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Die Wiederkehr der Konformität

Streifzüge durch die gefährdete Mitte.
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Produktdetails

Titel: Die Wiederkehr der Konformität
Autor/en: Cornelia Koppetsch

EAN: 9783593419633
Format:  EPUB
Streifzüge durch die gefährdete Mitte.
Campus Verlag GmbH

9. März 2013 - epub eBook - 200 Seiten

Ängste vor sozialem Abstieg prägen das Lebensgefühl der Mittelschicht. Je größer die Verunsicherung, desto mehr wird die "Mitte" als Hort von Sicherheit und Normalität herbeigesehnt. Anpassung mutiert dabei zur zentralen Strategie im Wettbewerb um Lebenschancen. Zugleich polarisiert sich die Mittelschicht immer mehr. Am unteren Ende kämpfen prekär Beschäftigte gegen den sozialen Abstieg, oben gelingt es dem bildungsorientierten Bürgertum, durch Abgrenzung Besitzstände zu verteidigen. Und dazwischen erhebt das moderne Kleinbürgertum die Selbstoptimierung zur Lebensaufgabe.

Die neue Mitte, so das Fazit, ist von Leistungsdruck und Überforderung ebenso geprägt wie von der Rückkehr zu konservativen Werten - was sich nicht zuletzt in der Renaissance alter Rollenmuster in Ehe und Familie spiegelt. Dies hat Folgen für alle, denn der Mittelstand hat als stilbildendes Großmilieu Vorbildfunktion. Cornelia Koppetsch schildert in einer Reihe von Stimmungsbildern, wie sich in dieser Lage Lebensformen und Mentalitäten in unserer Gesellschaft verändern.

Inhalt
Einleitung 7
Teil 1: Die Mittelschicht
Kapitel 1
Abschied von der Mittelstandsgesellschaft?
Eine Skizze deutscher Mentalitäten 17
Kapitel 2
Selbstbehauptung in der gefährdeten Mitte:
Drei Milieus im Umbruch 31
Kapitel 3
Polarisierung in der Mittelschicht: Transnationalisierung
sozialer Ungleichheiten 52
Kapitel 4
Die erschöpfte Mitte: Psychische Problemlagen in einer individualisierten Gesellschaft 68
Teil II: Wandel von Lebensformen: Fallstudien
Kapitel 5
Biografische Illusionen: Singles aus der Baby-Boom-Generation 93
Kapitel 6
Eine Generation der Nesthocker? Junge Berufseinsteiger
jenseits von Rebellion und Weltverbesserung 109
Kapitel 7
Wiederkehr der bürgerlichen Familie?
Die Zukunft des Geschlechterverhältnisses 121
Teil III: Herrschaftskonflikte
Kapitel 8
Neue Expertenkulturen und das Ende
gesellschaftlicher Sinngebung 135
Kapitel 9
Diskretion und Herrschaftswissen: Zur Subjektivierung
von Macht in Arbeitswelten 146
Kapitel 10
Die Wiederkehr der Konformität: Vom Fahrstuhl
zur Wagenburg 165
Anmerkungen 179
Literatur 185
Cornelia Koppetsch ist Soziologin und Professorin für Geschlechterverhältnisse, Bildung und Lebensführung an der TU Darmstadt.
Einleitung

Die Mittelschicht blickt auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte zurück. Seit Beginn der Bundesrepublik wuchs sie beträchtlich und trug auch in politischer Hinsicht zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei. Sie war 'Integrationsinstanz und Aufstiegsmotor' (Münkler 2010: 71), weil sie den unterprivilegierten Schichten ermöglichte, in die gesellschaftliche Mitte aufzuschließen. Sie galt lange Zeit als Ort der Sicherheit und Beständigkeit, da sie dazu beitrug, dass die Gesellschaft nicht von ihren Extremen unterlaufen wurde. Und sie war Normgebungsinstanz, da ihr Lebensentwurf - die Normalität der Arbeit, des Lebenslaufs und der bürgerschaftlichen Tugenden - für die Gesellschaft im Ganzen verbindlich wurde. Nicht die Eliten, sondern die Mittelschicht prägten das Modell eines gelungenen Lebens.

Heute gilt die Mittelschicht als gefährdet. Darüber wird in prominenten sozialwissenschaftlichen Analysen aktuell diskutiert.1 Die Globalisierung von Unternehmen führte zu Umbrüchen in der Arbeitswelt, die viele Arbeitnehmer schleichend oder drastisch zu spüren bekommen. Es ist ungemütlich geworden. Eine kollektive Erfahrung der Prekarisierung und Verwundbarkeit hat sich ausgebreitet, wodurch für viele die Zugehörigkeit zur Mitte infrage gestellt ist. Zudem zieht sich der Wohlfahrtsstaat zurück, sodass Gesundheit, Sicherheit und Bildung, die der Staat einst fraglos bereitstellte, zu privaten Gütern wurden, die eigene Anstrengungen erfordern. In diesem Prozess können nicht mehr alle mithalten, womit sich auch das soziale Klima verändert. Die Bereitschaft der Mittelschicht, sich für Unterprivilegierte zu öffnen, sinkt, stattdessen breitet sich eine Wagenburgmentalität aus. Die Mitte ist kein Fahrstuhl mehr, der allen, die sich die Werte der Mittelschicht aneignen, zum Aufstieg verhilft. Anstelle von Solidarität und Gemeinsinn treten Wettbewerb und Markt.

Durch diese Entwicklungen kam die ehemals charakteristische Expansion der Mittelschicht zum Erliegen. Di
e Globalisierung von Wirtschaftskreisläufen entmachtete die Mittelschicht zudem in wirtschaftlicher und moralischer Hinsicht. Unternehmen, die Produktionsstandorte in andere Länder auslagern, haben das Interesse am Wohlergehen der Mittelschicht weitgehend verloren, sodass der Einfluss von Arbeitnehmern, Volksparteien und Gewerkschaften sinkt. Dadurch polarisiert sich die Mittelschicht immer mehr. Offenkundig befindet sich die Gesellschaft heute nicht mehr, wie Ulrich Beck behauptete, 'jenseits von Klasse und Stand', sondern ist zurück auf dem Weg in eine Klassengesellschaft, in der Verteilungsfragen wieder über Lebenschancen entscheiden.

Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen auf die Mentalitäten und das Lebensgefühl der Menschen in der Mittelschicht? Entgegen aktueller Zeitdiagnosen, wonach es unter den gegenwärtigen Bedingungen zu einer Beschleunigung und Aktivierung in der Lebensführung komme (Rosa 2005; Lessenich 2008), zeigen die hier vorgelegten Analysen, dass viele Menschen sich eher Einhegung, Rückzug und Bindung wünschen. Dies gilt paradoxerweise auch gerade für solche Milieus, die innerhalb des neuen Kapitalismus als Avantgarde gelten. Diese Milieus passen sich zwar in ihren öffentlichen Rollen den neuen Forderungen nach Flexibilität und Reflexivität an, streben in ihrem privaten Umfeld oft jedoch nach Sicherheiten und traditionellen Lebensformen.

Damit zeichnet sich eine Umkehrung von Werten und Orientierungen ab. In der Phase des Wohlfahrtskapitalismus der Bundesrepublik galt es, etwa im Rahmen der Neuen Sozialen Bewegungen, als besonders fortschrittlich, eingetretene Pfade zu verlassen und mit alternativen Lebensentwürfen zu experimentieren. Heute konzentrieren sich dieselben Milieus auf Absicherung, Statuserhalt und Anpassung an die vorgegebenen Strukturen. Die Einzelnen fürchten sich nicht mehr in erster Linie vor Beschränktheit und Provinzialität, sondern vor Statusverlusten und suchen Bindungen statt Optionen. Viele fühlen sich
den Zufälligkeiten von Arbeitsmärkten ausgeliefert, die ihnen langfristige Pläne kaum noch erlauben. Auch private Beziehungen drohen kurzfristiger und unverbindlicher zu werden. Stabilitätskerne werden zu knappen und umkämpften Gütern, die nicht mehr jedem fraglos zur Verfügung stehen.

Die Sehnsucht nach Geborgenheit angesichts von Abstiegsängsten hat einen Mentalitätstypus hervorgebracht, der in diesem Essay unter dem Topos 'Wiederkehr der Konformität' untersucht wird. Die Wiederkehr der Konformität findet auf unterschiedlichen Ebenen statt. Auf der Ebene der Wertvorstelllungen ist eine Abkehr von politischen Gesellschaftsentwürfen zugunsten von rückwärtsgewandten Gemeinschaftsbildern und religiösen Bekenntnissen zu beobachten. Viele Menschen tendieren zu einem Rückzug aus dem öffentlichen Leben in den Nahbereich von Partnerschaft und Familie. Konservative Werte dominieren, die auf die Erhaltung des Bestehenden oder des verloren Geglaubten gerichtet sind.

Auf der Ebene der Statuskämpfe überwiegt das Muster der Selbstabschließung durch Ausgrenzung. Dies geschieht je nach Milieuzugehörigkeit durch unterschiedliche Strategien. Während in den vom Abstieg bedrohten Soziallagen Ressentiments gegen Unterprivilegierte und Migranten offensiv vertreten werden, betreibt die bürgerliche Mitte ihre Selbstabschließung eleganter, indem sie sich in exklusive Stadtviertel zurückzieht. Dies erlaubt ihnen tolerant und liberal zu bleiben, denn die tatsächlichen gesellschaftlichen Problemlagen bleiben draußen. Die Teilhabe an Privilegien wird über den Preis pro Quadratmeter Wohnraum gesteuert.

Schließlich wird auch das Alltagsleben von einer Haltung der Konformität beherrscht. Zwar betätigen sich viele Mittelstandsbürger als Alltagskritiker der Marktgesellschaft, doch hindert sie das nicht daran, sich an die gegebenen Bedingungen mitunter bedingungslos anzupassen. Widerstand erscheint vielen zwecklos. Für eine Benennung der wachsenden Ungerechtigkeiten und Ausbeutungsv
erhältnisse in der Arbeitswelt fehlt überdies das Vokabular. Im offiziellen Diskurs werden sie als 'fairer Wettbewerb' ausgegeben, welcher ja bekanntlich Gewinner und Verlierer hervorbringt. Die Frage, welchen Interessen Wettbewerbe dienen, und nach welchen Spielregeln diese inszeniert werden, bleibt sorgfältig hinter den Sprachspielen der Leistungsgesellschaft verborgen. Wer hier nicht mithalten kann, dem sind die Wege in die Kritik verbaut. Denn seine Misserfolge hat sich jeder selbst zuzuschreiben. Dies spiegelt sich auch im öffentlichen Diskurs zu Erschöpfungskrankheiten, zu Burn-Out-Erkrankungen und Depressionen, wider. Nicht der Widerstand, sondern die Krankheit erscheint als letzter Ausweg. Wollte man die Mentalität der Gegenwart auf einen einfachen Nenner bringen, dann hieße dieser: ängstliche Vermeidung alles Widerständigen, Risikobehafteten und Unberechenbaren.

Die Wiederkehr der Konformität ist allerdings nicht mit Feigheit zu verwechseln. Sie ist eine plausible Bewältigungsstrategie angesichts von Unsicherheiten und Ängsten. Sie ist eine Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen, die mit wachsenden Unsicherheiten und einem gravierenden Autonomieverlust in der Lebensführung einhergegangen sind. Dabei büßten nicht nur die Menschen an Autonomie ein, auch gesellschaftliche Institutionen verfügen über weniger Handlungsspielräume. Familie, Wohlfahrtsstaat und Demokratie mussten sich den Imperativen von Märkten wesentlich anpassen. Zwar verschwinden die alten Einrichtungen nicht einfach, doch wo der Markt die Ziele vorgibt, scheint die alte Autonomie gesellschaftlicher Institutionen gebrochen. Die diffuse Macht des Marktes wird zur Disziplinierung von Belegschaften und Interessensvertretungen genutzt. Politiker wie Gelehrte, Arbeitssuchende wie Arbeitslose, Betriebe und Krankenhäuser sollen mit der Marktlage atmen sowie konjunkturelle Schwankungen und Krisen mithilfe eigener Ressourcen abfedern. Soziologische Untersuchungen stellen denn auch regelmäßi
g fest, dass die moderne Gesellschaft heute durch eine 'sukzessive Vermarktlichung' aller ihrer Lebensbereiche gekennzeichnet sei (Bode/Brose 1999). In Arbeitsorganisationen und Wohlfahrtseinrichtungen, Familie und Partnerschaft, Kirche, Bildung und Wissenschaft herrschten demnach statt Solidarität und (Wert-)Bindung nunmehr Wettbewerb und Kalkül. Dadurch werden alle Lebensbereiche auf ihre wirtschaftliche Komponente hin durchleuchtet.

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