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Gedichte. Die Lehrlinge zu Sais

'Reclam Universal-Bibliothek'.
von Novalis
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Produktdetails

Titel: Gedichte. Die Lehrlinge zu Sais
Autor/en: Novalis

ISBN: 3150079918
EAN: 9783150079911
'Reclam Universal-Bibliothek'.
Herausgegeben von Johannes Mahr
Reclam Philipp Jun.

Januar 1997 - kartoniert - 328 Seiten

Der Band versammelt, vom Romanfragment 'Heinrich von Ofterdingen' abgesehen, das poetische Werk Friedrich von Hardenbergs - von Gedichten aus der Schulzeit und der Erzählung 'Die Lehrlinge zu Sais', die das berühmte Märchen von Hyazinth und Rosenblütchen enthält, über die 'Geistlichen Lieder' bis zu den 'Hymnen an die Nacht' und späten Gedichten und Entwürfen des frühverstorbenen Dichters.
Dichtungen in der Schulzeit - Gedichte aus der Tannstedter und Freiberger Zeit - Die Lehrlinge zu Sais - Geistliche Lieder - Hymnen an die Nacht - Späte Gedichte und Entwürfe
Novalis (d. i. Friedrich Freiherr von Hardenberg), 2. 5. 1772 Gut Oberwiederstedt (Harz) - 25. 3. 1801 Weißenfels.
N. stammte aus einem stark pietistisch geprägten Elternhaus. Als sein Vater 1784 Direktor der kursächsischen Salinen in Thüringen wurde, zog die Familie nach Weißenfels. N. studierte 1790-94 Jura in Jena, Leipzig und Wittenberg (Staatsexamen 1794) und trat in den Staatsdienst ein (1794 Praktikant in Tennstedt, 1796 Akzessist bei der Salinendirektion in Weißenfels). 1795 verlobte er sich mit der zwölfjährigen Sophie v. Kühn, die zwei Jahre später starb. Ende 1797 ging er zum Studium an die Bergakademie Freiberg, um seine naturwissenschaftlichen Kenntnisse zu erweitern. Nach dem Studienabschluss wurde er im Dezember 1797 Salinenassessor und Mitglied des Salinendirektoriums in Weißenfels. Als er im Dezember 1800 zum Amtshauptmann des Thüringischen Kreises ernannt wurde, war er bereits schwer erkrankt (wahrscheinlich Lungenschwindsucht). Er konnte das Amt nicht mehr antreten. N. hörte 1791 in Jena Schillers Geschichtsvorlesungen, lernte Goethe kennen, beschäftigte sich neben seiner berüichen Tätigkeit mit Johann Gottlieb Fichtes Wissenschaftslehre und fand dann 1795-96 zur so genannten Jenaer Romantik, dem Freundeskreis um die Brüder Schlegel, Dorothea Veit, Caroline Schlegel, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, L. Tieck usw., die durch die Praxis der Symphilosophie ihre Produktivität gegenseitig zu fördern suchten. 1798 erschien unter dem Pseudonym Novalis (der Neuland Rodende) im Athenaeum seine erste bedeutende Veröffentlichung, die Fragmentensammlung Blüthenstaub. Eine weitere Sammlung folgte, doch die große Masse seiner Fragmente wurde erst postum gedruckt. Sie weisen eine große thematische Vielfalt auf, behandeln religiöse, ästhetische und literarische Gegenstände und re ektieren N.' Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Philosophie und Naturwissenschaft. Hier nden sich zentrale programmatische Äußerungen der Frühromantik (Nach innen geht der geheimnißvolle Weg), darunter auch ein grundlegendes, mit mathematischen Begriffen operierendes Poesieprogramm. Romantische Geschichtsdeutung bietet sein Essay Die Christenheit oder Europa von 1799, der auf Rat Goethes zunächst ungedruckt blieb (vollständige Veröffentlichung zuerst in der 4. Aü. der Schriften, 1826). Sein bedeutendstes lyrisches Werk sind die Hymnen an die Nacht, die auf äußerst subjektive Weise Persönlichstes und Allgemeines - Todeserfahrungen, Mystik, Religion, Fichtes Ich-Philosophie - zur visionären Schau eines Reichs der Liebe als poetische Religion verbinden. Traditioneller sind N.' Geistliche Lieder, die z. T. in Gesangbücher eingingen. Als Erzähler begann N. mit dem fragmentarischen symbolischen Naturroman Die Lehrlinge zu Saïs (entst. 1798-99), der vom Weg zur Selbst- und Naturerkenntnis spricht; unvollendet blieb auch der Roman Heinrich von Ofterdingen, dessen erster Teil 1799-1800 entstand. Er schließt an die Reihe der romantischen Künstlerromane an; in betontem Gegensatz zur oeconomischen Natur von Goethes Wilhelm Meister geht er den Weg nach Innen, zielt auf eine Poëtisierung der Welt durch die schöpferische Einbildungskraft. Die blaue Blume, der sich der Held im Traum nähert, wurde zu einem Symbol für die Romantik schlechthin. N.' Romanfragmente wurden zuerst in den von F. Schlegel und Tieck postum herausgegebenen Schriften gedruckt.


In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
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