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Monika B. Ich bin nicht mehr eure Tochter

Ein Mädchen wird von seiner Familie jahrelang misshandelt.
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Produktdetails

Titel: Monika B. Ich bin nicht mehr eure Tochter

EAN: 9783838725567
Format:  EPUB
Ein Mädchen wird von seiner Familie jahrelang misshandelt.
Herausgegeben von Karin Jäckel
Lübbe

16. November 2012 - epub eBook - 366 Seiten

Monika ist ein echtes Wunschkind. Sie soll die gutbürgerliche Familie komplettieren. Doch hinter der heilen Fassade spielt sich Unfassbares ab. Von Anfang an wird Monikas Leben von sexuellen Übergriffen bestimmt. Was der Großvater an dem Kleinkind begeht, setzt sich in jahrelangen Vergewaltigungen durch den Vater und die älteren Brüder fort.

Erst nach dem Freitod ihres jüngeren Bruders Georg, der nicht weiter mit ansehen kann, was mit seiner geliebten Schwester geschieht, gelingt es Monika, sich aus dieser Hölle zu befreien.

I


Ich bin ein Wunschkind. Immer wieder haben meine Eltern es mir gesagt. Nicht um mich glücklich zu machen oder um auszudrücken, wie glücklich sie mit mir seien. Nein, vorwurfsvoll kam es und anklagend – so als hätte ich nicht verdient, ein Wunschkind zu sein.

Ein Wunschkind musste ein Wunderkind sein, nicht so ein dickes, unförmiges Kind wie ich, das anscheinend weder das Laufen noch das Sprechen lernen wollte und mit dem nirgendwo Staat zu machen war. An so eine wie mich war der Wunsch verschwendet. So eine wie mich hatten meine Mutter und meine Oma, ihre Mutter, sich nicht erträumt, als sie mich neun Monate lang beschworen, ein Mädchen zu werden. Die Krönung der Kinderschar in der Großfamilie sollte ich sein, das erste Mädchen unter lauter Jungen.

Ich werde wohl niemals begreifen, wie meine Mutter es verantworten konnte, sich so dringlich eine Tochter zu wünschen. Hatte sie wirklich vergessen, was sie doch am eigenen Leib erfahren hatte: dass Mädchen nur »anderer Leute Spielzeug« sind? Hatte sie sich allen Ernstes eingebildet, ich werde dem Teufelskreis entkommen? Konnte sie tatsächlich annehmen, meine Kindheit werde glücklicher verlaufen als ihre eigene? Glaubte sie, mich beschützen zu können? Oder war sie so fest überzeugt, dass mein Vater nie etwas Schlechtes tun werde? Dass er ein echter Vater sein werde, einer, der selbstlos lieben könne?

Zweifellos glaubte sie, mit meinem Vater das große Los gezogen zu haben. Er hatte ihr bewiesen, dass er sie liebte und achtete, indem er sie zur Frau nahm. Er hatte ihr auch bewiesen, dass er ein Herz für Kinder besaß. Er war lieb zu ihrem Sohn, den sie mit in die Ehe gebracht hatte. Er bemühte sich, ihn mit Vateraugen zu sehen. Er akzeptierte ihn. Ja, er sorgte sogar dafür, dass der Kleine rechtmäßig unseren Nachnamen tragen
konnte und so auch nach außen hin voll zur Familie gehörte. Eine Adoption war es zwar nicht – sonst wäre die Alimentenzahlung des leiblichen Vaters entfallen –, aber es machte doch deutlich, dass mein Vater nur das Beste für das Kind wollte. Meine Mutter war glücklich, einen solchen Mann gefunden zu haben. Sah es nicht aus, als wären die schlimmen Zeiten endgültig vorbei? Als ginge es endlich mit Riesenschritten in eine glückliche Zukunft?

Vielleicht wünschte sich meine Mutter eine Tochter, um in dieser sich selbst neu zu erleben. Vielleicht wollte sie erfahren, wie es ist, wenn ein kleines Mädchen glücklich ist. Womöglich bildete sie sich sogar ein, mit einer solchen Erfahrung aus zweiter Hand ihre eigenen Erfahrungen auslöschen zu können. Ich habe nie mit ihr darüber gesprochen.

Ich lernte einmal eine junge Mutter kennen, die in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden war und zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen, hatte. Sie identifizierte sich sehr stark mit ihrer Tochter, während sie zu dem Jungen ein viel problematischeres Verhältnis hatte. Sie sagte, sie könne irgendwie nicht natürlich mit ihrem Sohn umgehen. Wenn er zum Beispiel eine Erektion bekäme, was ja schon bei Babys passiert, oder an sich herumspielte – das wären Situationen, in denen sie nicht richtig zwischen dem Kind und dem Mann in ihm unterscheiden könne und in denen sie sich vor ihrem eigenen Kind ekeln würde. Sie hatte Angst, ihren Sohn in so einer Situation zu berühren oder auch nur mit ihm über sein Geschlechtsteil zu reden. Der Grund war nicht nur Ekel, sondern mehr noch die Angst, der Junge könne meinen, sie wolle ihn missbrauchen.

Für die Frau war dies alles ganz furchtbar. Sie schämte sich wegen ihrer Empfindungen und befürchtete, dem Jungen eine schlechte Mutter zu sein. Sie sagte, sie scheue je
de Berührung mit ihm, weil sie ihn zu lieb habe, um ihm schaden zu wollen. Das verstand der Junge aber nicht, wie sollte er auch. Er bildete sich ein, die Mutter hätte ihn nicht so lieb wie die Schwester, und reagierte mit einem ständigen Wechsel von besonderer Verschmustheit und extremer Ungezogenheit.

Das zu beobachten tat mir weh und brachte Erinnerungen an meine eigene Mutter hoch, die uns Kinder auch nie in den Arm genommen hatte.

Ich bin dieser Frau dann aus dem Weg gegangen. Ich hatte keine Lust, mich durch ihre Geschichte zum Nachdenken über meine Mutter zwingen zu lassen. Doch mir wurde damals zum ersten Mal klar, warum ich tatsächlich ein Wunschkind gewesen sein könnte.

Aber vielleicht sollte ich etwas weiter ausholen und der Reihe nach erzählen. Ich will mit der Zeit beginnen, die ich nur vom Hörensagen, von Fotos und aus zusammengeklaubten Bruchstücken meiner eigenen Erinnerung kenne.

Wir sind im »Kohlenpott« zu Hause. Wuppertal, Essen und die Ortschaften in ihrer Umgebung sind die Städte meiner Kinderzeit.

Mein Vater ist das vierte und jüngste Kind einer ordentlichen, gut beleumundeten und beliebten Familie, die seit Generationen in meinem Heimatort ansässig ist. Seine Mutter hatte in ihrer Jugend einen gewissen Wohlstand genossen, und das Haus ihrer Eltern wurde später zu gleichen Teilen ihr und ihrem Bruder vererbt. Dieser zahlte ihr das Erbteil aus und übernahm das ganze Haus. Meine Großeltern wohnten jedoch als Mieter zusammen mit ihm und seiner Familie darin.

Mein Vater war ein echtes Nesthäkchen, ein Nachzügler eben. Seine Geschwister waren bis zu 15 Jahre älter als er. Vor allem die Schwestern wetteiferten darin, welche von ihnen mit ihm spielen oder ihn ausfahren durfte. Mein Vater war wie eine lebendige Puppe für sie – nur viel, viel toller. Und meiner Oma, die mit ihrem großen Haushal
t alle Hände voll zu tun hatte, war es natürlich recht, dass die Mädchen ihr das Baby abnahmen.

Mein Vater wurde verwöhnt, verhätschelt, vergöttert. Fehler gab es an ihm nicht, und lief einmal etwas schief, wurde es ohne großes Theater wieder ausgebügelt. Er war einfach der Größte. Was er wollte, war Gesetz. Und wenn jemand nicht wollte wie er, hieß das für ihn sofort: »Du hast mich nicht lieb!« Damit kam er immer durch.

Oma Grete, seine Mutter, schien wie seine beiden Schwestern nur dazu da, meinen Vater zu bedienen und ihm jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Zum Beispiel erhielt er als einziges Kind der Familie ein eigenes Zimmer. Dafür hausten die Geschwister zu dritt in einem. Auch später noch, als sein großer Bruder schon aus dem Haus war und seine ältere Schwester sehr viel nötiger ein bisschen Freiraum gebraucht hätte, behielt mein Vater das Privileg des eigenen Zimmers.

Es gibt viele weitere Beispiele. Meine Großeltern hatten ihr Auskommen, aber sie waren nicht reich. Damit es meinem Vater an nichts mangelte, sparte sich der Rest der Familie jeden Bissen vom Munde ab. Keiner hatte je ein Fahrrad besessen – mein Vater bekam eines. Von Urlaub durften die anderen nur träumen – mein Vater verreiste in den Ferien.

Für ihn war das Beste gerade gut genug. Und er nahm es an, als stünde es ihm zu. Alles für ihn zu tun hieß in seinen Augen Liebe. Ich weiß nicht, wie oft er zu mir gesagt hat: »Was heißt: Ich will nicht? Ich denke, du liebst mich? Wenn man jemanden liebt, tut man alles für ihn – alles! Kapiert?«

Vor allem von seiner acht Jahre älteren Schwester Inge, meiner Lieblingstante, ließ mein Vater sich als Kind und auch noch als Mann nach Herzenslust verwöhnen. Sie war eine Art Ersatzmutter für ihn. Ein anspruchsvolles B&uu
ml;rschchen wie er brauchte rund um die Uhr seine Lakaien, seine Streicheleinheiten und geduldigen Zuhörerinnen.

»Mein Ziehkind« nannte meine Tante ihren Lieblingsbruder. Heute glaube ich, sie hat ihn nicht er-, sondern hoffnungslos verzogen. Aber sie war ja auch nicht die Mutter. Sie war ja selbst noch ein halbes Kind und wusste es wohl nicht besser.

Trotz der Affenliebe, die er zu Hause erfuhr, war mein Vater in seiner Jugend wohl ein richtig feiner Kerl, mit dem man Pferde stehlen konnte. Er war beliebt, hatte viele Freunde. Die Schule bereitete ihm wenig Kopfzerbrechen, die Lehre als Starkstromelektriker auch nicht. Er war gut in seinem Beruf, hatte Ehrgeiz. Ein prima Kerl eben. Als meine Mutter ihn kennen lernte und er sich in sie verliebte, hätte so manches Mädchen gern mit ihr getauscht.

Meine Mutter Lena ist ein paar Monate älter als mein Vater. Heute ist sie so korpulent, dass man nicht mehr erkennen kann, wo der Busen aufhört und der Bauch anfängt. Kleidergröße 56, mindestens. In ihrer Jugend aber war sie zierlich und schlank, mit einem dunklen Lockenkopf.

Zu Hause waren sie fünf Kinder: Meine Mutter hatte drei Schwestern und einen Bruder. Lena war die zweitjüngste Tochter. Gemeinsam mit den Eltern wohnten sie in einem Mehrfamilienhaus in der Innenstadt von Essen zur Miete.

Meine Oma Berta tat alles für ihre Familie. Bei ihr ging Liebe zuallererst durch den Magen. Gegen Kummer schnitt sie ein dickes Stück Kuchen herunter. Pudding, Eis, Schokolade taten es zur Not auch. Wenn wir oder die Familie eines ihrer anderen Kinder zu Besuch kamen, bog sich der Tisch vor Köstlichkeiten. Und zum Geburtstag oder den übrigen großen Festen im Jahr schenkte meine Oma am liebsten Geld für ein schönes Essen zu zweit. Noch als alte Frau kratzte sie von ihrer geringen Rente jeden Pfennig zusammen, damit sie jedem Kind einmal im Jahr fünfhu
ndert Mark schenken konnte.

Sich selbst aber gönnte sie gar nichts. Jeden Pfennig drehte sie dreimal um, ehe sie ihn ausgab. Urlaub kannte sie nicht. Und ein Auto wäre in ihren Augen unerhörter Luxus gewesen. Noch jetzt klingt es mir in den Ohren, wie zornig meine Oma wurde, als ich sie einmal darauf ansprach. »Was brauchen wir ein Auto?«, wetterte sie. »Schließlich gibt’s die Straßenbahn. Und wo wir nicht hinkommen, da bleiben wir weg.«

Stundenlang konnte...


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