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Mohrenkopf. Kriminalroman im Bremer Kunstmilieu

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Produktdetails

Titel: Mohrenkopf. Kriminalroman im Bremer Kunstmilieu
Autor/en: Bärbel Rädisch

EAN: 9783862820818
Format:  EPUB ohne DRM
1. Auflage.
Acabus Verlag

26. Juli 2010 - epub eBook - 144 Seiten

Eine Bremer Galerie ersteigert bei Christie
Bärbel Rädisch liebt es, historische Geschehnisse mit Fakten der Gegenwart zu verbinden. Im Fall "Mohrenkopf" gab eine Anzeige der Polizei im Bremer "Weser-Kurier" den Anstoß zum Roman. In Wuppertal geboren, lebte sie nach dem Mauerbau einige Jahre in Berlin, weil Arbeitskräfte fehlten. 1966 Umzug nach Bremen, Heirat, ein Sohn. Seit mehr als 10 Jahren wohnt sie in Asendorf in Niedersachsen. Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien. Bisher sind die Romane "Wer um alle Rosen wüsste." und "Schwimm, Benno" erschienen. Sie war 1996 Preisträgerin beim Wettbewerb der VHS Niedersachsen, 1999 beim 5. Concorso Internazionale di poesia, Beneventa, Italien und 2009 beim Institut für Migrationsforschung, Bonn.

2


Bratkes Herz schlug für alte Gemäuer, alte Bücher und alte Autos. Für die meisten Dinge nahm er sich viel Zeit, weil er durch Hektik nicht an Lebensqualität verlieren wollte. Er bewunderte zum Beispiel Dom-Baumeister, die wussten, zu ihren Lebzeiten würde das Gotteshaus nicht fertig gestellt werden. Es hielt sie dennoch nicht davon ab, mit dem Bau zu beginnen. Er kaufte selten ein neues Buch, weil er fand, alte Bücher erzählten viel darüber, was ihnen bisher widerfahren war. Manchmal erfreute er sich daran, es nur zu betrachten, wenn es mitgenommen aussah. Auch Gegenstände des täglichen Lebens verloren ihren Wert für ihn nicht, nur weil sie abgenutzt waren.

Lowinski amüsierte sich, dass Bratke eine Metallhülse benutzte, in die er seine Bleistifte schob, wenn sie durch anspitzen immer kürzer geworden waren. Er hätte den Stummel längst weggeworfen. Und mit einem Bleistift zu schreiben, wäre ihm sowieso nicht in den Sinn gekommen.

Ärgerlich fand er allerdings, wie oft Bratke eine Aussage nach einer Vernehmung durchlas, noch einmal und noch einmal. Er hielt das für Zeitverschwendung, und es nervte ihn. Bratke dagegen nannte es ‚zwischen den Zeilen lesen‘. Dass der zudem viele Dienstwege zu Fuß erledigte, missfiel Lowinski ebenfalls.

Auch heute entschloss Bratke sich, ein Stück zu Fuß zu gehen. Für einen Tag Ende März herrschten fast schon frühsommerliche Temperaturen, und Bewegung würde ihm gut tun. Er grübelte und musste sich eingestehen, dass er zu viel saß, zu wenig Sport trieb, vielleicht das ein oder andere Glas Rotwein am Abend zu viel trank und auch kein Kostverächter war, wenn etwas Leckeres auf dem Tisch stand. Er blieb an der Ecke Contrescarpe/Ostertorsteinweg kurz stehen, warf einen Blick hinüber zum ehemaligen Polizeihaus und wäre be
inahe von einem Radfahrer umgefahren worden. Nach einem zweiten Blick auf die ehrwürdige Fassade entschloss er sich, seiner früheren Wirkungsstätte einen Besuch abzustatten. Die Galerie würde er anschließend aufsuchen. Mit der Sekretärin von Mevis & Franklin hatte er keinen Termin ausgemacht, nur gesagt, er käme baldmöglichst vorbei.

Er vermisste das Flair des mächtigen Sandsteinkomplexes des alten Polizeihauses am Wall. Diese besondere Ausstrahlung, die ein Gebäude vermittelt, das eine Seele hat.

Er stellte sich vor, dass dieses Haus über Jahrzehnte unendlich viele Gespräche belauscht hatte und nun jedes Wort hinter dicken Mauern bewahrte wie Pretiosen in einem Banktresor. Aussagen hinter verschlossenen Türen, erhobene Anschuldigungen, verlesene Protokolle. Diebe, Mörder, Vergewaltiger, Schuldige und Unschuldige waren durch die langen Korridore geführt worden. Hinter diesen Mauern kannte man von den Machenschaften eines Kleinkriminellen bis zur groß angelegten Betrugsaffäre eines Konzerns, wo es um Milliarden ging, alle Spielarten.

Wehmütig sah er zum Fenster im dritten Stock hoch, hinter dem er mehr als zwanzig Jahre lang seine Fälle bearbeitet hatte. Trotz mancher Missstände trauerte er seinem alten Arbeitszimmer und der Umgebung nach wie einem guten Freund, der in eine weit entfernte Stadt zieht. Von außen sah das Gebäude aus wie eh und je. Selbst der Schriftzug Polizeihaus prangte noch über dem Eingang, obwohl inzwischen die Stadtbibliothek in die hohen Räume eingezogen war.

Kurzentschlossen einem Impuls folgend, überwand er wie all die Jahre zuvor die Steinstufen mit elastischen Sprüngen und stieß das mächtige Eingangsportal auf. Die klobige Klinke in Form einer Faust herunterzudrücken, bedeutete auch für Männerhände einen Kraftakt.

Bratke w
ar sprachlos. Er hatte das Gebäude seit dem Umzug nicht wieder betreten, wusste aber aus Zeitungsberichten, dass Millionen in den Umbau geflossen waren. Geld, das zu seiner Zeit für Renovierungen immer fehlte.

Niemand interessierte sich damals für undichte Fenster und laufende Toilettenspülungen.

Welche Farbe hatten die Vorhänge an den Fenstern eigentlich gehabt, überlegte er, und entschied sich für neutral. Und erst die Heizung! Entweder es war im Winter zu heiß oder eiskalt in den Amtsräumen gewesen, weil sich nichts regeln ließ. Ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Die Geräusche der gusseisernen Rippenmonster hatten Besucher oft belustigt, manchmal aber auch peinlich berührte Blicke hervorgerufen wegen der allzu menschlichen Töne. Weniger lustig hatte eine Kollegin die Begegnung mit einer Ratte auf der Toilette gefunden. Durch die Kanalisation war das Tier bis in die höheren Stockwerke im Fallrohr empor geklettert und hatte die Seife am Waschbecken angefressen. Alle Toilettenbecken waren damals mit Metallklappen verschlossen worden, die sich nur bei Spülung öffneten, getreu dem Motto, wo eine Ratte ist, sind hundert andere.

Jetzt fand Bratke sich in einem lichtdurchfluteten Foyer wieder mit Monitoren, an denen sich Leser über die Bestände der Bücherei informieren konnten. Fast jeder Hocker davor war besetzt und am Informationsschalter warteten eine Menge Leute darauf, an die Reihe zu kommen. Auf hellen Treppenstufen, die zu Terrassen im Kreis angeordnet waren, luden blaue Lederkissen zum ungenierten Herumlümmeln ein, wenn man es sich nicht in den überall verteilten kleinen Sesseln bequem machen wollte. Einige Besucher saßen und lasen.

Ein altmodisches rotes Sofa mit Dackelbeinen war mit lauter Buchrücken bekränzt und sah aus, als hätte es einen Faltenkragen. ‚Vorlesesofa für Kinder&lsqu
o; las Bratke auf dem Schild darüber. Ein großer Fleck auf dem roten Stoff schien Beweis zu sein, dass ein Kind nicht mehr daran gedacht hatte, sein Eis weiter zu schlecken, dachte er im Stillen. Er hatte keine Kinder, sonst wäre ihm vielleicht der Gedanke gekommen, eines hätte alles um sich herum vergessen, als es mit offenem Mund zuhörte, was Albus Dumbledore im Ligusterweg mit einem silbernen Ding, das aussah wie ein Feuerzeug, wohl im Schilde führte.

Bratke wandte sich nach links und blieb stehen. Hier war der Ausgang zum Hof gewesen. Den Innenhof überspannte nun ein Glasdach. Südländisches Flair vermittelten die Palmen in Kübeln, die Rohrstühle und Tische des Restaurants, das jetzt Gäste erwartete, wo die Einsatzfahrzeuge seit Jahrzehnten bei Wind und Wetter bereit gestanden hatten und das Heulen der Martinshörner von den Wänden zurückgeworfen worden war.

Wenn ich schon da bin, kann ich mich auch nach Fachliteratur über Silber erkundigen, dachte er, vielleicht hilft es mir bei meinen Ermittlungen weiter. Literatur über Schweizer Zunftpokale wird es sicherlich nicht geben, aber wer weiß?

Die Bibliothekarin hinter dem Tresen fragte nach seinen Wünschen. Tatsächlich fand sie auch etwas Geeignetes und gab ihm noch mit auf den Weg:

„Erkundigen Sie sich doch auch einmal im Focke-Museum, wenn jemand Bescheid weiß, dann da. Dort sitzen die Bremer Fachleute für Silber.“

Mit einem Stapel Bücher und einigen Vorbestellungen verließ er nach einer halben Stunde das Haus.

Gut zehn Minuten später bog er wieder in die Contrescarpe ein.

Nach ein paar Metern las er über einer Eingangstür „POP TRIFFT ART“, und in kleinen Buchstaben stand darunter: Plakatkunst, Grafik, Lithografie.

Komisch, bisher ist mir nie aufgefallen, dass es zwei Galerien in
dieser Straße gibt, dachte er. Ein optimaler Standort, der den Zustrom von Kunden garantierte, war diese Gegend nicht gerade.

Bei dem Wort garantieren sollte jeder vernünftige Mensch zusammenzucken. Bratkes Gedanken begannen zu kreisen. Eine Garantie gibt es für nichts im Leben, aber ein Marketing-Experte würde mit Sicherheit vorschlagen: In einer belebten Einkaufsstraße mit Läden der gehobenen Mittelklasse und zwei, drei Szene-Restaurants würde sich eine Galerie anbieten. Als Gag in der Nähe eine Glasbläserei, und im Gegensatz dazu ein Spezialgeschäft für Zigarren, dessen Inhaber schon Fidel Castro persönlich in Kuba begegnet sein will.

Die Menschen sind heutzutage gierig danach, sich mit mehr oder weniger bekannten Personen anzubiedern, vielleicht um ein wenig Glanz in ihr Alltagsleben zu bringen. Pilgerten manche nicht sogar zu Drehorten von Seifenopern, auch wenn längst alle Szenen im Kasten waren?

Die Tür zu „POP TRIFFT ART“ stand offen. Als Bratke einen Blick von draußen ins Innere warf, dachte er bei dem bunten Durcheinander von Klecksen und Strichmännchen an den Wänden eher an einen Mal- und Basteltreffpunkt für Kinder.

Das war auf jeden Fall nicht seine Welt. Achselzuckend ging er weiter. Am entgegengesetzten Ende der Häuserzeile befand sich das Domizil von Mevis & Franklin, wo er mit Gerlinde Kilian, der Sekretärin, sprechen wollte. Er war schon sehr gespannt, was ihn dort erwartete. Beide Galerien lagen in der Contrescarpe, einer Straße, in der die Gründerzeitvillen ehemaliger Bremer Kaufleute, die mit Bier, Kaffee, Gewürzen, Weinhandel oder Im- und Export um die Jahrhundertwende ihr Geld gemacht hatten und zu Reichtum gekommen waren, vom Prunk vergangener Zeiten kündeten.

Nahezu alle Gebäude waren von den Bomben des Zweiten Weltkriegs verschont geblieben. Pompöse Villen mi
t unzähligen Zimmern, die für heutige Verhältnisse auf riesigen Grundstücken standen.

Er erinnerte sich daran, wie ihm seine Großmutter einmal erzählt hatte, dass hier früher Großfamilien mit mehreren Generationen unter einem Dach wohnten, inklusive Tanten, Onkel, unverheiratete Cousinen und eine Schar von Kindern und Bediensteten. Die neuen Mieter oder Besitzer der hochherrschaftlichen Räume repräsentierten dagegen Vereine oder tummelten sich in der New Economy; außerdem waren hier...


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