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Träume Digitaler Schläfer

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Produktdetails

Titel: Träume Digitaler Schläfer
Autor/en: Anja Kümmel

EAN: 9783944818207
Format:  EPUB ohne DRM
CulturBooks Verlag

11. Oktober 2013 - epub eBook - 431 Seiten

Nominiert für den Deutschen Science-Fiction-Preis 2013. Sieben Jahre nach Ende des dritten Weltkriegs. Wirtschaftskonzerne regieren den ehemaligen Nordblock. Geschlechterunterschiede gibt es nicht mehr. Zumindest an der Oberfläche. Ashur und Elf leben im Untergrund. In virtuellen Räumen, in U-Bahn-Schächten, in der Kanalisation. Obwohl sie einander nicht kennen, haben sie etwas gemeinsam: Sie träumen. Von vergangenen Zeiten, von sich, von einander, in veränderter Gestalt. Ashur wird Adina wird Ana Luz. Elf wird Emrys wird Evaita. Und nichts ist mehr, wie es schien.
Anja Kümmel wurde 1978 in Karlsruhe geboren. Sie studierte Gender Studies und Spanisch in Los Angeles, Madrid und Hamburg. Seit 2009 ist sie als freie Autorin und Journalistin tätig. Neben zahlreichen Publikationen in Literaturzeitschriften und Anthologien sowie Hörbuchbeiträgen veröffentlichte sie vier Romane: »La Danza Mortale« (2004), »Das weiße Korsett« (2007), »Hope's Obsession« (2008) und »Träume Digitaler Schläfer« (2012). Sie erhielt ein Literaturstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg, ein Aufenthalts-stipendium im Künstlerhaus Lukas und den GEDOK-Literaturförderpreis 2010. Weitere Informationen finden Sie unter www.anjakuemmel.com.

***


Verblichen wie das Bild eines körnigen alten Röhrenbildschirms hing der Himmel über dem Skyway. Vereinzelt lösten sich staubige Wirbel aus der monochromen Fläche. Sie purzelten abwärts, als seien sie der Schwerkraft unterworfen, und verfingen sich auf dem Weg nach unten in der Stahlkonstruktion, die die Giga-Mall mit der Bahnstation verband. Pfeifend jagten sie einander durch die Zwischenräume der Verstrebungen, um schließlich, ihres Treibens überdrüssig, die launische Verstimmung an den Kohlefasertrossen auszulassen, die mit langgezogenem, unwilligen Knarren reagierten. Bald hier, bald dort wickelten sich die Windquirle um Trossen und Pfeiler, peitschten gegen den unbewegten Stahl, heulend vor Kränkung oder Übermut, wie in einem Kinderspiel, das aus einem Haufen absurder, willkürlicher Regeln besteht. Auf der Oberseite der Brücke trat Ashur aus der Plastglaskapsel der Station hinaus ins Freie. Ungerührt ließ es sich von den Menschen anrempeln, die es eiliger hatten und sich an ihm vorbeiquetschten. Eine frontale Bö krallte sich in seine Rippen. Sie fuhr ihm unter die Kleidung und ließ seine Mantelschöße flattern, trotz ihrer kunstledernen Schwere.

Mit gesenkten Stirnen und zusammengekniffenen Mündern stemmten sich die Neuankömmlinge gegen den Wind. Ashur hob den Kopf und sog die Luft ein. Der Wind war scharf. Nicht aufgrund seiner Stärke, sondern wegen des salpetrigen Nachgeschmacks, den er auf der Zunge hinterließ. Es war eine Schärfe, die man erst nach ein paar Atemzügen wahrnahm. Ein charakteristisch-ätzendes Prickeln auf den Schleimhäuten. Der Wind musste von der Peripherie herüberwehen. Die Rache des Chemieabfalls, der dort draußen vor sich hin rottet, dachte Ashur.

Pai war ein paar Schrittlängen voraus. Wie jeden Tag hatten sich Schlangen vor dem Freizeitzentrum
gebildet. Ein keilförmiger Sog aus wogenden Schultern, dessen Spitze von der Glaskuppel der Mall verschluckt wurde. An dem Seufzen verdrängter Luft hinter sich hörte Ashur, wie die Schwebebahn dabei war, einen neuen Schwall Menschen auszuscheiden. Leiber quollen nach und verursachten Stockungen auf dem Übergang. Unter den Sohlen kaum merkliche Vibration. Flüchtig fragte sich Ashur, ob sie vom Gleichschritt der Menschenkolonne erzeugt wurde, vom Wind oder von den winzigen Explosionen der Fusionsmotoren drunten. Es klang wie das Schlagen von Millionen rasender Herzen. Ashur stellte sich eine Horde in Panik versetzter Ratten vor, die unter der Brücke hindurchhetzte, auf der Flucht vor irgendetwas.

Ein Stück vor ihm in der Menge tanzte Pais schwarzer Bob auf und ab. Für einen Moment sickerte Sonnenlicht durch den Smog. Ashur verengte die Augen zu Schlitzen und sah in die Ferne. Jenseits des gläsernen Doms glitzerten die zerbrochenen Sonnenkollektoren der Arcologien. Nutzlos seit der suburbanen Deckelung. Niemand dachte daran, sie zu reparieren. Trotz des Andrangs ging es zügiger voran als erwartet. Sie mussten neue Eingänge geschaffen haben. Oder aber sie nahmen es momentan mit den Sicherheitsmaßnahmen nicht so genau, wie immer, wenn sich lange keine Anschläge ereignet hatten.

Pai und Ashur waren kaum mehr zehn Schritte von den Iriserkennungsgeräten entfernt. Ashur ergriff eine unterschwellige Anspannung. Endlich drehte Pai sich zu ihm um. „Verdammter Wind“, fluchte es, so laut, dass die Wartenden es hören konnten – wenn sie denn auf die beiden geachtet hätten. Ashur sah, wie Pai sich die Augen rieb und dabei die Linsen routiniert im Hemdsärmel verschwinden ließ.

Der Scanner senkte sich auf Pais Augenhöhe, und schon ertönte die körperlose Stimme: „Passieren.“ Zum abertausendsten Mal an diesem Tag. Die Prozedur dau
erte keine Sekunde.

„Passieren“, sagte das Gerät auch zu Ashur. „Passieren“, im Schrittrhythmus derer, die die Giga-Mall betraten. Oder aber die Schritte der Menschen hatten sich im Laufe der Zeit dem Takt des Geräts angepasst. So genau wusste das keines mehr. Mit einem gestressten Ratsch spuckte der Automat ihre gefälschten ID-Karten aus. Blinkte: Autorisiert. Nächste Karte.

Techniker, las Ashur darauf, als es seine Karte wieder an sich nahm, und verkniff sich ein Grinsen. Typisch. Für Pai musste es immer etwas Besonderes sein. Sich einen zu hohen Rang in der Arbeitshierarchie anzumaßen, könnte unwillkommene Aufmerksamkeit erregen. Der Vermerk Techniker hingegen war neutral. Gute Mittelschicht. Teileingeschränkter Netzzugang.Techniker standen eine Stufe über Servicepersonal und zwei über Kontraktern. Die meisten ID-Karten wiesen ihre Inhaber als Kontrakter aus.

Auch den Metalldetektor, ein Relikt vergangener Tage, passierten sie problemlos.

„An dem Tag, an dem sie DNA-Erkennungsgeräte an die Eingänge stellen, kotz ich in die Ecke“, knurrte Pai, sobald sie sich von den Sicherheitsschranken entfernt hatten. Mit einer kaum wahrnehmbaren Bewegung wischte es sich über die Augen. Fuhr sich energisch durch das kinnlange Haar. Doch es wollte keine Unordnung entstehen. Im nächsten Moment war das Haar in seine perfekte Form zurückgefallen.

Ashur erwiderte nichts. Der Zynismus seines Begleiters war eigentlich der Normalzustand, aber heute wirkte Pai zusätzlich gereizt. Nicht ohne Grund, wusste Ashur: Pai hatte eine Mission zu erfüllen, deren Ziel nur es selbst kannte. Ashur dagegen war privat hier. Heute hatte es den Mund zu halten. Die beiden hasteten durch die Hallen, sprangen von einem Rollband aufs nächste, und wichen im Slalom den 3-D-Reklam
en aus, die sich immer wieder phantomartig zwischen den Menschenleibern erhoben. Geschäftszeilen, Restaurants und Spielhallen, aus denen periodisch Lärm an Ashurs Ohr drang, glitten vorüber. Gern hätte es die Hand nach einem der 3-D-Wesen ausgestreckt, die die Passanten zur Interaktion einluden. Oder wäre stehen geblieben, um die Werbedoku, die über den gigantischen OLED-Bildschirm oberhalb der Galerie flimmerte, zu verfolgen. Aber dazu blieb keine Zeit. Um nicht aufzufallen, mussten sie sich dem Tempo des Stroms anpassen. Nur einmal verlangsamte Pai seinen Laufschritt und hielt Ashur am Arm zurück. Irgendetwas, das ihm verdächtig vorkam, musste in seinem Infrarotraster hängengeblieben sein. Ashur brauchte einige Sekunden, bis es sah, was Pai meinte. Es war ein halbintelligenter Mehrzweck-Replikant, der in stoischer Gleichgültigkeit mit seinen vier Wischarmen das Schaufenster eines Tattooshops polierte. Im Gegensatz zu den Mindsnatchern hatte man sich bei ihnen nicht einmal die Mühe gemacht, sie humanoid erscheinen zu lassen. Soweit Ashur wusste, wurden sie in den Pre-Invasions-Gesetzen über künstliche Intelligenzen nicht einmal berücksichtigt. Pai stieß einen knappen Nasallaut aus, eine Mischung aus Verachtung und Erleichterung. Während der kurzen Pause auf dem Fahrband war Ashur auf die glatte, körperlose Stimme aufmerksam geworden, die den Film kommentierte, so als riefe sie ihnen etwas hinterher. „ ... Potentiale moderner Embryologie optimal genutzt ...“ Mit halbem Ohr lauschte es, auch nachdem Pai es längst weiter gezogen hatte. „ ... die Wiege des Lebens – unser aller Ursprung. Täglich kommen Dutzende von gesunden, resistenten Babys zur Welt ...“ Kurze Pause, von heiterer Musik untermalt. „ ... vom Babypark zum Kindererziehungszentrum, wo die Kleinen vom ersten Tag an mit ihresgleichen sozialisiert werden ...R
20; Die Stimme waberte durch den Raum, schien aus allen Ecken gleichzeitig zu kommen, wickelte sich um die Pfeiler, wie der Wind draußen, kroch in Ashurs Gehörgänge und fand dort: die Augen eines zweidimensionalen Porträts, das in einem dunklen Flur hing. Sie verfolgten Ashur. Unzählige Male war es diesen Korridor entlang gegangen, furchtsam und eilig. Das Gemälde zeigte ein Fremdes, seltsam gekleidet, mit ölig goldenem Teint, aus dem die Augen hämisch lodernd herausstachen. Trotz der ungewohnten Flachheit der Darstellung ... Ashur krümmte sich, als habe es einen Faustschlag erhalten. Es war geschrumpft. Fühlte sich zart und winzig. Von oben herab sah das Fremde ihm schwerlidrig nach. Die Lippen waren verschlossen. Trotzdem war da noch immer die wohl modulierte Stimme im Hintergrund: „ ... beobachten wir mit Freude das Heranwachsen einer optimierten Generation, resistent gegen verschiedene Krankheiten und Allergien aufgrund von Umweltbelastungen, mit denen viele veraltet Geborene massiv zu kämpfen haben, und noch wichtiger, ausgestattet mit einem Höchstmaß an sozialer Kompetenz ...“ Die Stimme konterkarierte das herrische Schweigen an der Wand. Der Blick des zweidimensionalen Fremden jedoch ließ Ashur nicht los. Noch als es längst vorbeigegangen war, brannte er in seinem Nacken ...

„Scheiße!“, knurrte Pai. Ashur zuckte zusammen. Über das Ende des Laufbands stolperte es zurück ins Jetzt.

Kurz fragte es sich, ob die Verwünschung seines Freundes dem Aufklärungsfilm in ihrem Rücken galt. Nein. Pai verfluchte halblaut die jungen XYs, über die es fast gestrauchelt wäre. Die Kleinen waren stehen geblieben, sahen mit großen Augen zu den Holos auf, die sie angesprochen und sich freundlich lächelnd zu ihnen hinabgebeugt hatten, und verursachten auf diese Weise eine Stockung am Laufbandende. Ihr Betreuu
ngsservice übte sich mit leerem Blick in Geduld. Pai griff Ashurs Ellbogen und zog es aus dem Gedränge. Unübersichtlichkeit bedeutete erhöhtes Risiko, Infrarotlinsen hin oder her.

Die Türen des gigantischen Glasfahrstuhls glitten genau vor ihren Nasen zu. Pai legte den Kopf in den Nacken und schaute der Kabine nach, die fast geräuschlos in die Höhe sauste.

„Wie willst du das eigentlich bewerkstelligen?“, wisperte Ashur. „Ich meine, von einem öffentlichen Terminal aus ...“

...

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