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Königswasser

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Produktdetails

Titel: Königswasser
Autor/en: Hans-Gerd Pyka

EAN: 9783943945072
Format:  EPUB
Herausgegeben von Marcel Diel
Onkel & Onkel

6. Dezember 2013 - epub eBook - 302 Seiten

Der 17-Jährige Jens entkommt 1973 dem Wehrdienst, indem er aus dem Westen nach Berlin flieht. Dort landet er in Neukölln und schlägt sich als Hilfsarbeiter durch. Seine Liebe ist die Chemie und sein Leben orientiert sich an den Reaktionen seiner berechenbaren Experimente. Bis er auf das Element Waltraut trifft. Waltraut bringt einen chemischen Prozess in Gang, den Jens nicht aus seinen Büchern kennt.

Berlinroman mit starken Dialogen, originellem Personeninventar und komplexen Charakteren bis in die Nebenrollen.
Hans-Gerd Pyka, Jahrgang 1955, lebt als Autor, Ku¿nstler und Ingenieur in mit seiner Familie Berlin. Fu¿r sein Manuskript »Königswasser« erhielt Pyka im Januar 2007 ein Alfred-Döblin-Stipendium der Berliner Akademie der Ku¿nste ¿ seine Kurzgeschichte »Die Schleuder« schaffte es bis ins Finale des MDR Literaturwettbewerbs 2008.

1. KAPITEL


»Und? Wie heißt du?«

Der Mann gegenüber, einer mit dickem Kopf und schwerer Brille und einer senkrechten Narbe über dem rechten Auge, hustet wie ein Asthmatiker. Seine Spucke spritzt über die aufgeschlagene Zeitung.

»Jens Hermanndung.«

Der Mann hebt seinen Kopf, wobei die Narbe blau wird, und betrachtet den Neuen, als hätte der schon etwas Dummes oder Falsches gesagt. Dann brummt er: »Der letzte Jens, den wir hier hatten …« – »Brauk, lass das!« – »… den wollten wir hier nicht.« – Der Mann an der anderen Seite des Tisches, der ihn unterbrochen hatte, niest in ein Taschentuch und hält dabei mit dem Daumen ein Romanheft auf. Während er sich die Nase reibt, ruft er: »Du heißt Jensi. Damit is jut.«

Jens sieht an dem Narbenkopf vorbei durch das Fenster. Auf der kleinen Wiese vor der Mauer liegt Bodennebel. Am Fenstersims hängt an einem krummen Nagel ein Abreißkalender. Jemand schnarcht, einer ruft: »Bölk!« Das hört sich an wie ein mächtiger Rülpser. »Bölk!«

Ein alter Mann schreckt auf, er sitzt an der spitzen Ecke des Tisches, als hätte er nirgendwo anders Platz gefunden. »Ja, ja«, murmelt er, nimmt seine Pudelmütze vom Tisch, will sie sich über den Kopf ziehen. Dann besinnt er sich, blickt zur Uhr, die über der Tür hängt: vierzehn Minuten vor sechs.

»Bölk!«, ertönt es zum dritten Mal. Der alte Mann erhebt sich und reißt das Kalenderblatt ab. Dann setzt er sich wieder. Jens liest den schwarzen Aufdruck: Montag, 2. April 1973.

Dieser Bölk blickt herüber, als hätte er den neuen Kolle
gen erst jetzt bemerkt. »Der Pullover«, sagt er. Jens weiß nicht, was Bölk meint, erklärt: »Mir war kalt. Hier ist es warm.« – Der Alte schließt die Augen, erinnert dabei an eine Schildkröte. Als er sie wieder öffnet, kommt es Jens so vor, als weinte dieser Mensch. Jens fragt und bereut es gleich darauf: »Wie heißen Sie denn?« Da schallt es ihm schon von allen Seiten des Tisches entgegen: »Bööölk!«

Ein Mann, den Jens nur von der Seite sehen kann, einer mit kräftigen dunklen Augenbrauen und mit einem Bierbauch, dessen Haare durch das Hemd lugen, sagt in ruhigem Ton: »Werner heiße ich. Werner Wartig. Morgen hat Leutloff Geburtstag …« – »Da läuft auch der Letzte!«, ruft der mit dem Romanheft, ohne aufzusehen: »… pfeift es heran. Kurz, scharf, tödlich. Pak! Nun schlägt es vor ihm in die Grabenbrüstung. Ein greller, orangefarbener Feuerblitz. Ein ohrenbetäubender Knall …« Wartig spricht unbeirrt weiter: »Ich sammle für alle. Kostet eine Mark, dein Einsatz.« – »Für den Geburtstag?«, fragt Jens. »Sag ich doch!«, faucht Wartig. Er schreibt etwas in ein kleines Notizbuch. Jens steht auf, holt sein Portemonnaie aus der Tasche, zieht seine Jacke aus, hängt sie über die Stuhllehne. Legt Wartig zwei Fünfzigpfennigstücke auf den Tisch. »Schöner Arsch«, flüstert jemand.

Draußen poltert es. Ein junger Mann steht in der Tür. Er wirft seine Tasche über die Köpfe der Anwesenden hinweg bis zu den Spinden, wo sie krachend auf den Boden fällt. »He!«, ruft jemand. »Hier schlafen noch welche.« – »Morgen zusammen«, antwortet der junge Mann, drückt seine schulterlangen Haare aus dem Ges
icht und schlurft zum Spind, wo er sich wortlos bis auf Hemd und Unterhose entkleidet. Sein Gesicht, die Oberarme und der Nacken sind über und über mit Pusteln und roten Flecken bedeckt. Jens schlägt die Augen nieder. Der Hässliche schlüpft in seine blauen Arbeitsklamotten und lässt sich auf einen Stuhl fallen. Da entdeckt er den Neuen. Er grinst, zeigt seine gelben Zähne. »Und, wer bist du?« – Jens nennt seinen Vornamen – und verbessert sich sofort: »Jensi.« – »Sittig«, sagt der andere. »Bist jung, ne?« – »Siebzehn.« – Jemand ruft: »Nicht volljährig, Schneider. Den darfste nicht ficken.«

Sittig reißt eine Milchtüte auf und trinkt, wobei es ihm aus den Mundwinkeln auf den Ärmel tropft. »Bah!«, ruft jemand, und dann in Richtung des Neuen: »Bist du auch so ’n Milchbubi?«

– Jens möchte den Mann am liebsten gar nicht ansehen. Als er doch aufschaut, irritiert ihn dessen ernster Blick und hintergründiges Lächeln. »Hasso bin ich«, sagt der Mann und stößt mit dem Ellenbogen seinen rechten Nachbarn an, der eine Kappe auf dem Kopf trägt und unbeirrt weiter Zeitung liest. Hasso ist dick und schwitzt. Sein weißes, ärmelloses Unterhemd ist vorn und unter den Achseln nass. Jens möchte etwas sagen, aber das einzige, was ihm einfällt, ist: »Fangen wir um sechs an?« – Hasso fährt mit seiner unförmigen Hand über sein fleischiges, stoppelhaariges Gesicht, antwortet: »Ich ja.« – Wartig erklärt: »Sittig fängt immer zehn nach an.« – Der mit dem Romanheft murmelt: »Weil Schneiderchen ihn noch befummelt.« – »Den nur mit Handschuhen«, sagt Wartig. Jens betrachtet denjenigen, der Schneider se
in muss, ein älterer Mann mit zerfurchtem Gesicht und dunklen, seltsam glänzenden Augen, die jung wirken. – »Wenn du mich angrabbelst«, ruft Sittig zu ihm herüber, »beiß ich ihn dir ab!« – Schneider kratzt sich am Kopf, wobei ein wenig Asche von seiner Zigarette auf sein graues, welliges Haar fällt, sagt: »Gerne.«

»Kammhoff, deine Mark!«, ruft Wartig. Der mit dem Romanheft greift in sein Hemd und zieht an einem Lederband, bis ein kleines, schwarzes Portemonnaie hervorkommt. Er öffnet es mit widerwilliger Miene, sagt: »Hatte Leutloff nicht erst letztens Geburtstag?« – »Blume war der letzte«, antwortet Wartig. Kammhoff wirft ihm ein Geldstück zu, schlägt dem Mann links neben ihm, der tief und fest zu schlafen scheint, auf die Schulter und ruft: »Blume! Geburtstag!« Erschrocken fährt Blume zusammen und hebt seinen Kopf aus dem Armkissen. Wartig wirft das Geldstück zurück zu Kammhoff, faucht: »Steck sie dir in den Arsch, deine scheiß Ostmark!« – Kammhoff fasst Blume an beiden Schultern, schüttelt ihn und schreit: »Hast du gehört, der Wartig will mein Geld nicht haben!« – »Jawoll, Blume, tu was!«, ruft Sittig, und Bölk sagt wie zu sich selbst: »Für alles soll man zahlen.« Eine Klingel, schrill wie eine Schulpausenklingel, verschluckt eine Bemerkung von Schneider, und weil sich alle mehr oder weniger behände von ihren Stühlen erheben, steht auch Jens auf. Was nun? Er presst seine Hand auf die Brust, als müsse er sein Herz festhalten.

Im Flur brüllt ein glatzköpfiger Mann: »Kammhoff: Schere! – Blume: Hilf! – Sittig: Moppel! – Brauk: Du weißt! – Hasso: Zink! – Schneider: Grob! – Bernhard: Hilf!« – »Nicht d
a!« – »Krank?« – »Nicht da.« – »Wetzel: Geh du! – Bölk: Fittings! – Ziel kommt später, alles klar? Ab!« – Die Männer verschwinden im Durchgang zur großen Halle, einige, wie Wartig, gehen durch eine Eisentür nach draußen. Jens bleibt allein zurück. Der Glatzköpfige sieht ihn an, sagt: »Und du? Hermanndung, ja?« Jens nickt. »Ich bin Leutloff. Vorarbeiter. Kannst mitkommen.« – Jens’ Arme zittern. Leutloff zieht ein Kaugummi aus der Hosentasche, reicht es dem neuen Kollegen, sagt: »Beiß drauf! Hilft!«

Jens läuft dem kleinen, rundlichen Mann hinterher und muss immer wieder stehen bleiben, weil der Vorarbeiter in seine Papiere sieht, die er mit beiden Händen vor dem Bauch festhält, als könnten sie ihm jeden Augenblick gestohlen werden. Dazu murmelt er pausenlos und nahezu monoton: »Tränenblech für Schindler. Vier Quadrat. Macht Brauk. Blei morgen. Grob soll Meister entscheiden. Moppel 3 kaputt. Und die Meldung?« – Ehe sich Jens versieht, befindet er sich mitten in der großen Halle. Wohin er auch blickt, sind schreibtischgroße Bleche aufeinander gestapelt, oft mehr als einen Meter hoch und oben mit einer Pappe bedeckt. Die Luft riecht nach Holz und Maschinenöl, es zieht aus allen Ecken. Jens hört das dumpfe Klirren schwerer Eisenketten und das Summen von Elektromotoren. Sittig sitzt lässig auf einem gelben Hubwagen, fährt rückwärts. Eine Kurve. Vorwärts. Und wieder rückwärts. Leutloff brüllt: »Das Alu, Langer, dalli!« Ein Warnton, und der Wagen rast mit den aufgegabelten Blechen so nah vorbei, dass Jens zurückspringt.

Dann ist es ruhig. Jens befindet sich in einem mannshohen Glaskasten, der kaum Geräusche durchlässt. Hier telefo
niert jemand und zwinkert dem Neuen zu. Jens kennt ihn: Meister Bode. Leutloff tritt von einem Bein auf das andere, starrt durch die Glasscheibe...


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