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Jesus von Nazaret - was er wollte, wer er war

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Produktdetails

Titel: Jesus von Nazaret - was er wollte, wer er war
Autor/en: Gerhard Lohfink

EAN: 9783451338885
Format:  EPUB
1. Auflage.
Verlag Herder

8. November 2011 - epub eBook - 550 Seiten

Wer war Jesus? Ein Prophet? Davon gab es viele. Ein Wunderheiler? Ein Sozialrevolutionär? Ein Weisheitslehrer? Auch davon gab und gibt es viele. Gerhard Lohfink fragt, was das Einmalige des Jesus von Nazaret ausmacht, er fragt nach dem Mehr, konkret nach dem Selbstbewusstsein Jesu, nach dem Anspruch, mit dem Jesus auftrat, nach dem, was er wirklich wollte. Das Ergebnis ist ein neues Bild des Jesus von Nazaret, überzeugend, vertiefend und in ausnehmend gut lesbarer Sprache geschrieben. Eine Bereicherung für alle, denen Christsein etwas bedeutet.
Gerhard Lohfink, bis 1986 Professor für Neues Testament an der Universität Tübingen, lebt und arbeitet als Theologe in der Katholischen Integrierten Gemeinde.

2. Kapitel

Die Ausrufung der Gottesherrschaft


Wenn man von Jesus reden will – von dem, was er wollte, und von dem, was er war – muss zuerst und vor allem über die Gottesherrschaft gesprochen werden. Allerdings: Das Wort „Gottesherrschaft“ ist ungewohnt. „Reich Gottes“ ist geläufiger. Die „Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift“ für den deutschen Sprachraum spricht immer vom „Reich Gottes“. Schon Martin Luther übersetzte in seiner epochalen Bibelübersetzung von 1545 die entsprechende griechische Wendung mit „Reich Gottes“. Diese Übersetzung blieb im Deutschen das Übliche.

Man sollte aber – ohne daraus ein starres Prinzip zu machen – lieber die Übersetzung „Gottesherrschaft“ gebrauchen. Nicht nur deshalb, weil die Nationalsozialisten bei jeder sich bietenden Gelegenheit vom „Reich“ gesprochen haben, und dieses Wort im deutschsprachigen Raum immer noch bei vielen einen leichten Ekel aufsteigen lässt. Sondern vor allem auch deshalb, weil „Herrschaft“ den zugrunde liegenden biblischen Begriff besser wiedergibt.

Eine kleine Portion Philologie

Wo wir von „Reich“ beziehungsweise von „Herrschaft“ sprechen – im Englischen verwenden die Bibelübersetzungen „kingdom“, im Französischen „royaume“ – steht im Griechischen basileia. Basileia ist zunächst einmal die Königswürde, die Königsmacht, die Königsherrschaft – und, davon abgeleitet, dann auch räumlich das Königreich. Im Aramäischen, der Sprache, die Jesus im täglichen Umgang gesprochen hat, liegt dem griechischen Wort basileia das Wort malkuta zugrunde. Und auch malkuta ist zunächst einmal die „K&o
uml;nigs
herrschaft“
– und erst in zweiter Linie der Bereich der Königsherrschaft oder gar ein bestimmtes Territorium.

Bei Jesus hat der Begriff der „Gottesherrschaft“ etwas äußerst Dynamisches. Die Gottesherrschaft hat Ereignischarakter. Sie ist ein Geschehen. Sie „kommt“, beziehungsweise: sie „ist im Kommen“. Auch deshalb sollte man den Begriff „Gottesherrschaft“ vorziehen. Aber selbstverständlich gibt dann der Begriff „Gottesreich“ ebenfalls einen bestimmten Aspekt dieses Geschehens wieder: nämlich den Bereich, in dem Gott seine Herrschaft errichtet. Man kann ja in die Basileia „hineingehen“ beziehungsweise „hineingelangen“ (vgl. etwa Mk 9,47; 10,15).

Das ist jetzt am Anfang ein wenig Philologie. Wir brauchen sogar noch mehr von ihr. Sie ist einfach nicht zu vermeiden. Denn nach wie vor gilt das schöne Wort, das einmal ein Theologe im Anschluss an Matthäus 19,24 geprägt hat: „Kein Kamel kommt in das Himmelreich der Theologie, wenn es nicht zuvor durch das Nadelöhr der Philologie hindurchgegangen ist.“

Noch eine weitere Vorbemerkung: Vom „Königtum Gottes“ beziehungsweise von der „Königsherrschaft Gottes“ spricht man in Israel frühestens seit der Königszeit, also seit David und Salomo1. Schon damit ist klar, dass der Begriff der Königsherrschaft Gottes von Anfang an eine Beziehung zur realen Gesellschaft hatte: zu einer Gesellschaft, in der Gottes Königtum sichtbar wird. Niemals meint dieser Begriff in der Bibel etwas rein Innerliches oder rein Jenseitiges. Das hat man später oft nicht mehr wahrgenommen. Dabei hätte man doch wissen müssen: Ein König ohne Volk ist kein König, sondern eine Figur fürs Museum.

Dass man den Begriff des Gottesreiches in der Kirche o
ft rein jenseitig verstand, hatte freilich einen guten Grund: Der Evangelist Matthäus spricht – von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen – statt vom „Gottesreich“ immer vom „Himmelreich“. Das musste dazu verführen, das Reich Gottes mit dem Himmel, also mit einer rein transzendenten Wirklichkeit gleichzusetzen. Doch das matthäische Himmelreich ist gerade nicht das, was die Bibel „Himmel“ nennt. „Die Himmel“ – das kann im damaligen Judentum eine ehrfürchtige Umschreibung für „Gott“ sein. Man wollte das Wort „Gott“ nicht andauernd in den Mund nehmen. „Himmelreich“ ist also nichts anderes als „Gottesreich“ – und das Gottesreich gehört zunächst und zuerst auf die Erde.

Noch eine letzte Beobachtung: Die Abstraktbildung „Königsherrschaft“ (hebräisch: malkut) ist relativ spät. Ursprünglich sagte man verbal: „Gott herrscht als König.“ Seit der Not der Exilszeit gerät nun aber diese kultische Aussage vom ewigen Königsein Gottes in einen geschichtlichen Sog, in eine geschichtliche Dynamik hinein. Nun kann mit einer viel stärkeren Emphase gesagt werden: „Der Herr wird König.“

Gemeint ist damit: Er setzt nun endgültig sein Königtum, das er schon immer hat, in der Geschichte, vor allem in der gegenwärtigen Not Israels durch. Seine ewige Königsherrschaft manifestiert sich darin, dass er eingreift, dass er sein Volk erlöst und es neu schafft. Er wird seinem Volk zum Richter und Retter – in diesem Sinn erweist er seine Herrschaft und in diesem Sinn kann gesagt werden: Gott wird König. So viel an Vorbemerkungen! Aber nun zur Sache!

Die Predigt des Täufers

Das Wort „Eschatologie“ ist jedem theologisch Interessierten geläufig. Eschatologi
e wurde oft verstanden als „Lehre von den letzten Dingen“. In der klassischen christlichen Dogmatik handelte die Eschatologie vom Tod des Einzelnen, vom Gericht und von der Läuterung nach dem Tod, von der ewigen Seligkeit – und schließlich vom Ende der Welt, vom Weltgericht und von der Auferstehung der Toten.

Eschatologie war lange Zeit der letzte, alles abschließende Traktat der Dogmatik. Die Eschatologie hatte deshalb etwas Fernes, Abseitiges, Weltentrücktes an sich. Gefühlsmäßig hatte sie mit der gegenwärtig ablaufenden Geschichte wenig zu tun. Wenn wir aber von der Eschatologie des Neuen Testaments reden – und Jesu Ansage der Gottesherrschaft ist reine Eschatologie –, so ist das ganz anders. Da geschehen die „letzten Dinge“, also das, was alles verändern und verwandeln wird, nicht in ferner Zukunft, sondern in allernächster Zeit. Sie sind nahe, sie sind dem Menschen auf den Leib gerückt.

Damit anschaulich wird, was damit gemeint ist, soll jetzt zunächst einmal von der Eschatologie Johannes des Täufers die Rede sein. Denn beim Täufer springt geradezu in die Augen, was in der Bibel Eschatologie ist. Hat man die Endzeitpredigt des Täufers verstanden, versteht man besser, was Jesus mit der Gottesherrschaft gemeint hat. Denn wie gesagt: Jesu Ansage der Gottesherrschaft ist reine Eschatologie.

Zunächst einmal: Der eigentliche Adressat des Täufers ist nicht der Einzelne, sondern das Gottesvolk Israel. Selbstverständlich wird auch beim Täufer der Einzelne angeredet. Selbstverständlich muss sich der Einzelne zur Umkehr entscheiden. Selbstverständlich muss jeder Einzelne seine Schuld bekennen und sich im Jordan taufen lassen.

Aber bei diesem Vorgang, bei dem es auf jeden Einzelnen ankommt, geht es zuerst und zuletzt um Israel. Der Täufer redet nicht die Menschheit i
m allgemeinen an oder die Sünder im allgemeinen, sondern die Nachkommen Abrahams, also das Gottesvolk. Israel hat seine Berufung verspielt, und deshalb wird Gott nun sein Volk richten2. Der Täufer sagt zu den Volksscharen, die zu ihm an den Jordan gekommen sind, um sich taufen zu lassen:

 

Schlangenbrut! Wer hat euch denn gelehrt, ihr könntet dem bevorstehenden Zorn entkommen? Bringt also Früchte, die der Umkehr entsprechen. Und fangt ja nicht an, euch einzureden: Wir haben doch Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen da Kinder erwecken. (Lk 3,7  8)

 

Hier wird in schneidender Schärfe ausgesprochen, dass die Abrahamskindschaft, das heißt die völkische Zugehörigkeit zu Israel, vor dem nahen Gericht nicht retten kann. Wahrscheinlich geht der Täufer dabei sogar noch viel weiter. Nicht nur die ethnische Zugehörigkeit kann nicht retten, sondern auch nicht das Eingefügtsein in den Glauben Abrahams. Nicht einmal die Zugehörigkeit zur Geschichte Gottes mit seinem Volk kann mehr retten. Der Text fährt fort:

 

Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt: Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird ausgehauen und ins Feuer geworfen. (Lk 3,9)

 

Auch diese eindringliche Warnung geht an die Adresse Israels. Denn im Hintergrund steht ein geprägter alttestamentlicher Traditionszusammenhang: Israel ist die „Pflanzung Gottes“, die fest im Land eingewurzelt ist. In den „Psalmen Salomos“ – einer apokryphen Schrift aus dem 1. Jahrhundert vor Christus – wird diese Traditionslinie noch weiter ausgezogen: Israel erscheint dort als die Pflanzung Gottes, die in alle Ewigkeit nicht ausgerottet werden kann3.

Aber genau das wird nun von Johannes dem Täufer bes
tritten. Er wendet sich aufs schärfste gegen jede kollektive Heilssicherheit. Israel ist ein Unheilskollektiv geworden. Deshalb kommt jetzt über das gesamte Gottesvolk das Gericht. Die Axt liegt schon an den Wurzeln der Bäume, die Gott sich gepflanzt hat, und wenn Israel nicht umkehrt, wird selbst der Wurzelstock ausgehauen werden.

Gott wird Israel unter sein Gericht stellen, eben weil es seine Pflanzung ist. Jeder Baum, der innerhalb der Obstplantage Israel keine Frucht bringt, wird ausgehauen. Und „Frucht bringen“ ist nicht mehr möglich ohne die radikale Umkehr, die dem Volk nun mit der Taufe im Jordan angeboten wird.

Israel braucht einen neuen Exodus und zugleich einen neuen Einzug in das verheißene Land. Deshalb...


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