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Produktdetails

Titel: Delete
Autor/en: Karl Olsberg, Karl-Ludwig von Wendt

ISBN: 3833309393
EAN: 9783833309397
'Berliner Taschenbuch'.
Berliner Taschenbuch Verl

15. Oktober 2013 - kartoniert - 464 Seiten

Vier Studenten werden vermisst. Sie alle haben dasselbe Online-Computerspiel gespielt - und offenbar die reale Welt, in der sie leben, für eine Simulation gehalten. Während Hauptkommissar Eisenberg noch rätselt, ob überhaupt ein Verbrechen vorliegt, verschwindet eine weitere junge Frau spurlos. Gemeinsam mit seiner "Sonderermittlungsgruppe Internet" beginnt Eisenberg zu recherchieren. Was ist geschehen? Hat ein Serienkiller fünf Menschen auf dem Gewissen? Oder ist das ganze bloß ein perfider Scherz? Doch bald gerät Eisenberg selbst in ein grausames Spiel mit der Realität ...
Karl Olsberg, geboren 1960, promovierte über Anwendungen Künstlicher Intelligenz, war Marketingdirektor eines TV-Senders, Geschäftsführer und erfolgreicher Gründer zweier Unternehmen in der »New Economy«. Er wurde unter anderem mit dem »eConomy Award« der Wirtschaftswoche für das beste Start Up 2000 ausgezeichnet. Heute arbeitet er als Unternehmensberater und lebt mit seiner Familie in Hamburg. Er veröffentlichte bereits zahlreiche Bücher, darunter seine Thriller »Enter« und »Delete«.
PROLOG
Du spürst ihre Blicke. Du kannst sie nicht sehen, aber du
weißt, sie sind da. Es ist, als kitzele ihr Atem dein Ohr.
Menschen liegen auf der Wiese, lesend, liebend, gelangweilt.
Kinder kreischen, Hunde streiten. Pollen jucken
in der Nase. Es ist viel zu hell. Die Alte auf der Parkbank
füttert Tauben. Sie weiß nicht, dass es keine Tauben gibt.
Du willst schreien, aber das ist sinnlos. Sie kennen dein
Flehen, doch sie erhören es nicht. Ihr Experiment würde
nicht funktionieren, wenn alle die Wahrheit wüssten.
Deine Hand tastet nach den Schläuchen in deinem Hals,
den Drähten in deinem Hinterkopf. Doch natürlich spürst
du nichts außer dem Schorf der Stellen, die du letzte Nacht
blutig gekratzt hast.
Tief durchatmen.
Ein Ball rollt auf dich zu. Er trägt das verblichene Emblem
der vorletzten Fußballweltmeisterschaft. Ein kleiner
Junge rennt ihm hinterher. Du hebst den Ball auf, spürst
sein Gewicht. Deine Finger ertasten seine aufgeplatzte
Oberfläche. Du führst ihn zum Gesicht, riechst Leder,
Gras, das bittere Aroma von Hundekot.
Dies ist kein Ball.
Der Junge bleibt ein paar Schritte vor dir stehen. Er ist
höchstens acht. Er wirkt ängstlich. Wahrscheinlich sieht
er den gehetzten Blick in deinen Augen. Du versuchst zu
lächeln. Wirfst ihm den Ball zu. Er hebt ihn auf und rennt
davon, als wärst du ein zähnefletschendes Monster.
Die Wahrheit isoliert dich. Die Wahrheit tut weh. Aber
die Ungewissheit ist noch weitaus schlimmer. Was, wenn
die Träumer doch recht haben? Was, wenn du dein ganzes
Leben einer fixen Idee nachgejagt bist wie ein paranoider
Irrer?
Es sind ihre Zweifel, nicht deine. Sie säen sie in deine
Gedanken. Sie wollen nicht, dass du die Wahrheit siehst.
Manchmal wünschst du dir, die Zweifel wären so stark,
dass du vergisst, was du weißt. Dass du an Tauben und
Fußbälle glaubst. Dass du einfach nur durch den Park
g
ehst, die Sonne auf der Stirn spürst, den Sommer riechst,
lebst.
Doch Vergessen ist unmöglich. Die Wahrheit lässt sich
nicht unterdrücken. Du spürst sie einfach, ihre Blicke, ob
interessiert, ob mitleidig oder voll perverser Lust an deinem
Leid, was ändert das? Wut keimt in dir auf, ziellose
Wut. Ein Laut entfährt dir. Die Leute drehen sich um. Du
fixierst den Blick auf den Kiesweg.
Sie werden dich nicht befreien. Du bist Teil des Experiments.
Dein Leid ist kalkuliert. Dein Geist bäumt sich auf.
Doch wie könntest du dich je dem Willen der Allmächtigen
widersetzen?
1.
Hauptkommissar Adam Eisenberg justierte die Optik seines
Fernglases. Die Sattelzugmaschine hatte etwa zweihundert
Meter entfernt auf einem abgelegenen Freigelände
südlich des Hamburger Hafens gehalten, an der erwarteten
Stelle. Zwei Männer stiegen aus. Einer von ihnen öffnete
den Container. Der zweite sicherte die Szene aus ein
paar Schritten Entfernung, die Pistole im Anschlag.
Lotsen, bereit?, fragte Eisenberg in sein Headset. Er
sprach gedämpft, obwohl die Straftäter viel zu weit entfernt
waren, um ihn zu hören, noch dazu windwärts.
Lotse 1, bereit.
Lotse 2, bereit.
Lotse 3, bereit. Verdächtige Fahrzeuge nähern sich von
Westen. Geschätzte Ankunftszeit in etwa sieben Minuten.
Verstanden. Zugriff auf mein Kommando, gab Eisenberg
zurück, während er seine Augen an die Okulare
presste. Das Innere des Containers war dunkel, sein Inhalt
nicht erkennbar.
Einen Moment lang geschah nichts.
Obwohl die angespannte Haltung der beiden Männer
das Gegenteil anzeigte, befürchtete Eisenberg, dass der
Container leer war. Doch dann trat die erste bleiche Gestalt
ins Licht. Es war ein Mädchen, dunkelhaarig, mit
olivfarbener Haut, fünfzehn oder sechzehn Jahre alt. Sie
trug ein schmutziges T-Shirt und eine Jogginghose, die an
einer Stelle eingerissen war. Schützend hielt si
e einen Arm
über die Augen, als blende sie das Licht.
Eisenbergs Kehle schnürte sich zu. Er hörte seinen Puls
in den Ohren. Seine Hand glitt unwillkürlich zur Dienstwaffe,
die gesichert in ihrem Schulterhalfter hing. Er würde
sie kaum brauchen - die Bewaffnung der beiden Gruppen
des Spezialeinsatzkommandos, die rings um das
Gelände bereitlagen, reichte aus, um einen mittleren Bandenkrieg
zu entscheiden. Die beiden Mistkerle da vorne
taten gerade ihre letzten Atemzüge in Freiheit für einen
hoffentlich langen, langen Zeitraum. Für ihre Opfer endete
dagegen eine Zeit unvorstellbaren Grauens.
Nur noch wenige Minuten. Sie mussten warten, bis die
Mädchen in die Fahrzeuge einstiegen, deren Halter Eisenbergs
Ermittlungsgruppe bis zu den Drahtziehern dieses
perfiden Geschäfts zurückverfolgt hatte. Erst dann besaßen
sie genug Beweise, um auch die Hintermänner des
Mädchenhändlerrings überführen zu können.
Es hatte Monate gedauert, diese Falle vorzubereiten. Ein
V-Mann hatte Zeitpunkt und Ort der Übergabe in Erfahrung
gebracht. Eisenbergs Leute hatten nicht viel Zeit gehabt,
den Einsatzort vorzubereiten. Doch sie hatten ganze
Arbeit geleistet. Er selbst und einige SEK-Männer lagen
hinter einer mit unauffälligen Gucklöchern präparierten
Werbetafel auf der Lauer.
Verdächtige Fahrzeuge nähern sich mit reduzierter Geschwindigkeit.
Ankunft in etwa vier Minuten, teilte Lotse
3 mit. Eigentlich waren solche Bezeichnungen dank der
neuen abhörsicheren Kommunikationsgeräte überflüssig,
doch die Gewohnheit hatte wieder einmal über die Notwendigkeit
triumphiert.
Eine nach der anderen kletterten die verängstigten Mädchen
aus dem Container. Einige konnten sich kaum auf
den Beinen halten. Vermutlich hatten sie tagelang nichts
gegessen und kaum etwas getrunken. Es waren mehr als
ein Dutzend. Keines der Opfer war älter als siebzehn. Sie
stammten aus Mitt
elamerika, wo sie von professionellen
Menschenjägern entführt und in schlecht belüfteten Containern
wie Vieh nach Europa verfrachtet worden waren.
Eisenberg konnte nur erahnen, welche Odyssee sie hinter
sich hatten.
Doch was vor ihnen gelegen hatte, war womöglich
noch schlimmer. Hier in Deutschland wären sie entweder
in einem
Bordell gelandet oder, schlimmer noch, als
Haussklavinnen an wohlhabende alleinstehende Männer
verkauft worden. Eisenberg hatte es nicht für möglich
gehalten,
dass es so etwas in Deutschland tatsächlich
gab, bis er durch einen Hinweis des Sittendezernats
auf den Mädchenhändlerring aufmerksam geworden
war.
Das letzte Mädchen verließ den Container. Sie war die
Kleinste von ihnen, vermutlich erst vierzehn oder fünfzehn
Jahre alt. Selbst auf die Entfernung konnte Eisenberg
ihre angstgeweiteten Augen erkennen.
Der eine der beiden Wächter rief etwas. Die Mädchen
stellten sich in einer Reihe auf. Nur die Kleine schien sich
zu weigern. Sie versuchte, wieder in den Container zu klettern,
als hoffe sie, damit auf magische Weise in ihre Heimat
zurückzukehren. Der Wächter packte sie am Arm und
zog sie zurück. Sie wehrte sich. Eisenberg konnte ihre verzweifelten
Schreie trotz der Entfernung deutlich hören. Er
schluckte. Nur noch ein paar Minuten, flehte er in Gedanken.
Verhalt dich nur noch ein paar Minuten ruhig, dann
beenden wir dein Leid!
Das Mädchen schien sich endlich zu fügen. Doch als Eisenberg
schon erleichtert aufatmete, biss sie plötzlich ihren
Peiniger in die Hand. Er schrie auf und ließ sie los. Ein
Tumult entstand. Das Mädchen löste sich aus der Menge
und rannte den Weg entlang, genau in Eisenbergs Richtung.
Die Wächter wollten ihr nachstellen, wurden jedoch
durch die anderen Gefangenen daran gehindert, die aufgeregt
durcheinander liefen - ob vor Panik oder weil sie
der Flüchtenden helfen wollte
n, war nicht zu erkennen.
Der Vorsprung des Mädchens wuchs. Die Mädchenhändler
brüllten. Dann hob einer der beiden seine Pistole und
legte auf das flüchtende Mädchen an.
Eisenberg dachte nicht nach. Zugriff!, brüllte er und
sprang hinter dem Plakat hervor. Anders als die SEK-Kräfte
trug er keine Schutzkleidung - seine Rolle war es eigentlich,
im Hintergrund zu bleiben und den Einsatz zu koordinieren.
Doch er setzte auf das Überraschungsmoment
und darauf, dass die Täter von der Übermacht der Polizei
eingeschüchtert sein würden.
Die SEK-Männer sprangen aus ihren Verstecken hinter
Containern und Büschen. Befehle wurden gebrüllt. Die geschockten
Mädchenhändler ließen ihre Waffen fallen und
hoben die Hände.
Das Mädchen blieb stehen. Erschrocken blickte sie zwischen
den auf sie zustürmenden Polizisten und ihren Peinigern
hin und her. Dann sank sie auf die Knie und barg
das Gesicht in den Händen.
Eisenberg lief zu ihr. Er hörte die Stimme von Lotse 3 in
seinem Headset: Die verdächtigen Fahrzeuge verlangsamen
ihre Fahrt. Erbitte Anweisungen!
Fahrzeuge anhalten, Insassen festnehmen wegen Verdachts
auf Menschenhandel, befahl Eisenberg. Er beugte
sich über das schluchzende Mädchen. Sie hielt die Hände
über den Kopf und neigte ihren Oberkörper nach vorn, wie
um sich vor Schlägen zu schützen.
Es bien!, sagte Eisenberg in bruchstückhaftem Spanisch.
Soy policía! Todo es bien!
Vorsichtig hob sie den Kopf. Ihre großen, dunklen Augen
zeigten Verwirrung und Hoffnung. Policía?
Eisenberg nickte. Er hielt ihr seinen Dienstausweis hin.
Vermutlich konnte sie nicht lesen, was darauf stand, aber
das Wappen der Hamburger Polizei und das offizielle Dokument
schienen sie zu beruhigen. Sie sah sich um, dann
stieß sie einen Wortschwall aus, von dem Eisenberg nichts
verstand.
Cómo te llamas?, fragte er, als eine Pause entstand.
Maria, sagte sie. Ma
ria Costado Lopez.
Eisenberg reichte ihr die Hand und half ihr auf. Adam
Eisenberg.
Sie lächelte schüchtern. Dann presste sie sich an ihn
und umklammerte ihn. Genau wie Emilia, vor vielen Jahren,
als er sie zum letzten Mal umarmt hatte.
Behutsam löste er sich aus ihrer Umarmung und führte
sie zu einem der Mannschaftswagen, die inzwischen bereitstanden,
um die Mädchen, die Einsatzkräfte und die
Festgenommenen abzutransportieren.
Der Gruppenführer des SEK kam auf ihn zu. Er blickte
ernst.
Nur noch zwei oder drei Minuten, dann hätten wir sie
drangekriegt.
Eisenberg nickte.
Ich weiß. Danke, Ralf. Das war hochprofessionell.
Viel Glück bei dem Versuch, das deinem Chef zu erklären.
Eisenberg seufzte. Ihm war klar, dass der Einsatz ein
Reinfall war. Die Fahrer, die die Mädchen abholen sollten,
würden einfach leugnen, etwas mit der Sache zu tun zu
haben. Die Beweislage war viel zu dünn, um allein ihre An-
wesenheit in der Nähe des Übergabeortes als hinreichenden
Schuldbeweis für ihre Auftraggeber zu werten. Monatelange
Ermittlungsarbeit war zunichte gemacht worden.
Sie hatten das Leid dieser Mädchen beendet, doch wie viele
andere würden noch verschleppt werden, weil es ihnen
nicht gelungen war, die Hintermänner zu überführen?
Eisenberg wusste, er hatte richtig gehandelt. Niemals
hätte er tatenlos zusehen können, wie das Mädchen verletzt
oder gar getötet worden wäre. Außerdem war er dazu
verpflichtet, Schaden von möglichen Opfern abzuwenden.
Doch er wusste auch, dass die Umstände des Einsatzes nur
allzu leicht anders interpretiert werden konnten. Niemand
konnte wissen, was passiert wäre, wenn er nicht den Zugriff
befohlen hätte. Vielleicht hätte der Wächter gar nicht
geschossen oder das Mädchen verfehlt.
Wie so oft wäre es sicherer gewesen, nichts zu tun, einfach
abzuwarten und dem vorher ausgearbeiteten Plan
zu folgen. Man hä
tte ihm bestenfalls milde Vorwürfe gemacht,
wenn das Mädchen tatsächlich zu Schaden gekommen
wäre.
Doch Eisenberg hatte gehandelt, hatte den Plan über
den Haufen geworfen. Er würde die Konsequenzen dafür
tragen müssen. Aber er würde damit klarkommen. Es war
ja nicht das erste Mal, dass er mit seinem Chef aneinandergeriet.

"Eine spannende Mischung aus klassischem Kriminalroman und modernem Computerthriller bietet Karl Olsberg mit seinem Roman "Delete". [...]. Olsberg entwickelt eine von Anfang bis Ende spannende Handlung, setzt geschickt Klischees über Computerfreaks ein und unterhält bestens.", Aachener Zeitung (dpa), 07.12.2013
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