eBook.de : Ihr Online Shop für eBooks, Reader, Downloads und Bücher
+49 (0)40 4223 6096

Alles ist gutgegangen

Sofort lieferbar (Download)
eBook epub

Dieses eBook können Sie auf allen Geräten lesen, die epub-fähig sind. z.B. auf den tolino oder Sony Readern.

Häufig gestellte Fragen zu epub eBooks und Watermarking

Family Sharing
eBook epub € 9,99* inkl. MwSt.
Machen Sie jemandem eine Freude und
verschenken Sie einen Download!
Ganz einfach Downloads verschenken - so funktioniert's:
  1. 1 Geben Sie die Adresse der Person ein, die Sie beschenken
    möchten. Mit einer lieben Grußbotschaft verleihen Sie Ihrem
    Geschenk eine persönliche Note.
  2. 2 Bezahlen Sie das Geschenk bequem per Kreditkarte,
    Überweisung oder Lastschrift.
  3. 3 Der/die Geschenkempfänger/in bekommt von uns Ihre Nachricht
    und eine Anleitung zum Downloaden Ihres Geschenks!

Produktdetails

Titel: Alles ist gutgegangen
Autor/en: Emmanuèle Bernheim

EAN: 9783446245792
Format:  EPUB
Originaltitel: Tout s'est bien passé.
Familiy Sharing: Ja
Übersetzt von Angela Sanmann
Hanser Berlin

3. Februar 2014 - epub eBook - 208 Seiten

  • Empfehlen
"Die Diagnose ist nicht berauschend." 88-jährig erleidet André Bernheim, Kunstsammler in Paris, schillernd, charmant, vital, einen schweren Schlaganfall. Nichts, was sein Leben ausmachte, ist ihm nun mehr geblieben, und so bittet er seine Tochter, ihm den Freitod zu ermöglichen. Mit literarischer Intensität, dicht und präzise, erzählt Emmanuèle Bernheim, welche unendliche Zumutung dies für die Familie ist, wie sie sich trotz unauflösbarer Gewissenskonflikte gemeinsam auf den Tod zubewegt. Mit großer Offenheit spricht sie über eine der letzten tabuisierten Fragen unserer Zeit und eine sehr persönliche Entscheidung - sie berührt damit jeden von uns. Ein großes Buch über das Glück des Lebens und die Freiheit zu sterben.
Emmanuèle Bernheim (* 30. November 1955 in Paris; † 10. Mai 2017 ebenda) wurde u. a. mit dem Prix Médicis ausgezeichnet. Ihre Romane wurden in 25 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschienen von ihr Der rote Rock (2002) und Stallone (2003).
»Ich komme sofort!«
Ich klappe mein Handy zu. Schnell, ich ziehe mich an. Greife nach meiner Tasche.
Ich rufe den Aufzug. Weit weg, sicher im Erdgeschoss, das gedämpfte Quietschen der Metalltüren. Ich nehme die Treppe.
Eine Etage, noch eine. Ich halte abrupt. So geht das nicht. Das Teppichmuster verschwimmt. Ich kann die Stufen nicht mehr erkennen, nichts als ein langes, fortlaufendes rotes Band. Ich werde noch fallen. Ich klammere mich ans Geländer. Um mich herum ist alles verschwommen.
Ich habe meine Kontaktlinsen vergessen.
Ich laufe wieder hoch.
Rechte Linse. Mein Finger zittert. Linke Linse. Ich zwinkere. So, ich kann sehen.
Der Aufzug ist da. Ich drücke mehrmals auf »Erdgeschoss«. Los, los.
Ich überquere die Straße, ohne auf Grün zu warten. Ich laufe zur Avenue. Am Taxistand steht eine Schlange.
Selbst mit einmal Umsteigen bin ich mit der Metro schneller.
Navigo-Karte, »Bing«, Drehkreuz, Schleuse.
Ich haste die Treppe hinunter.
Die Leuchtziffern zeigen vier Minuten Wartezeit an.
Vier Minuten.
Ich werde zu spät kommen, da bin ich sicher.
Ich muss Zeit gewinnen.
Befindet sich der Verbindungsgang zu den Anschlusszügen am Kopf oder am Ende des Zuges?
Ich gehe den Bahnsteig entlang, bleibe stehen, kehre um.
Unmöglich, mich zu erinnern, dabei kenne ich diese Linie in- und auswendig.
Vorn oder hinten?
In meinem Kopf dreht sich alles. Ich setze mich hin.
Immer mit der Ruhe. Atmen.
Tief einatmen, jetzt ausatmen, so lange wie möglich.
Noch einmal.
Es wird besser.
Ich kontrolliere mein Handy. Es ist aufgeladen und – drei Balken – hat Empfang. Warum ruft Pascale nicht zurück?
iv>Ich hab’s, ich erinnere mich: Der Gang zu den Anschlusszügen liegt am Kopfende des Zuges.
Aufgestanden.
Ich stelle mich an die Bahnsteigkante, auf Höhe des ersten Waggons.
Durch die Sohlen spüre ich, fast als wär’ ich barfuß, die runden, harten Höcker des Sicherheitsstreifens für Blinde.
Wenn meine Schwester nicht zurückruft, heißt das wohl, dass kein Grund zur Sorge besteht.
Unser Vater wird einen Schwächeanfall oder einen starken Blutdruckabfall gehabt haben, weiter nichts.
Auf der Anzeigetafel wird aus der »01« die blinkende »00«, die Metro fährt ein.
Ich setze mich neben einen riesengroßen Mann.
Abfahrtssignal, die Türen schlagen zu.
Mein Nachbar fängt sofort an, einen großen Paris-Plan auseinanderzufalten. Auf Englisch bittet er mich, ihm zu zeigen, wo wir sind.
Das beschichtete Papier, fest und glänzend, breitet sich über meine Knie.
Ich fahre mit dem Finger unsere Linie ab.
Sie durchzieht die Karte von unten nach oben wie eine lange rosa Spaghetti, von einem kleinen zu einem großen Friedhof, dessen winzige Kreuze aussehen wie ein Hahnentrittmuster.
Thank you.
Die Metro ist schneller geworden.
Ich schließe die Augen.
Ich hätte mich in Fahrtrichtung hinsetzen sollen.
Der Waggon schaukelt, wirft mich hin und her.
Etwas zieht sich in meinem Magen zusammen.
Ich bin sieben oder acht Jahre alt und sitze hinten im Wagen meines Vaters. Zum ersten Mal versuche ich eine Straßenkarte zu lesen, ganz stolz, dass er mich gebeten hat, ihn zu lotsen.
Ich bin klein und leicht, und die Rückbank der DS ist so weich, so gefedert, dass ich mich am Griff der Autotür festkrallen kann, wie
ich will: Ich hüpfe auf und nieder wie auf einem Trampolin.
Gelb, rot, weiß fließen die Straßen ineinander.
»Also, nach links oder rechts?« Ich habe keine Ahnung. Mein Vater wird ungeduldig, fährt ruckartig. Mir ist schlecht. Er muss anhalten, schnell. Er bremst scharf, dreht sich um und reißt mir die Karte aus der Hand.
Während ich mich am Straßenrand übergebe, höre ich ihn vor sich hin trällern.
Ein leichtes Kratzen lässt mich die Augen öffnen.
Der Rand des Stadtplans, der Pariser Westen, streift meinen Schenkel.
Ich beobachte die Fläche des Bois de Bologne, und plötzlich kommt es mir vor, als wäre dieser große, grünglänzende Fleck mit seinen augenblauen Seen lebendig und atmete im gleichen Rhythmus wie ich.
Ich stehe auf, Pardon, und steige mit einem großen Schritt über Paris hinweg.
In meinem Mund sammelt sich Speichel. Ich halte mir die Hand vor die Lippen.
Ich muss raus hier.
An der nächsten Station werde ich aussteigen und ein Taxi nehmen, und falls ich keins bekomme, gehe ich zu Fuß weiter, aber ich muss raus hier, und zwar schnell.
Ich stelle mich an die Tür, so nah ans Fenster, dass die Scheibe auf Höhe meines Mundes kräftig beschlägt.
Die Bremsen quietschen, der Tunnel wird heller, die Station kommt näher.
Mit der Hand auf dem Türriegel werde ich die Erste sein, die aussteigt. Ein plötzlicher Ruck, und paff, knalle ich mit der Nase gegen die Glasscheibe.
Au.
Ich halte mich an der Haltestange neben der Tür fest und setze mich auf den Klappsitz.
Nasenlöcher, Knorpel, Knochen, ich betaste meine Nase. Sie schmerzt, ist aber bestimmt nicht gebrochen. Ich lehne mich gegen die kühle Innenwand des Waggons. iv>
Die Metro hat angehalten. Fahrgäste steigen aus, andere steigen ein. Ich rühre mich nicht.
Die Übelkeit ist verschwunden.
Wir fahren weiter.
Dieses Mal sitze ich in Fahrtrichtung. Ein sanftes Schlingern.
Ich hole mein Handy raus. Nur noch zwei Balken Empfang, als wir in den Tunnel eintauchen.
Wenn irgendetwas passiert wäre, hätte Pascale mich angerufen.
Ich starre einen Moment lang auf die winzigen Striche, Punkte beinahe, und das Display schaltet auf Standby.
Dunkelheit.
Ein Schlag gegen das Knie lässt mich aufspringen. Ein Rollkoffer. Mehrere Stationen liegen hinter uns, und der Waggon hat sich gefüllt, ohne dass ich es bemerkt habe. Vielleicht bin ich eingeschlafen.
Ich stehe auf, der Sitz klappt hinter mir hoch.
Plötzlich kommt mir meine Nase glühend heiß vor. Wenn sie so heiß ist, muss sie auch rot sein. Und geschwollen.
Ich habe keinen Spiegel in der Tasche. Vorhin bin ich so schnell aufgebrochen, dass ich nichts mitgenommen habe.
Ich erkenne mich schemenhaft im Metall der Haltestange.
Der verchromte Zylinder wirft mir das Zerrbild eines riesigen Zinkens zurück.
Ich lächle.
Nach meinem ersten Fernsehauftritt hat mein Vater mich angerufen. Er gratulierte mir und meinte, falls ich mir jemals die Nase richten lassen wolle, würde er mir gerne die Operation bezahlen.
Ich biege als Erste in den Gang zu den Anschlusszügen ein. Ich rieche schon den Kaffeeduft von dem Getränkeautomaten, da hinten rechts. Ich renne fast. Heute Morgen hatte ich keine Zeit, etwas zu mir zu nehmen. Kleingeld habe ich bei mir.
Kaffee. Groß. Mit Zucker.
Er ist kochend heiß, ich trinke ihn später.
Die Metro kommt. Ich setze mich.
Ich schaue mich um. Sehe Männ
er in Shorts, Frauen mit nackten Armen und denke an meine eigenen, die in den langen Ärmeln eines schwarzen Wollpullovers stecken, den ich zufällig gegriffen und eilig übergestreift habe.
Sofort wird mir zu warm.
Und beim bloßen Anblick des dampfenden Kaffees wird mir noch wärmer.
Na los, ich trinke ihn in einem Zug aus.
Je mehr der Becher sich leert, desto stärker brennt mein ganzer Körper – Mund, Speiseröhre, Magen, bis zu den Beinen.
Ich schwitze auf das Kunstleder des Sitzes.
Unvermittelt steht die Frau neben mir auf.
Ist es wegen der Hitze, die ich verströme?
Das Handy liegt feucht und rutschig in meiner Hand.
Meine Schwester wird mich nicht anrufen, da bin ich mir sicher.
Es gibt Dinge, die sie mir niemals am Telefon verkünden, Worte, die sie niemals aussprechen würde, den Apparat am Ohr und die Lippen ins Leere gerichtet.
Sie wartet, bis ich da bin.
Ich werde sie im Gang der Notaufnahme auf mich zukommen sehen.
Sie wird nichts sagen müssen. Ich werde ihren leicht geneigten Kopf und ihr schwaches Lächeln sehen und verstehen.
Ich werde sie in den Arm nehmen, ihren schmalen, festen Körper an mich drücken, und wir werden zusammen weinen.
Ich stehe auf.
Der Tunnel weitet sich. Das Tageslicht überströmt alles.
Die Linie fährt jetzt oberirdisch.
Endlich an der Luft.
Eine sanfte Kurve, und die Metro rollt zwischen den rotgefärbten Bäumen dieser ersten Herbsttage hindurch.
Nur noch zwei Stationen.
Ich überquere den Boulevard, eine kleine Straße, eine weitere, noch einen Boulevard. Ich bin fast da.
Ich biege in die Rue du Faubourg Saint-Jacques.
Eine riesige graue, fast silberne Steinmauer voll wilden Wei
ns und Efeus säumt den Bürgersteig auf einer Länge von fast dreihundert Metern. Die oberen Äste eines großen Baumes überragen sie, von dort kommt das Lärmen kleiner Vögel.
Ein leichter Wind ist aufgekommen.
Die Luft dringt durch die Maschen meines Pullovers und streichelt meine Haut.
Unwillkürlich schließe ich die Augen.
Ich lehne mich an die warme Mauer.
Meine Finger spreizen sich auf der rauen, staubigen Steinoberfläche.
So verharren. Sich nicht mehr...

Dieses eBook wird im epub-Format geliefert und ist mit einem Wasserzeichen versehen. Sie können dieses eBook auf vielen gängigen Endgeräten lesen.

Sie können dieses eBook auf vielen gängigen Endgeräten lesen.

Für welche Geräte?
Sie können das eBook auf allen Lesegeräten, in Apps und in Lesesoftware öffnen, die epub unterstützen:

  • tolino Reader
    Laden Sie das eBook direkt auf dem Reader im eBook.de-Shop herunter oder übertragen Sie das eBook auf Ihr tolino Gerät mit einer kostenlosen Software wie beispielsweise Adobe Digital Editions.

  • Sony Reader und andere eBook Reader
    Laden Sie das eBook am PC/Laptop aus dem eBook.de-Shop herunter und übertragen Sie es anschließend per USB-Kabel auf den eBook-Reader.

  • Tablets und Smartphones
    Installieren Sie die tolino Lese-App für Android und iOS oder verwenden Sie eine andere Lese-App für epub-eBooks.

  • PC und Mac
    Lesen Sie das eBook direkt im Browser mit dem tolino webreader, der in Ihrem eBook.de-Konto verlinkt ist. Oder laden Sie die Datei herunter und öffnen Sie das eBook in einer kostenlosen Lesesoftware, beispielsweise Adobe Digital Editions.

Die eBook-Datei wird beim Herunterladen mit einem nicht löschbaren Wasserzeichen individuell markiert, sodass die Ermittlung und rechtliche Verfolgung des ursprünglichen Käufers im Fall einer missbräuchlichen Nutzung der eBook-Datei möglich ist.

Bitte beachten Sie: Dieses eBook ist nicht auf Kindle-Geräten lesbar.

Ihr erstes eBook?
Hier erhalten Sie alle Informationen rund um die digitalen Bücher für Neueinsteiger.

Kundenbewertungen zu Emmanuèle Bernheim „Alles ist gutgegangen“
Noch keine Bewertungen vorhanden
Zur Rangliste der Rezensenten
Veröffentlichen Sie Ihre Kundenbewertung:
Kundenbewertung schreiben
Entdecken Sie mehr
Unsere Leistungen auf einen Klick
Unser Service für Sie
Zahlungsmethoden
Bequem, einfach und sicher mit eBook.de. mehr Infos akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal mehr Infos
Geprüfte Qualität
  • Schnelle Downloads
  • Datenschutz
  • Sichere Zahlung
  • SSL-Verschlüsselung
Servicehotline
+49 (0)40 4223 6096
Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 18.00 Uhr
Chat
Ihre E-Mail-Adresse eintragen und kostenlos informiert werden:
2 Diese Artikel unterliegen nicht der Preisbindung, die Preisbindung dieser Artikel wurde aufgehoben oder der Preis wurde vom Verlag gesenkt. Die jeweils zutreffende Alternative wird Ihnen auf der Artikelseite dargestellt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

3 Durch Öffnen der Leseprobe willigen Sie ein, dass Daten an den Anbieter der Leseprobe übermittelt werden.

4 Der gebundene Preis dieses Artikels wird nach Ablauf des auf der Artikelseite dargestellten Datums vom Verlag angehoben.

5 Der Preisvergleich bezieht sich auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers.

6 Der gebundene Preis dieses Artikels wurde vom Verlag gesenkt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

7 Die Preisbindung dieses Artikels wurde aufgehoben. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

10 Ihr Gutschein NEUESJAHR gilt bis einschließlich 31.01.2022. Sie können den Gutschein ausschließlich online einlösen unter www.eBook.de. Der Gutschein ist nur gültig für Kalender, die nicht der gesetzlichen Preisbindung unterliegen. Der Gutschein ist nicht mit anderen Gutscheinen und Geschenkkarten kombinierbar. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Ein Weiterverkauf und der Handel des Gutscheincodes sind nicht gestattet.

* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier

eBook.de - Meine Bücher immer dabei
eBook.de ist eine Marke der Hugendubel Digital GmbH & Co. KG
Folgen Sie uns unter: