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Gorbatschow

Mensch und Macht.
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Produktdetails

Titel: Gorbatschow
Autor/en: György Dalos

EAN: 9783406613418
Format:  EPUB
Mensch und Macht.
Übersetzt von Elsbeth Zylla
Beck C. H.

17. April 2012 - epub eBook - 288 Seiten

Michail Gorbatschow war der Staatsmann, dessen Politik das Weltgeschehen der späten achtziger und frühen neunziger Jahre am nachhaltigsten geprägt hat. Seine Perestroika, Glasnost und «Neues Denken» führten zur Entspannung zwischen den Supermächten, zum Abzug der Mittelstreckenraketen in Europa und - was nicht ganz seine Absicht war - zum Ende der Diktaturen im ehemaligen Ostblock.
György Dalos schildert das Drama eines Mannes, der mit den Konsequenzen seines Wirkens in Kollision gerät und der - während er im Ausland zur Ikone wird - in seinem Land immer mehr Prestige und Macht verliert, was letzten Endes zu seinem Scheitern im Dezember 1991 führt.
György Dalos, 1943 in Budapest geboren, lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter 1995 der «Adelbert-von-Chamisso-Preis», 2000 die «Goldene Plakette der Republik Ungarn» und 2010 der «Preis der Leipziger Buchmesse zur Europäischen Verständigung».

1. Prolog


Als Michail Gorbatschow mit seiner Familie im Jahr 1988 die neue staatliche Datscha auf der Halbinsel Krim bezog, an der Küste des Schwarzen Meeres, ein paar Kilometer entfernt von der Ortschaft Foros, reagierte die damals bereits freie sowjetische Öffentlichkeit auf diese Nachricht deutlich gereizt, wenn nicht geradezu empört. Man erinnerte den Parteichef nicht nur daran, dass er bereits ein ähnliches Sommerhaus in der Nähe Moskaus zur Verfügung hatte, sondern munkelte auch darüber, welche Rolle Raissa Gorbatschowa bei der Wahl des Ortes wohl gespielt habe. Die Fama meinte zu wissen, dass die anspruchsvolle Gattin sich in keinem Fall mit Leonid Breschnews ehemaliger hübscher Villa im nahe gelegenen Oreanda zufriedengeben wollte, und das luxuriöse Bauwerk nahe Foros, von Militärs erbaut, habe sie vor der Einweihung einer peinlichen Qualitätsprüfung unterworfen. Auch blieben vor allem in der Regenbogenpresse alle früheren «Sünden» der First Lady nicht unerwähnt, namentlich ihre ausgiebigen Einkaufstouren in London, Paris und anderen Städten, wohin sie ihren Mann bei Staatsbesuchen begleitet hatte. Die Kampagne wurde von den politischen Gegnern gestartet – Öl ins Feuer einer ohnehin unzufriedenen, immer labiler werdenden Gesellschaft.

Dabei weckte die Prachtvilla auf der Krim auch im engen Umfeld Gorbatschows mancherlei Zweifel. Die in eine Felswand hineingebaute einstöckige Residenz war von weiteren Gebäuden und Anlagen umgeben: Es gab ein Gästehaus, Wohnungen für das Personal, daneben Tennisplatz, Billardraum, Schwimmbad, Sauna und einen Kinosaal. Zum Anwesen gehörte noch ein Hubschrauber, der das Präsidentenpaar jederzeit zum Flughafen «Belbek» befördern konnte. Der treue Gorbatschow-Berater Anatolij Tschernjajew bezeichnete die Erholungsgewohnheiten seines Chefs als dessen
«Achillesferse». Seinen Tagebuchaufzeichnungen zufolge wollte er bereits im Herbst 1988 gegenüber Gorbatschow die spitze Bemerkung gemacht haben: Will er all das, was dem Präsidenten einer Supermacht im Grunde genommen zusteht, auch wirklich haben, dann muss er sich auch als Präsident benehmen, d.h. mit einem Akzent auf wachsender Autorität. Erst dann wird unser Volk sein Recht, in einem Palast zu leben, akzeptieren und das Maul halten. Wenn er sich aber als Demokrat darstellen will – ich bin sozusagen so, wie ihr alle –, dann führt dies alles zu seiner eigenen Diskreditierung und zu Respektverlust.

Das staatliche Sommerhaus am Kap Foros auf der Krim. Hier wurde Gorbatschow im August 1991 samt seiner Familie von den Putschisten isoliert.

Bei aller Süffisanz, die diesen Sätzen eigen ist, scheinen sie einem wichtigen Umstand nicht gebührend Rechnung zu tragen: Die Nummer eins der UdSSR und des Weltkommunismus hatte sich inzwischen auf zahlreichen Reisen davon überzeugen können, dass auch die Herren der freien Welt, selbst waschechte Demokraten, nicht eben in Lehmhütten wohnten. Macht wird auch ausgeübt, indem man sie repräsentiert. Die an die Amtszeit gebundene staatliche Datscha auf Foros dient bis heute ähnlichen Zwecken. Als der Autor dieser Zeilen sie im Sommer 2001 besichtigen wollte, versperrte ihm eine massive Tafel den Weg mit der Aufschrift: «Ukrainisches Grenzgebiet. Zufahrt verboten.» Gorbatschows einstige Sommerresidenz gehörte nun dem ukrainischen Präsidialamt und beherbergte Leonid Kutschmas Staatsgäste – zu jenem Zeitpunkt gerade den mazedonischen Staatschef.

Außer moralischen und politischen Vorbehalten bereitete das Landhaus am Kap Foros auch der Abteilung 9 des KGB, die für die Unterbringung von hochgestellten Personen zuständig war, so manches logistische Kopfzerbre
chen. Das «Objekt Morgenröte» – diesen Tarnnamen hatte die Staatssicherheit dem kleinen Ferienparadies verpasst – liegt zwischen dem Schwarzen Meer und einem waldbedeckten Hügel, etwa zweieinhalb Kilometer von der Landstraße entfernt, die von Jalta nach Sewastopol führt und die hoch frequentierte Hauptverkehrsader der Halbinsel in Ost-West-Richtung ist. Dies bedeutete, dass Gorbatschows Erholungsort zwar von mehreren Seiten gut beobachtet, aber nur von der Wasserseite aus relativ unauffällig geschützt werden konnte – ein eindeutiges Manko, wenn es darum ging, äußere Bedrohungen effektiv abzuwehren. Jedenfalls brauchte man ein sorgfältig gestaffeltes System der Überwachung des «Objekts Morgenröte» und entsprechende Kommunikationskanäle. So lesen wir in einer zeitgenössischen Schilderung:

Etwa fünfhundert gut bewaffnete und sorgfältig ausgebildete Männer waren in Foros für den Schutz des Präsidenten zuständig. Allein auf dem Gelände der Datscha verliefen drei Schutzlinien. In der Nähe des Präsidenten hielten sich seine Leibwächter (…) zur Verfügung. Die sogenannte Ausfahrtensicherung versah einen Vierundzwanzig-Stunden-Dienst an sechs Postenstellen. Den Innenkreis der Datscha kontrollierten fünf Posten – davon einer von der Anhöhe aus. (…) Obendrein befand sich das Objekt unter der Bewachung der Antiterrorgruppe «Alpha». Hinzu kamen drei Marineeinheiten auf dem Meer. Vier Kriegsschiffe lagen vor Anker. Ein hochempfindliches Signalsystem, das sogar auf vorbeischwimmende Delfine reagierte, schützte von Unterwasserpositionen aus den Präsidentenstrand. (…) Über der Wasserfläche patrouillierten ein Hubschrauber (…) und ein Flugzeug. (…) Entlang der Wege und Straßen, die Gorbatschow (…) benutzte, taten neunzig KGB
-Mitarbeiter, ausgerüstet mit Funkanlagen, ihren Dienst.
Gorbatschow selbst verfügte auf der Krim über direkte Telefon-, Funk- und Satellitenverbindungen, mit denen er jederzeit den Kontakt zur Moskauer Zentrale und notfalls auch zu ausländischen Staats- und Regierungschefs herstellen konnte. Außerdem erholten sich seine wichtigsten Helfer in den nahe gelegenen Datschen oder Erholungsheimen, um in greifbarer Nähe ihres Chefs sein zu können.

Von glücklichen Ferien in mediterraner Idylle konnte im siebten Jahr seiner Herrschaft für Gorbatschow noch weniger die Rede sein als zuvor. Er regierte ein krisengeschütteltes Land mit zerstörter Ökonomie, enormen sozialen Spannungen und offenen, oft blutigen nationalen Konflikten. Immerhin erschien im August 1991 ein kleines Licht am Ende des Tunnels: Die führenden Politiker der Moskauer Zentrale und der meisten Republiken einigten sich nach zähen Verhandlungen auf ein Bündnis, das durch einen Bundesvertrag «Union der Souveränen Staaten» abgesichert wurde. Zwar entsprach dieses Projekt keineswegs der Variante, für die 73 Prozent der Wähler bei dem Referendum vom März desselben Jahres votiert hatten und das im Wesentlichen eindeutig die Beibehaltung der UdSSR vorsah. Dennoch hatten die potenziellen Unterzeichner des Aktes versucht, von der ehemaligen UdSSR wenigstens das zu retten, was noch zu retten war: eine gemeinsame Verteidigungs- und Außenpolitik sowie einen gemeinsamen Wirtschaftsraum mit einheitlicher Währung, eine Konföderation mit Moskau als Hauptstadt und Russisch als offizieller Sprache. Daneben wurde den Teilrepubliken statt der früheren Autonomie ihre vollständige Souveränität zugesprochen.

Dieser historische Kompromiss beruhte hauptsächlich auf der Einigung zwischen dem sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow und seinem Kontrahen
ten, dem russischen Staatschef Boris Jelzin. Zumindest dem Schein nach wurde vorerst das Kampfbeil begraben. Zum Beweis der ernsthaften Absichten der künftigen Unterzeichner veröffentlichte die «Prawda» den Volltext des Bundesvertrages. Noch bevor Michail Gorbatschow am 4. August seinen Urlaub antrat, beauftragte er eine ebenfalls auf der Krim weilende Arbeitsgruppe unter der Leitung des Beraters Georgij Schachnasarow mit der Vorbereitung der Zeremonie, die sich am 20. August im Georgssaal des Großen Kremlpalastes ereignen sollte.

Der Zeremonienmeister erklärt den Beginn der Prozedur, reiht die Ehrengäste auf usw. Die Staatshymne der UdSSR wird vorgetragen. Der Präsident der UdSSR hält eine kurze Ansprache und erklärt, dass der Vertrag zum Unterzeichnen bereit sei. Der Zeremonienmeister benennt die Republiken, die den Vertrag vom 20. August unterzeichnen werden. Er lädt sie zum Tisch, auf dem der Vertragstext liegt, in alphabetischer Reihe vor. (…) Danach treten die Repräsentanten der unterzeichnenden Delegationen mit kurzen Ansprachen auf. Der offizielle Teil wird damit beendet (Champagner, gemeinsames Fotografieren usw.). Der Text muss auf speziellem Papier gedruckt werden. Zu diesem Zweck kann das Papier des Außenministeriums benutzt werden, auf dem man die internationalen Verträge der Sowjetunion ausdruckt. (…) Der Vertrag wird in eine spezielle Mappe im Saffianledereinband gelegt und mit einer spe ziellen Seidenschnur eingenäht. (…) Es ist notwendig, für ergänzende Attribute zu sorgen, die die Feierlichkeit der Unterzeichnung betonen: Fähnchen auf den Tischen der Delegationen, spezielle Mappen, Notizblöcke, Souvenirs usw.

Als Urlaubsagenda hatte sich der Präsident das Schreiben der Eröffnungsrede für den Festakt vorgenommen. An diesem arbeitete er gemeinsam mit seinem Berater...


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