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Die beste aller Welten

Wohin bewegt sich die Gesellschaft im 21. Jahrhundert?. N…
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Produktdetails
Titel: Die beste aller Welten
Autor/en: Gerhard Schulze

ISBN: 3446202811
EAN: 9783446202818
Wohin bewegt sich die Gesellschaft im 21. Jahrhundert?.
Nachdruck.
Hanser, Carl GmbH + Co.

10. März 2003 - gebunden - 392 Seiten

Gerhard Schulze, dessen hoch gelobte "Erlebnisgesellschaft" die neunziger Jahre auf den Begriff gebracht hat, entwirft in seinem neuen Buch das Bild einer Gesellschaft, die nicht mehr vom Prinzip der permanenten Steigerung dominiert wird. Das Gefüge der Werte verschiebt sich und die Menschen beginnen eine neue Richtung einzuschlagen: Fragen der Lebenskunst, des Zusammenlebens und der Kultur werden wichtiger genommen als zuvor.
Gerhard Schulze, geboren 1944, war bis 2009 Professor für Soziologie in Bamberg. Seine Forschungsschwerpunkte waren Kultursoziologie und Theorien des sozialen Wandels. Gerhard Schulze ist außerdem ein gefragter Berater von Konzernen, Parteien und anderen Organisationen, er schreibt regelmäßig für die Neue Zürcher Zeitung.

Vorwort


In seinen Abhandlungen zur Rechtfertigung Gottes aus dem Jahr 1710 behauptete der Universalgelehrte und Philosoph Leibniz, wir lebten in der besten aller möglichen Welten. Dies könne gar nicht anders sein - trotz des metaphysischen Übels der Vergänglichkeit, des physischen Übels von Leid und Schmerz und des moralischen Übels von Ausbeutung und Unterdrückung. Sein Buch ist eigentlich ein Glaubensbekenntnis: Weil Gott alles weiß, muss er die beste aller möglichen Welten kennen; weil Gott alles kann, liegt es in seiner Macht, sie einzurichten; und weil Gott gütig ist, tut er dies auch. Diese Abhandlung wurde zu einer der wichtigsten philosophischen Schriften des achtzehnten Jahrhunderts - am Anfang als Monument, am Ende als Reibungsfläche. Sie war Katalysator einer umfassenden Neubesinnung, die noch immer aktuell ist.
Bis heute sind wir geistige Erben der Wende, die das Denken mit der Aufklärung genommen hat. Nichts prägt die Kultur des Westens so sehr wie die Vorstellung, die beste aller Welten sei noch nicht verwirklicht. Leibniz glaubte, dass man die beste aller Welten immer schon vorfände. Wir denken, dass man sie immer nur suchen könne, ohne jemals dort anzukommen.
Gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelte sich die Endzeit-Literatur zu einem eigenen Genre: Ende der Kunst, Ende der Geschichte, Ende der Wissenschaft, Ende des Menschen - Die meist empörte Zurückweisung solcher Endzeitdiagnosen zeigt, wie tief die Selbstdeutung als ewig Suchende in uns verwurzelt ist und wie sehr wir die Suche als Teil unseres Wesens begreifen. Die Ankündigung ihres Endes wirkt nicht erlösend, sondern bedrohlich.
Wir suchen. Mehr denn je ist unsere Geschichte das Ergebnis von Selbstbeobachtung, Diskurs, Meinung und Entscheidung, wie widersprüchlich und fehlerhaft das, was in unseren Köpfen vorgeht, auch immer sein mag. Und wir h
andeln, obwohl das Irrtumsrisiko im selben Maß wächst wie unsere Möglichkeiten. Wir haben keine Anstrengung gescheut, uns selbst zum Schicksal zu werden.
In seinem Buch Bummel durch Europa aus dem Jahr 1899 beschreibt Mark Twain einen Waldspaziergang an einem Sommertag in der Nähe von Heidelberg. Er suchte sich ein sonniges Fleckchen, setzte sich und betrachtete den Waldboden. Über das, was er dort sah, verfiel er in langes Grübeln. Zwei Ameisen beschäftigten sich mit einer Tannennadel. Jede hielt ein Ende in ihren Zangen und zog nach Leibeskräften daran. Es war ein Geschiebe und Gezerre, behindert durch Wurzeln und abgebrochene Zweige. Schließlich schienen sie sich auf eine gemeinsame Richtung geeinigt zu haben. Sie schleppten die Tannennadel ein Stück weit, machten dann aber unvermittelt kehrt und schleppten sie in die entgegengesetzte Richtung. Endlich kamen sie gut voran und hatten sich offenbar aufeinander eingespielt. Aber da ließen sie ihr Objekt plötzlich fallen und gingen eilig ihrer Wege.
Ist dies eine Metapher für das, was bei unserer Suche herauskommt? Gewiss, den Vergleich mit den Ameisen, die Mark Twain beobachtet hat, müssen wir aushalten. Zu den drei Übeln, mit denen sich Leibniz beschäftigt hat, gesellt sich als viertes das Absurde. Die andere Hälfte der Geschichte besteht darin, dass die Ameisen doch immer wieder einen Bau zustande bekommen.
Die beste aller Welten: Dieser Titel bezeichnet weder ein schon erreichtes noch wenigstens ein irgendwann in der fernen Zukunft erreichbares Ziel. Er charakterisiert lediglich den zentralen Suchbegriff der Kultur des Westens, ein Minimum an Konsens, dem jedoch ständiger Zwist über die einzuschlagende Richtung entspringt. Empirisch ausgerichteten Wissenschaftlern mag es atemberaubend verwegen vorkommen, die beste aller Welten zum Kristallisationskern von Überlegungen zu machen, die das kommende J
ahrhundert in den Blick nehmen. Das Irrtumsrisiko eines Gedankengangs ist jedoch kein zureichender Grund dafür, ihn zu unterlassen. Klar ist freilich, dass es darauf ankommt, einen möglichst vielversprechenden Fokus zu wählen. Diesen sehe ich in der Annahme, dass auch die Suchbewegungen der Zukunft durch die kollektive Erfahrung der Moderne geprägt sein werden. Meine Leitfrage ist: Wie könnte eine Fortsetzung der Moderne aussehen?

 



Die Zukunft wird nachdenklich!

Der Titel "Die beste aller Welten" ist nicht ironisch gemeint. Gerhard Schulze, Soziologe und Erfinder der "Erlebnisgesellschaft" sagt eine Zukunft voraus, in der der Sinn des Lebens wichtiger wird als Geld und Konsum.

Davon sind wir überzeugt: Es geht immer weiter aufwärts. Die Computer werden schneller, unser Auto größer, die Waschmittel besser, die Zahl der Konsumgüter wächst. Und weil der Kauf dieser Konsumgüter uns zum "Erlebnis" gemacht wird - in Galerien, Einkaufszentren und Boutiquen, bei Events, Parties und PR- Veranstaltungen - halten wir das Einkaufen für "Glück".
So schilderte es der Bamberger Soziologieprofessor Gerhard Schulze vor einigen Jahren und erfand für uns das schöne Wort von der "Erlebnisgesellschaft". Sein neues Buch über "Die beste aller Welten - Wohin bewegt sich die Gesellschaft im 21. Jahrhundert?" wird es schwerer haben, denn hier beschäftigt sich Schulze nicht (in erster Linie) mit der Gegenwart. Er versucht den Entwurf unserer Zukunft:
Was wird aus der kapitalistischen Gesellschaft, fragt er. In welche Richtung entwickeln sie sich weiter? Bleibt sie bei dem Bedürfnis nach immer neuen, messbaren Erfolgen? Oder sucht sie sich ein anderes Ziel? Schulze argumentiert: Der pure Konsumkapitalismus reicht uns nicht mehr. Jetzt suchen die Menschen nach Sinn. Sie werden sich von reinen "Könnern" und Machern weiterentwickeln zu Leuten, denen das "Sein" wichtiger ist.
Eine kühne Behauptung, aber eine, die absolut im Trend liegt. Ob jemand nach "Glück" sucht, nach "Simplicity" oder "Erleuchtung", ob wir uns über die "Leere" des Daseins beklagen oder über den Zerfall der Ehen, über schlechte Kindererziehung und den "Egoismus" der Gesellschaft - immer steckt die Suche nach mehr Sinn dahinter, denn, so Schulze: Konsum allein genügt uns nicht mehr. Immer mehr Menschen wollen wissen, warum sie leben, wofür und zu welchem Zweck.
Ob aus dieser Suche, aus dem Verschmelzen von "Erlebnisgesellschaft" und Sinnsuche wirklich "die beste aller Welten" entstehen wird? Das bleibt abzuwarten. Der Autor klingt optimistisch, und er belegt seinen (vorsichtigen) Optimismus durch eine große Tour über die aktuellen soziologischen Forschungen wie durch die Werke früherer Philosophen und Gesellschaftsforscher.
Das daraus kein eben mal so zu lesendes Buch entstehen konnte, dürfte klar sein. Schulze schreibt zwar verständlich, einen guten, sauberen Stil, aber als deutscher Professor macht er es seinen Lesern nicht leicht. Wo seine amerikanischen Kollegen verkürzt, vereinfacht und das Lesen durch Anekdoten und Beispiele aus dem täglichen leben aufgelockert hätten, bleibt er fest bei seiner wissenschaftlichen Denkweise und lässt uns Schritt für Schritt an der Entwicklung seiner Gedanken teilnehmen. Die sind, wie in der "Erlebnisgesellschaft", nicht nur hochintelligent, sondern einleuchtend. Der Weg der Gesellschaft vom Machen und Konsumieren zur die Glücks- und schließlich zur Sinnsuche scheint tatsächlich der zu sein, den wir gerade betreten: vorsichtig, eher zögernd, weil wir das Risiko des Stolperns, auch des Scheiterns ahnen, aber sehr vielversprechend.
Wie das Buch von der "besten aller Welten".

© Anne von Blomberg, www.readme.de

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