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Opferwissen

Ein WeserKRIMI.
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Produktdetails

Titel: Opferwissen
Autor/en: Horst Friedrichs

EAN: 9783827198174
Format:  EPUB
Ein WeserKRIMI.
Niemeyer C.W. Buchverlage

1. Mai 2012 - epub eBook - 344 Seiten

Sommer, Sonntag und das Ende einer Geburtstagsfeier: Das Erwachen der Langschläfer wird zum Schock, als sich herausstellt, dass eine Teilnehmerin der Party nicht mehr lebt. Scheinbar friedlich schlafend, ohne erkennbare Verletzungen, liegt die Tote auf dem Gästebett in der Wohnung ihrer Freundin Laura Feldmann. Laura aber, eine Studentin der Polizeiakademie Nienburg, ist verschwunden. Ebenso ihr Ex-Freund Jonas Winter, der sich überraschend und ohne Einladung unter die Feiernden gemischt hatte. Chefermittler Martin Morlock und seine Kollegen von der Nienburger Mordkommission spüren Winter noch an diesem heißen Sonntag auf, als er die Stadt an der Weser fluchtartig verlassen will. Ein solcher Erfolg innerhalb von achtundvierzig Stunden nach einer Tat kann zu einem raschen Abschluss des Falls führen. Das wissen die Kriminalbeamten aus Erfahrung. Doch während sich die Beweise gegen den Verdächtigen erhärten, bleibt Laura Feldmann verschwunden. Die Folgen der Fete ergeben mehr Ungereimtheiten als gesicherte Fakten, und Morlock glaubt bald nicht mehr an eine Beziehungstat. Er und sein Team verfolgen neue, verwirrende Hinweise, nur von Laura fehlt weiterhin jede Spur. Falls sie noch lebt, verfügt sie über jenes Wissen, das ihre tote Freundin nicht mehr preisgeben kann. Es ist das Wissen der Opfer, das nach Morlocks Überzeugung die Erklärung dafür liefern wird, warum aus einem Mann ein Mörder wurde. Denn bestürzende Nachrichten scheinen Morlocks Ahnung zu bestätigen, dass Laura Feldmann tatsächlich noch lebt. Doch damit verbunden ist eine furchtbare Gewissheit: Ihr bleiben nur noch drei Tage, bevor auch sie sterben muss ...

EINS


Das Haus bebte. Bald musste es bersten vor lauter Lärm, Licht und Gedränge. Die Party dröhnte durch alle vier Stockwerke, vom Keller bis zum First. Der Mann sah, wohin es führte, wie in einem Film: Das Dach hob ab wie der Deckel eines zu heftig brodelnden Kochtopfs. Die Fensterscheiben flogen heraus, weil sie dem Schalldruck nicht mehr standhielten. Der wütende Waffennarr von nebenan feuerte scharfe Schüsse auf die Ruhestörer. Das Licht explodierte in einem gewaltigen Kurzschluss, Fußböden und Zimmerdecken stürzten ein unter der Last der tanzenden und tobenden Menschen. Subwoofer und hochtönende Boxen verendeten zerschmettert, gaben ein klägliches letztes Gurgeln von sich. Wasser rauschte aus gebrochenen Rohren.

Nun aber brach die Lärmhölle erst richtig los – jäh verändert jedoch. Der helle Glanz der Heiterkeit versank in Dunkelheit und Chaos.

Lachen, Kreischen und Johlen schlugen um in eine Stimmgewalt, die aus Angst und Schmerzen entsprang. Körperliche Nähe, eben noch erotisierend behaglich, verwandelte sich in Kampf.

Arme, Beine und Leiber verwickelten sich ineinander in entfesseltem Überlebenswillen. Und Blut, überall Blut.

Menschen als Spielbälle zwischen den Extremen ihres Daseins, obwohl sie in diesem Fall weder ihrem Übermut noch den Naturgewalten erlagen, sondern ihrer selbst erschaffenen Fehlerhaftigkeit.

Einerseits hätte er es ihnen gegönnt.

Andererseits wollte er es ihnen nicht wünschen, denn er wäre so gern dabei gewesen.

Er verließ sein Kopfkino und kehrte in die Wirklichkeit zurück, an seinen Platz in dieser abenddunklen Straße, unter einer lackglänzenden roten Korbmarkise, vor einem kleinen Schaufenster. In dem Laden dahinter brannte notdürftiges Licht, um Einbrecher abzuschrecken. Es wirkte wie e
in wenig Erfolg versprechender Versuch, verglichen mit der prallen Helligkeit auf der anderen Straßenseite. Natürlich ging es dort viel harmloser und gesitteter zu als in den Bildern, die er sah. Musik und Stimmen drangen nur gedämpft nach draußen, und es kam keine Polizei wegen ruhestörenden Lärms.

Manchmal verfluchte er seine Vorstellungskraft, seine Eigenschaft, vorhandene Situationen zwanghaft in tausend Richtungen weiterzuentwickeln.

Der Frosch auf dem Straßenasphalt saß vielleicht nur da und sammelte seine Kräfte für den nächsten Sprung. Möglicherweise hoffte er, dass ihn nicht die Breitreifen eines heranrasenden Autos platt schmetterten. Ebensogut konnte sein Dasitzen aus der Tatsache herrühren, dass er gerade gebraten wurde, weil er aus Versehen auf einem Untergrund gelandet war, der die Hitze einer Herdplatte angenommen hatte. Es konnte auch passieren, dass er verdampfte, bevor er die andere Fahrbahnseite erreichte, weil er nicht mit der Glut eines Sonnenstrahls rechnete, der ihn aus einer plötzlich aufbrechenden Wolkenlücke heraus traf. Zu rechnen war auch mit dem Storch, der seinen Rückflug von einer Babyauslieferung mit einem Sturzflug unterbrach, um einen schon gut durchgegarten Frosch vom Asphalt aufzupicken und während des Durchstartens zu verschlingen. Denkbar war auch, dass der Frosch explodierte. Dahinter steckte dann ein garstiger kleiner Junge, der ihn am nahen Bachufer gefangen und ihm einen Silvesterknaller umgebunden hatte.

Wie mit einem Mausklick kehrte er zurück in die Realität. Es war ein warmer Sommerabend, ein Samstag. Sonnabend, wie man hier in Norddeutschland sagte. Die meisten Menschen waren noch auf den Beinen oder wenigstens auf Balkonen oder Terrassen unter freiem Himmel, zudem in der Gewissheit, dass dieses Wochenende ihnen eine weitere Tropennacht bescherte. In den Vorhersagen war der Begriff zum Standard geworde
n. Bald würden sie den Regen als Monsun bezeichnen, wenn er immer wieder wolkenbruchartig und mit schweren Gewittern über die Weserniederung kam und niedersächsische Staatsforsten zum Regenwald wurden. Doch vorerst herrschte Trockenheit, schon seit zwei langen Monaten. Das Marschland atmete seine Restfeuchtigkeit aus, dampfte Nebelfelder in die Nacht und umhüllte die Stadt am Fluss mit feinem Grau. Altstadt-Fachwerkhäuser, in höchster Perfektion restauriert, standen Schulter an Schulter unter der Hitzewelle, trutzig bereit, ihre Neuzeitnachbarn aus Stein und Beton mitzunehmen auf die Zeitreise in kommende Jahrzehnte und Jahrhunderte – in eine katastrophale Pessimistenzukunft mit immer heißeren Sommern, immer wärmeren Wintern und immer höheren Frühjahrshochwassern.

Er fühlte sich einsam, trotz des pulsierenden abendlichen Lebens in der Stadt. Sie war ihm vertraut und fremd zugleich. Letzteres schob er auf die Zeit seiner Abwesenheit, obwohl der ehrliche Teil seiner Seele wusste, dass dies weniger als die halbe Wahrheit war. Seine Gefühle sträubten sich dagegen, heimzukehren – an einen Ort, in dem er sein Zuhause nicht mehr finden wollte.

Das Haus dort drüben wirkte indessen ausgesprochen anziehend – auf ihn ebenso wie offenbar auf die vielen Leute, die die Straße, eine Fußgängerzone, bevölkerten. Die meisten der eben noch planlos Schlendernden ließen sich vom Partysound anlocken, steuerten unvermittelt zielstrebig auf das Haus zu und tauchten ein in die Musik, die sie durch die aufschwingende Tür ansog und mit ihnen dahinter verschwand. Niemand kam wieder heraus, alle schienen willkommen zu sein, ob mit oder ohne Einladung.

Ein alter Mann und sein Hund lösten sich aus dem Strom der Vorbeiziehenden und gesellten sich zu dem Einsamen unter der Markise, als hätte sich sein Platz in eine Bushaltestelle ver
wandelt.

„Die wissen, wie man feiert, was?“ Der alte Mann war es anscheinend gewohnt, solche Phrasen zu benutzen, um Fremde anzusprechen. Es hörte sich routiniert an.

Der jüngere Mann beneidete ihn um diese Fähigkeit. Er konnte hingehen, wo er wollte, ob an die Bar einer Airport Lounge oder zu einem festlichen Empfang, nirgendwo kriegte er auch nur ein Wort heraus, solange ihn niemand ansprach. Erst wenn ein anderer den Anfang machte, konnte er mit einer Antwort reagieren und das Gespräch fortsetzen. Aber nicht immer klappte es sofort. So wie jetzt.

„Ja“, erwiderte er, denn ihm fiel partout nicht ein, wie man die Beschreibung feiernder Menschen noch weiter ausschmücken konnte.

„Tja, die jungen Leute – da kann man neidisch werden.“ Der alte Mann musterte ihn prüfend. „Na, Sie nicht. Sie sind ja noch …“

„Man möchte direkt mitmachen“, fiel der jüngere Mann ihm rasch ins Wort, bevor er Schätzungen seines Alters über sich ergehen lassen musste. Der kleine Hund wärmte sein Herz, indem er zu ihm aufblickte, mit dem Schwanz wedelte und mit den Augen zu lächeln schien.

„Worauf warten Sie dann noch?“, sagte der Ältere und machte eine Handbewegung zur anderen Straßenseite hin. „Na los, gehen Sie rüber, und mischen Sie sich unters Partyvolk.“

„Aber ich habe keine Einladung.“

Sein Zufalls-Gesprächspartner lachte. „Sie sind nicht von gestern, oder? Eine Einladung! So was braucht heutzutage kein Mensch mehr. Jedenfalls nicht bei solchen Anlässen.“ Erneut deutete er auf die andere Straßenseite.

„Vielleicht bin ich nicht gern gesehen.“

„Wenn es dafür einen Grund gibt …“

„Nicht direkt …“

Der Ältere lachte wieder u
nd klopfte ihm auf die Schulter. „Keine Angst, junger Mann, ich verlange nicht, dass Sie mir Ihren Lebenslauf verraten. Also noch mal: Gehen Sie einfach rein, die werfen Sie garantiert nicht raus. Ich finde, die jungen Leute von heute … sind ganz einfach nett zueinander. Viel netter als wir es früher waren. Das müssten Sie doch selber am besten wissen. Ich glaube, die da drüben würden sogar einen alten Knacker wie mich reinlassen.“

„Dann kommen Sie doch einfach mit.“

„Ach, du meine Güte! Jetzt möchten Sie, dass ich Sie an die Hand nehme? So schüchtern können Sie doch gar nicht sein.“

Der Jüngere bezwang seinen aufkeimenden Ärger, indem er sich selbst ablenkte und fragte: „Kennen Sie die Leute? Ich meine, den Gastgeber?“

„Wenn schon, dann Gastgeberin. Eine Polizeischülerin. Sie feiert ihren Geburtstag, und alle im Haus feiern mit, weil alle die Polizeiakademie besuchen, drüben am Schlossplatz. Namen weiß ich nicht, sind aber alles sehr nette junge Leute. Sehr ordentlich, sehr korrekt. Die haben ihre Fete schon vier Wochen im Voraus und im Umkreis von hundert Metern angekündigt. Künftige Ordnungshüter eben. Man sieht sie manchmal; ich wohne ja nur eine Straße weiter. Das Haus hier ist ein Neubau, die Wohnungen gerade richtig für Studenten, nicht zu groß und nicht zu klein.“

„Also sind es mehr oder weniger Bekannte, die reingehen.“

Der ältere Mann verdrehte die Augen. „Ich muss Sie wohl schieben, was?“

„Nein, nein, ich gehe ja schon.“ Der Jüngere setzte sich zögernd in Bewegung, drehte sich nach zwei Schritten noch einmal um und fragte: „Was meinen Sie, feiern da nur Frauen?“

Laura zog Kathrin aus dem größten Trubel heraus, in die Fensterecke beim Büfett, wo man einiger
maßen ungestört reden konnte, weil keine Boxen in unmittelbarer Nähe dröhnten. Tanzende und laut lachende Gruppen von Partygästen hielten Abstand von der Schlange der mit Tellern Anstehenden. Laura war stolz, ein bisschen auch auf sich selbst. Sie hatte den Anstoß gegeben für diese Party, obwohl sie sich nicht unbedingt in den Vordergrund drängen wollte. Doch sie hatte nun einmal herausgelassen, dass ihr sechsundzwanzigster Geburtstag zugleich ihr erster als Studentin der Polizeiakademie Nienburg war. Nun würde es vergleichbare Anlässe natürlich noch öfter geben, aber die Idee war begeistert aufgenommen worden, und alle Hausbewohner und viele Freunde hatten ihren Beitrag...


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