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Vor dem Abgrund

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Produktdetails

Titel: Vor dem Abgrund
Autor/en: Tom Finnek

EAN: 9783838744858
Format:  EPUB
Lübbe

22. November 2013 - epub eBook - 589 Seiten

Mit diesem historischen Roman ist dem Schriftsteller Tom Finnek in seiner London-Trilogie ein neues spannendes Werk gelungen. Er führt den Leser mitten hinein in die dunkle britische Halbwelt Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Zwischen Opiumhäusern, Kneipen und Bordellen ist die Stimmung aufgeheizt: Während die britische Heilsarmee versucht, dem sündigen Treiben ein Ende zu machen, kämpft die Skeleton Army mit allen Mitteln für die Gewinne der Schankwirte und Brauhäuser.

Welten prallen aufeinander

Im Herbst 1888 kommen zwei junge Menschen ins Londoner East End, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die verarmte Celia Brooks versucht verzweifelt, ihren Vater zu finden. Der Hotelierssohn Rupert Ingram will hingegen seine Pflichten im sündigen Treiben vergessen. Doch im East End hat alles seinen Preis, Antworten ebenso wie das Vergessen. Und während die Huren ihre Dienste feilbieten und ein Mörder namens Jack the Ripper in den Schatten lauert, stoßen Celia und Rupert auf Geheimnisse, die ihr Leben für immer verändern -

DONNERSTAG, 18. OKTOBER 1888

1

Celia war noch nie zuvor in London gewesen, und trotz der zahlreichen und ausführlichen Erzählungen ihrer Mutter war sie nicht auf das gefasst, was sie in der Hauptstadt erwartete. Als sie aus dem überfüllten Abteil der dritten Klasse auf den Bahnsteig des Bahnhofs Waterloo stieg, da war es ihr, als beträte sie eine fremde Welt. Die Größe und Unübersichtlichkeit dieses verschachtelt gebauten Bahnhofs schüchterten Celia ein, und die Menschenmassen und das aggressive Gedränge auf dem Bahnsteig nahmen ihr im wahrsten Sinn des Wortes die Luft. Es war, als hätten die Leute die Absicht, sich gegenseitig von der Plattform zu stoßen. »London ist wie zwei Bienenvölker in einem Bienenschlag«, hatte ihre Mutter oft gesagt, und jetzt begriff Celia, was sie damit gemeint hatte.

Kofferträger und Kutscher bedrängten die Passagiere der London and South Western Railway* und wollten sie zu ihren Wagen locken, aufdringliche Händler boten Essen und Getränke an, Männer mit umgehängten Pappschildern machten Werbung für umliegende Hotels oder Gasthäuser, und Zeitungsjungen hielten Gazetten in die Luft und posaunten die Schlagzeilen des Tages heraus: »Neuer Brief des Rippers! Polizei tappt weiter im Dunkeln! Bürgerwehr fordert Belohnung! Jack the Ripper schickt Brief! Lesen Sie alles darüber!«

Kaum hatten Celias Füße das Pflaster des Bahnsteigs berührt, schon wurde sie vom Strom der Menschen mitgerissen, in Richtung der Ausgänge, die sich auf der Nordseite des Kopfbahnhofs befanden. Die Waterloo Station schien aus vielen kleineren Bahnhöfen zu bestehen, die wie ein Strauß Blumen von unterschiedlicher Länge und Größe gebündelt waren. Da es keine zentrale Empfangshalle gab und der eine Bahnsteig oft nur zu einer
weiteren, höher oder tiefer gelegenen Plattform führte, mussten sich die Passagiere den Weg zu den Ausgängen durch unterirdische Tunnel oder über Fußbrücken erkämpfen; verfolgt von den lärmenden Heerscharen, die schon auf dem Bahnsteig auf sie einstürmten.

Während Celia an den braunen Waggons und der erbsengrünen Lokomotive vorbeigeschoben wurde und aufpassen musste, nicht zwischen die Wagen aufs Gleisbett zu geraten, wünschte sie sich zurück nach Southampton, wo am Morgen ihre Reise begonnen hatte. Oder besser gleich nach Brightlingsea in Essex, wo sie bis vor wenigen Tagen zu Hause gewesen war. Wie gern hätte sie in diesem Moment an der Mündung des Flüsschens Colne gesessen, den Dockarbeitern und Fischern am Hafen zugeschaut oder ihre Angelrute in den Brightlingsea Creek gehalten, wie sie es als Kind oft an den Wochenenden getan hatte. Damals, als ihre arme Mutter noch gelebt hatte und ihre älteren Brüder Peter und John noch nicht den Atlantik zwischen Liverpool und New York befahren hatten. Als Celias Vater noch eine verblassende Erinnerung und nicht ihr letzter verzweifelter Hoffnungsanker gewesen war.

»Pass doch auf, verdammt!«, schimpfte eine Frau.

Celia war ihr vor der schmalen Treppe zu einer Fußgängerbrücke versehentlich auf den Rocksaum getreten. »’tschuldigung, Ma’am«, murmelte sie erschrocken und hätte um ein Haar den braunen Lederkoffer fallen gelassen, in dem sich ihr gesamtes Hab und Gut befand. Sie klammerte sich an den Koffer wie an einen Rettungsring und ließ sich von der Menge über die Brücke zu einem der beiden Ausgänge treiben. Als sie schließlich einen kleinen überdachten Vorplatz erreichte, an dem zahlreiche Droschken, Mietkutschen und Lastkarren auf Kundschaft warteten, wandte sie sich an einen der schwarz uniformierten Kutscher, der ihr eilfer
tig die vordere Klappe des zweirädrigen Hansom Cabs aufhielt.

»Steigen Sie nur ein, Miss!«, rief er und lüpfte den fettfleckigen Bowler. »Wo soll die Reise hingehen?«

»Können Sie mir sagen, wie ich ins East End komme?«, fragte Celia und lächelte schüchtern. »Ich muss zur Whitechapel Road.«

»Whitechapel?« Der Kutscher machte ein überraschtes Gesicht. »Keine Gegend für ’ne hübsche junge Miss, gerade in dieser Zeit.« Er hob bedeutungsvoll die Brauen und deutete auf einen Zeitungsjungen, der krächzend seine Gazette anpries. Als Celia nicht darauf reagierte, zuckte er mit den Schultern und wies mit der Hand auf sein Cabriolet. »Bitte einzusteigen.«

»Ich habe kein Geld«, erwiderte Celia. Jedenfalls nicht für eine Kutschfahrt, setzte sie in Gedanken hinzu. »Könnten Sie mir die Richtung zeigen?«

Die Miene des Kutschers nahm schlagartig einen säuerlichen Ausdruck an. Vermutlich weil er seine Zeit vergeudet und andere Kunden unbehelligt vorbeigelassen hatte. Sofort wandte er sich an einen jungen Gentleman, der sich eilends von hinten näherte, Celia grob zur Seite stieß und sie dabei achtlos mit seinem Reisekoffer streifte.

»Bitte einzusteigen, Sir«, sagte der Kutscher, nahm dem jungen Mann den Koffer ab und fragte: »Wo soll es hingehen?«

»Piccadilly, Ecke Dover Street«, antwortete der Mann, nahm den eleganten Zylinder vom Kopf, schüttelte sein langes, in der Mitte gescheiteltes Haar und stieg in das vorne offene Hansom Cab ein. »Zum Hatchett’s Hotel, aber etwas plötzlich, mein Guter!« Er strich seinen Gehrock glatt, klappte den vorderen Beinschutz herunter und fuhr sich geziert über den blonden Schnauzbart, der noch sehr an kindlichen Flaum erinnerte.

Celia betrachtete de
n Gentleman neugierig, nicht nur weil er ein ebenso hübscher wie hochnäsig wirkender Mann war, sondern vor allem wegen eines auffälligen Muttermals auf seiner rechten Wange, das nur leidlich von einem dünnen Backenbart verdeckt war. Das Mal hatte die Größe einer Half-Crown-Münze und die Form eines Herzens.

»Was gibt’s da zu starren, Mädchen?«, fuhr der Mann sie an und warf ihr durch das seitliche Fenster einen bösen Blick zu. »Schleich dich!«

»Hast du nicht gehört, was der Gentleman gesagt hat?«, knurrte der Kutscher, verschnürte den Koffer auf der Ablage und stieg auf den erhöhten Sitz hinter dem Verdeck. »Verzieh dich gefälligst!«

»In welche Richtung soll ich mich verziehen, Sir?«, fragte Celia und hielt ihren Koffer vor der Brust, als könnte er sie wie eine Rüstung schützen.

»Wo soll das East End schon sein? Im Osten natürlich«, maulte der Kutscher, nahm die Zügel in die linke Hand und griff mit der rechten nach der Peitsche. Er hielt sie bereits in die Luft, um das Pferd anzutreiben, als er plötzlich innehielt und sich zu Celia umwandte. »Siehst du die Gleise da vorne?« Er wies auf eine Bahntrasse, die in der Nähe an der Waterloo Station vorbeiführte. »Folge ihnen, dann kommst du automatisch zur London Bridge Station. Dort musst du über die Themse und am Tower vorbei nach Nordosten. Ist aber ’n weiter Weg nach Whitechapel. Wirst in die Dunkelheit kommen.«

»Das macht mir nichts«, antwortete Celia.

»Keine Gegend für ’ne hübsche junge Miss«, wiederholte der Kutscher und tippte sich an den Bowler. »Schon gar nicht im Dunkeln.«

»Danke, Sir! Ich komme schon zurecht.«

Der blonde Gentleman in der Kutsche hatte das kurze Gespräch zun
ächst abschätzig und ungeduldig verfolgt, doch als er das Wort Whitechapel vernahm, hatte er sich plötzlich vorgebeugt und neugierig aus dem Fenster geschaut. Offenbar hatte die Tatsache, dass Celia ins East End wollte, sein Interesse geweckt. Er betrachtete sie eingehend, wobei sich sein Gesichtsausdruck merklich wandelte. Beinahe schien es ihr, als wäre er überrascht oder verwundert.

Der Gentleman schüttelte den Kopf und fragte: »Wie alt bist du, Mädchen?«

»Sechzehn, Sir.«

»Sechzehn«, wiederholte der Mann und schüttelte erneut den Kopf. Dann öffnete er den Mund, als wollte er noch etwas sagen, doch im nächsten Augenblick setzte sich das Hansom Cab in Bewegung und verschwand auf der im Halbkreis führenden Zufahrtsstraße im Abendverkehr.

Celia tat, wie ihr der Kutscher geraten hatte, und folgte den Bahngleisen nach Osten. Die Sonne stand nur noch eine Handbreit über dem Bahnhof Waterloo, und als Celia wenig später auf die viel befahrene Blackfriars Road stieß, hörte sie hinter sich das hübsche Glockenspiel der Turmuhr von Big Ben, das sie von einer Spieldose ihrer Mutter kannte. Anschließend erklangen sechs tiefere Glockenschläge.

Der Kutscher hatte recht. Es war Mitte Oktober, und die Sonne würde untergegangen sein, bevor Celia den Tower, geschweige denn Whitechapel erreicht hätte. Doch was blieb ihr anderes übrig, als unbeirrt weiterzugehen? Sie kannte niemanden in London, sie hatte nur noch wenige Münzen in der Geldbörse, und das Einzige, was sie außer ihren Kleidern und einigen wenigen Erinnerungsstücken an ihre Mutter besaß, war die zerknitterte Ansichtskarte eines Kuriositätenkabinetts mit einer Adresse im East End: The Silver King, 123 Whitechapel Road, London E.

Für einen kurzen Augenblick war sie versucht, auf einen der zahlreic
hen Pferdeomnibusse aufzuspringen, die auf der Blackfriars Road über die Themse fuhren, doch dann besann sie sich, schulterte ihren Koffer und ging keuchend weiter. Das wenige Geld, das sie noch besaß, durfte sie nicht verschleudern, nur weil ihr die Füße und der Rücken von der langen Zugfahrt schmerzten, die sie weitestgehend im Stehen hatte verbringen müssen. Oder weil die Gassen, durch die sie ging, zusehends schmaler, dunkler und dreckiger wurden.

Links und rechts der Bahntrasse stießen die backsteinernen und rußgeschwärzten Häuser nun regelrecht an die über Stahlkonstruktionen führenden Gleise. Hier staute sich der Verkehr wie vor einem Nadelöhr. Celia stieg ein so beißender Geruch in die Nase, dass ihr die Tränen in die Augen stiegen. Sie sah sich um und las auf einem rostigen Schild über einer Hofeinfahrt: »Potts’ Vinegar Works«. Auf der...


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