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Monsieur

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Produktdetails

Titel: Monsieur
Autor/en: Emma Becker

EAN: 9783492959100
Format:  EPUB
Originaltitel: Mr.
Übersetzt von Antoinette Gittinger
Piper Verlag GmbH

15. Januar 2013 - epub eBook - 464 Seiten

Die 20-jährige Ellie interessiert sich nicht im Geringsten für ihre Mitstudenten, ihre Phantasien kreisen um erotische Literatur und die Anziehungskraft erfahrener, älterer Liebhaber. Letzteren findet sie in einem 45-jährigen Chirurgen und Freund der Familie, genannt "Monsieur". Es beginnt mit einem verspielten Austausch erotischer Zitate, es führt durch zerwühlte Hotelbetten, es endet in einer aufreibenden, grenzüberschreitenden Amour fou ...
Emma Becker, geboren am 14. Dezember 1988, traf 2009 ihren eigenen "Monsieur", die Vorlage für ihren ersten Roman, der 2011 in Frankreich veröffentlicht und international verkauft wurde.

Ich traf den ältesten Sohn von Monsieur in der Linie 1 an der Station Charles-de-Gaulle-Étoile. Es war gerade Schulschluss, und Horden lärmender Gymnasiasten stürmten die Metro. Ich musste mich sogar von meinem Sitzplatz erheben, damit sich eine weitere Menschenmenge in mein bereits vollgestopftes Abteil zwängen konnte. Als sich ein spitzer Ellenbogen in meinen Rücken rammte, blickte ich von meiner Lektüre auf, um mich mit den üblichen belanglosen Worten bei jemandem zu entschuldigen, der sich nicht einmal die Mühe machte, seinen iPod auszuschalten. Wie üblich war ich nur halbherzig von der Notwendigkeit einer Entschuldigung überzeugt. Wofür sollte ich mich entschuldigen? Dafür, dass ich lebte? Dafür, dass ich einen Rücken besaß?

Ich kann nicht behaupten, dass seine kaum hörbare Stimme das auslösende Moment gewesen sei. Aus irgendeinem Grund sah ich ihn an – und innerhalb einer Zehntelsekunde wusste ich, dass er sein Sohn war, jeder Irrtum ausgeschlossen. Das wäre nicht weiter von Belang gewesen, hätte es da nicht diese skandalöse Ähnlichkeit zwischen Original und Avatar gegeben, die mich wie ein Zauberbann traf. Ich musste meine ganze Willenskraft aufbringen, um meinen Blick von den großen Augen mit den schweren Lidern zu lösen, die die gleiche unerträgliche Sinnlichkeit ausstrahlten wie die Augen von Monsieur. Sein Sohn hatte diese Augen geerbt, und er war sich deren Wirkung zweifelsohne nicht bewusst. In meinem Hirn drehte sich ein einziger Gedanke wie eine kaputte CD: Er ist es er ist es er ist es er ist es er ist es. Als mir klar wurde, dass er meinen starren Blick eigenartig finden würde, gab ich vor, mich erneut in André Breton zu vertiefen – ohne jede Hoffnung, mich auf das Buch konzentrieren zu können.

Ich hätte nie gedacht, dass es derart schmerzen k&o
uml;nnte, die Nähe dieses jungen Mannes zu spüren, diesen zarten Jungenduft, der von keinem zu starken Eau de Parfum überlagert wurde. Ich merkte nicht einmal, dass ich hätte aussteigen müssen – ich glaube, ich wäre ihm überallhin gefolgt.

Charles. Der Erstgeborene. An jenem Dienstagmorgen in einem blauen Zimmer eines Hotels im 15. Arrondissement hatte ich Monsieur damit verblüfft, dass ich ihm seine Söhne aufzählte.

Charles, Samuel, Adam, Louis und Sascha, die alle fünf einer Beziehung entstammten, die ich mir nur theoretisch vorstellen konnte. Ich wusste Einzelheiten über den Ältesten, an die er sich wohl selbst nicht mehr erinnern konnte: ein Streit beim Abendessen über eine historische Heldentat, bei dem Charles in seinem jugendlichen Eigensinn voller Wut mit der Faust auf den Tisch schlug und sich um ein Haar eine väterliche Ohrfeige eingehandelt hätte, oder jener Nachmittag, an dem er völlig aufgelöst aus dem Gymnasium kam und sein dichtes schwarzes Haar verdächtig nach Hasch roch. Monsieur liebte ihn leidenschaftlich – und man musste nicht einmal besonders schlau sein, um das zu begreifen. Monsieur schenkte ihm eine Liebe, neben der die angedeutete Zärtlichkeit, die er mir einmal entgegengebracht hatte, in Bedeutungslosigkeit versank.

Der Zug bremste, und mit der vollen Wucht seines mir fremden und doch so seltsam vertrauten Körpers rempelte Charles mich erneut an.

»Entschuldigung«, sagte er. Sein Lächeln wirkte ein wenig verlegen und offenbarte die gleichen Grübchen und die gleichen schneeweißen Raubtierzähne wie sein Vater.

Als ob Monsieur vor mir stünde und mich seit sechs Monaten zum ersten Mal ansähe, als ob ich Monsieur durch eine Riesenlupe betrachtete, die mir alles enthüllte und erklärte: seine Kinder, seine Frau, alles, was er geschaffen
hatte, alles, wofür er sich abgerackert hatte und wofür er sich immer noch abrackert, all seine Fußfesseln, seine Erfolge und die Grenzen seines Königreiches. Und ich hätte mich vom Mitleid hinreißen lassen, ja sogar Rührung empfinden können, doch Charles versuchte noch immer, sich von mir zu lösen, mit tausend lächelnden Entschuldigungen (und jedes Lächeln erinnerte mich an Monsieur, wie er nach der Liebe unter mir ausgestreckt ruhte). Es kostete mich meine gesamte Energie, ihn nicht anzuschreien: Lächle nicht mit diesem Mund, den ich in- und auswendig kenne, nimm die verkrampften Finger deines Vaters, der es genoss, meinen Hintern zu bearbeiten, von meiner Hand, dreh den Kopf weg, ich will nicht mehr – ich kann nicht mehr – in diese grauen Augen schauen, die nicht einmal deine sind, nichts in diesem Gesicht gehört dir, nicht einmal die lange Nase, die deine Mutter dir vererbt hat und die vielleicht das Einzige ist, was dich zu einem Menschen macht, der ganz und gar aus der Liebe von Monsieur zu einer anderen Frau entstanden ist. Also hör auf, bitte hör auf. Ich biss mir auf die Zunge, um zu schweigen, ich presste die Lippen aufeinander, um mich daran zu hindern, ihm zu erklären, warum, zu wessen Ehren und aufgrund welcher Umstände diese junge Frau in der Metro ihn mit den Augen verschlang, während die Eindringlichkeit, mit der er mich betrachtete, gleichwohl ein paar Fragen aufwarf.

Wer ich bin? Ich heiße Ellie (ein Vorname, der dir nichts sagt, der weder männlich noch weiblich klingt, und doch gab es eine Zeit, in der er Ihm alles bedeutete: Essen, Trinken, Schlafen und alles andere dazwischen). Ich bin etwa im gleichen Alter wie du, nur knapp zwei Jahre älter, die aber kaum zählen, weil ich mich seit der Zeit, in der ich meine Mathehefte in einem alten, mottenzerfressenen Eastpak mit mir herumschl
eppte, kaum verändert habe, und ich sehe dich an, weil du mich so sehr an deinen Vater erinnerst. Du lieber Himmel, du erinnerst mich in einer Weise an ihn, die nichts mit eurer Ähnlichkeit zu tun hat – das geht weit darüber hinaus. In deinen dunklen Augen sehe ich dieselbe instinktive Sehnsucht, die mich in ihren Bann zog, denselben Heißhunger nach Frauen, der mich mit Leidenschaft erfüllte. Hier, inmitten der Menschenmenge, schaust du mich mit denselben Augen an, mit denen er über seinen Chirurgenmundschutz hinwegsah, als er in der Klinik operierte und ich ihm dabei zuschaute. Klar, Charles, dass mir das nicht genügte, doch schau mich an, wie ich hier stehe, mit herabhängenden Armen und mit meinem Buch, das ich endlich zugeklappt habe, und mit meinem finsteren Blick unter dem Pony. Fast hätte ich vergessen, dass du nur ein erster, dreißig Jahre jüngerer, aber sehr gelungener Entwurf von ihm bist.

Dreißig Jahre sind ziemlich genau die Kluft, die ihn und mich trennen, und doch war ich seine Geliebte, und ich liebte deinen Vater mit all der Leidenschaft, in der meine abgöttische Bewunderung für ihn und meine tiefe Dankbarkeit – oder auch Verblendung – loderten. Doch nun ist alles erloschen, nichts ist übrig geblieben, sodass ich mir heute gut vorstellen kann, dir eines Tages auf einer Party bei gemeinsamen Freunden zu begegnen, einen Joint mit dir zu rauchen, um zu beobachten, wie dein Blick sich bewölkt, wie es bei ihm der Fall war, um herauszufinden, was dich zum Lachen bringt, und am Ende ein hysterisches Glucksen zu unterdrücken. Es wäre einfach und normal, deine Freundin zu sein und dich jeden Nachmittag vom Gymnasium abzuholen.

So hätte es laufen können: Ich bin nicht zu alt für dich, aber alt genug, dich in die Liebe einzuführen und dich für immer zu prägen. Doch aus der Sicht meiner zwanzig J
ahre fühle ich mich wie vierzig. Es würde dir nicht besonders logisch oder glaubwürdig erscheinen, wenn ich dir sagte, dass du beinahe ein geschlechtsloses Kind für mich geworden bist, nachdem dein Vater so viel von dir erzählt hat. Würde ich dich jetzt küssen, wie ich es mir gerade vorstelle, weil ich vor Verlangen sterbe, würde ich es aus tiefer Verzweiflung tun, weil du der Sohn dieses Mannes bist, den ich nicht vergessen kann, und weil deine Küsse vermutlich dieselbe Wirkung hätten wie das Methadon, das den Heroinsüchtigen als Ersatzdroge verschrieben wird. Wenn du wüsstest, wie sehr ich dieses Beinahe, dieses Keineswegs, dieses Ja, aber Nein gesucht habe. Stell dir vor, welchen Wert du für mich hättest, wenn ich dich als unvollkommene Kopie deines Vaters verschlingen würde. Da stehst du mir nun gegenüber, nur ein paar Zentimeter von mir entfernt, gefangen, wortlos, vergänglich, schweigsam, wie Jugendliche zu sein pflegen, deren Augen noch nicht die Verderbtheit der Begierde und ihre Heftigkeit verraten, deren Augen erst abschätzen – und ich erinnere mich an seine. Natürlich würde mir das alles nicht genügen.

Hallo Charles, ich heiße Ellie, du hast noch nie mit mir gesprochen und wirst mich sicher nie wiedersehen, und doch kenne ich die Namen jedes einzelnen Mitglieds deiner Familie, ohne dich zu kennen, weil ich deinen Vater gekannt habe, dessen verwirrendes, weil so exaktes Ebenbild du darstellst; weil ich ihn so fest in meinen Armen hielt, kenne ich dich durch und durch, ohne dich zu kennen … Man könnte es für einen Scherz halten, oder? Oder für einen Film von Truffaut. Eine Unbekannte unter tausend anderen steigt in dieselbe Metro wie der Sohn ihres Geliebten. Sie erkennt ihn. Sein Gesicht entspricht völlig den Fotos, die sie von ihm gesehen hat, von seiner Familie. Es hätte auch jede andere sei
n können, aber ich bin es nun mal. Mit mir traf er sich am Dienstagmorgen, während ihr auf dem Weg zur Schule wart. Als er euch über den Kopf strich, dachte er bereits an mich. An mich, die Bedeutungslose in Bensimon-Jeans und mit Pferdeschwanz. Dieser Kopf. Diese Hände, die in der stickigen Luft des Pariser Untergrunds schwitzen und ein Taschenbuch festhalten. Aber weißt du, Charles, vor knapp sechs Monaten gruben diese Hände ihre Fingernägel in die Patrizierhaut anderer starker Hände – in dieselben...


»Heiß, scharf, ungeschönt.«, Fuldaer Zeitung, 05.10.2013

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