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2052. Der neue Bericht an den Club of Rome

Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre.
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Produktdetails

Titel: 2052. Der neue Bericht an den Club of Rome
Autor/en: Jorgen Randers

EAN: 9783865815163
Format:  EPUB ohne DRM
Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre.
Oekom Verlag GmbH

24. September 2012 - epub eBook - 432 Seiten

Vor 40 Jahren erschütterte ein Buch den Fortschrittsglauben der Welt: Der Bericht »Die Grenzen des Wachstums« an den Club of Rome. »Die absoluten Wachstumsgrenzen der Erde werden im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht, wenn es der Menschheit nicht gelingt, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren«, lautete seine zentrale These. Sie glich einer Revolution und machte das Buch zu einem Weltbestseller mit über 30 Millionen verkauften Exemplaren. Vierzig Jahre später holt der Club of Rome erneut zu einem großen Wurf aus.»2052« lautet der Name des aktuellen Reports. Er skizziert eine Zukunft, die ganz anders sein wird als wir uns dies heute vorstellen können. Welche Nationen werden ihren Wohlstand halten oder gar vermehren - welche unter der künftigen Entwicklung leiden? Wie wird sich der Übergang zur wirtschaftlichen Vorherrschaft Chinas gestalten? Ist die Demokratie nach westlichem Vorbild geeignet, die großen Menschheitsprobleme zu lösen?Jorgen Randers, einer der Co-Autoren des Meadows-Reports von 1972, hat ein Szenario für die nächsten 40 Jahre erstellt; er stützt sich dabei auf globale Prognosen führender Wissenschaftler, Ökonomen und Zukunftsforscher.Trotz der überwiegend düsteren Prognosen glaubt Randers nicht an einen globalen Kollaps, denn »der Anpassungsprozess der Menschheit an die Grenzen dieses Planeten hat begonnen«. Aber der Report gibt auch keine Entwarnung, denn die Zukunft wartet mit gewaltigen Herausforderungen auf, wird geprägt sein von sozialen Unruhen und zahlreichen Umbrüchen. Sie zu meistern wird unsere Jahrhundertaufgabe sein; »2052« liefert hierzu die (über)lebensnotwendigen Grundlagen.
1;2052 Der Neue Bericht an den Club of Rome;1 2;Inhalt;5 3;VORWORT: Was wird die Zukunft bringen?;13 4;TEIL 1 HINTERGRUND;17 4.1;KAPITEL 1 Sorgen um die Zukunft;19 4.1.1;Warum jetzt?;21 4.1.2;Ist eine Prognose möglich?;23 4.1.3;Warum 40 Jahre?;25 4.1.4;Grundlagen für eine wohlbegründete Vermutung;26 4.1.5;Volldampf voraus, aber den Seelenfrieden wahren;29 4.2;KAPITEL 2 Fünf große Fragen im Blick auf 2052;31 4.2.1;Die Nachhaltigkeitsrevolution;32 4.2.2;Fünf zentrale Fragen rund um den Systemwechsel;34 4.2.3;Das Ende des Kapitalismus?;35 4.2.3.1;AUSBLICK 21: Die dunklen Jahrzehnte: Privileg und Polarisierung;36 4.2.4;Das Ende des Wirtschaftswachstums?;44 4.2.4.1;AUSBLICK 22: Den Konsum in Asien einschränken;45 4.2.5;Das Ende der "langsamen" Demokratie?;53 4.2.5.1;AUSBLICK 23: Im Schneckentempo Richtung Nachhaltigkeit;53 4.2.6;Das Ende der Eintracht zwischen den Generationen?;59 4.2.6.1;AUSBLICK 24: Krieg um Gerechtigkeit zwischen den Generationen;59 4.2.7;Das Ende des stabilen Klimas?;64 4.2.7.1;AUSBLICK 25: Extremwetter im Jahr 2052;67 5;TEIL 2 MEINE GLOBALE PROGNOSE;75 5.1;KAPITEL 3 Die meiner Prognose zugrunde liegende Logik;77 5.1.1;Der Leitstern;78 5.1.2;Ein in groben Zügen gezeichnetes Bild;79 5.1.3;Eine kurze Zusammenfassung meiner Geschichte;79 5.1.4;Das deterministische Grundgerüst;81 5.1.5;Lineare Darstellung eines kreisförmigen Labyrinths;82 5.1.6;Die mathematische Formulierung;83 5.1.7;Eine abschließende Bemerkung zur Datengrundlage;85 5.2;KAPITEL 4 Bevölkerung und Konsum bis 2052;87 5.2.1;Die Bevölkerungszahl wird ihren Höchststand erreichen;87 5.2.2;Die Erwerbsbevölkerung wird ihren Höchststand etwas früher erreichen;90 5.2.3;Die Produktivität wird wachsen, aber auf Hindernisse treffen;92 5.2.4;Die Produktion (das BIP) wird wachsen, aber immer langsamer;96 5.2.4.1;AUSBLICK 41: Das Ende unwirtschaftlichen Wachstums;99 5.2.5;Investitionen erzwungene und freiwillige werden zunehmen;105 5.2.6;Neue Kosten werden entstehen;109 5.2.7;Anpassungs- und Katastrophe
nkosten werden explodieren;115 5.2.8;Der Staat wird sich stärker einmischen;117 5.2.8.1;AUSBLICK 42: "Hellgrünes" Wachstum;119 5.2.9;Der Konsum wird stagnieren und mancherorts sinken;123 5.3;KAPITEL 5 Energie und CO2 bis 2052;129 5.3.1;Die Energieeffizienz wird weiter zunehmen;129 5.3.2;Der Energieverbrauch wird steigen, aber nicht endlos;133 5.3.3;Die Klimaintensität wird durch erneuerbare Energien gesenkt;134 5.3.3.1;AUSBLICK 51: Der Weg zur Photovoltaik;137 5.3.3.2;AUSBLICK 52: Das Ende der Atomkraft;142 5.3.4;Die CO2-Emissionen durch Energieverbrauch erreichen 2030 ihren Höhepunkt;147 5.3.5;Die Temperatur wird um mehr als 2 C steigen;149 5.3.6;Ein Temperaturanstieg um 2 C wird zu ernsthaften Problemen führen;152 5.3.6.1;AUSBLICK 53: Schwere Zeiten für arktische Gewässer;153 5.3.6.2;AUSBLICK 54: Flucht in die Großstadt;158 5.4;KAPITEL 6 Ernährung und Fußabdruck bis 2052;163 5.4.1;Die Nahrungsmittelproduktion wird eine geringere Nachfrage befriedigen;163 5.4.2;Biokraftstoffe und weißes Fleisch auf dem Vormarsch;166 5.4.2.1;AUSBLICK 61: Teures Öl = Teure Nahrungsmittel;166 5.4.2.2;AUSBLICK 62: Die Grenzen der Proteinproduktion;172 5.4.3;Kommerzieller Fischfang wird auf ausgewiesene Fischereizonen begrenzt;173 5.4.4;Die Ökosysteme der Erde werden gestört;177 5.4.4.1;AUSBLICK 63: Wettlauf um die letzten Rohstoffe;179 5.4.5;Ungenutzte Biokapazität wird stark abnehmen;184 5.4.5.1;AUSBLICK 64: Städte als Rohstoffquelle für Metall;186 5.4.5.2;AUSBLICK 65: Parks als letzte Rückzugsorte der Natur;191 5.5;KAPITEL 7 Die nicht-materielle Zukunft bis 2052;196 5.5.1;Geringeres Bruttoinlandsprodukt: Weniger Druck auf die globalen Wachstumsgrenzen;197 5.5.2;Langsamere Steigerung der Produktivität;198 5.5.3;Spannungen durch verminderten Konsum;199 5.5.4;Kurzfristiges Denken;200 5.5.5;Mehr Staat;202 5.5.6;Erzwungene Umverteilung;204 5.5.7;Megastädte;206 5.5.7.1;AUSBLICK 71: Das Leben in Megastädten und die Entäußerung des Verstandes;208 5.5.8;Allgegenwärtiges Internet;211 5.5.9;Ver
lust des Besonderen;213 5.5.10;Fortschritte bei der Gesundheit;214 5.5.10.1;AUSBLICK 72: Öffentliches Gesundheitssystem Persönliche Gesundheit;215 5.5.11;Neue Bedrohungen für die Streitkräfte;219 5.5.11.1;AUSBLICK 73: Kriege der Zukunft und der Aufstieg der Roboter;220 5.5.11.2;AUSBLICK 74: Militär für Nachhaltigkeit;224 5.6;KAPITEL 8 Der Zeitgeist von 2052;228 5.6.1;Fragmentierung: Betonung lokaler Lösungen;228 5.6.1.1;AUSBLICK 81: Schottland schließt sich dem Neuen Europa an;230 5.6.1.2;AUSBLICK 82: Das Ende der mediterranen Disparität;234 5.6.1.3;AUSBLICK 83: Slum-Urbanismus in Afrika;238 5.6.2;Ein neues Paradigma: Geringere Fixierung auf Wirtschaftswachstum;242 5.6.2.1;AUSBLICK 84: Wertschätzung des Ganzen;245 5.6.3;Modifizierter Kapitalismus: Weises Regieren gewinnt an Bedeutung;250 5.6.3.1;AUSBLICK 85: CSR 2.0: Unternehmerische Nachhaltigkeit und Verantwortung;254 5.6.4;Kollektive Kreativität: Ein Netzwerk aus engagierten Individuen;258 5.6.4.1;AUSBLICK 86: Die Weisheit der vielen nutzen;259 5.6.4.2;AUSBLICK 87: Die Jugend spielt für eine bessere Welt;262 5.6.5;Generationengerechtigkeit: Den Blick weiten;267 6;TEIL 3 ANALYSE;269 6.1;KAPITEL 9 Gedanken über die Zukunft;271 6.1.1;Die Motoren der Veränderung;272 6.1.2;Die Zukunft im Schaubild;273 6.1.3;Es wird spannend!;277 6.1.4;Meine eigenen Reaktionen;279 6.1.5;Acht konkrete Fragen zur Zukunft;282 6.1.6;Wild Cards;295 6.1.7;Der Weg ins Jahr 2052;299 6.1.7.1;AUSBLICK 91: Run auf die Sonne;301 6.1.7.2;AUSBLICK 92: Finanzierung der Zukunft;305 6.2;KAPITEL 10 Fünf regionale Zukünfte im Blick auf 2052;310 6.2.1;Die Vereinigten Staaten;311 6.2.1.1;AUSBLICK 101: Strahlende solare Zukunft;315 6.2.2;China;320 6.2.2.1;AUSBLICK 102: China die neue Hegemonialmacht;324 6.2.3;OECD-ohne-USA;329 6.2.4;BRISE;334 6.2.4.1;AUSBLICK 103: Reichtum durch Biokraftstoffe;338 6.2.5;Die restliche Welt;342 6.3;KAPITEL 11 Vergleich mit anderen Zukünften;347 6.3.1;Der Vergleich mit einem globalen Computermodell;347 6.3.2;Der Vergleich mit
der Studie;349 6.3.3;Grenzüberziehung und Zusammenbruch im Detail;355 6.3.4;Perspektiven für die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts;361 6.3.4.1;AUSBLICK 111 Die fünfte kulturelle Stufe;363 6.3.4.2;AUSBLICK 112: Die dritte Blütezeit des Lebensbaums;367 6.4;KAPITEL 12 Welche Möglichkeiten haben wir noch?;373 6.4.1;Vorgehen einer idealen Weltgemeinschaft;375 6.4.2;20 persönliche Ratschläge;379 6.4.3;Leben Sie mit der drohenden Katastrophe, ohne die Hoffnung zu verlieren;404 7;Schlussbemerkung;405 8;Danksagung;407 9;Nachwort des Club of Rome (2014);409 10;Anhang;416 10.1;1. Zusammenfassung;416 10.2;2. Definitionen und Datenquellen;418 10.3;3. Ausblicke 2052: Weiterführende Literatur;422 10.4;4. Zusätzliche Daten zu Fertilität und Produktivität;428 11;Anmerkungen;430 12;Über den Autor;441


Jorgen Randers ist Autor zahlreicher Bücher und wissenschaftlicher Berichte. Er war Co-Autor des Reports »Die Grenzen des Wachstums« (1972) und mitverantwortlich für die Aktualisierungen der Jahre 1992 und 2004. Von 2004 bis 2009 war er Generaldirektor des World Wildlife Fund; heute ist er Dozent für Klima- und Zukunftsfragen an der renommierten Norwegischen Business School in Oslo.Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss von Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft. Sein Ziel ist es, sich für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit einzusetzen.

KAPITEL 1
Sorgen um die Zukunft


Mein ganzes Erwachsenenleben habe ich mir um die Zukunft Sorgen gemacht. Nicht um meine persönliche Zukunft, sondern um die Zukunft der Welt – die Zukunft der Menschheit – auf ihrem kleinen Planeten Erde.
Jetzt, im Alter von 66 Jahren, erkenne ich, dass ich mir alle diese Sorgen umsonst gemacht habe. Nicht etwa, weil die Zukunft der Welt heute rosarot und problemfrei aussieht. Meine Sorgen waren vergeblich, weil sie über die letzten 40 Jahre, seit ich anfing, mir Sorgen zu machen, die globale Entwicklung nicht nennenswert beeinflusst haben.
Alles fing damit an, dass ich im Januar 1970 als Physik-Doktorand an das Massachusetts Institute of Technology (MIT) kam. Vorher hatte ich im kleinen, sicheren, egalitären Norwegen gelebt, abgeschirmt vor den globalen Entwicklungen, konzentriert auf die Geheimnisse der Festkörperphysik. Aufgrund einer komplizierten Abfolge von Ereignissen war ich bereits im Sommer 1970 durch meine wissenschaftliche Arbeit an der A. P. Sloan School of Management am MIT tief in ein Projekt involviert, aus dem der erste Bericht »Zur Lage der Menschheit« an den Club of Rome werden sollte. Unter dem Titel Die Grenzen des Wachstums beschrieb er verschiedene Szenarien zur Entwicklung der Welt bis 2100. Die Szenarien wurden auf der Basis von Simulationen mit einem Computermodell erstellt; das war damals mein neues Fachgebiet.
Innerhalb weniger Wochen war ich auf das Höchste alarmiert. Als Wissenschaftler hatten wir zu überlegen, was geschehen würde, wenn Weltbevölkerung und Weltwirtschaft sich für ungefähr weitere 100 Jahre in ähnlicher Weise entwickeln würden wie in jüngster Zeit. Man brauchte keine große Kompetenz in quantitativen Methoden, um zu erkennen, dass unser Planet dafür viel zu klein war und dass die Menschheit im
Lauf von weiteren rund 50 Jahren auf ernsthafte Probleme zusteuerte – außer sie, die Menschheit, träfe eine bewusste und unkonventionelle Entscheidung, ihre Gewohnheiten grundsätzlich zu verändern.
Wir veröffentlichten Die Grenzen des Wachstums im Jahr 1972, zusammen mit unseren Empfehlungen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um nachhaltigen Wohlstand auf unserem begrenzten Planeten zu befördern. Die 1970er- und 1980er-Jahre verbrachte ich in Sorge darüber, ob die Menschheit tatsächlich genügend Weisheit entwickeln werde, um unseren Ratschlägen zu folgen und ihre globalen Strategien und Verhaltensweisen zu ändern – rechtzeitig, wohlgemerkt. In unterschiedlichen Rollen verwandte ich einen großen Teil meiner Zeit und Energie darauf, die Leute davon zu überzeugen, dass ein Wandel viel besser wäre als das Befolgen alter Muster. Nach 1993 verabschiedete ich mich aus der akademischen Welt und verstärkte die Intensität meiner Bemühungen, indem ich für den WWF arbeitete – jene große, einflussreiche Naturschutzorganisation, die in den Vereinigten Staaten World Wildlife Fund genannt wird. Seit 2005 habe ich mich mehr auf die Eindämmung des Klimawandels konzentriert.
Aber ich habe nie aufgehört, mir um das Schicksal der Menschheit auf dem kleinen Planeten Erde Sorgen zu machen. Diese Besorgnis lässt sich über die letzten 20 Jahre an vielen Stellen in meinem Schreiben verfolgen.1
Gibt es Anlass zur Sorge? Ist die Zukunft, der die Welt entgegengeht, dergestalt, dass man sich wirklich Gedanken machen sollte? Wird die Zukunft besser sein als die Gegenwart? Oder vielleicht schlechter? Oder geht es hier einfach nur um die Marotten eines alten Mannes?
Das Buch, das Sie in der Hand halten, ist meine Antwort auf alle diese Fragen. 40 Jahre lang hatte ich mir um eine unklare
Zukunft, von der ich nichts Genaues wusste, Sorgen gemacht; da befand ich für mich, meiner Not sei am besten mit dem Versuch abzuhelfen, die kommenden 40 Jahre so präzise wie möglich zu beschreiben. Ich wollte kein Bild einer idealen Welt – keine der vielen Gesellschaftsfantasien, denen die Idealisten nachrennen. Ich wollte ein Bild von genau der Zukunft, die die Menschheit in den 40 Jahren, die vor uns liegen, für sich gestalten wird, der Zukunft, die sich aus den menschlichen Entscheidungen, deren Qualität und Weisheit sehr gemischt sein werden, ergeben wird, der Zukunft, die am wahrscheinlichsten Wirklichkeit werden wird, der Zukunft, die irgendwann einmal in den Geschichtsbüchern stehen wird.
Kurzum, ich wollte eine Prognose des wahrscheinlichsten Fahrplans bis 2052, um zu wissen, was auf mich zukommt. Um zu wissen, ob ich tatsächlich Grund habe, mir wegen meiner Kinder Sorgen zu machen. Oder wegen der Armen in Afrika. Oder um vielleicht auch das machen zu können, was in der industrialisierten Welt offensichtlich alle Mitglieder der oberen Mittelschicht tun, nämlich mich zu entspannen und mit sorgenfreiem Gemüt zur gesellschaftlichen Entwicklung beizutragen.
Zum Glück wird meine Prognose bezüglich der wahrscheinlichsten Zukunft der Welt auch noch in anderer Weise brauchbar sein.
Erstens wird die Prognose jeden Leser und jede Leserin in die Lage versetzen, seine oder ihre eigene Antwort auf die Frage zu finden, ob es Grund gibt, sich Sorgen zu machen. Diese Antwort kann anders ausfallen als die meine. Unterschiedliche Menschen ziehen aus dem gleichen Bild unterschiedliche Schlüsse.
Zweitens wird es die Neugier befriedigen. Nachdem ich mir nun schon so lange Sorgen um die Zukunft gemacht habe, möchte ich jetzt endlich wissen, wie sie tatsächlich aussieht. An meinem 50. Geburtstag war es mein größter Wunsch, im Jahr 21
00 für eine Woche wieder von den Toten aufzuerstehen, um zu erfahren, was im 21. Jahrhundert alles passiert ist. Ich glaube, auch viele andere sind neugierig auf das, was vor uns liegt.
Drittens werden einige Leute die Prognose nutzen, um gewinnträchtig zu investieren.
Und viertens werden die gesellschaftlich stärker Engagierten mithilfe der Prognose klären, welche neuen Strategien, Gesetzgebungsverfahren und gesellschaftlichen Institutionen bei der Schaffung einer besseren Zukunft die größte Wirkung haben werden, damit sie wissen, wo sie am besten ansetzen können.
Andere werden wissen wollen, was die Zukunft bringt, um in den nächsten Jahrzehnten ihre Chancen auf ein besseres Leben zu steigern, indem sie zum Beispiel, solange es noch möglich ist, umziehen, in eine andere Stadt, ein anderes Land oder eine andere Region, oder indem sie ihren Beruf wechseln, bevor ihre Tätigkeit nicht mehr gefragt ist.
Schließlich werden sich manche Leute schon im Voraus auf die Welt der Zukunft einstellen wollen, auf künftige Hitzeperioden, den Anstieg des Meeresspiegels, Migrationsbewegungen, zentralistischere Regierungsformen und die Zerstörung attraktiver Touristenziele.
Es gibt viele Beweggründe und alle sind berechtigt. Was uns eint, ist der Wunsch zu wissen, wie sich die Welt in den nächsten 40 Jahren entwickeln wird.

Warum jetzt?


Vor etwa zehn Jahren kam ich, nach wie vor zutiefst besorgt, immer mehr zu der Überzeugung, die Menschheit werde in der Konfrontation mit großen, aber doch weitgehend lösbaren Problemen der Situation nicht gewachsen sein. Ich war allmählich bereit zu glauben, dass der Wandel nicht stattfinden würde – auf jeden Fall nicht rechtzeitig. Was natürlich nicht heißt, dass die Welt untergehen wird. Es heißt aber sehr wohl, dass die Zukunft weltweit weniger r
osig aussehen wird, als es möglich gewesen wäre. Irgendwie war mir diese Erkenntnis eine Hilfe in meiner Not. Ich begann den Verlust zu akzeptieren.
Mit diesem Umdenken war allerdings noch keineswegs Schluss mit meinen Sorgen, es verschob sich nur der Fokus. Jetzt überlegte ich, wie schlimm die Lage werden müsste, bis sich die Menschheit endlich entschließen würde, ihre Gewohnheiten zu ändern. Dieser Gemütszustand wäre vermutlich angenehmer gewesen, hätte ich die Möglichkeit gehabt, öffentlich darüber zu sprechen. Ich wagte aber nicht, mein Umdenken öffentlich zu machen. Zusammen mit der kleinen Gruppe von Menschen, die sich mit mir zusammen Sorgen machten – der Avantgarde der weltweiten Nachhaltigkeitsbewegung – war ich besorgt, es könnte demotivierend wirken, würden wir zugeben, dass die Reaktion der Menschheit der Situation nicht angemessen war. Ich war besorgt, dass dann auch die kleinen, doch immerhin in Gang gekommenen Bemühungen zur Besserung unserer menschlichen Verhaltensweisen auf Null zurückgefahren würden. Würde ich meine Sorgen mitteilen, und sei es auch noch so behutsam, könnte das Rufe auslösen wie »Das Spiel ist aus!« oder »Das Spiel ist verloren!«, was dann wiederum die Wirkung einer selbsterfüllenden Prophezeiung haben könnte. Die wenigen, die mit großem Einsatz für nachhaltige Entwicklung arbeiteten, könnten sich versucht sehen, das Handtuch zu werfen.
Deshalb machte ich mir meine Sorgen hinter verschlossenen Türen und musste gleichzeitig mitansehen, wie die Treibhausgase ständig anstiegen, die weltweite multilaterale Umweltpolitik immer schlechter funktionierte, die Zerstörung der Korallenriffe weiter voranschritt und die verbleibenden Urwälder immer mehr dahinschwanden. Ich liebe Urwälder – diese ruhigen, zeitlosen Arteninv
entare, die dem Betrachter das Ergebnis von Hunderten Millionen von Jahren biologischer Evolution präsentieren.
Überraschenderweise erwiesen sich die Urwälder als meine Retter. Eines Tages erwähnte ich gegenüber einer Freundin, einer Psychologin, dass ich körperlichen Schmerz verspürte beim Anblick der Forstmaschinen, mit denen die Holzfäller an einem Tag zerstörten, was die Natur allenfalls im Lauf von Jahrhunderten wiedergutmachen konnte – wenn überhaupt. In ruhigem, professionellem...

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