches Erinnerungsprogramm gegen¿bergestellt, mit dem sich die Deutschen als doppelte Opfer von Nationalsozialismus und Krieg zusammenfinden konnten.

Erst Mitte der f¿nfziger Jahre brach die visuelle Amnesie auf. Zwischen 1955 und 1965 kehrten bestimmte Fotografien der Tat zur¿ck und f¿gten sich in einen Kanon aus Symbolbildern, der die westdeutsche Erinnerungskultur bis in die neunziger Jahre gepr¿ hat. Welche Bilder wurden dabei verwendet, welche nicht? Welchen Einflu¿hatten die einzelnen Medien auf die Verwendungsformen? Welche Bilderz¿ungen der NS-Verbrechen wurden zusammengestellt und welche ¿hetischen, technischen und politischen Gr¿nde gab es f¿r diese Auswahl?

Der Historiker Habbo Knoch untersucht mit quellenkritischen Methoden, ikonographischen Verfahren und semiotischen Feldanalysen auf einer breiten Materialbasis, die gerade auch popul¿ Medien wie Illustrierte, Landserhefte und Filme ber¿cksichtigt, aber ebenso die Verwendung von Fotografien in Ausstellungen und Schulb¿chern, Presse und B¿chern einbezieht, die Entstehung des visuellen Inventars zu den NS-Verbrechen in der westdeutschen Gesellschaft, arbeitet deren ikonographische Muster heraus und r¿ckt sie in die ¿ffentlichen Diskurse ¿ber die NS-Vergangenheit ein.

Fotografien werden hier nicht prim¿als Bildquelle, sondern hinsichtlich ihrer Gebrauchsweisen beleuchtet, an denen sich erinnerungskulturelle Ablagerungen von gesellschaftlichen Umgangsformen mit den Verbrechen des Nationalsozialismus ablesen lassen. Als Medien von kulturell gepr¿en Objektivierungen historischen Geschehens sind die verwendeten Aufnahmen Indikatoren f¿r Muster und Verschiebungen in der westdeutschen Erinnerungskultur insgesamt. Sie stehen in einem Wechselverh¿nis zu Vorstellungen und Deutungen der Tat, die in Bildauswahl und Bildkommentar manifest werden. Habbo Knoch liefert mit seinem Buch einen richtungweisenden Beitrag zur Wirkungsmacht der Bilder sowie zur Mentalit¿- und Kulturgeschichte der Bundesrepublik.



Zum Autor:

Habbo Knoch, Dr. phil., geboren 1969, studierte Geschichte, Philosophie, Politikwissenschaft und Soziologie in G¿ttingen, Bielefeld, Jerusalem und Oxford. Er arbeitet zur Zeit als wissenschaftlicher Assistent am Seminar f¿r Mittlere und Neuere Geschichte der Universit¿G¿ttingen.
Habbo Knoch, geb. 1969, wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Göttingen. Nach dem Studium in Göttingen, Bielefeld, Jerusalem und Oxford 1999 Promotion mit einer Arbeit zum fotografischen Bild des Holocaust in der deutschen Erinnerungskultur. Veröffentlichungen zur Erinnerungskultur in Deutschland und Israel, Geschichtswissenschaft sowie Fotografie und Holocaust.§
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