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Die Medici

Florenz im Zeitalter der Renaissance.
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Produktdetails

Titel: Die Medici
Autor/en: Volker Reinhardt

EAN: 9783406623004
Format:  EPUB
Florenz im Zeitalter der Renaissance.
Beck C. H.

5. Juli 2011 - epub eBook - 123 Seiten

Der Aufstieg der Medici zur fürstlichen Herrschaft über Florenz und die Toskana verläuft steil. Er wird mit Mitteln gebahnt, die für Europa zukunftsweisend werden sollten und zugleich die besten Köpfe der Zeit in ganz neuartiger Weise über Politik und Moral, über Erfolg und die Verlaufsgesetze der Geschichte nachdenken lassen. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts durch erfolgreiche Bankgeschäfte reich geworden, gelingt es den Medici, 1434 eine Machtstellung zu errichten, die ein Jahrhundert lang überwiegend informell, inoffiziell und indirekt bleibt und daher zum Experimentieren mit Verfassungsformen und Machttechniken zwingt. Deren vielleicht wichtigste ist Kulturpatronage, die Propaganda in Kunstwerken. Beide Ebenen werden in diesem Buch, das erstmals seit längerer Zeit die stark aufgesplitterte historische Forschung zusammenführt, aufeinander bezogen: die Ebene der überzeugungsmächtigen, aber gelegentlich auch Ablehnung provozierenden Bilder und die schwierige Ausübung der Macht in einem sehr labilen System. Nur vor diesem Hintergrund wird die Geschichte einer ungewöhnlichen Familie und der Stadt Florenz verständlich, in der eine neue Kunst, die der Renaissance, entsteht.
Volker Reinhardt, geb. 1954, ist Professor für Allgemeine und Schweizer Geschichte der Neuzeit an der Universität Fribourg. Bei C.H.Beck erschienen von ihm u.a. «Der unheimliche Papst. Alexander VI. Borgia» (2007), «Der Göttliche. Michelangelo» (2010) sowie in der Reihe C.H.Beck Wissen «Geschichte Italiens» (3. Aufl. 2006), «Die Renaissance in Italien» (2. Auflage 2007) und «Geschichte Roms» (2008).

II. Der unaufhaltsame Aufstieg zur Macht


(1400–1434)


Geldquellen und Geldanlage


In den ersten beiden Dritteln des 15. Jahrhunderts sind geschäftlicher und politischer Erfolg der Medici aufs engste verflochten. Die Umsetzung von Reichtum in Einfluß, später Macht, ist somit das erste große Transformationsunterfangen der Familiengeschichte.

In Angriff genommen wird es – in für die Medici typischer Union der Generationen mit reibungsloser Rollenverteilung – von Giovanni und seinen Söhnen Cosimo und Lorenzo. Diese Ummünzung von Geld in Status war kein automatischer Vorgang, sondern ein vielschichtiger Prozeß, in dem es letztlich darum ging, den stärkeren Teil der Ober- und einen gewichtigen Ausschnitt der Mittelschicht an die Interessen des Hauses zu binden. Als im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts die Geldquelle der Bank dünner zu sprudeln begann und schließlich weitgehend versiegte, war die Entwicklung so weit gediehen, daß das Netzwerk aus nützlichen Beziehungen zwar an verschiedenen Stellen riß, aber insgesamt tragfähig blieb. Zudem verfügten die Medici nach Jahrzehnten an der Spitze von Florenz jetzt über zusätzliche Quellen für Geld und Ansehen.

Da Geld der Rohstoff ihrer Macht war, verdient seine Herkunft unser Interesse. Wieder in Florenz, nahm Giovanni di Bicci Partner aus der alteingesessenen, aber wie die meisten Medici im Rufe der Unfriedfertigkeit stehenden, zu Magnaten erklärten und damit von den Führungspositionen der Republik ausgeschlossenen Familie Bardi auf. Die Bardi hatten in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts zu den ganz großen Bankiers Europas gezählt und führten den Medici damit ein – allerdings auch etwas anrüchiges – Sozialprestige aus einer fast versunkenen Epoche zu. Für seinen ältesten
Sohn Cosimo besiegelte Giovanni diese geschäftliche Verbindung auch familiär durch die Heirat mit Contessina de’ Bardi di Vernio.

Als Frau des reichsten Mannes Europas, aber unermüdlich bei Bäckern und Fleischern um Rabatt feilschend, sollte auch sie, scharfsichtig und scharfzüngig, in den Florentiner Legendenschatz Eingang finden. Weitere geschäftliche Erfolgsdaten lesen sich folgendermaßen: 1402 Gründung einer Bankfiliale in Venedig, im selben Jahr, für das insgesamt fünf Angestellte nachgewiesen sind, einer Woll-bottega in Florenz. Die zwischenzeitlich eingerichtete Zweigstelle in Neapel behauptet sich nicht auf Dauer, zu unruhig sind dort die Zeiten im Zeichen des Niederganges der Dynastie Anjou, die zudem in heftige Kämpfe mit dem Papst in Rom verstrickt ist. Von dort, aus der Ewigen Stadt, stammt (nach den bis heute gültigen Berechnungen Raymond de Roovers) etwas mehr als die Hälfte der gut 150.000 fiorini, die zwischen 1397 und 1420 als Reingewinn erwirtschaftet werden, nur ein Sechstel aus Florenz, etwas weniger aus Venedig, ein Zehntel aus Neapel, ein Zwanzigstel aus dem Wollgeschäft, das man überwiegend aus Gründen der Reputation und als Reminiszenz an eine größere wirtschaftliche Vergangenheit pflegte.

Denn trotz aller imponierenden Ziffern: im Verhältnis zu den großen Handels- und Bankenunternehmen vor den Bankrotts im Vorfeld der Pest von 1348 ist die so ungemein erfolgreiche Medici-Bank ein bescheidenes Unternehmen, sind ihre Gewinne im modernen Bankerjargon „Peanuts“. Dafür ist die Firma effizient und für Leistung durchlässig aufgebaut; man kann sich in ihr hocharbeiten, und einigen gelingt das auch. Gestaffelt sind auch die Gehälter. Besonders erfolgreiche Filialleiter erhalten einen deutlich höheren Anteil an der Dividende, als er ihnen nach der (geringen) Quote, mit der sie sich in
das Unternehmen eingekauft haben, zusteht. 1420, Giovanni ist inzwischen etwa 52 Jahre alt, wird das Unternehmen umstrukturiert. Von jetzt an ist sein Sohn Cosimo (feder-)führend; der Profit wird zu zwei Dritteln an ihn und seinen jüngeren Bruder Lorenzo als Chefs, zum restlichen Drittel an die Bardi und die übrigen Partner fließen. Von diesen amtiert Giovanni Benci, der sich als Filialleiter im für die Medici durch seine Messen interessanten Genf bewährt hatte, von 1434 bis zu seinem Tode 1455 als Generalmanager: eine Art nüchterner florentinischer Midas, der, was er anfaßte, zu Geld machte.

Den steilen wirtschaftlichen Aufstieg Giovannis mußten die führenden Familien mit Mißtrauen verfolgen. Aber offenbar hatten die Medici aus ihren Fehlern in der Vergangenheit gelernt, einige Lektionen sogar über Generationen hinweg. Sie waren nicht nur exemplarisch geschlossen, sondern auch politisch weder abstinent – was für Geschäft und Status abträglich gewesen wäre – noch überaktiv, sondern nach außen hin geradezu Modell guter Bürger. Erstmals erscheint Giovanni 1402 in der Stadtregierung, wo er später noch öfter vertreten ist, auch als Staatsoberhaupt auf zwei Monate – eine beachtliche, aber keineswegs aus dem Rahmen fallende politische Laufbahn. Mit gewisser Vorsicht kann man hier bereits von Imagebildung sprechen, einer von den Umständen erzwungenen.

Denn angesichts der bedenklichen Familientraditionen, eines Aufsteigern feindlichen Zeitklimas und der frostigen Beziehungen zu den politisch führenden Kreisen mußte in dieser frühen Phase jeglicher Konflikt mit – noch – mächtigeren Gegnern um jeden Preis vermieden werden. Die von Machiavelli ein knappes Jahrhundert danach – in starker Abhängigkeit von älteren Florentiner Quellen – referierten letzten Worte, die Giovanni di Bic
ci 1429 auf dem Totenbett an seine Söhne gerichtet haben soll, betonen die Unanstößigkeit der neuerworbenen Position, die auch den Söhnen als Schutz gegen Neid und Gefahr angeraten wird: soviel Politik wie nötig, um die soziale und wirtschaftliche Stellung zu behaupten, aber auch nicht mehr, um nicht Mißgunst zu erregen. Ob so gesprochen oder nicht, in jedem Fall in die kollektive Erinnerung eingegangen, beschreibt und verdeckt der erbauliche Diskurs Strategien. Denn parallel zur honorigen Ämterlaufbahn Giovannis schritt die Umsetzung von wirtschaftlicher in gesellschaftliche und politische Potenz voran. Sie läßt sich auch aus der Anlage des immensen Profits ermessen.

Machiavelli schreibt Giovanni die Durchsetzung des neuen Steuergesetzes zu, das am 24. Mai 1427 in Kraft trat und eine Vermögensabgabe von einem halben Prozent plus Kopfsteuer vorsah. Das Jammern unter den Reichen war ebenso groß wie der Glücksfall für den Historiker; denn diese neue, unter der Parole „Gleichheit vor dem Fiskus“ auch als innenpolitische Maßnahme zur Gewinnung des Volkswohlwollens konzipierte, in Wirklichkeit viel stärker als von Giovanni di Bicci von der innerhalb der Oligarchie führenden Familie Albizzi betriebene neue Steuer sollte auf alle Besitztümer erhoben werden und setzte daher eine entsprechende Aufstellung voraus. Landbesitz wurde zu diesem Zweck nach drei Durchschnittserträgen ebenso wie weitere Immobilien in Geld umgerechnet. Abzugsfähig waren Haus, Möbel, Arbeitsgeräte und mit einem Pauschalbetrag von zweihundert fiorini pro Kopf auch Familienangehörige. In einem Klima der Denunziation, der Hauptbuchkontrollen und des Mißtrauens im Sommer 1428 aufgestellt, erlaubt die erhaltene wirtschaftliche und demographische Bilanz des catasto, trotz aller Halb- und Unwahrheiten im einzelnen, einen genauen Blick in die s
oziale Schichtung der Stadt Florenz, für die 37.144 Einwohner aufgeführt werden. Zwischen diesen sind die Besitzunterschiede enorm. Faustregel für das 15. Jahrhundert: bei knapp einem Drittel aller Florentiner war nach Anrechnung der Abzüge für die Republik gar nichts zu holen; ein Prozent hingegen besaß ein Viertel des gesamten Stadtvermögens.

An steuerpflichtigen Werten deklariert Giovanni di Bicci, nur von Palla Strozzi aus einer der führenden Patrizierfamilien übertroffen, neben städtischem Besitz verschiedener Art ein regelrechtes ländliches Imperium: zwei Landhäuser zur familiären Sommerfrische, eines davon suburban gelegen, eines weit von der Metropole entfernt, 57 Bauernhöfe, zwei Wassermühlen, zwei Gasthäuser sowie weitere Immobilien zur Lagerung von Feldfrüchten oder Weitervermietung in Landstädten. Diese Geldanlage läßt tief blicken, auch in die Mentalität der führenden Geschäftsleute von Florenz (Palla Strozzi nannte noch viel mehr Landbesitz sein eigen). Diese Mentalität aber ist konservativ: Grundbesitz bringt niedrige, aber relativ sichere Rendite, vor allem jedoch Prestige, denn von Landrente lebt der europäische Adelige schlechthin. Die Florentiner Bankiers und Großhändler waren keine unermüdlich das Firmenkapital aufstockenden, Genußverzicht leistenden, permanent reinvestierenden frühmodernen Kapitalisten, sondern in mancher Hinsicht eine Zwischenschicht mit Affinität zum Adel. Denn obwohl sie mit Geld- und Handelsgeschäften in feudalen Kreisen Mitteleuropas verpönten Tätigkeiten nachgingen, teilten sie einen Großteil adeliger Werte: die – notfalls mit Blut(rache) zu reinigende – Ehre des Hauses, das Abstammungs- und Anciennitätsbewußtsein, den Sippenzusammenhalt und nicht zuletzt den Sinn für Abenteuer, wenngleich in...


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