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Im Land der weiten Fjorde

Norwegenroman.
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Produktdetails

Titel: Im Land der weiten Fjorde
Autor/en: Christine Kabus

EAN: 9783838718903
Format:  EPUB
Norwegenroman.
Lübbe

14. März 2013 - epub eBook - 590 Seiten

Nach dem Tod ihrer Mutter erfährt Lisa, dass diese als kleines Kind adoptiert wurde. Ein Medaillon mit einem vergilbten Foto ist die einzige Spur zu ihren Vorfahren. Sie führt Lisa nach Norwegen, in den beschaulichen Ort Nordfjordeid. Die Menschen dort reagieren sehr unterschiedlich auf die Ankunft der jungen Deutschen. Während sie in der warmherzigen Nora sogleich eine Vertraute findet, begegnet der alte Finn ihr mit kaum verborgener Ablehnung. Auch der wortkarge Reitlehrer Amund scheint Vorbehalte gegen Lisa zu haben.

Je länger sie in das Leben am Fjord eintaucht, desto sicherer ist sie, dass sie auf der richtigen Fährte ist und dass in der Familiengeschichte ihrer Mutter dunkle Geheimnisse schlummern, deren Schatten bis in die Gegenwart reichen ...

1


Frankfurt, April 2010

Erleichtert stellte Lisa die schwere Tasche mit der Fotoausrüstung ab, zog den Rollkoffer zu sich heran und schloss die Tür ihres kleinen Apartments auf, das sie im vierten Stock eines Mietshauses in einer ruhigen Straße hinter der Alten Oper bewohnte. Noch bevor sie ihre Jacke auszog, eilte sie in das großzügig geschnittene Wohnzimmer und öffnete die Tür zu dem winzigen Balkon, um frische Luft hereinzulassen. Sie trat hinaus und schaute in den Innenhof. Eine einsame Birke stand dort, an deren Ästen sich ein erstes helles Grün zeigte. Eine Amsel saß auf der Dachrinne des gegenüberliegenden Hauses und sang ihr melodisches Lied in die Abenddämmerung. Endlich Frühling! Lisa lächelte, schloss die Augen und atmete die kühle Luft in tiefen Zügen ein.

Wie fern erschien ihr jetzt Mumbai mit seiner schwülen Hitze, in der sie keine vierundzwanzig Stunden vorher noch geschmort hatte. Im Auftrag eines Forschungsinstituts für Städteplanung hatte sie in Dharavi, einem riesigen, mitten in der Stadt gelegenen Slum, eine Art fotografische Bestandsaufnahme gemacht. Denn das unübersichtliche Meer aus Wellblechhütten, Töpfereien und anderen Handwerksbetrieben, Geschäften und Bordellen sollte demnächst einem modernen Viertel mit Büro- und Wohntürmen weichen und als Vorbild für andere Slumsanierungen dienen. Ein Vorhaben, das bei den Betroffenen gemischte Gefühle hervorrief, wie Lisa schnell festgestellt hatte. Zwar sollten die Bewohner in günstige Wohnungen umgesiedelt werden, doch vor allem die Handwerker fürchteten, dass sie dort ihrer Arbeit nicht länger nachgehen könnten.

Lisa war in diese faszinierende Welt eingetaucht und mit einer reichen Ausbeute an Fotos und neuen Erfahrungen zurückgekehrt. Viel Zeit, das alles zu verdauen, blieb ihr
nicht. In ein paar Tagen bereits würde sie wieder unterwegs sein, diesmal nach Dubai, wo sie in den letzten Jahren regelmäßig die Entwicklung der gigantischen Bauvorhaben mit der Kamera festhielt.

Es schellte drei Mal – das Zeichen für Susanne. Lisa ging zurück in die Wohnung und öffnete die Tür.

Ihre Nachbarin und Freundin Susanne begrüßte sie mit einem strahlenden Lächeln. Sie war fast einen Kopf kleiner als Lisa und sehr zierlich. Ihre mahagonifarbenen langen Haare, die das herzförmige Gesicht mit dem hellen Teint umschmeichelten, die lang bewimperten braunen Augen und die kirschroten Lippen ließen Lisa an Schneewittchen denken. So jedenfalls hatte sie sich die Märchengestalt als Kind vorgestellt.

An diesem Tag trug Susanne ein burgunderrotes Kleid aus einem fließenden Stoff, der ihre weiblichen Formen zur Geltung brachte. Neben ihr kam sich Lisa immer besonders schlaksig vor. Was nicht nur an ihrer Größe lag, sondern auch an ihrer legeren, sportlichen Kleidung, die ihre schlanke Figur eher verbarg als betonte.

Wegen ihres mädchenhaften Aussehens wurde Susanne von Männern häufig für ein zartes, hilfloses Wesen gehalten – ein Irrtum, den sie mit diebischer Freude auszunutzen wusste. Lisa dagegen behandelten die meisten auf eine freundliche, kumpelhafte Art. Das war ihr eigentlich sehr angenehm, doch manchmal, wenn sie mit Susanne unterwegs war, gab es ihr schon einen Stich, dass sich alle Blicke wie ferngesteuert auf ihre Freundin richteten, während sie plötzlich das Gefühl hatte, unsichtbar zu sein. Auf die Idee, sich deswegen ernsthaft zu grämen oder gar ihr Äußeres zu verändern, wäre sie allerdings nie gekommen.

Kurz nachdem sie vor fünf Jahren hier eingezogen war, hatte sie sich mit Susanne, die auf dem gleichen Stock wohnte, angefreundet. Die beiden jungen Frauen w
aren sich auf Anhieb sympathisch gewesen, obwohl oder gerade weil sie so unterschiedlich waren. Von da an sammelte Susanne ihre Post, wenn Lisa verreist war. Diese revanchierte sich, indem sie Susannes Katzensammlung bereicherte und ihr von jedem Ort Katzenfiguren und -darstellungen aus allen nur erdenklichen Materialien mitbrachte. Diesmal hatte sie eine kleine rote Lederhandtasche mit Katzenmotiv im Gepäck.

Susanne hielt in der einen Hand einen Stapel Briefe, in der anderen einen riesigen Strauß gelber Teerosen, deren intensiver Duft Lisa entgegenwehte. Überrascht fuhr sie sich durch die widerspenstigen, kurzen dunkelblonden Locken und lächelte die Freundin an.

»Nein, nein, die sind nicht von mir«, sagte Susanne. »Sie sind vorhin für dich abgegeben worden. Hier ist ein Kärtchen.« Mit dem Kinn deutete sie auf einen kleinen Briefumschlag, der in den Rosen steckte. »Ich hab sie ausgewickelt und ins Wasser gestellt. Ich wusste ja nicht, wann genau du kommst. Aber die Karte habe ich nicht gelesen, Ehrenwort!«

Lisa grinste Susanne an. Sie wusste, dass diese vor Neugier fast platzte. Um die Freundin nicht länger auf die Folter zu spannen, pflückte sie den kleinen Umschlag aus den Rosen und zog das Kärtchen hervor.

»Cara, bin morgen in der Stadt. Erwarte Dich um acht im Da Vinci. Kuss, Marco«, las Lisa vor. Das erwartungsvolle Leuchten in Susannes Gesicht erlosch.

»Ach so, von Marco. Und ich dachte schon, du hättest einen geheimnisvollen Verehrer!«

Lisa schaute sie mit gespielter Entrüstung an, nahm ihr den Rosenstrauß und die Briefe ab und machte eine einladende Kopfbewegung in die Wohnung.

»Lust auf einen Masala Chai? Der ist echt lecker.«

Susanne schüttelte den Kopf. »Leider keine Zeit, ich bin auf dem Sprung. Abendschicht im Bistro.«

Susanne war freischaffen
de Grafikerin und Webdesignerin. Und das wollte sie auch bleiben. Wenn es nicht genug Aufträge gab, arbeitete sie lieber als Kellnerin, um ihre Miete zu zahlen, als sich in einem Büro schinden zu lassen. Das Kapitel hatte sie hinter sich – ein für alle Mal. Lisa konnte das gut verstehen. Der Gedanke, tagein, tagaus in ein Büro gepfercht zu sein, war ihr unerträglich. Das war einer der Gründe, warum sie ihren Beruf so liebte.

»Dann komm doch morgen zum Frühstück zu mir«, schlug sie vor.

»Prima Idee«, antwortete Susanne, »ich bin schon sehr gespannt, wie es in Indien war.« Sie berührte Lisa leicht am Arm. »Und wie’s dir überhaupt so geht.«

Ja, wie geht es mir? Nachdenklich starrte Lisa in den Spiegel im Flur, nachdem sich die Wohnungstür hinter Susanne geschlossen hatte. Die häufigen Aufenthalte in sonnigen Gegenden hatten ihre von Natur aus helle Haut gebräunt, was ihre großen, tiefblauen Augen mit den dichten Wimpern gut zur Geltung brachte. Dem Blick nach innen war sie in den letzten Monaten ausgewichen, hatte sich von einem Auftrag in den nächsten gestürzt und sich ganz auf ihre Arbeit konzentriert. Das hatte ihr geholfen, den ersten Schock zu verkraften und sich für die Auseinandersetzung mit dem Verlust zu wappnen, der sie so unerwartet getroffen hatte. Sie konnte es immer noch nicht glauben, dass sie ihre Eltern Simone und Rainer nie wieder sehen würde.

Wenn Lisa an sie dachte, sah sie die beiden in einem griechischen Kafenion sitzen, mit einem Jeep das australische Outback erkunden oder über einen marokkanischen Basar schlendern. Nach der Pensionierung ihres Vaters vor sieben Jahren hatten ihre Eltern sich ununterbrochen auf Weltreise befunden und damit das unstete Leben fortgesetzt, das sie während Rainer Wagners Diplomatenlaufbahn geführt hatten. Im Grunde rechnete si
e immer noch damit, dass das Telefon jeden Augenblick klingeln und die muntere Stimme ihrer Mutter von ihren neuesten Erlebnissen berichten würde.

Lisa holte in der Küche eine Vase für den Rosenstrauß, stellte ihn auf den Couchtisch im Wohnzimmer und ließ sich mit untergeschlagenen Beinen auf ihrem geliebten dunkelroten Sofa nieder. Sie schaute sich um und kam allmählich ein wenig zur Ruhe. Ein dicker, handgeknüpfter Perserteppich dominierte mit seinen leuchtenden Farben den Raum, der ansonsten kaum möbliert war. Auf dem großen Regal an der Wand gegenüber dem Sofa standen Töpferwaren, Gläser, geflochtene Körbe, geschnitzte Holzdosen und anderes Kunsthandwerk, das ihr ihre Eltern aus allen Ecken der Welt mitgebracht hatten. Dazwischen quetschten sich Reiseführer und Bildbände, Krimis und Romane in buntem Durcheinander. Lisas Blick blieb an Marcos Begrüßungsstrauß hängen.

Rosen. Die Lieblingsblumen ihres Vaters, der zeitlebens davon geträumt hatte, einen eigenen Rosengarten anzulegen. Und dem es noch an den unwahrscheinlichsten Orten gelungen war, seine Frau mit frischen Rosen zu beschenken. Onkel Robert hatte dafür gesorgt, dass die kleine Aussegnungskapelle auf dem Heidelberger Bergfriedhof mit Rosengebinden geschmückt gewesen war. Und die zahlreichen Kränze und Blumensträuße, unter denen die beiden Särge fast verschwunden waren, hatten ebenfalls überwiegend aus Rosen bestanden.

Sich vorzustellen, dass ihre Eltern in diesen Särgen lagen, war Lisa schwergefallen. Das konnte einfach nicht sein. Die beiden waren zwar schon Anfang siebzig gewesen, hatten aber viel jünger gewirkt. Sie hatten das Leben geliebt und genossen und noch so viele Pläne gehabt. Der letzte Plan hatte sie das Leben gekostet: Auf einem Segeltörn mit Freunden in der Karibik war das Boot gekentert. Für Simone und Rai
ner Wagner war jede Rettung zu spät gekommen. Sie hatten nur noch tot geborgen werden können.

Am nächsten Morgen fühlte sich Lisa völlig zerschlagen. Nach einer schlaflosen Nacht voller sich im Kreise drehender Gedanken und Grübeleien hätte sie sich am liebsten den ganzen Tag verkrochen. Dabei hatte sie sich so auf das gemeinsame Frühstück mit Susanne gefreut! Viel zu lange hatten sie sich nicht mehr gesehen und ausgetauscht. Lisa war ihrer Freundin dankbar gewesen, dass diese ihren Rückzug nach dem Tod ihrer Eltern stillschweigend akzeptiert und sie nicht mit gut gemeinten Ratschlägen bedrängt hatte. Aber in den...


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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Ich kann das Buch: Im Land der weiten Fjorde - einfach nur empfehlen. - von Heike Urwank - 01.03.2015 zu Christine Kabus „Im Land der weiten Fjorde“
Ich habe das Buch gelesen und es hat mich sehr beeindruckt. In diesem Buch ist alles dabei Liebe, Freude, Glück, Spannung und ....Es ist ein Buch zum nachdenken über Damals und Heute. Ich kann das Buch: Im Land der weiten Fjorde - einfach nur empfehlen.
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