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Montgomery

Roman. 2. Auflage.
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Produktdetails
Titel: Montgomery
Autor/en: Sibylle Lewitscharoff

ISBN: 3421056803
EAN: 9783421056801
Roman.
2. Auflage.
DVA Dt.Verlags-Anstalt

11. Februar 2003 - gebunden - 346 Seiten

Der Roman spielt 1999 in Rom. Erzählt werden acht Tage aus dem Leben des Filmproduzenten Montgomery Cassini-Stahl. Der intelligente und mächtige Mann um die Fünfzig verliebt sich in eine junge Frau. Er verwirklicht gerade sein Herzensprojekt: eine Neubearbeitung des »Jud Süß«, um den historischen Joseph Süß Oppenheimer mit einem großen Film zu ehren. Als sein genialer, aber trinkfreudiger Hauptdarsteller in den Spelunken Roms verschwindet, muß Montgomery ihn aufgrund von Ähnlichkeit kurzzeitig ersetzen. In der dramatischen Zuspitzung des Geschehens wird er mit den Schlüsselereignissen seines Lebens konfrontiert - mit dem ertrunkenen Bruder und einer schwierigen Kindheit in Stuttgart.


Sibylle Lewitscharoff wurde 1954 in Stuttgart geboren und lebt in Berlin. Sie veröffentlicht neben Radiofeatures, Hörspielen, literarischen Essays und Erzählungen presigekrönte Romane: Für ihren ersten Roman «Pong» erhielt sie 1998 den Ingeborg-Bachmann-Preis, für «Apostoloff» den Preis der Leipziger Buchmesse 2009. 2013 wurde sie mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet.

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Ein komischer Hochzeiter Mit ihrem neuen Roman "Montgomery" hat Sibylle Lewitscharoff auf dem Boden des Realismus aufgesetzt. Eine ziemlich harte Landung. Auch wenn es löblich ist, dass die Autorin sich an etwas Neues heranwagt, statt weiter auf der Schiene zu fahren, die sie mit ihren vorherigen Veröffentlichungen gelegt hat. Titelheld Montgomery ist kein verschrobener Protagonist wie "Pong", es geschieht auch wenig Märchenhaftes. Es geht um die letzten Tage im Leben von Montgomery Cassini-Stahl, halb Schwabe, halb Italiener, erfolgreicher Filmproduzent in Rom. Erzählt wird uns seine Geschichte als Biografie, verfasst von einem ehemaligen Klassenkameraden, der den Produzenten kurz vor dessen Tod zufällig in Rom wiedergetroffen hat. Zwischen die Ereignisse in Rom schiebt der Erzähler immer wieder Rückblenden auf Montgomerys Kindheit in Stuttgart. Sie war überschattet vom Tod des gelähmten Bruders im Swimmingpool des Elternhauses. Hat Monty etwa seinen Bruder umgebracht, der alle Fürsorge auf sich zog? Ist die Karriere, die Entwicklung zum Kontrollfreak, dieser Kindheit zu verdanken? Montgomery, der einstige Aussenseiter, ist Fünfzig, lebt in einem Luxusappartement mit Blick auf das Forum Romanum, hat einen empfindlichen Magen und eine Haushälterin, die hoffnungslos in ihn verliebt ist. Gerade dreht er ein Remake von "Jud Süß". Nach Aussage der Autorin eine ihrer Lieblingsfantasien, um die historische Gestalt des Süß Oppenheimer von dem Ballast des Nazi-Propagandafilms zu befreien. >Der Produzent ist ein einsamer Mann, der niermanden an sich heranranläßt. Dennoch ist er umgeben von Menschen, die sich auf ihn ausrichten wie Kompasse auf den Pol: Bedienstete wie die verliebte Haushälterin oder der Chauffeur, ausserdem ein klischeehafter, langweiliger Haufen von Filmleuten, von der schwatzhaften Sekretärin und dem dicken Assistenten bis zum hoffnungsvollen Jungregisseur und dem versoffenen Star, der beinahe die Dreharbeiten platzen lässt, weil er in Roms Kneipen versumpft. Hoch symbolisch, dass Montgomery selbst die Rolle des Süß Oppenheimer übernehmen muss, damit sein Filmprojekt nicht scheitert. Eigentlich wollte Lewitscharoff ein ganz anderes Buch schreiben, als sie für drei Monate als Stipendiatin in die "Casa di Goethe" nach Rom kam. Aber dann erlag sie dem "Kraftfeld" Rom, auf dem "heitere und befremdliche Erinnerungen sprießen", wie sie sagt. "Ich habe nichts anderes getan, als stundenlang durch Rom zu streifen." Daraus entsteht eines der Probleme von "Montgomery". Die Beobachtungen und Erlebnisse ihrer Streifzüge wollte Lewitscharoff offenbar unbedingt unterbringen, gleichgültig, ob sie mit der Handlung zu tun haben oder nicht. Immer wieder wird die Autorin sichtbar, wo sie hinter ihre Figuren zurücktreten sollte. Ab und zu kriegt man den Eindruck, man hielte einen dieser literarischen Reiseführer in der Hand, die mit viel Lokalkolorit Rom als Reiseziel schmackhaft machen wollen: Das bunte Treiben auf dem Campo de'Fiori! Die Marktweiber beim Fischeausnehmen! Katzen auf sonnenwarmen Steinen! Das kann passieren, Rom verlockt dazu. Zu widerstehen, ist schwer, hätte dem Buch aber wahrscheinlich gut getan. Denn eigentlich geht es ja um Montgomery. Das zentrale Ereignis des Romans ist, dass der stahlharte Produzent sich verliebt, und zwar in die Freundin des Jungregisseurs. Der Machtmensch greift zu, natürlich kann das Objekt seiner Begierde nicht lange widerstehen. Montgomerys Herz aber scheint eher die Tatsache des Verliebtseins in Wallung zu bringen als "sein" Mädchen selbst; es bleibt blass, fast unsichtbar, als wäre es nicht weiter wichtig. Bis die beiden zusammenkommen, dauert es beinahe dreihundert Seiten. Viel wir erzählt, wenig passiert; die meist belanglosen Ereignisse reihen sich wie zufällig aneinander. Richtig gut wird es erst, als Montgomery nach der Liebesnacht durch Rom streift, völlig ausser sich vor Glück. Er treibt durch die Stadt, nimmt alles wahr, lässt seine Gedanken dahinrauschen. Da, wo es unlogisch wird, gewinnt Lewitscharoffs Prosa ihre eigene Realität in einem atemlos-religiösen Ton (es ist Pfingsten, ausgerechnet!). Der Leser wird mitgerissen, vom Kolosseum zur Engelsburg, vom Gianicolo in die Via Veneto, von dort in Richtung Pantheon, wo die Pfingstmesse stattfinden soll. Zu der schafft es Montgomery aber nicht mehr. Nach gut fünfzig Seiten Gedankenrausch bleibt sein Herz stehen: "In beträchtlicher Entstellung lag er da, mit aufgerissenen Augen. Ein komischer Hochzeiter, drei Polaroids in der Tasche, seine Manschettenknöpfe, einen Schlüssel, ein Zündholzbriefchen und sonst nichts." Zum Schluss erscheint nochmals der Biograf, im Gespräch mit Montgomerys Mutter. Es stellt sich die Frage, ob ein Leben überhaupt erzählt werden kann. Denn es kommt heraus: Montgomery hat seinen Bruder nicht umgebracht, der rollte von allein ins Wasser. Im Nachhinein stellt das den Blick auf Montgomerys Charakter in Frage. Vielleicht war er ganz anders, als er uns geschildert wurde. Aber auch das machte keinen Unterschied, denn wirklich nahe ging dieser Mensch uns nicht. © Mascha Kurtz

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