eBook.de : Ihr Online Shop für eBooks, Reader, Downloads und Bücher

Connect 01/2015 eBook-Shops: Testsieger im epub Angebot, Testurteil: gut Die Welt: Kundenorientierte Internetseiten Prädikat GOLD
+49 (0)40 4223 6096
€ 0,00

Zur Kasse

PORTO-
FREI

Schweben

Roman.
Sofort lieferbar
Buch (gebunden)
Buch € 16,90* inkl. MwSt.
Portofrei*
Produktdetails
Titel: Schweben
Autor/en: Hans Boesch

ISBN: 3312003164
EAN: 9783312003167
Roman.
Nagel + Kimche Verlag Ag

3. Februar 2003 - gebunden - 137 Seiten

Fünf Jahre nach seiner Auszeichnung mit dem renommierten Joseph-Breitbach-Preis legt "der magische Realist" Hans Boesch seinen lange erwarteten neuen Roman vor. Im Anschluss an die Romanfolge Simon Mittler' zeigt Schweben Figuren an bekanntem Ort, aber eine völlig neue Sprache: in einem schwerelosen, kunstvollen Erzählstil treffen in dieser Geschichte zwei sehr unterschiedliche Menschen aufeinander und schließen eine seltsame Freundschaft. "Hans Boeschs Erzählen ist ein betörender Strom von Wahrnehmung und Gefühl." Brigitte Kronauer
Hans Boesch, 1926 in der Ostschweiz geboren, studierte Tiefbautechnik und arbeitete als einer der maßgeblichen Verkehrsplaner der Schweiz an der ETH Zürich. Er lebte teils in der Nähe von Zürich, teils in den Bündner Bergen. 2003 verstarb er im Alter von 77 Jahren. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Joseph-Breitbrach-Preis, dem Preis der Schweizerischen Schillerstiftung und dem Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis.
Der Stein lag nur wenige Schritte von der Quelle entfernt. Er war warm, porös und weich gerundet; wie ein Leib lag er unter ihr. Sie drehte sich auf den Rücken, zog einmal das linke Bein an, einmal das rechte, wischte die Tropfen von den Schenkeln, von der Innenseite der Schenkel, sie streichelte den Bauch, sie befühlte die Brüste.
Das Licht drang durch das Leibchen, das sie sich um den Kopf gewickelt hatte; die Sonne schmerzte, war ein bohrendes Rad in den Augen. Erst nachdem sie den Arm übers Gesicht gelegt hatte, wichen Glut und Gleißen, und schließlich sah sie wieder den Strahl des Quells vor sich, sah ihn auch mit geschlossenen Augen, hörte gleichzeitig sein Gesprudel nebenan, sie spürte seine Frische, eine, die nur Bergwasser haben kann, und sah jetzt die Fäden im Strahl, sah hundert Fäden vor sich, Fäden aus grünem Licht, Fäden aus blauem Licht, blinkende Fäden, sah hinter geschlossenen Lidern hundert winzige Wasserstrahlen gebündelt zum einen, großen Strahl, zum Strahl, der gegen die Schenkel preschte, der anstürmte gegen Knie, Hüfte und Bauch, unerschrocken kühn, siegesgewiß, ein Strahl, gegen den sie sich aufjubelnd stemmte.
O doch! Sie hatte sich im Strahl gedreht! Sie hatte sich vor den Strahl hingekniet, hatte ihn sich gegen den Hals schießen lassen, und hatte den Hals an den Strahl geschmiegt, so lange wie möglich, so zart wie möglich, sie hatte die Wange auf den Strahl gelegt, auf seine Glätte, hatte ihn mit der Wange gestreichelt, und hatte ihn geküßt, mit offenem Mund geküßt, immer wieder. Und hatte sich dann auf einmal besonnen, hatte sich aufgerichtet, taumelig, hatte das Würgen in der Kehle, auch jetzt das Würgen, hatte sich am Wannenrand entlanggetastet, hatte ins Gras gegriffen, in Erde, hatte, noch immer benommen und blind, nach dem Leibchen gegriffen, hatte den Stein gefunde
n, hatte sich am Stein aufgerichtet und hatte sich langsam über den Stein hingestreckt, hatte sich hingelegt, auf einmal erschöpft und schwer.
Eine Stimme schreckte sie auf, eine Männerstimme. Sie fand Höschen und Schuhe und zog sich an. Zwischen Felsbrocken trat sie hinaus auf die Weide. Und jetzt sah sie auch den Mann. Er stand auf einer begrasten Kuppe, kaum zwanzig Schritte voraus, redete und schaute ins Tal. Sofort erkannte sie ihn.
Er hatte die Hände vors Gesicht gehoben, um die Augen zu schützen. Sie konnte ihn nicht verstehen; sie wußte nicht, mit wem er redete, nicht was. Sprach er mit sich selbst? Sie hatte sich prüfend umgesehen, hatte aber niemand finden können. Erst als sie den Himmel absuchte, in der Richtung, in der auch der Mann blickte, bemerkte sie weit draußen im Licht den Vogel. Es war ein schwarzer Vogel. Er mußte schwarz sein, sagte sie sich, obschon, zugegeben, jeder Vogel fernab im Licht schwarz erscheint - schwarz, dachte sie, mit reglos gebreiteten Flügeln.



"Ein Alterswerk, ein Nachlasswerk von kreatürlicher Anmut und Weisheit, nicht nur die Quintessenz seines Oeuvres, sondern auch zu ihm ein Schlüssel, der schwerelos in der Hand liegt." Hermann Wallmann, Literaturen, 09/2003

Kundenbewertungen zu Hans Boesch „Schweben“

Noch keine Bewertungen vorhanden
Zur Rangliste der Rezensenten
Veröffentlichen Sie Ihre Kundenbewertung:
Kundenbewertung schreiben

Unsere Leistungen auf einen Klick

Unser Service für Sie

Zahlungsmethoden
Bequem, einfach und sicher mit eBook.de. mehr Infos akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal mehr Infos
Geprüfte Qualität
  • Schnelle Downloads
  • Datenschutz
  • Sichere Zahlung
  • SSL-Verschlüsselung
Servicehotline
+49 (0)40 4223 6096
Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 18.00 Uhr
Chat
Ihre E-Mail-Adresse eintragen und kostenlos informiert werden:
* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.
Bei als portofrei markierten Produkten bezieht sich dies nur auf den Versand innerhalb Deutschlands.

** im Vergleich zum dargestellten Vergleichspreis.
eBook.de - Meine Bücher immer dabei
eBook.de ist eine Marke der Hugendubel Digital GmbH & Co. KG
Folgen Sie uns unter: