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Der mieseste aller Krieger

Roman. 1. Auflage.
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Produktdetails

Titel: Der mieseste aller Krieger
Autor/en: Rodrigo Díaz Cortez

EAN: 9783841206428
Format:  EPUB
Roman.
1. Auflage.
Übersetzt von Petra Strien-Bourmer, Rodrigo Díaz Cortez
Aufbau Digital

14. August 2013 - epub eBook - 288 Seiten

Wahrheit, wo Erinnern nicht möglich ist. Auf der Suche nach Inspiration für seinen neuen Roman stößt der junge Schriftsteller Benito in einer alten Zeitung auf die Notiz eines Mordes, in den offenbar sein Großvater Samu verwickelt war, den er nie kennengelernt hat. Und doch vernimmt Benito plötzlich Samus Stimme, die ihm eine große Generationensaga ins Herz diktiert: Es ist die bewegte Geschichte seiner Familie in der Kleinstadt Paitanás, am Rande der Atacamawüste im Norden Chiles, die vier dramatische Jahrzehnte umspannt. Wehmütig und zärtlich blickt Samu auf die Vergangenheit zurück und erweckt Gestalten wie den korrupten Dorfpfarrer, der mit dem Freudenmädchen Trinidad unter einer Decke steckt, oder die wilde Lorenzona, die durch die Wüste reitet, wieder zum Leben. Und er führt Benito zu dem Geheimnis seiner Herkunft, das eng mit den Grausamkeiten der chilenischen Geschichte zusammenhängt.
Rodrigo Díaz Cortez wurde 1977 in Santiago de Chile geboren. Er hat bislang einen Erzählband und die Romane Tridente de plata (Mario-Vargas-Llosa-Preis der Universität Murcia) und Poeta bajo (nominiert für zwei weitere Literaturpreise) veröffentlicht. Zurzeit arbeitet er als Taxifahrer in Barcelona, leitet eine Schreibwerkstatt und ist Mitarbeiter einer Kulturzeitschrift.

Paitanás, 19. September 1939


Das Schrillen des Glockenweckers konnte das Paar nicht mehr aus dem Schlaf reißen, denn es war schon tot. Der Strauß Rosen lag über das Bett verstreut, die seidigen Blütenblätter umgaben die hingestreckte Engländerin, die Inglesa. Ihr Engelsgesicht sah aus wie von Pollen bedeckt, und ihre Schlangenaugen waren auf das Grauen gerichtet. Sofanor saß in einer Ecke des Zimmers. Der feine Blutfaden, der sich aus dem Loch in seiner Stirn zog, war bereits getrocknet, und unter dem Schnurrbart hatte sich sein frisches Lächeln bewahrt. In der Atacamawüste erzählt man sich seither diese Geschichte, ihre Geschichte, die sich während der Nationalfeierlichkeiten ereignete. Viele halten sie für eine Legende, aber sie hat sich tatsächlich zugetragen.

Ich habe alles in meinem Gedächtnis gespeichert, Benito, und ich werde dir diesen ganzen Mist erklären, der uns umgebracht hat. Die Zeit verging wie im Flug und vernebelte uns die Sicht mit ihrem Staub; schweigend wie im Stummfilm zog sie vorüber, was mich nervös machte. Du ahnst noch nicht, wem die Stimme gehört, die da zu dir spricht, doch ich sehe deine losen Blätter, die verstreuten Bücher und das Heft unter deinem Kopfkissen – alles wirkt wie von einem Erdbeben durchgeschüttelt. Ein einziges Chaos herrscht in deinem Zimmer, Benito, abgesehen von dem Foto, das an der Wand hängt. Es zeigt einen Mann in tadelloser Uniform und mit einem stillen Bärtchen; er war es, der dich damals mitnahm. Aber wir wollen nicht vorgreifen. Wie gesagt, es war ein Ereignis, von dem die Besucher der Pension noch heute sprechen. Die Ermordung des Paares verhalf dem Chanchoquín zu einer gewissen Berühmtheit. Von da an schoss der Preis dieses Zimmers in die Höhe. Die morbide Neigung der Hauptstädter, einmal am Ort des Verbrechens zu &uu
ml;bernachten, bescherte der Ojerosa einige Gäste.

Die Toten brannten darauf, aus der Erde aufzusteigen, um zu tanzen. Sie brauchten das Orchester und die Jungs aus der Schule, die dem Umzug folgten. Durch Straßen, in denen sich ein paar alte Häuser, die Backsteinfassaden mit Zement und Farbe verkleidet, dem von den vielen Erdstößen rissigen Pflaster zuneigten. Und während ein Geier langsam und sicher an einem wolkenlosen Himmel kreiste, probten sie glühend ihren Aufstieg aus der Hölle. Mit wahnhaftem Blick streckten sie die Beine, vollführten Luftsprünge, immer dem Trompeter nach, der beim Blasen seine roten Backen aufpumpte. Der weiße Salpeterstaub stob zwischen den sich im Tanz windenden Geistern auf und verwandelte sich in wirbelnde Staubwolken, die den Schatten der Lebenden folgten. Das einfache Volk, dunkel wie der Kautschuk, tanzt nur in der Benommenheit des Schnapses. Denn es lebt gefangen in seinem versteinerten Willen und macht, das Hirn von der Sonne versengt, nicht die geringsten Anstalten, sich gegen die Machthaber aufzulehnen. Nur manchmal erhascht es einen Blick auf den roten Schein des Fegefeuers.

Die Musik der Trommeln, Becken und Trompeten auf der Straße hatte den Schuss übertönt, und alle zogen sich spät zurück, um schlafen zu gehen. Die Ojerosa vom Chanchoquín hätte wohl aufbleiben müssen, um zu wachen, während die Landsleute ruhten, doch dann wurde sie vom Schlaf übermannt, bis um halb sechs ein Wecker scheppernd Alarm schlug. Die Witwe des italienischen Musikers riss die Augen auf. Dann erhob sie sich und drückte ihr weißes Haar mit einem Wolltuch platt. Noch schlaftrunken verstand sie nicht, warum keiner dieses ohrenbetäubende Ding zum Schweigen brachte. Und nachdem sie laut klopfend an der Tür gerüttelt hatte, beschloss sie, den Schlüssel von der Rezeption zu holen. Während sie
mit langen Schritten durch den Flur eilte, dachte sie, Sofanor und die Inglesa seien schon früher aufgebrochen und hätten diesen verfluchten Wecker vergessen – doch dann trat sie über die Schwelle. Das schrille Rasseln hatte auch andere Pensionsgäste herbeigelockt, und die Ojerosa wusste nicht, ob sie zuerst den Wecker abstellen oder López-Cuervo II rufen sollte, den Offizier der Carabineros, diesen Sohn des Satans.

Als ich die beiden sah – ich war die zwei Straßen hergerannt –, hielt ich wie erstarrt inne, wortlos. Ich konnte keinen Fuß mehr vor den anderen setzen, während ich versuchte, den Anblick zu verdauen. Ich war viel mit ihnen zusammen gewesen, hatte sie sogar das eine oder andere Mal auf einen Raubzug begleitet, so dass sie fast schon zur Familie gehörten. Doch das lauwarme Bier mit dem kleinen Schierlingszweig und dieser Haufen Rosenblätter auf dem Bett hatten nichts mehr mit mir zu tun. Sofanor hatte mich in letzter Zeit vergessen, oder sie hatte dafür gesorgt, dass er mich vergaß. Tatsache war, dass sie wieder einmal einen Geldschrank auf einem dieser englischen Schiffe ausgeraubt hatten, die sie so gut kannte wie den blitzenden Revolver von Sofanor – denselben, den du dort auf deinem Tisch liegen hast, Benito, um dich von ihm inspirieren zu lassen. Auch wenn meine Stimme kratziger klingt als eine Brise, die durch einen trockenen Dornbusch bläst, hör mir zu, mein Junge. Lass diese Kriminalgeschichte sein und konzentriere dich auf unsere, die ein echtes Heldenstück war. Du bist gerade ein wenig verwirrt, aber du kannst mich hören. Mich mit dem alten Webley Mark herbeizurufen ist deine Art, nicht zuzulassen, dass ich aus deinen Seiten verschwinde, und zu verhindern, dass der unvorhergesehene Schmerz, deine Familie kennenzulernen, sich auf ewig festsetzt.

Sofanor und die Inglesa hatten sich also einer Menge Schmuck und einer beträ
;chtlichen Summe englischer Pfund bemächtigt. Dennoch schien diesmal alles merkwürdig gelaufen zu sein, anders als sonst. Laut Sofanor kannte die Lorenzona die Spuren der Wüste besser als jeder andere, besser selbst als die Runzeln in ihrem Gesicht. Irgendwann muss die Inglesa kapituliert haben, und wahrscheinlich ist sie darüber schier verrückt vor Eifersucht geworden. Und je stärker dieses Gefühl, desto heftiger brannte womöglich ihr Wunsch, ihn umzubringen. Damit du mich recht verstehst, mein lieber Benito, die Beziehung zwischen Sofanor und der Engländerin war reichlich eigenartig. Die Inglesa hatte Beine so lang wie ihr Haar, das sie immer glänzend gebürstet trug. Ihre großen grünen Augen schienen gleich auf den ersten Blick alles zu begreifen, und ihre weiße Haut war, das will ich nicht leugnen, der Grund, warum die Strolche ihr an den Fersen klebten, ihr phantasievolle Komplimente zuraunten und die Parfümwolke, die sie im Vorübergehen hinterließ, begierig aufsogen. Damit du es dir in das Heft, in dem du Ideen sammelst, notieren kannst, Benito: Die Strolche mit den Sandalen waren Bauern aus dem Süden, Pampinos, die dem Ruf des Salpeters in die Wüste gefolgt waren, um dort ihr Glück zu versuchen. In Wahrheit bestand für uns Jugendliche damals die einzige Altersvorsorge in der Hoffnung auf einen vorzeitigen Tod.

Dem Anschein nach hatte Sofanor den Webley Mark fest in der Hand gehalten: Das saubere Loch in seiner Stirn zeugte von einem sicheren Schuss, und unter dem mächtigen Schnurrbart war ihm sein Lächeln gefroren. Bevor die Inglesa starb, hatten ihre Hände noch mit aller Macht den Blumenstrauß umklammert. Es hieß, sie habe mit einer dritten Person gerungen, bis ihr Körper reglos auf das Bett gesunken sei, übersät von den wüst verstreuten roten Rosenblättern. So weit die Rekonstruktion des Verbre
chens, die Hintergründe wurden indes nie ganz aufgeklärt. Eines kann ich dir jedoch versichern: Die beiden waren froh über die Art, wie sie gestorben sind. Für dich mag das zwar unsinnig und wenig einleuchtend klingen, aber es ist so, wie ich sage, Benito. Sofanor wusste, dass er an ihrer Seite den Tod finden würde. Wenngleich sie mehr Zeit damit verbrachten, sich zu streiten als sich zu lieben, waren sie schon seit Jahren ein Paar. Die Inglesa hatte lange auf den Schiffen gearbeitet, weshalb ihr überhaupt die Idee kam, diese Raubzüge zu planen. Sofanor hatte sie schnell mit ihrem Hüftwackeln zu manipulieren gewusst und als Komplizen gewonnen. Doch irgendwann ging ihr seine Sauferei auf die Nerven, und als sie das Gefühl bekam, ihr langes Haar würde langsam fahl, verließ sie ihn für einen aus ihrem Land. Nachdem einige Zeit verstrichen war, tauchte sie wieder in der Kneipe auf und zerrte ihn zu sich ins Bett, wo sie Versöhnung feierten. Bei einem dieser Wiedersehen zeugten sie die Tita.

Ich war seit vier Jahren aus dem Gefängnis raus, als die Sache sich zutrug, und López-Cuervo II war überzeugt, dass ein Kompagnon oder ein Rivale sie umgebracht hatte und dann durch das schmale Zimmerfenster entkommen war. Als Verdächtiger kam in seinen Augen nur ich in Frage, da es niemanden sonst gab, auf den dieses Profil gepasst hätte. Aber dann tauchte ich früh am Morgen im Chanchoquín auf, um festzustellen, dass es meinen Freund Sofanor erwischt hatte. Die Ojerosa wollte mich in die Sache hineinziehen. Einen ganzen Tag lang beschuldigte sie mich, sie habe mich in der Nähe ihrer Pension gesehen. Das sei ja logisch, erwiderte ich, unser Lokal befinde sich schließlich nur zwei Straßen entfernt vom Chanchoquín. Ich denke, die Alte war bloß neidisch auf unsere Arche Noah, die mehr Leute an Bord lockte als ihre Pension R
11; alle, die nach Paitanás hereinkamen, mussten zuerst an unserem Laden vorbei. Die Ojerosa war zwar eine Witwe mit viel Geld, dafür aber war sie malträtiert worden von dem italienischen Musiker, mit dem sie verheiratet gewesen war. Die Ärmste sah aus wie eine versteinerte Kuh wegen der Arthritis, die ihr Gesicht beinahe zur Karikatur verunstaltete. Mit deiner Großmutter, du wirst noch erfahren, welche ich meine, war sie von Kindesbeinen an befreundet gewesen, deshalb wussten wir,...


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