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Der Sommer der lachenden Kühe

Roman. Empfohlen von 16 bis 99 Jahren. 1. Aufl. 2014.
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Produktdetails

Titel: Der Sommer der lachenden Kühe
Autor/en: Arto Paasilinna

EAN: 9783838750927
Format:  EPUB
Roman.
Empfohlen von 16 bis 99 Jahren.
1. Aufl. 2014.
Übersetzt von Arto Paasilinna
Bastei Entertainment

17. Januar 2014 - epub eBook - 223 Seiten

Er weiß gerade noch, dass er Tavetti Rytkönen heißt und einmal Panzer-Sergeant war, als ihn Taxifahrer Seppo in Helsinki mitten auf der Straße aufgabelt. Auf die Frage "Wo soll's hingehen?" lautet Rytkönens Antwort: "Egal, einfach vorwärts." Und so beginnt eine skurrile Tour, die das ungleiche Paar kreuz und quer durch die finnische Seenplatte führt. Dabei wird ein Bauernhof verwüstet, werden Kühe gejagt und ein Dutzend Französinnen beim Überlebenstraining überrascht.

Paasilinna at his best!

ZWEITER TEIL


12


Seinäjoki gehört nicht gerade zu den beliebtesten Touristenzentren Europas, das stellten Taavetti Rytkönen und Seppo Sorjonen sehr bald fest. Eine von Alvar Aalto entworfene Kirche, Lakeuden Risti, das Kreuz der Ebene, einige Verwaltungsgebäude, der Bahnhof – das war noch das Beste, was der Reisende in Seinäjoki finden konnte.

Das Kleinstadtmilieu minderte die Wiedersehensfreude. Die Männer kamen zu dem Schluss, dass sie weiterreisen sollten, egal wohin. Rytkönen erinnerte sich, dass hier in Österbotten, am Oberlauf des Flusses Lestijoki, ein alter Kriegskamerad wohnte, der Landwirt und ehemalige Schreiber der Panzerkompanie, Heikki Mäkitalo. Er schlug vor, sie könnten den Veteranen besuchen und schauen, was er so trieb. Während des Krieges hatte Mäkitalo zu den besten Männern gehört.

Sorjonen packte die Koffer und vergaß dabei auch nicht die antike Kaffeemühle, die seit Tampere zu Rytkönens Ausrüstung gehörte. Am nächsten Morgen bezahlten sie die Hotelzimmer und fuhren zum Fluss Lestijoki. Dann ging die Fahrt weiter über Lapua, Alajärvi und Vimpeli nach Halsua, von dort gelangten sie ins Kirchdorf Lestijärvi. Sorjonen erkundigte sich auf dem Gemeindeamt nach der Adresse der Mäkitalos. Beim Amt für Steuerwesen bekam er eine genaue Auskunft. Der unter die Liegenschaftssteuer fallende fragliche Steuerpflichtige wohne im Dorf Sykäräinen. Er sei bereits in Rente, betreibe aber dennoch Feldanbau, aus purem Eigensinn, obwohl das für einen Mann seines Alters auf keinen Fall mehr empfehlenswert sei. Auf dem Gemeindeamt war Mäkitalo bestens bekannt. Inoffiziell ließ man ihm durch die zwei Besucher ausrichten, er solle endlich aus den Sümpfen herauskommen und mit seiner Frau ins Altersheim ziehen, so wie es sich für anstän
dige Rentner gehöre. Als Landwirt bringe er mehr Ärger als Nutzen. Er schlage ohne Genehmigung Bäume, bezahle keine Steuern, verklage unschuldige Menschen und veröffentliche in der Zeitung gemeine Hetzartikel über die Kommunalbeamten. Im letzten Winter habe eben dieser Heikki Mäkitalo eine Jagdhütte der Polizei im Kotkanneva-Moor zerstört. Er habe den Schornstein mit Dynamit voll gestopft, und als der explodiert sei, sei die ganze Hütte in die Luft geflogen und habe sich in unzähligen Einzelteilen über die Umgebung verteilt. Natürlich habe der Alte seine infame Tat nicht zugegeben, obwohl man ihn von offizieller Seite stark unter Druck gesetzt habe.

Zwischen den Mooren und den verkümmerten niedrigen Wäldern am Fluss Lestijoki entdeckten die Männer nach langem Suchen endlich Heikki Mäkitalos Frontsoldatenhof. Dieser befand sich am Ende einer schmalen Schotterstraße, auf einer Seite begrenzt von ödem Siedlungsland, auf der anderen von trostlosen Mooren. In dieser deprimierenden Landschaft hatte Frontsoldat Heikki Mäkitalo seinen Bauernhof angelegt, eine Sauna, ein Haus, einen Kuhstall und weitere notwendige Gebäude gebaut. Er hatte Gräben gezogen, Bäume gefällt, Sümpfe trockengelegt, Heu gemäht und Rinder gezüchtet.

Sie trafen den Hausherrn in der Stube an, wo er im Schaukelstuhl saß. Seine Frau Anna goss gerade die Blumen auf dem Fensterbrett. An der Wand hing eine Pendeluhr, die gemütlich tickte.

Die Kriegsveteranen polterten fröhlich durcheinander, während sie sich die Hände schüttelten.

»Menschenskinder, Rytkönen!«

»Mäkitalo, verflucht!«

Die Männer fragten sich gegenseitig aus, wie es ihnen ergangen sei. Mäkitalo erinnerte sich, dass sie zuletzt im Lapplandkrieg zusammen gewesen waren. Das war lange her. Man trank Kaffee
. Die Hausfrau versprach, die Sauna zu heizen. Sorjonen erbot sich, Saunaholz und Wasser zu tragen. Rytkönen lobte Mäkitalos Frau, sie sei ein netter Mensch, außerdem recht jung im Vergleich zu ihrem Mann.

Als die Kriegsveteranen nackt auf der Schwitzbank saßen, sah Sorjonen mit Verwunderung die Narben auf ihrer Haut, unauslöschliche Folgen des Krieges. Mäkitalos älteste Narbe ging auf den Winterkrieg zurück, die übrigen auf die Kämpfe auf der Karelischen Landenge und den Lapplandkrieg. Sorjonen sagte, er habe sich bisher den Krieg nicht so schlimm vorgestellt, es sei furchtbar, dass die Männer seine grausamen Spuren ihr Leben lang auf ihren Körpern tragen müssten.

Doch die beiden Alten winkten ab: »Die paar Narben! Du hättest die Soldaten sehen sollen, die gefallen sind. Auf Finnlands Friedhöfen liegen die narbigsten toten Helden der ganzen Welt.«

Zwischen den Saunagängen saßen die Männer draußen auf den Stufen und tranken den Kognak, den Rytkönen mitgebracht hatte. Mäkitalo erzählte, Rytkönen sei seinerzeit ein tollkühner Kämpfer gewesen. In den Abwehrkämpfen auf der Karelischen Landenge habe er mehrere russische Panzer zerstört.

»Pah, die alten Schrottkisten...«

»Oh doch, ich weiß es noch genau, immerhin war ich der Schreiber der Kompanie. Aber dann hast du einen Splitter in den Schädel gekriegt, war das in Vuosalmi?«

»Genau. Es war das Geschoss einer Panzerabwehrkanone, glaube ich, aber beschwören kann ich es nicht.«

Mäkitalo berichtete, dass für Rytkönen der Krieg damit erst einmal zu Ende gewesen sei, man habe ihn zum Sterben ins Lazarett gebracht. Doch noch im selben Herbst sei er wieder in seine Einheit zurückgekehrt, gerade rechtzeitig zum Lapplandkrieg, um die Deutschen zu vertreiben.


»Wir haben gestaunt, was du für einen harten Schädel haben musst, dass du so schnell wieder ins Glied zurückkehren konntest.«

Rytkönen rieb sich die Schläfen.

»Ja, hart ist er, der Kopf des Menschen, das muss man sagen ... Ich habe mich aber den ganzen Sommer während meiner Krankheit schwindlig gefühlt. Erst im Herbst hat das Dröhnen in den Ohren aufgehört.«

Mäkitalo berichtete, dass die Panzersoldaten an der Front nach Rytkönens Rückkehr zueinander gesagt hätten, dass die Deutschen nun nichts mehr zu lachen hätten. Sie hätten zur anderen Seite hinübergerufen, dass Verstärkung eingetroffen sei, der kriegswütige Rytkönen sei losgelassen worden, und er wolle am nächsten Tag angreifen. Die Deutschen hätten zurückgebrüllt, vor einem einzelnen Mann hätten sie keine Angst. Daraufhin hätte man sie aufgeklärt, Rytkönen sei ein solcher Berserker, dass die Russen seinetwegen einen Waffenstillstand ausgehandelt hätten und nach Berlin gezogen seien. Die Deutschen hätten nichts mehr erwidert. Nachts sei dann das Dröhnen von Panzern zu hören gewesen, und man habe schon befürchtet, der Feind bereite sich auf einen Angriff vor, doch in Wirklichkeit sei er abgezogen. Als morgens die Jäger auf ihren Fahrrädern hinübergefahren wären, seien die Stellungen verlassen gewesen, nur jede Menge Minen hätten die Deutschen vergraben. An einen Telefonmast hätten sie eine Sperrholzplatte genagelt, und darauf hätte in deutscher Sprache schmutzige Kriegspropaganda über Rytkönen gestanden.

Seppo Sorjonen erzählte, dass er früher auch geschrieben, ja sogar einmal ein Buch veröffentlicht habe. Es sei für Kinder gedacht gewesen, ein Märchenbuch über Eichhörnchen und ihre Wohnungsnot. Als er jet
zt den Geschichten der Veteranen zugehört habe, sei ihm die Idee gekommen, dass Rytkönen seine Kriegserlebnisse doch in Form von Memoiren veröffentlichen könnte. Solche Geschichten, wie er sie eben gehört habe, würden bestimmt breitere Kreise in Finnland interessieren. Könnte nicht Mäkitalo die Soldatenlaufbahn Rytkönens zu Papier bringen? Er kenne die Fakten und sei außerdem Schreiber gewesen, denn der Held selbst erinnere sich ja nicht mehr so recht an seine Taten.

Heikki Mäkitalo erklärte jedoch, er könne nicht unterhaltsam genug schreiben. Er habe damals hauptsächlich die Stärke der Kompanie notiert, also wer gefallen oder verwundet worden sei, außerdem habe er die Urlaubsliste und die Versorgungspapiere geführt, dass sei doch alles nur Routine gewesen.

»Die poetischeren Charaktere wurden alle an der Front getötet«, sagte er.

»Ein Panzerwagen ist kein Pegasus«, bekräftigte Taavetti Rytkönen.

Sorjonen hatte genug sauniert und ging ins Haus. Rytkönen erklärte seinem Gastgeber, dieser Sorjonen sei ein recht fähiger Doktor, wenn auch manchmal ein wenig sonderbar. Sorjonen sei seinetwegen extra nach Kokkola gefahren, obwohl er, Rytkönen, in Seinäjoki im Hotel gewohnt habe. Man brauche sich nicht weiter um ihn zu sorgen, er sei eben noch ein junger Mann.

»Aber wie geht es dir jetzt eigentlich?«, fragte er, als sie wieder zu zweit auf der Schwitzbank saßen.

»Nicht so besonders. Früher hieß es immer, glücklich der, der Land bebaut. Das gilt aber nicht mehr, heutzutage ist es ein undankbarer Job. Je mehr du dich abmühst, desto mehr wirst du beschimpft.«

Mäkitalo hatte bald nach dem Krieg, wie viele andere Frontsoldaten auch, ein Stück Land bekommen, das er bebauen konnte. Das Schicksal hatte ihn hier in die Ein&oum
l;de von Lestijärvi verschlagen. Er war ein überzeugter Landwirt gewesen, hatte geheiratet und bis vor gar nicht allzu langer Zeit seinen Hof geführt. Er hatte seinen beiden Söhnen, von denen keiner den Hof weiterführen wollte, eine Ausbildung ermöglicht. Jetzt war er schon seit etwa zehn Jahren Rentner, bebaute aber trotzdem weiter sein Land. Das Milchvieh hatte er vor ein paar Jahren wegen des reduzierten Milchkontingents schlachten lassen, seitdem hatte er nur noch ein paar Rinder gehalten und Getreide angebaut. Doch in diesem Sommer hatte er auch damit aufgehört. Bei den heutigen Preisen für Getreide rentierte es sich nicht mehr.

Mäkitalo geriet richtig in Rage, als...


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