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Entweltlichung oder Einmischung - wie viel Kirche braucht Gesellschaft?

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Produktdetails

Titel: Entweltlichung oder Einmischung - wie viel Kirche braucht Gesellschaft?

EAN: 9783429061012
Format:  EPUB
Herausgegeben von Jörg Alt, Jörg Alt
Echter

5. März 2013 - epub eBook - 224 Seiten

Papst Benedikts Forderung nach "Entweltlichung" bei seinem Besuch 2011 hat Deutschlands Katholiken ratlos zurückgelassen: War es ein Plädoyer zur Abschaffung der Kirchensteuer? Zu einer spirituelleren, unpolitischen Kirche? Zu einer anderen Form gesellschaftspolitischen Engagements als bisher? Das Unpräzise an dieser Rede provoziert ein Nachdenken darüber, welche Konsequenzen denn nun gezogen werden sollen. Die Texte in diesem Band verstehen sich als Beitrag zur Klärung. Es sind persönlich grundierte Überlegungen von 28 Vertretern aus Kirche, Politik, Medien und Zivilgesellschaft, darunter Gläubige, Kirchenferne, Atheisten, Arbeitslose, Migranten und Aktivisten aus armen Ländern. Das Ergebnis: Niemand befürwortet einen Rückzug der Kirchen, alle ein fortgesetztes gesellschaftspolitisches Engagement, wenngleich über die Art und Weise desselben unterschiedliche Auffassungen bestehen.
Jörg Alt SJ, Dr. phil., geb. 1961, arbeitet bei der Katholischen Hochschulgemeinde, der Jesuitenmission und dem Centrum für Globales Lernen in Nürnberg. Von dort aus initiierte er die Kampagne "Steuer gegen Armut: Finanzaktionssteuer".

Jörg Alt


Die „Freiburger Rede“ Papst Benedikts und ihr Kontext


Kaum eine Rede während des Aufenthalts Papst Benedikts in Deutschland provozierte so großen und nachhaltigen Aufruhr in Medien und Gesellschaft wie seine so genannte „Freiburger Rede“, die er am 25. September 2011 vor „engagierten Katholiken“ im Freiburger Konzerthaus gehalten hat und die aufgrund seiner Forderung nach „Entweltlichung“ bekannt wurde. Recht schnell fokussierte sich die Diskussion auf die Frage, ob der Papst eine Abschaffung der Kirchensteuer befürworte. Dabei kommt dieses Wort in der ganzen Rede kein einziges Mal vor. Nur: Was sagt der Papst eigentlich?

Die Rede

Abschnitte 1–10 der Rede sind recht unkontrovers, denn dass die Kirche immer wieder in der Gefahr war und ist, sich mehr um ihre Organisation, Institutionalisierung und Privilegien zu kümmern als um ihre Sendung ist unstreitig. Insofern werden auch viele der Aussage zustimmen, dass „Entweltlichung“ nötig ist, um „sich von … Verweltlichung zu lösen“ (Absatz 10).

Verständnis- und Deutungsprobleme beginnen mit dem Hinweis auf die Perioden der Säkularisierung in den Absätzen 11 und 12. Was will der Papst den anwesenden engagierten Katholiken damit für ihr Handeln in der heutigen Zeit sagen? Welche ‚Anregungen‘ soll der Katholik sich aus den Perioden der Säkularisierung für die Art und Weise seines heutigen Engagements nehmen?

Absatz 13 legt zwar nahe, sich von heute vorhandenen „materiellen und politischen Lasten und Privilegien“ zu befreien, um die „Berufung zum Dienst der Anbetung Gottes und zum Dienst des Nächsten wieder unbefangener leben“ zu können. Dabei nennt der Papst aber kein konkretes
Beispiel.

In Absatz 17 betont er, dass er keinesfalls einen Rückzug aus der Welt befürwortet. Vielmehr soll die Kirche auch heute durch ihr Tun den „Skandal“ des Lebens Jesu fortführen und bezeugen, dass sich „der ewige Gott um uns Menschen“ kümmert und fassbar ist (Absatz 16). Benedikt fährt fort und zitiert sich selbst aus seiner Enzyklika „Deus Caritas est“ (DCE): „Der Liebesdienst ist für die Kirche nicht eine Art Wohlfahrtsaktivität, die man auch anderen überlassen könnte, sondern er gehört zu ihrem Wesen, ist unverzichtbarer Wesensausdruck ihrer selbst“ (DCE, Abs. 25).

Dem entspricht sein Schlusspunkt in Absatz 18: „Offensein für die Anliegen der Welt heißt demnach für die entweltlichte Kirche, die Herrschaft der Liebe Gottes nach dem Evangelium durch Wort und Tat hier und heute zu bezeugen.“

Die kurze Freiburger Rede provoziert viele Fragen, etwa: Wie soll dieses Bezeugen der Herrschaft und Liebe Gottes in Wort und Tat konkret aussehen?

Dabei ist auffällig, dass Benedikt das Wort „politisch“ nur ein einziges Mal verwendet, und zwar im negativen Kontext von Absatz 13, wo er von „materiellen und politischen Privilegien“ spricht. In Absatz 17, wo er vom notwendigen Engagement in der Welt spricht, nennt er nur das „sozial-karitative“ Handeln, womit primär der direkte Liebesdienst assoziiert wird: Kranke pflegen, Hungrige speisen, Gefangene besuchen, Nackte bekleiden …

Was ist dann aber mit dem advokatorischen Eintreten für die Rechte und Bedürfnisse dieser Menschen? Das Anprangern jener ungerechten Strukturen, die die Menschen zuerst und zunächst in ihre benachteiligte Situation zwingt und ihnen Dinge zu einem Leben in Würde vorenthält? Bedeuten das Betonen des so
zial-karitativen Liebesdienstes und die Kritik „politischer Privilegien“ automatisch, dass Papst Benedikt politische Advocacy in heute geeigneter Form ablehnt? Konkret: Darf der Deutsche Caritasverband ab sofort nur noch Kranken- und Armenhäuser unterhalten, aber keine Kampagnen gegen Armut in Deutschland mehr starten oder unterstützen?

Der Kontext

Mit Fragen wie diesen lässt Papst Benedikt seine Zuhörer zurück, wobei seine Rede durchaus einen Hinweis enthält, wo Antworten zu suchen sind: nämlich den Verweis auf seine frühere Enzyklika und damit den gesamten Korpus der relevanten kirchlichen Lehre. Benedikt schreibt in seiner zweiten Enzyklika „Caritas in Veritate“ (CIV): „Es ist richtig, die Besonderheiten der einen oder der anderen Enzyklika, der Lehren des einen oder des anderen Papstes hervorzuheben, man darf dabei aber niemals die Kohärenz des gesamten Corpus der Lehre aus den Augen verlieren“ (CIV, Abs. 12).

Folgen wir diesem Hinweis, finden wir sehr schnell eine Fülle von Belegen dafür, dass Papst Benedikt gesellschaftspolitisches Engagement in seiner ganzen Bandbreite befürwortet: Liebe muss konkret werden und darf nicht bloß im privaten Bereich verbleiben. Liebe, die von Wahrheit erfüllt und geleitet ist, holt den Menschen „aus den subjektiven Meinungen und Empfindungen heraus“. Das ist nötig, denn „ein Christentum der Liebe ohne Wahrheit kann leicht mit einem Vorrat an guten, für das gesellschaftliche Zusammenleben nützlichen, aber nebensächlichen Gefühlen verwechselt werden. Auf diese Weise gäbe es keinen eigentlichen Platz mehr für Gott in der Welt“ (CIV, Abs. 4).

„Ohne Wahrheit, ohne Vertrauen und Liebe gegenüber dem Wahren gibt es kein Gewissen und keine soziale Verantwortung: Das soziale Handeln w
ird ein Spiel privater Interessen und Logiken der Macht, mit zersetzenden Folgen für die Gesellschaft, umso mehr in einer Gesellschaft auf dem Weg zur Globalisierung und in schwierigen Situationen wie der augenblicklichen“ (CIV, Abs. 5).

„Sich für das Gemeinwohl einzusetzen bedeutet, die Gesamtheit der Institutionen, die das soziale Leben rechtlich, zivil, politisch und kulturell strukturieren, einerseits zu schützen und andererseits sich ihrer zu bedienen, so dass auf diese Weise die ‚Polis‘, die Stadt, Gestalt gewinnt. Man liebt den Nächsten umso wirkungsvoller, je mehr man sich für ein gemeinsames Gut einsetzt, das auch seinen realen Bedürfnissen entspricht. Jeder Christ ist zu dieser Nächstenliebe aufgerufen, in der Weise seiner Berufung und entsprechend seinen Einflussmöglichkeiten in der ‚Polis’. Das ist der institutionelle – wir können auch sagen politische – Weg der Nächstenliebe, der nicht weniger tauglich und wirksam ist als die Liebe, die dem Nächsten unmittelbar, außerhalb der institutionellen Vermittlungen der ‚Polis‘ entgegenkommt“ (CIV, Abs. 7).

Kurz und gut: Papst Benedikt befürwortet in der heutigen globalisierenden Welt sehr wohl auch ein advokatorisch-gesellschaftspolitisches Engagement.

Dabei will die Kirche keinesfalls die Aufgabe des Staates übernehmen oder sich anmaßen, sie besser erledigen zu können. Hierauf geht Papst Benedikt vor allem in Absatz 28a der Enzyklika „Deus Caritas Est“ (DCE) ein. „Zentraler Auftrag der Politik (ist) die gerechte Ordnung der Gesellschaft und des Staates“. Die Frage, die aber gerade der freiheitlich-säkulare Staat nicht beantworten kann, ist: „Wie ist Gerechtigkeit hier und jetzt zu verwirklichen?“, und dieser Frage nochmals grundsätzlicher vorausgesetzt: „W
as ist Gerechtigkeit“?

Dieser Gedankengang erinnert an das berühmte Wort von Ernst-Wolfgang Böckenförde: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“1

Folgt man dieser Trennung, in der staatliche und kirchliche „Sphären … unterschiedlich, aber doch aufeinander bezogen“ sind, so ist es eine Aufgabe der Kirche, die „praktische Vernunft“, mit deren Hilfe bestimmt wird, was „gerecht“ ist, vor einer „ethischen Erblindung durch das Obsiegen von Interessen und der Macht“ zu bewahren. Dabei will die Kirche „auch nicht Einsichten und Verhaltensweisen, die dem Glauben zugehören, denen aufdrängen, die diesen Glauben nicht teilen. Sie will schlicht … dazu helfen, dass das, was recht ist, jetzt und hier erkannt und dann auch durchgeführt werden kann“ (DCE, Abs. 28a).

Dies geschieht, indem vor allem die Katholische Soziallehre auf ihrem Hintergrund von Vernunft und Naturrecht eine interdisziplinäre Synthese von Wissen und Wahrheit versucht, die in der heutigen Zeit einer „übertriebenen Aufteilung des Wissens in Fachbereiche“ (CIV, Abs. 31) immer schwerer fällt. Eine „ganzheitliche Entwicklung“ von Mensch und Menschheit verlangt, dass die „verschiedenen Ebenen des menschlichen Wissens im Hinblick auf die Förderung einer wahren Entwicklung … interagieren“. Ein derartiges Handeln „muss aber orientiert werden, denn ‚alles soziales Handeln setzt eine Lehre voraus‘“ (CIV, Abs. 30). Und hier, folgt man dem Papst in der Abwägung von (Teil-)Wahrheiten und Handlungsstrategien, kann die Kirche der Menschheit nach wie vor einen großen Dienst leisten, auch und gerade im Zeitalter der Globalisierung und der sich immer deutlicher ins Bewusstse
in...


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