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Immer wenn der Schnee fällt

Originaltitel: Stolpesnö. 1. Aufl. 2014.
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Produktdetails

Titel: Immer wenn der Schnee fällt
Autor/en: Marit Reiersgård

EAN: 9783802594830
Format:  EPUB ohne DRM
Originaltitel: Stolpesnö.
1. Aufl. 2014.
Übersetzt von Magnus Enxing, Marit Reiersgård
LYX.digital

3. Juli 2014 - epub eBook - 400 Seiten

Ein fünfjähriges Mädchen verschwindet und wird tot in einer Schneewehe gefunden. Zugleich taucht in der Nachbarschaft die Leiche einer Künstlerin auf. Kann es zwischen beiden Fällen einen Zusammenhang geben? Kommissarin Bitte Røed und ihr Vorgesetzter Verner Jacobsen gehen der Sache auf den Grund.
Marit Reiersgård wurde 1965 geboren und ist in Lier aufgewachsen. Mit Immer wenn der Schnee fällt gibt sie ihr Debüt als Autorin.

1


Mittwoch, 25. Januar

Manche Tage sind kurz, manche lang. Und einige dauern das ganze Leben, dachte Solveig und entschied, sich genau diesen Tag zu merken. Sie holte tief Luft, atmete sorglosen Alltag ein. Besser als jetzt wird’s nicht! Obwohl es bloß ein normaler Mittwoch und der Tag bis zum Rand mit Gewöhnlichkeit angefüllt war, unterschied er sich vollkommen von anderen Tagen.

Bald kam Erik nach Hause, stampfte sich den Schnee von den Füßen und hinterließ wie üblich nasse Pfützen im Flur, und Oda würde ihm um den Hals fallen. Und ausnahmsweise würde sie sich einmal nicht aufregen, dass er sich die Schuhe nicht sauber machte, bevor er eintrat, sondern die Bratwürste in der Pfanne wenden und den Anblick von Mann und Kind genießen. Ihrem Mann. Ihrem Kind. Nicht mehr lange, und sie würde ihnen mitteilen, was bisher allein sie wusste – dass sie bald nicht mehr nur zu dritt waren.

Hier nun die Regionalnachrichten

Solveig stellte den alten Radiorekorder lauter, der wackelig auf dem Fenstersims in der Küche stand. Vom Fenster aus blickte sie direkt auf den Ringeriksvei hinunter.

Der starke Schneefall in den letzten vierundzwanzig Stunden hat zu großen Verspätungen im gesamten Osten des Landes geführt. Von der E18 wird zähflüssiger Verkehr in beiden Richtungen gemeldet. Beim Einkaufszentrum Liertoppen am Abzweig nach Tranby ist gegen 16.30 Uhr ein Lastzug von der Fahrbahn abgekommen. Bergungsmannschaften sind vor Ort, doch es wird erwartet, dass der Verkehr

Draußen regierte der Winter mit Gewalt. Solveig starrte auf die weißen Felder und auf die Bäume, die sich unter dem Gewicht nassen Schnees krümmten. Seit Neujahr hatte es ununterbrochen geschneit, und die Meteorologen verkündeten den Wetterbericht mit
einer begeisterten Faszination, die im gleichen Maß wie die Schneewälle am Straßenrand anstieg. Die Zeitungen spekulierten darüber, ob die globale Erwärmung bloß ein Bluff sei.

Lier wird auf jeden Fall verschont, dachte Solveig lächelnd. Sie drehte das Radio wieder leiser, während sie ein unbestimmtes Gefühl der Unruhe abschüttelte. Mit einem Mal schien etwas Gewichtiges in der Luft zu hängen, eine fast vernehmbare Schwere. Ein dunkler Ton weit unterhalb dessen, was das menschliche Ohr wahrnehmen konnte, der jedoch ein beunruhigendes Surren in die Luft entsandte. Abermals schüttelte sie das Gefühl ab und klammerte sich an den empfindlichen Spross aufkeimenden Glücks. War es nicht immer so? Da empfand man schon einmal ein tiefes Glücksgefühl, und gleich hatte man Angst, es könne nicht von Dauer sein. Es war wohl bloß dem Winter, der Kälte und dem Schneechaos mit all seinen Verzögerungen geschuldet, die wieder die Oberhand gewinnen wollten. Bald jedoch schmolzen die meterhohen Schneewälle zu kühlen Andenken, und es würde Frühling werden.

Solveig holte einen halb vollen Kartoffelsack aus dem Vorratsschrank. Keimlinge bohrten sich durch den staubigen Sack. Gerade noch schaffte sie es, sich ein Schimpfwort zu verkneifen, als ihre Tochter in die Küche kam. Oda hatte den Pappkarton mit all ihren Teddybären hinter sich hergeschleppt und verteilte sie jetzt auf dem Boden.

»Mama, können wir nach draußen gehen?«

Oda mühte sich mit dem weißen Lämmchen ab, das nicht mehr weiß war, und wollte es zum Sitzen bringen.

»Nein, ich koch jetzt erst das Abendessen.«

Oda presste die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen, während sie weitere Teddybären und Kuscheltiere aus dem Karton hervorholte.

»Was gibt’s denn? Pfannkuchen?&l
aquo;

»Ein anderes Mal vielleicht.«

»Das sagst du immer. Bei Matthias gibt’s jeden Tag Pfannkuchen. Mit Schokocreme!«

Trotzig sah sie ihre Mutter an.

»Können wir nach draußen gehen?«

»Ich hab doch gesagt Nein. Ich koche gerade. Es ist dunkel. Und es schneit.«

Solveig schnitt ein Stückchen Bratwurst ab und reichte es ihrer Tochter.

»Hunger?«

Oda schüttelte den Kopf.

»Ich will raus. Du brauchst ja nicht mitzukommen.«

Solveig ließ sich den Vorschlag durch den Kopf gehen und spürte wie so häufig, dass sie bereit war nachzugeben. Heute fiel es ihr leicht, nett zu sein. Die Schwermut, die zuvor Besitz von ihr ergriffen und sie mit einer vagen Traurigkeit erfüllt hatte, hatte ihre Zelte abgebrochen und Platz gemacht für einen trubeligen Jahrmarkt. Als wäre sie voller Zuckerwatte.

»Ich will raus. Ich will, ich will, ich will!«

Wie wenig die Tochter ihr glich. Solveig war ein stilles Kind gewesen. Sie hatte gern mit ihren Malsachen unter dem Küchentisch gesessen und den Gesprächen der Erwachsenen gelauscht. Oda hingegen stand am liebsten im Mittelpunkt, am besten vor einem applaudierenden Publikum.

»Na gut, du unmögliches Kind«, erwiderte Solveig lächelnd und zog Oda leicht an einem Zopf. »Dann musst du aber erst aufräumen.«

»Yesss!«

Oda flitzte schon in den Flur hinaus. Das Lämmchen lag mit unglücklich verbogenem Nacken auf dem Küchenboden zusammen mit einem Dutzend anderer verlassener Kuscheltiere.

Im Herbst sollte Oda eingeschult werden. Das meiste schaffte sie schon selbst. Sie zog sich die von ihrer Oma selbst gestrickten Socken an, kam allein in den rosa Schneeanzug und machte den Reißverschluss zu, ohne sich das Kinn zu klemmen. Beim Anzi
ehen der Stiefel, die plötzlich zu klein schienen, benötigte sie allerdings Hilfe. Sie drohte ihren Füßen und zwängte sie hinein, sodass ihr Gesicht rot anlief. Solveig half ihr, die Ärmel über die Handschuhe zu ziehen, und vergewisserte sich, dass die Schlaufen unter den Stiefeln saßen, bevor sie ihrer Tochter einen Kuss auf die Stirn gab.

»Du spielst vorne, damit ich dich vom Fenster aus sehen kann.«

Oda verdrehte übertrieben die Augen und lief rückwärts hinaus.

Als Solveig in die Küche zurückging, stolperte sie über die Naht im Bodenbelag, wo sich eine Ecke gelöst hatte und nach oben klaffte. Sie erinnerte sich, dass der Makler bei der Besichtigung von einem spannenden und originellen Haus mit Seele gesprochen hatte. Streng genommen war das Spannendste, wie lange es noch dauerte, bis sie genötigt waren, die Böden zu erneuern. Und am originellsten war wohl das Bad, das in den Fünfzigern einmal als Abstellraum gedient hatte, gerade groß genug, um eine Duschkabine, ein Waschbecken und ein Klo hineinzuzwängen. Die Möglichkeiten sind grenzenlos! Zweifelsohne, der junge Makler hatte recht. Wenn man Geld besaß.

Solveig dachte daran zurück, wie sie die Augen vor den Kosten für die Instandsetzung des Hauses verschlossen und Erik dazu gebracht hatte, in dem Haus das zu sehen, was sie sah – ein Zuhause. Eine neue Adresse, die zusammen mit ihrem neuen Nachnamen zu einem Ort werden sollte, wo ihr nichts Böses widerfahren konnte. Ein Ort, an dem sie nie mehr Angst haben würde.

Dass in der Nachbarschaft über sie geredet wurde, wusste sie. Es bedurfte keiner besonderen Hellsichtigkeit, um den schlecht verhohlenen Missmut zu bemerken, der ihnen entgegengebracht wurde, weil sie im letzten Sommer weder das Haus gestrichen noch den Gartenzaun repariert hatten. Die Zeit hatte s
ich über die Jahre den Bauch mit modrigem Holz vollgeschlagen, und an manchen Stellen grinste der Lattenzaun einen an wie ein zahnloser Greis. Sie passten nicht hierher. Sie waren Unkraut. Im letzten Jahr hatte Familie Egge den Preis der Gemeinde für den schönsten Garten gewonnen. Das einzig Gute an dem vielen Schnee ist, dass alle Gärten gleich aussehen, dachte Solveig.

Die meisten wohnten schon immer in dieser Gegend. Sie waren auf riesigen Höfen mit Wäldern aufgewachsen oder wohnten seit Generationen in großen Häusern mit Rundblick. Die gehörten dazu, zählten etwas. Sie und Erik hatten sich zu einem horrenden Preis eingekauft, und das windschiefe Sanierungsobjekt war alles, worauf sich die Bank einlassen wollte. Beide hatten sie alte Schulden mit in ihr neues gemeinsames Leben gebracht; Erik hatte mit Verlust seine Wohnung verkauft, und sie war so dumm und naiv gewesen und hatte ihr Erspartes für die überzogene Kreditkarte und fehlgeschlagene Investitionen ihres Exmannes aufgebraucht. Eigentlich machte es nichts, wenig Geld zu haben, schlimm war einzig, wenig Geld in solch einer Gegend zu haben.

»Aber ich glaube an dieses Haus und an alles, was dazugehört«, sagte sie laut, wie um sich selbst zu überzeugen.

»Ich glaube an Laminat und Teppiche von Ikea. Ich glaube an niedrige Zinsen und an eine neue Spülmaschine. Ich leugne die Feuchtigkeit im Keller und den Schimmel im Bad. Und ich hoffe und bete und glaube, dass David uns hier niemals finden wird.«

Liefe es richtig schlecht, müssten sie das Ferienhäuschen verkaufen. Auch das musste renoviert werden, aber bislang hatte sie den Gedanken an den Blick ihrer Mutter nicht ertragen, wenn sie ihr mitteilen würde, dass sie sich einen Verkauf vorstellen konnten. Ihre Eltern hatten es ihr großzügig überlassen. Noch immer klang die Stimme ihrer Mutter ihr wie ein Echo
in den Ohren, als das Erbe unwiderruflich feststand.

»Jetzt könnt ihr machen, was ihr wollt. Du hast meine Gardinen ja noch nie leiden können, ich weiß. Ja, ja, du brauchst gar nicht so tun, als ob …«

Mutter hatte gelächelt und ihr schelmisch zugeblinzelt, als Solveig zum Protest anheben wollte.

»Außerdem warst du schon immer der Meinung, das Häuschen müsste eigentlich rot sein …«

Unterschwellig hatten sie ihnen zu verstehen gegeben, dass es nun an Solveig und Erik war,...


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