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Hälfte des Lebens

Ein Baden-Württemberg-Krimi.
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Produktdetails

Titel: Hälfte des Lebens
Autor/en: Manfred Mai

EAN: 9783842515727
Format:  EPUB
Ein Baden-Württemberg-Krimi.
Familiy Sharing: Ja
Silberburg Verlag

8. April 2013 - epub eBook - 144 Seiten

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Der Gymnasiallehrer Dieter Beckstein aus Albstadt, selbsternannter Hölderlinexperte, nimmt eher unwillig als freiwillig an einer Lehrerfortbildung teil. Und mehr als am Seminarinhalt ist er an zwei Teilnehmerinnen interessiert. Da ist zum einen Uschi, seine frühere Geliebte, zum anderen die attraktive junge Kollegin Christine. Liebe und Begehren verschmelzen zu einer gefährlichen Mischung.
Zur gleichen Zeit denkt Becksteins Frau Angelika über ihre gescheiterte Ehe nach. Getrieben von Einsamkeit und Enttäuschung, kreisen ihre Gedanken um die beiden halbwüchsigen Kinder, ihren Beruf als Krankenschwester, um die Frage, wie sie ihrer Ehe und dem Mann entkommen kann, den sie nicht mehr liebt. Als sie im Schrank eines Patienten eine Schusswaffe findet, fasst sie einen fatalen Entschluss ...

Das Krimidebüt von Bestseller-Autor Manfred Mai.
Manfred Mai, Jahrgang 1949, lebt und arbeitet in Winterlingen (Zollernalbkreis). Nach einer Malerlehre, zwei Jahren Fabrikarbeit und 18 Monaten Wehrdienst wurde er Lehrer und unterrichtete acht Jahre an einer Realschule. Er begann zu schreiben, kündigte seine Stelle und ist nun seit mehr als dreißig Jahren freier Schriftsteller. Mai hat vor allem Kinder- und Jugendbücher geschrieben, die eine Gesamtauflage von sieben Millionen erreicht haben, in 25 Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet wurden.
Privat war und ist Manfred Mai leidenschaftlicher Vater von zwei inzwischen erwachsenen Töchtern.

1


Angelika erhebt sich vom Frühstückstisch, den er wie so oft eilig verlassen hat, weil er spät dran war.

»Entschuldige, aber ich muss los.«

Früher hat er noch »Entschuldige, Schatz« gesagt, aber den Schatz lässt er schon lange weg und sie ist froh darüber. »Schatz« wäre in seinem Mund eine Lüge.

Sie räumt den Tisch ab, sieht die Kaffeespuren, die seine Lippen an der Tasse hinterlassen haben, und lässt sie in der Spülmaschine verschwinden. Sie würde gern mal wieder küssen, richtig wild küssen, aber nicht einen Mund, der solche Kaffeeschlieren an der Tasse hinterlässt und in dem »Schatz« eine Lüge wäre.

Nachdem sie alle Spuren des Frühstücks beseitigt hat, geht Angelika ins Bad. Bevor sie in den Spiegel schaut, stellt sie sich unter die Dusche und genießt das angenehm temperierte Wasser. Zwei Minuten, fünf Minuten, sie weiß nicht, wie lange, es ist ihr auch völlig egal.

Wenn er jetzt zu Hause wäre, würde er den Kopf zur Tür hereinstrecken und fragen, ob etwas passiert sei, so, als ob er besorgt wäre.

Sie dreht den Hahn noch weiter auf und erhöht langsam die Temperatur, bis das Wasser so heiß ist, dass ihre Haut aufschreit. Angelika würde am liebsten auch schreien, doch obwohl sie allein im Haus ist, schafft sie es nicht. Mit einem Dreh stellt sie den Temperaturregler auf zehn Grad, spannt die Muskeln an und erwartet die kalte Dusche. Als sie kommt, zieht Angelika die Luft ein und hält sie an. Nach einigen Sekunden wird die Kälte erträglicher, und sie dreht die Temperatur wieder hoch. Achtmal überwindet sie sich heute und kann sich nicht erinnern, es je so oft geschafft zu haben. Fast ein weni
g stolz trocknet sie sich ab und reibt ihren Körper mit einer nach Lavendel riechenden Feuchtigkeits-Lotion ein. Dann stellt sie sich vor den Spiegel. Ihre Haut hat einen rosigen Ton, fast wie die eines Ferkels, denkt Angelika und muss lächeln. Sie nimmt die Schultern zurück und zieht den Bauch ein, damit der Brustkorb nach vorn kommt. Aber ihre Brüste, die für seine Hände immer zu klein waren, werden dadurch nicht größer. Sie drückt beide von unten hoch und bückt sich so weit, bis ihr aus dem Spiegel ein tief ausgeschnittenes Dekolleté entgegenschaut.

Ruckartig kommt sie wieder hoch und sagt: »Mir sind sie groß genug!«

Jedenfalls ist sie froh, dass sie keine Brüste hat, die mit zunehmendem Alter immer tiefer hängen.

Als sie noch darüber sprachen, hat er mehrfach angedeutet, es gebe verschiedene Möglichkeiten, der Natur ein wenig nachzuhelfen, wenn man mit Teilen seines Körpers nicht zufrieden sei. Damals hat sie sich ernsthaft mit diesen Möglichkeiten beschäftigt und hätte sich ihm zuliebe beinahe Silikonpolster reindrücken lassen.

Ganz schön bescheuert!

Sie schaut an sich hinunter, dreht sich einmal um sich selbst, hebt den Kopf, und ihr Spiegelbild sagt: »Ich bin mit dir zufrieden.«

»Ich auch.«

Sie geht ins Schlafzimmer, öffnet den Schrank und probiert Kleider, Röcke, Hosen, T-Shirts, Blusen. Es dauert über eine halbe Stunde, dann hat sie sich für ihre engste Jeans und ein schwarzes Shirt entschieden, das so knapp geschnitten ist, dass es bei jeder Bewegung zu reißen droht. Vor dem großen Spiegel fährt sie sich mit den Fingern durch ihr volles Haar, wobei der Bauch bis über den Nabel freigelegt wird. Niemand würde Angelika ihre zwei
undvierzig Jahre glauben.

Sie will im Krankenhaus anrufen, um zu sagen, dass sie heute nicht kommt, aber das Telefon ist mal wieder nicht an seinem Platz. Bevor sie lange sucht, geht sie ins Arbeitszimmer, wo der Hauptapparat auf dem Schreibtisch steht. Sie wählt die Nummer, spürt die anklopfenden Vorwürfe, die sich bei Notlügen immer melden, versucht sie wegzuatmen und sagt mit kränklicher Stimme: »Hier ist Angelika. Mir geht es nicht so gut. Ich habe Fieber und Kopfschmerzen. Ich bleibe zu Hause und lege mich ins Bett. – Danke und Tschüss.«

Sie mag solche Gespräche nicht, aber heute musste es sein. Und sowieso machen das manche auf der Station viel hemmungsloser. Wie oft hat sie schon Vertretung schieben müssen, vor allem für Carmen und Ines. Die melden sich ja sogar krank, wenn sie am Abend zuvor einen draufgemacht haben. Das hat Angelika noch nie getan. Wenn sie fehlt, gibt es einen guten Grund. So wie heute, wo es um ihr Leben geht.

Angelikas Blick bleibt am Foto der beiden Kinder hängen. Das war vor drei Jahren, unser Pfingsturlaub in Griechenland. Da hat er uns mit abendländischer Kultur so vollgeknallt, dass wir ganz die Freude an dem schönen Land verloren haben.

Stellt euch mal vor, hier haben Sokrates, Aristoteles und Platon gelebt. Über diesen Platz sind sie oft gegangen, hat er in Athen erzählt. Vielleicht sind sie sogar hier gestanden, genau hier, wo wir jetzt stehen. Ist das nicht unglaublich? Wir stehen auf der gleichen Stelle, wo drei der größten Denker der Menschheit gestanden haben! Begreift ihr das?

Wir begriffen es nicht, jedenfalls nicht in seinem Sinn. Wir fanden es beeindruckend, aber wir flippten nicht aus wie er. Am wenigsten Anne, die damals erst dreizehn war. Und er wollte einfach nicht begreifen, dass es für ein junges Mädchen Wichti
geres gibt als Philosophen, die vor mehr als zweitausend Jahren gestorben sind. Selbst Benni, der sich sehr für Geschichte interessiert, fand die Begeisterung seines Vaters übertrieben.

Hier steht die Wiege unserer Kultur, dozierte er. Die alten Griechen haben auf allen Gebieten wichtige Grundlagen für unsere Art zu leben und zu denken geschaffen. Das muss man wissen, das gehört zur Bildung. Erst dann ist man wirklich Teil dieser Kultur. Und erst die Teilhabe an der Kultur macht einen Menschen aus. Ohne Kultur unterscheidet sich der Mensch nicht wesentlich vom Tier, dessen Leben auf Nahrungsbeschaffung, Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung reduziert ist.

Angelika greift nach dem Foto. Das schiefe Lächeln der beiden sieht aus, als wären die Mundwinkel nach Aufforderung ein paar Millimeter hochgezogen worden, doch die Augen verraten die Münder.

Es gibt viele Fotos, auf denen Anne und Benni besser getroffen sind, aber da stehen sie nicht an der Wiege unserer Kultur.

Sie stellt das Foto zurück an den Platz, an dem früher eines von ihr gestanden hat. Dann gleitet ihr Blick entlang an den Regalen, in denen Bücher bis unter die Decke aufgebahrt sind. Die einzige Unregelmäßigkeit zwischen den ansonsten dicht gedrängten Buchrücken gibt es in der Mitte des Regals gegenüber der Tür. Dort lehnt ein Buch leicht schräg in einer Stütze und springt jedem, der das Zimmer betritt, sofort ins Auge. Dieter Beckstein – Der Mann im Turm – Versuch über Hölderlin, ist in schwarzen Buchstaben auf weißen Grund gedruckt.

Er hatte den Text vor etwa zehn Jahren geschrieben und dann an zig Verlage geschickt, aber nur Absagen erhalten. Schließlich ließ er auf eigene Kosten fünfhundert Exemplare drucken. Im Zollern-Alb-Kurier, in der Schwäbischen Zeitung
und im Schwarzwälder Boten wurde das Buch des einheimischen Autors vorgestellt und gelobt. Er hielt auch ein paar Lesungen und Vorträge, zu denen zwischen drei und zwanzig Leute kamen, darunter solche, die sich von dem geheuchelten Interesse an Hölderlin Vorteile erhofften. Dank ihnen und ein paar Neugierigen in seinem Umfeld waren nach acht Jahren knapp hundert Exemplare verkauft. Ursprünglich für knapp dreißig, dann für fünfzehn Mark und nach der Währungsumstellung für fünf Euro. Da sich der Absatz trotz des reduzierten Preises stetig verlangsamt hat, wird das Werk aller Voraussicht nach ein Verlustgeschäft bleiben. Aber wer fragt bei einem Versuch über Hölderlin schon nach dem schnöden Mammon?

Angelika nimmt das Buch in die Hand und blättert darin. Vor Jahren hat sie versucht, den Versuch zu lesen, aber es ist bei dem Versuch geblieben. Trotzdem hat sie dem Buch und damit ihrem Mann die Entdeckung eines Gedichts zu verdanken, das schon beim ersten Lesen an etwas rührte, was damals noch unter den alltäglichen Verrichtungen der Mutter und Ehefrau verborgen war. Mit jedem Lesen drangen die Worte tiefer und legten Schichten frei, die nur aus Fragen, Ahnungen und Ängsten bestanden.

Hälfte des Lebens

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser
.

Weh mir, wo nehm ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen
.

Dieses Gedicht fasst in Worte, was sie empfindet. Mit zweiundvierzig Jahren hat sie die Hälfte des Lebens hinter sich. Und wenn sie nichts unternä
;hme, würde die zweite...


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