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Die Zauberfrau

Roman.
von Hera Lind
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Produktdetails

Titel: Die Zauberfrau
Autor/en: Hera Lind

EAN: 9783955200428
Format:  EPUB ohne DRM
Roman.
dotbooks Verlag

29. Oktober 2012 - epub eBook - 580 Seiten

»Verdammte Kiste. ICH wollte IHN verwirren, nicht umgekehrt! War der Schuss womöglich nach hinten losgegangen? Das hätte mir gerade noch gefehlt!«

Täglich steht Charlotte als weißgestärkte Dr. Anita Bach in der Fernsehserie »Unsere kleine Klinik« vor der Kamera. Ihr Privatleben ist nicht ganz so glamourös, da sie mit dem grundsoliden Ernstbert Schatz verheiratet ist, der außer den Zwillingen Ernie und Bert noch nichts Nennenswertes zur Ehe beigetragen hat. Und obwohl Charlotte nach Lust und Laune Männer verzaubern kann, ist ihr phlegmatischer Gatte immun gegen die Magie seiner Frau. Also muss Charlotte andere Geschütze auffahren ...

Eine temperamentvolle Komödie und ein Feuerwerk amüsanter Einfälle: Der Bestseller von Hera Lind, einer der erfolgreichsten deutschen Unterhaltungsautorinnen aller Zeiten.
Jetzt als eBook: "Die Zauberfrau" von Hera Lind. dotbooks - der eBook-Verlag.
Hera Lind, geboren 1957 in Bielefeld, studierte Germanistik, Theologie und Gesang. Sie machte sich europaweit als Solistin einen Namen und war 14 Jahre lang festes Mitglied des Kölner Rundfunkchores. Während ihrer ersten Schwangerschaft schrieb sie ihren Debütroman "Ein Mann für jede Tonart". Dieser wurde sofort ein Bestseller und erfolgreich verfilmt - eine Erfolgsgeschichte, die sich mit zahlreichen Romanen wie "Das Superweib" und "Das Weibernest", Kinderbüchern und Tatsachenromanen bis heute fortsetzt. Hera Linds Bücher wurden in 17 Sprachen übersetzt und verkauften sich über 13 Millionen Mal. Sie lebt mit ihrer Familie in Salzburg. Die Autorin im Internet: www.heralind.de Bei dotbooks erschienen Hera Linds Romane "Ein Mann für jede Tonart", "Frau zu sein bedarf es wenig", "Das Superweib", "Das Weibernest", "Die Zauberfrau", "Der gemietete Mann", "Hochglanzweiber", "Mord an Bord", "Der doppelte Lothar", "Karlas Umweg", "Fürstenroman" und "Drei Männer und kein Halleluja" sowie die Kurzromane "Rache und andere Vergnügen", "Gefühle und andere Katastrophen" und "Hunde und Herzensbrecher" sowie das Kinder- und Vorlesebuch "Der Tag, an dem ich Papa war".

Nebenan fiel etwas zu Boden.

»Grete? Ist was passiert?« Ich hörte auf, vor dem Schlafzimmerspiegel den Bauch einzuziehen, und warf den verdammten engen Rock aufs Bett.

»Nichts! Die Schultüte ist umgekippt! Warum muss der Junge sie auch mit aufs Klo nehmen? Ich hab ihm AUSdrücklich gesagt, er soll sich die Hose mit BEIDEN Händen zumachen!« Mein kleiner Bert hockte auf der Brille und sah bedauernd auf die etwa dreißig Gummibärchen, die sich auf der Kloumrandung tummelten. Eine richtige kleine Schulklasse. Chaotisch und bunt. Fehlte nur noch ein dicker, schwitzender Gummibär am Kopfende, der »Hinsetzen!«, brüllte und einen pädagogisch wertvollen Vorschlag zur Gestaltung der restlichen Stunde machte.

»Die sammeln wir wieder auf«, sagte ich fröhlich und ging in die Hocke, um die klebrigen Zuckertiere wieder in ihre hübsche, selbstgebastelte, umweltfreundliche Schultüte zurückzuschaufeln.

»Bert«, sagte ich liebevoll zu meinem kackenden Buben, »bist du aufgeregt?«

»Nö«, sagte Bert. »Wiesodn?«

»Weil heute dein erster Schultag ist«, antwortete ich mit pädagogisch einfühlsamer Stimme.

»Na und«, sagte Bert verächtlich. Er steckte seinen runden Hitzepöckchenarm in die Schultüte und grub in ihr herum, um ihr eine Lakritzschnecke zu entnehmen. Betont lässig stopfte er sie sich in den Mund.

»NICHT naschen«, sagte Grete scharf. »Charlotte, sag du doch dem Jungen was. Zu MEINER Zeit hätt¿s das nicht gegeben. Dass wir schon vor der Einschulung an die Tüte gedurft hätten.«

»Zu meiner auch nicht«, sagte ich mit einem Seitenblick auf Grete.

»Es hat dir nicht geschadet«, sagte Grete spitz. »Bert«, versuchte ich zu vermitteln. »Erstens hast du schon die Zähne geputzt, und zweitens isst man nicht auf dem Klo. Auch keine Lakritzschnecken.«

»Aber Papa! Der RAUCHT auf dem Klo! Der darf das, was?!« Grete verließ mitsamt der Schultüte das Badezimmer. »Ernie?! Wo steckst du, Junge?«

»Ernie ist draußen und hält `ne Rede!«, rief ich hinter ihr her. Ich konnte ihn durch das Badezimmerfenster sehen. Er stand auf dem großen Stein vor der Garage und schrie sein imaginäres Publikum an: »Wisst ihr überhaupt, Leute, dass ich heute in die Schule komme? Nee, ihr habt keine Ahnung! Dabei hab ich es euch gestern schon gesagt, Männer! Der Bert kommt auch in die Schule, klar, der ist ja auch mein Bruder. Wir sind nämlich Zwillinge, müsst ihr wissen! Das weiß doch jeder! Zwei-einige Zwinglinge. Aber ICH, Leute, ich werd¿s euch zeigen!« Theatralisch schwenkte er seine Schultüte. Großzügig warf er einige Smarties unter seine nicht vorhandenen Höflinge. Eine Frau, die mit ihrem Spitz vorbeikam, lächelte erfreut und blieb erwartungsvoll stehen.

»Kannste auch welche haben«, rief Ernie zuvorkommend und schleuderte ein paar Bonbons auf den Spitz. Der Spitz kläffte angstvoll.

»Hand vor¿n Mund, Mann!«, schnauzte Ernie ihn an, und die Frau machte, dass sie weiterkam.

»Ernie, machst du dich auch nicht schmutzig?« hörte ich Grete fragen.

»Wie soll ich das denn machen? Ich steh doch nur auf dem Stein. Gehn wir jetzt endlich? IMMER muss ich mich langweilen!«

»Wenn du erst mal in der Schule bist, langweilst du dich nicht mehr«, hörte ich Grete sagen. »Jetzt beginnt der Ernst des Lebens! Los! Pipi machen, Hände waschen, Anorak an!«

»Du, Mama?«, flüsterte Bert, während ich ihm den Je
ansknopf zumachte. Es war der Einzige, den er noch nicht alleine konnte. »Ja, Schatz?«

»Ich will dir mal was sagen, aber ins Ohr.«

Ich ging wieder in die Hocke.

Ein wunderbarer, warmer Lakritzschnecken-Kinder-Atemhauch wehte mir um die Nase, und seine rauen Ärmchen drückten sich an meinen Hals, als ich Bert flüstern hörte: »Eigentlich bin ich DOCH schrecklich aufgeregt. Aber das geht keinen was an!«

Vor der Kirche drängelten sich Heerscharen von Menschen. Zahlreiche feierlich gekleidete Mütter und Väter und Omas und Opas und Anverwandte jeder Art schüttelten sich glücklich die Hände, um herzlich gemeinte Belanglosigkeiten auszutauschen.

»Jetzt isses endlich soweit, nich, Tatjana?«

»Der große Tag, was, Schand-Tall?«

»Was ISSER aber auch wieder gewachsen, der Sascha!«

»Jetzt beginnt der Ernst des Lebens, Kevin!«

»Freust du dich denn auf die Schule, Sarah-Lisa?« Sarah-Lisa nickte blass und senkte den Blick auf ihre selbstgebastelte, umweltfreundliche rosa Schultüte.

Ich betrachtete die das Bild belebende Geschwisterschar im Krabbelalter, die aus pädagogischen Gründen auch mit Schultaschen und Schultüten ausgestattet war, selbst wenn sie teilweise noch im Kinderwagen saß und verständnislos ins Getümmel glotzte. Ich fand es beruhigend, dass der große, zottelige Köter von Nummer acht keine Schultasche auf dem Rücken hatte, obwohl er doch einen gewissen Schultütenneid auf seinen sechsjährigen Spielgefährten Benedikt hätte entwickeln können. Sämtliche männlichen Wesen waren mit Videokameras und Fotoapparaten ausgerüstet. Hektisch tanzten sie um ihre Anverwandten herum, um sie in einem besonders günstigen Moment MIT Kirche, Oma, Morgensonne UND blass lächelndem zahnlückigen Erstklässler zu erwischen. Ich hoffte, sie würden die herumtaumelnden schwerbeladenen Kleinkinder nicht zertreten.

»Wo bleibt denn wieder der Ernstbert«, sagte Grete vorwurfsvoll, während sie ihren Blick, nach bekannten Gesichtern Ausschau haltend, schweifen ließ. »Jetzt könnte er so schöne Aufnahmen machen! Wo die Kinder noch sauber sind! Guten Morgen, Frau Pfarrer!«

»Hä?«, sagte ich. »Frau Pfarrer? Ich denke, Herr Wojtyla hat nein gesagt?!«

»Das ist `ne evangelische!«, zischte Grete zwischen den Zähnen und spendierte der heranwehenden Kirchenvertreterin ein ganz besonders reizendes Lächeln. »Die ist neu hier. Ganz patente, junge, ANständige Frau in DEINEM Alter!«

»Soll sein?«

»Du weißt schon, was ich meine.« Grete guckte mich mit jenem leisen, verächtlichen Spottlächeln an, das sie mir bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit zu schenken bereit war. Jetzt fand ich¿s unpassend, »DIE hat was aus ihrem Leben gemacht!«

»Hallo«, sagte ich zu der anständigen Frau in meinem Alter, die ein weißes Lätzchen umhatte und was aus ihrem Leben gemacht hatte.

Wir gaben uns die Hand. Sie sah wirklich entzückend aus. »Sie sind also die Mutter von Ernie und Bert?«, fragte sie herzlich. »Ich habe noch nie so unterschiedliche Zwillinge gesehen!« Ich hatte große Lust, ihr zu erzählen, dass es sich bei Ernie und Bert um zweivätrige Zwillinge handelte. In Anbetracht ihres geistlichen Standes und besonders in Anbetracht der Anwesenheit von Grete verzichtete ich jedoch darauf. Grete würde sagen: Das geht hier keinen was an. Nich für Geld dabei. Und Haue obendrein.

Ich beschränkte mich darauf zu erwähnen, dass sie zweieiig seien, was man ja unschwer erkennen könne.

»Und Sie sind hier die neue Frau Pfarrer? Meine Mutter ist ganz begeistert von Ihnen!«

»Aber sie ist auch begeistert von Ihnen«, antwortete die Dame im bodenlangen schwarzen Umhang. »Sie glauben gar nicht, wie sie immer von Ihnen schwärmt!«

Da hatte sie Recht. Ich drehte mich suchend um. »Sprechen Sie mit mir?«

»Ja«, lachte die Pfarrersdame herzlich. »Natürlich! Mit wem denn sonst! Ihre Mutter erzählt uns immer von Ihren Erfolgen als Schauspielerin! Leider komme ich ja nicht dazu, mir Ihre Krankenhausserie anzusehen, die kommt ja, soviel ich weiß, immer nachmittags um vier, da bin ich meistens selber im Krankenhaus ¿«

»Hmmja, Charlotte«, mischte sich Grete ein. »DIE tut was für die Menschheit! Was SINNvolles!«

Ich LIEBTE Grete dafür, dass sie mich immer noch demonstrativ erzog. Schließlich war ich dreiunddreißig und Mutter von zwei Kindern. Da braucht man noch ganz viel öffentliche Zurechtweisung.

Die Frau Pfarrerin hatte die Situation jedoch fest in der Hand.

»Ihre Tochter macht doch auch etwas Sinnvolles! Wie viele einsame alte Menschen sehen sich doch täglich diese Krankenhausserie an und vergessen dabei die Sorgen und Nöte, die sie plagen ¿«

Mein Gott, dachte ich. Lass diesen Elch an mir vorübergehen. In dem Moment gewahrte ich das Antlitz meines beleibten Gatten, der sich schwitzend durch die Menge arbeitete. Grete winkte ihn heran.

»Komm her, Ernstbert, ich möchte dich mit der Frau Pfarrer bekannt machen.«

In Anbetracht des Alters, Standes und Gewichts von Ernstbert verzichtete sie darauf, ihn zu einem tiefen Diener zu zwingen.

Mein goldiger Gatte, der gestresste Wirtschaftsprüfer mit dem durchgeschwitzten Hemd, schüttelte der strahlenden jungen Frau Pfarrer die Hand, und sie lächelte zuvorkommend, und ihr Lätzchen wehte im Sommerwind.

»Tschuldigung«, sagte Ernstbert und drückte mir einen flüchtigen Kuss auf die Wange. »Ich konnte die Sitzung einfach nicht vorher beenden. Das ganze Computersystem ist mal wieder zusammengebrochen. Wo sind die Kinder?«

»Du hast noch nichts verpasst«, sagte ich.

Die Frau Pfarrer nutzte diesen Moment, um sich unauffällig aus dem Staube zu machen.

Ernie stand inmitten einer Schar Erstklässler, die ihm andächtig lauschte, und gab die Nummer mit Prinz Eisenherz. Entweder sie ließen sich von ihm mit Hilfe seiner selbstgebastelten, umweltfreundlichen Schultüte zum Ritter schlagen, oder er verhöhnte sie: »Elender Feigling!! Du bist es nicht wert, in meinen Diensten zu stehen!«

Bert stand völlig verloren am Fahrradständer und...


"Hera Lind schreibt Romane, deren Lästerton die Herzen der stolzesten Frauen trifft."
Die Zeit

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Bewertungsstern, voll Die Zauberfrau - von Leoen España - 25.03.2018 zu Hera Lind „Die Zauberfrau“
Das Buch war so schrecklich zu lesen, dass ich es nach ca. 50 Seiten zugeklappt hatte. Das Anwenden von Dialekt ist ermüdend zu lesen! Es ist für mich rausgeschmissenes Geld, dieses Buch gekauft zu haben.
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