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Schnee, der auf Zedern fällt

Roman.
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Produktdetails

Titel: Schnee, der auf Zedern fällt
Autor/en: David Guterson

EAN: 9783455811155
Format:  EPUB
Roman.
Übersetzt von Christa Krüger, David Guterson
Hoffmann und Campe

19. Februar 2013 - epub eBook - 512 Seiten

Der Weltbestseller, der David Gutersons Ruhm begründete.

Kabuo Miyamoto, ein Lachsfischer japanischer Herkunft, ist angeklagt, seinen Kollegen Carl Heine ermordet zu haben. Es gibt keine Zeugen, aber Indizien und ein Motiv: Rachsucht. Während ein Schneesturm die Insel San Piedro im pazifischen Nordwesten der USA und mit ihr alle Zeugen, Geschworenen und den Richter im festen Klammergriff der Kälte hält, versucht Ishmael Chambers, Redakteur der einzigen Zeitung der Insel, das Verbrechen aufzuklären.
David Guterson lebt mit seiner Frau und seinen Kindern auf Bainbridge Island im Puget Sound westlich von Seattle. Sein erster Roman Schnee, der auf Zedern fällt, für den er den Pen/Faulkner-Award erhielt, machte ihn weltberühmt. Zuletzt erschienen seine Romane Ed King (2012) und Der Andere (2013) sowie der Erzählband Zwischen Menschen (2013).

1


Kabuo Miyamoto saß mit Würde auf der Anklagebank, sehr aufrecht und stolz, seine Handflächen ruhten leicht auf der Tischplatte; er wirkte fast unbeteiligt – soweit ein Mann unbeteiligt sein kann, dem der Prozeß gemacht wird. Manche Zuschauer sagten später, seine Reglosigkeit habe ausgesehen, wie Verachtung für das ganze Verfahren; andere meinten, er habe nur seine Angst vor der drohenden Verurteilung überspielt. Jedenfalls verzog Kabuo keine Miene. Er trug ein weißes, bis zum Hals zugeknöpftes Hemd und graue Hosen mit Bügelfalten. Sein Körperbau, besonders in der Gegend von Hals und Schultern, verriet geballte Kraft; seine Haltung ließ auf ein Höchstmaß an Körperbeherrschung schließen. Kabuo hatte ein glattes, eckiges Gesicht; die Haare trug er so kurz geschoren, daß Schädelform und Halsmuskulatur sich deutlich abzeichneten. Als die Anklage verlesen wurde, blickten seine dunklen Augen starr geradeaus, und er schien ganz ungerührt.

Die Zuschauertribüne war bis auf den letzten Platz besetzt, aber der Gerichtssaal hatte nichts von der Karnevalsstimmung, die sonst manchmal bei Mordprozessen auf dem Lande herrschte. Im Gegenteil: die fünfundachtzig Bürger, die hier zusammengekommen waren, wirkten seltsam bedrückt und nachdenklich. Die meisten hatten den Lachsfischer Carl Heine gekannt, der jetzt oben am Indian Knob Hill auf dem lutherischen Friedhof begraben lag und Frau und drei Kinder hinterließ. Die meisten hatten sich sonntäglich streng wie zum Kirchgang gekleidet, und weil sie in der kargen Nüchternheit des Gerichtssaales ein Spiegelbild der Würde ihres Bethauses sahen, waren sie feierlich gestimmt wie in der Kirche.

Dieser Gerichtssaal, in dem Richter Llewellyn Fielding den Vorsitz führte, lag ganz am Ende eines naßkalten, zugigen Flurs im dritten Stock des
Island County-Gerichts und war so schäbig und klein, wie Gerichtssäle so sind. Ein Raum von grauer, karger Schlichtheit – eine schmale Tribüne, ein erhöhter Sitz für den Richter, ein Zeugenstand, ein Holzpodium für die Geschworenen und abgenutzte Tische für den Angeklagten und den Staatsanwalt. Die Geschworenen saßen mit angestrengt ausdruckslosen Gesichtern da und mühten sich, Licht ins Dunkel der Sache zu bringen. Die Männer, zwei Gemüsebauern, ein Krabbenfischer im Ruhestand, ein Buchhalter, ein Zimmermann, ein Bootsbauer, ein Kaufmann und ein Decksmann von einem Heilbuttfänger, trugen alle Jackett und Krawatte. Die Frauen hatten ihre Sonntagskleider angezogen; eine von ihnen war Kellnerin gewesen, jetzt im Ruhestand, eine arbeitete als Sekretärin in einer Sägemühle, zwei waren Ehefrauen von Fischern und sehr nervös. Als Ersatzgeschworener fungierte ein Friseur.

Ed Soames, der Gerichtsdiener, hatte auf Richter Fieldings Verlangen die Heizung kräftig unter Dampf gesetzt, und nun ächzten die Heizkörper in den vier Ecken des Raumes hin und wieder. Sie sorgten für eine drückende feuchte Hitze, die aus allen Winkeln säuerlichen Schimmeldunst aufsteigen ließ.

An jenem Morgen schneite es draußen vor den vier hohen, schmalen Bogenfenstern, deren Bleiglas viel bleiches Dezemberlicht durchließ. Ein Wind vom Meer trieb die Flocken gegen die Fensterscheiben, wo sie schmolzen und Rinnsale bildeten. Hinter dem Gerichtsgebäude zog sich die Stadt Amity Harbor bis zur Küstenlinie der Insel hinunter. Auf den vereinzelten Hügeln der Stadt lagen – nur schattenhaft erkennbar – ein paar baufällige, dem Wind ausgesetzte viktorianische Villen, Überbleibsel aus einer längst vergangenen Zeit der Begeisterung für das Leben am Meer. Die dahinterliegenden Hänge waren dicht mit Zedern bewachsen
und noch grün. Der Schnee verwischte die klaren Konturen dieser Zedernhügel. Der Seewind trieb die Flocken unaufhaltsam landeinwärts gegen die duftenden Bäume, und Schnee senkte sich leise und unerbittlich auf die obersten Äste.

Der Angeklagte nahm mit halbem Bewußtsein wahr, wie vor den Fenstern der Schnee fiel. Siebenundsiebzig Tage lang war er im Bezirksgefängnis von allem abgeschnitten gewesen – einen Teil des Septembers, den ganzen Oktober und November und die erste Dezemberwoche hatte er dort gesessen. In seiner Zelle im Keller gab es keine Fenster, keine Öffnung, durch die das Herbstlicht zu ihm dringen konnte. Den Herbst hatte er verpaßt – das wurde ihm jetzt klar –, der Herbst war dahin. Aus den Augenwinkeln betrachtete er den fallenden Schnee und die wirbelnden Flocken, die der Wind wütend gegen die Fenster peitschte, erschienen ihm unendlich schön.

 

San Piedro war eine Insel von fünftausend klammen Seelen; ihren Namen hatte sie von den Spaniern, die im Jahr 1603, als sie vom Kurs abgekommen waren, vor der Küste Anker warfen. Wie viele Spanier damals waren auch sie auf der Suche nach der Nordwestpassage gewesen, und der Navigator und Kapitän des Schiffes, Martín de Aquilar von der Vizcaíno-Expedition, schickte einen Arbeitstrupp an Land, der aus einer der Hemlocktannen am Ufer einen neuen Mast zimmern sollte. Die Männer wurden beinahe sofort nach ihrer Landung von Sklavenjägern aus Nootka überfallen und umgebracht.

Siedler stellten sich ein, meist waren es Eigenbrötler und Exzentriker, die vom Oregon Trail abgekommen waren. 1845 wurden ein paar Schweine geschlachtet – von Engländern aus Kanada, die gegen den Grenzverlauf rebellierten –, aber im ganzen blieb die Insel San Piedro danach von Gewaltakten verschont. Die schlimmste Geschichte, die die Lok
alzeitung in den letzten zehn Jahren zu berichten gehabt hatte, war die Meldung, daß ein Inselbewohner am 4. Juli 1951 von einem betrunkenen Segler aus Seattle mit einer Flinte angeschossen worden war.

Amity Harbor, der einzige Ort auf der Insel, hatte ein tiefes Hafenbecken und Ankerplätze für eine Flotte von Ringwadenkuttern und Einmann-Fischerbooten mit Kiemennetzen. Ein sonderbares, verregnetes, windschiefes Dorf war das, geduckt und vermodert, die Bretter seiner Holzhäuser ausgebleicht und verwittert, die Dachrinnen zu stumpfem Orangerot verrostet. Die langen abschüssigen Hänge am Ortsrand waren breit hingelagert und trostlos kahl; an fast allen Winterabenden gurgelten Regenbäche in den tief eingeschnittenen Rinnsteinen. Häufig setzte der Seewind die einzige Verkehrsampel in wilde Bewegung; es kam auch vor, daß der Strom dann im ganzen Ort ausfiel, und zwar tagelang. Die Hauptstraße hatte allerhand aufzuweisen: Petersens Lebensmittelgeschäft, ein Postamt, Fisks Eisenwarenhandlung, Larsens Apotheke, einen Billigladen mit Getränkeausschank, dessen Eigentümerin eine Frau in Seattle war, ein Büro des Puget-Elektrizitätswerks, einen Laden für Bootsbedarf, Lottie Opswigs Modewaren, Klaus Hartmanns Immobilienvermittlung, das Café San Piedro, das Restaurant Amity Harbor und eine heruntergekommene Tankstelle, die den Brüdern Togerson gehörte und auch von ihnen betrieben wurde. Am Kai verbreitete eine Fischkonservenfabrik den Geruch von Fischabfällen, und die geteerten Planken der Anlegestelle für die staatliche Fähre lagen mitten zwischen modernden Booten. Regen, der Geist des Ortes, machte unaufhaltsam und leise alles zunichte, was Menschen zustande gebracht hatten. An Winterabenden rauschten endlose Regengüsse auf das Pflaster, und Amity Harbor verschwand hinter Wasserschleiern.

Kennzeichnend für San
Piedro war aber auch ein leuchtendes Grün von besonderer Schönheit, das die Einwohner poetisch stimmte. Eindrucksvolle zedernbewachsene, sanftgrüne Hügelketten, soweit das Auge reichte. Die Häuser auf der Insel waren feucht und moosbedeckt, sie lagen weit verstreut in Feldern und Tälern, in denen Luzernen, Futtermais und Erdbeeren wuchsen. Zufällig entstandene Zedernreihen säumten unbefestigte Wege, die sich im Schatten der Bäume an den farndurchsetzten Weiden entlangschlängelten. Kühe grasten in Wolken von hartnäckigen Fliegen und Schwaden von Kuhfladendunst. Hier und da versuchte ein Inselbewohner, auf eigene Faust Zedernstämme zu zersägen, und ließ haufenweise duftendes Sägemehl und Zedernrinde am Straßenrand liegen. An den Stränden glitzerten glatte Steine und Meeresschaum. Die Küsten von San Piedro hatten mindestens zwei Dutzend kleine Buchten und Fjorde, alle voller Segelboote und Ferienhäuser, eine endlose Reihe natürlicher Ankerplätze.

Im Gerichtsgebäude der Stadt hatte man den vier hohen Fenstern gegenüber einen Tisch aufgebaut, um den Zeitungsleuten, die auf die Insel gekommen waren, einen Arbeitsplatz zu verschaffen. Die Reporter von außerhalb – aus Bellingham, Anacortes und Victoria waren je einer gekommen und drei aus Seattle – blieben unberührt von der feierlichen Stimmung, die unter den ehrerbietigen Bürgern auf der Zuschauertribüne herrschte. Sie flegelten sich auf ihren Stühlen, stützten das Kinn in die Hand und steckten vernehmlich flüsternd die Köpfe zusammen. Die Reporter von außerhalb mußten schwitzen, da sie mit dem Rücken dicht vor einem Heizkörper saßen.

Auch Ishmael Chambers von der Lokalzeitung schwitzte. Er war einunddreißig Jahre alt, ein hochgewachsener Mann mit harten Zügen und den Augen eines Kriegsveteranen. Er
hatte nur noch einen Arm, der linke war ihm fünfundzwanzig Zentimeter unterhalb des Schultergelenks amputiert worden; deshalb hatte er den Jackenärmel mit einer Sicherheitsnadel hochgesteckt und die Manschette in Ellbogenhöhe befestigt. Ishmael merkte, daß von der Gruppe der stadtfremden Reporter ein beklemmender Hauch herablassender Verachtung für die Insel und deren Bewohner auf der Tribüne ausging. Sie unterhielten sich in einem Fieberdunst aus Schweiß und Hitze, der zur Gleichgültigkeit verführte. Drei von ihnen hatten die Krawatten ein wenig gelockert, zwei andere die Jacken abgelegt. Dies waren abgebrühte, routinierte...


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