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Lena in Waldersbach

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Produktdetails

Titel: Lena in Waldersbach
Autor/en: Eduard Habsburg

EAN: 9783406645785
Format:  EPUB
Beck C. H.

25. Februar 2013 - epub eBook - 124 Seiten

Auf den Spuren von Büchners »Lenz« irrt die siebzehnjährige Lena durch das Gebirge am Rand der Vogesen. Sie hat etwas zu verbergen und läuft vor irgendetwas davon. In starken Bildern zeichnet Habsburg eine massive Verstörung. Atmosphärisch dichte Naturbeschreibungen sind Gegenbilder innerer Zustände. Lena lebt den kranken Lenz nach, seine Angstvisionen und Wahnzustände, und verwandelt die Geschichte von Lenz im Steintal in ihr Leben. Sie denkt in Büchners Worten und sieht die Welt durch die Augen des kranken Lenz. Schlüsselszenen des Lenz, die kein Leser je wieder vergisst, werden von ihr neu durchlebt. Man ahnt: was Lena für ihr Trauma hält, ist in Wahrheit eine psychologische Verschiebung, um ihr eigentliches Trauma zu verdecken. Habsburg erzählt die Geschichte raffiniert und mit subtiler Ironie. In Waldersbach findet Lena Aufnahme bei einem Pastorenpaar, doch birgt das Pfarrhaus einen geheimnisvollen weiteren Gast. Das Geschehen treibt auf eine Eskalation zu, doch auf dem Höhepunkt zeichnet sich eine überraschende Wendung ab.
Eduard Habsburg, 1967 geboren, lebt als Drehbuchschreiber und Autor in Niederösterreich.

1.


Den 20. ging Lena durchs Gebirg. Auch wenn man schwerlich vom Gebirg sprechen konnte, es waren mehr rollende Hügel. Eigentlich enttäuschend für Lena, denn sie hatte sich die Landschaft beim Lesen immer ganz anders ausgemalt: Keine Gipfel, keine hohen Bergflächen, kein Schnee hier in den Vogesen, dafür immerhin, das musste sie zugeben, die Täler hinunter graues Gestein, grüne Flächen, Felsen und Tannen.

Es war auch Mai und nicht Januar, daran konnte man nichts ändern, daher war es auch nicht wirklich nasskalt; doch zogen am Himmel graue Wolken. Langsam spürte sie Müdigkeit. Kein Wunder, seit halb sechs war sie auf und seit zwei Uhr nachmittags ununterbrochen am Wandern – seit sie in Fouday aus dem Zug gestiegen war. Weil Lena sonst nie weitere Strecken lief, schmerzten ihre Füße in den ungewohnten Wanderstiefeln, der Riemen des Rucksacks schnitt in die Schultern. Aber eine Weile musste sie noch gehen. Denn sie wusste, genau bei Einbruch der Dunkelheit musste sie Belmont erreicht haben, nicht früher, nicht später, von da würde es noch eine halbe Stunde auf Waldersbach sein.

Sie spürte ein Ziehen in der Brust; sie vermisste das Internet, ihr Facebook, die SMSen, alle ihre Zeitvertreibe, mit denen sie bis gestern Abend ihre Tage gefüllt hatte. Das machte sie nervös. Es war wirklich das erste Mal seit Jahren, dass sie nicht mit dem Netz, dem Äther verbunden war; sie fühlte sich abgekappt, und ihre Hand tastete immer wieder unbewusst nach dem Handy in der Tasche. Da war nichts, außer dem kleinen Notizbuch, in das sie in den letzten Stunden zuweilen Einträge gemacht hatte, und dem abgegriffenen Reclam-Heftchen. Sitzen und schreiben, das hatte sie auch noch nie so gemacht, wie fremd fühlte sich das alles an, hier, in der Einöde. Sie sehnte sich nach der Kühle der Nokia-Plastikverschalung, nach dem be
ruhigenden knackenden Klappern, wenn ihr Daumen über die Tasten flog. Sie hätte viel gegeben für ein einziges SMS von ihren Klassenkameraden … Aber ihr Handy lag ausgeschaltet zu Hause, und die anderen, Grete und Lisa und so, die saßen jetzt beim Abendessen und wunderten sich, dass sie nicht zurückschrieb.

Sie würde nicht zurückschreiben, denn Lena war verschwunden. Wer weiß, wie lang. Man konnte sie nicht einmal mehr orten, ohne GPS; und wenn sie herausfanden, was geschehen war, dann wusste wirklich keiner, wo sie war. Im Gebirg und aus der Welt. Verloren in den Vogesen, an den waldigen Hängen des Champ du Feu. Nebelschwaden hingen jetzt zwischen den Bäumen des alten eisgrauen Waldes, bedrängend fremd und unmittelbar, und zweimal hatte die Angst sie gewürgt, der Wahnsinn ihrer Reise; sie hatte sich vornüber beugen müssen, als ob sie erbrechen müsste, war das ein beschissenes Gefühl. Aber es waren nur Augenblicke; und dann erhob sie sich nüchtern, fest, ruhig, als wäre ein Schattenspiel vor ihr vorübergezogen. Es musste sein. Es musste jetzt sein.

Gegen Abend kam sie auf eine Hügelkuppe, von wo man wieder hinabstieg in die Ebene nach Westen. Sie legte ihren Rucksack ab und setzte sich hin. Eine Weile kaute sie an ihren Fingernägeln, dann packte sie ihre letzte halbe Wurstsemmel aus. Es war ganz still, bis auf einen hohlen Wind, der Blick ging über grauer werdende Hügel und Hochebenen; es wurde ihr entsetzlich einsam; sie war allein, ganz allein. Es war zum Heulen, hätte sie doch das Handy mitgenommen, nur so zur Sicherheit, ganz unten im Rucksack, nur um zu wissen, dass sie noch lebte. Sie verfluchte sich, ein Zittern überkam sie, eine namenlose Angst fasste Lena in diesem Nichts! Sie riss sich auf und flog den Abhang hinunter.

Es war dämmeriger geworden, Himmel und Erde verschwammen in eins. Hoch über ih
r zog ein silberner Düsenjäger seine Spur durch den Äther. Endlich trat sie aus dem Wald, kam auf eine Teerstraße, die von Barr kommende vermutlich, hörte Stimmen, sah Lichter. Ein Renault schälte sich aus der Dämmerung, rauschte an ihr vorbei und beleuchtete sie kurz, es wurde ihr leichter. Belmont lag im Zwielicht da, und ja, das wirkte wirklich altmodisch, ein hübsches altes Kirchlein sogar, sie erkannte es gleich. Man sagte ihr, sie hätte noch eine halbe Stunde nach Waldersbach. Auch das wusste sie bereits. Lena hatte viel Zeit vor Google Earth und Google Maps und im Internet verbracht, hatte die Landschaft genau studiert, die Entfernungen gemessen. Es konnte wenig Überraschungen geben für sie.

Nun ging sie durch das Dorf im Zwielicht, schmeckte Rauch in der Luft, aber keine Lichter schienen durch die Fenster, weil die meisten Häuser keine Fenster auf die Straße hatten; sie sah im Vorbeigehen einen kleinen Jungen durch eine Dachluke im Oberstock linsen, zweimal wurde sie von Hunden angebellt, dann lag Belmont auch schon hinter ihr, und sie bog auf die Route de Champ du Feu ein, einen Waldweg hinab ins Tal. Im letzten Licht verschwanden Weg, Bäume und Himmel, so dass das Knirschen des Wegs unter ihren Wanderschuhen die einzige Sicherheit war. Dann wurde es finster. Als sie so dahin ging, von kühlem harzigen Fichtenduft umweht, als ihre Haut schmolz und sie nicht mehr wusste, wo sie endete und die Dunkelheit begann, da stellte sie sich kurz vor, wie sie gestern Abend noch mit zwei Freundinnen bei McDonalds an der Hauptwache einen Fischmäc und Chicken McNuggets gegessen hatte. Sie hatte ihr Handy die ganze Zeit in der Hand gehalten während des Essens, hatte SMS geschrieben und getwittert und kurz auf Facebook nachgesehen, während sie zugleich mit Grete und Lisa geredet hatte und die gleichzeitig auf ihren Handys herumgetippt hatten … Wieder glitt ihre Hand in di
e Hosentasche ihrer Jeans, wie schon so oft in den letzten Stunden, suchte nach dem Handy und fand nichts, und es gab ihr einen kleinen Stich. Nur das verhasste, gelbliche, zerfledderte Heft, das sie über und über mit Randnotizen vollgekritzelt hatte. Rasch zog sie ihre Hand zurück und ballte die Faust im Dunkeln. Ja, gestern Abend war alles ganz normal gewesen, so viel war seitdem geschehen, und ihr wurde kurz etwas schwindelig zumute. Natürlich war sie hundemüde, ganz in der Früh einen Zug in Frankfurt Hauptbahnhof nehmen und dann stundenlang nach Straßburg fahren, dann umsteigen und weiterrollen in ein kleines gottverlassenes Kaff namens Fouday mitten in den französischen Vogesen, das war beileibe nicht ihr übliches Tagesprogramm. Und seitdem war sie praktisch nur gegangen, kreuz und quer durch das Steintal, durch all die Orte, die sie kannte und doch nicht kannte, hinauf auf das Gebirg und kreuz und quer über das Gebirg, mit wenig Ruhepausen. Kein Wunder, dass sie zum Umfallen erschöpft war und eigentlich nur noch weinen wollte, aber die größte Prüfung stand ihr ja noch bevor.

Da glitten die Bäume zurück. Nach etwas über einer halben Stunde in zunehmender Dunkelheit war der Pfad jetzt eben, und sie erreichte Waldersbach, durchquerte die menschenleeren Straßen, kam an der Kirche vorbei, die wie ein dunkler Schatten rechts von ihr aufragte und einen Teil der Sterne verdeckte, fand im Licht der Straßenlaternen auch gleich zum Pfarrhause, 48 Montée Oberlin, einem alten Haus mit großem Ziegeldach und herrschaftlichen Fenstern, welche im Erdgeschoss mit weißen Eisenstangen vergittert waren. Sie hatte es ja schon am Tag gesehen. Die Lichter im Erdgeschoss sagten ihr, dass der Pfarrer und seine Familie zu Hause waren, ja, sie glaubte sogar an den Bewegungen im Küchenfenster zu erkennen, dass sie eben beim Abendessen saßen. Sie setzte de
n Rucksack ab, ordnete kurz die wuscheligen und verschwitzten Haare, schaute herab auf ihre schmutzigen Wanderstiefel, aber da war nichts zu machen, atmete tief durch, drückte schließlich auf den Klingelknopf rechts neben der braunen Holztüre, über der in rotem Sandstein «C.L. 1787» eingegraben war. Während sie dem melodischen Schellen in der Eingangshalle lauschte und im Haus eine Türe ging, wiederholte sie im Kopf ihre dürftige Geschichte. Es kam alles auf den ersten Eindruck an, und wenn sie ehrlich war, standen ihre Aussichten schlecht. Peinlich schlecht sogar.

Die Türe schwang auf, im warmen Lichte des Flurs stand eine herbe, schöne Frau, die sie betrachtete und sich dabei die Hände an der Schürze abwischte.

«Ja?»

Lena verneigte sich ein wenig und frug höflich, ob sie zum Pastor Schaeffel könne. Jetzt?, wollte Frau Pastor erstaunt wissen und blickte über das schmale, strubbelhaarige Mädchen mit dem Rucksack hinweg in die Dunkelheit, so als müsse sie sich vergewissern, dass es wirklich schon so spät sei. Sie habe dem Herrn Pastor gemailt, sagte Lena, er wisse Bescheid, und sie könne wirklich alles erklären. Da ließ Madame Schaeffel sie ein.

Im Flur mit seinen alten dunklen Landschaftsaquarellen, auf dem Weg in die gemütliche Wohnküche rechterhand, hielt Lena kurz inne: sie hörte ein Rascheln, dort, wo die vor ihnen liegende Treppe im Oberstock verschwand. Ihr war, als werde sie von dort beobachtet, sie glaubte, eine Bewegung erspäht zu haben. Dann sah sie, dass Frau Schaeffel ihr einen sonderbaren Blick zuwarf. Ihr Herz klopfte wild, denn die erste Hürde hatte sie zwar genommen, doch nun hieß es den Pastor gewinnen.

Man saß am Tische, sie hinein; Schaeffel, ein bärtiger Mann mit buschigen Augenbrauen und Händen wie Schaufeln, blickte...


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