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Ein Meister aus Deutschland

Heidegger und seine Zeit.
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Produktdetails

Titel: Ein Meister aus Deutschland
Autor/en: Rüdiger Safranski

EAN: 9783446246591
Format:  EPUB
Heidegger und seine Zeit.
Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

3. Februar 2014 - epub eBook - 544 Seiten

Rüdiger Safranski legt mit seinem großen Buch über Martin Heidegger die Biographie über den wirkungsmächtigsten (und umstrittensten) Philosophen des 20. Jahrhunderts vor. Es ist darüber hinaus auch die Biographie der Epoche, selbst ein Stück Philosophie über den Zusammenhang von Denken und Leben und der Ausdruck eines souveränen Verhältnisses zum philosophischen Erbe Heideggers. Und: endlich kann man Heidegger nicht nur lesen, sondern auch verstehen!
Rüdiger Safranski, geboren 1945, ist Philosoph und vielfach preisgekrönter, in 30 Sprachen übersetzter Autor u.a. von großen Biographien über Goethe, E.T.A. Hoffmann, Heidegger, Nietzsche, Schiller, von Büchern über die menschlichen Grundfragen, u.a. über das Böse und die Wahrheit, über die Romantik (2007), über die Freundschaft von Goethe und Schiller (2009) sowie über die Zeit (2015). 2014 wurde Rüdiger Safranski u.a. mit dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet.

Erstes Kapitel


Geworfenheit. Der Himmel über Meßkirch. Das Schisma am Ort. Schlüsselrolle. Läuterbuben. Dem einzigen Bruder. Da-da-dasein. Die Eltern. Unter der Obhut der Kirche. Konstanz. Die Weltlichen und die Anderen. Am Freiburger Gymnasium. Beinahe ein Jesuit.
Im Jahre 1928 schreibt der inzwischen schon berühmte Martin Heidegger an den ehemaligen Präfekten des geistlichen Konvikts in Konstanz, wo er einige Schuljahre verbracht hatte: Vielleicht zeigt die Philosophie am eindringlichsten und nachhaltigsten, wie anfängerhaft der Mensch ist. Philosophieren heißt am Ende nichts anderes als Anfänger sein.
Heideggers Lob des Anfangens ist vieldeutig. Er will ein Meister des Anfangs sein. In den Anfängen der Philosophie in Griechenland suchte er nach der vergangenen Zukunft, und in der Gegenwart wollte er den Punkt entdecken, wo mitten im Leben die Philosophie stets aufs neue entspringt. Solches geschieht in der – Stimmung. Er kritisiert die Philosophie, die vorgibt, sie begänne mit Gedanken. In Wirklichkeit, sagt Heidegger, fängt sie mit einer Stimmung an, mit dem Staunen, der Angst, der Sorge, der Neugier, dem Jubel.
Für Heidegger verbindet die Stimmung das Leben mit dem Denken, und es entbehrt nicht der Ironie, daß er dem Nachspüren des Zusammenhangs zwischen Leben und Denken im eigenen Falle so ablehnend gegenüberstand. Eine Vorlesung über Aristoteles begann er einmal mit dem lapidaren Satz: Er wurde geboren, arbeitete und starb. So wollte Heidegger, daß auch von ihm gesprochen werde, denn das war wohl sein großer Traum: für die Philosophie leben und vielleicht sogar in der eigenen Philosophie verschwinden. Auch das hat mit seiner Stimmung zu tun, die, vielleicht allzuschnell, im Anwesenden das Aufdringliche entdeckt und darum nach dem Verborgen
en fahndet. Aufdringlich kann das Leben selbst sein. Heideggers Stimmung läßt ihn sagen: das Dasein sei geworfen und das Sein sei als Last offenbar geworden, denn: Hat je ein Dasein als es selbst frei darüber entschieden, und wird es je darüber entscheiden können, ob es ins ›Dasein‹ kommen will oder nicht? (SuZ, 228).
Heidegger liebte die große Gebärde, weshalb man nie genau weiß, ob er vom Abendland oder von sich spricht, ob nun das Sein überhaupt oder sein Sein zur Debatte steht. Aber wenn der Grundsatz gilt, daß die Philosophie nicht dem Gedanken, sondern der Stimmung entspringt, dann darf man die Gedanken nicht nur im Handgemenge mit den anderen Gedanken, also auf dem Hochplateau der geistigen Tradition ansiedeln. Heidegger hat natürlich an Traditionen angeknüpft, aber aus Gründen, die auf sein Leben zurückführen. Sie erlauben es ihm offenbar nicht, das eigene Zur-Welt-Kommen als Geschenk oder als vielversprechende Ankunft zu erleben. Es muß ein Sturz gewesen sein, so will es seine Stimmung.
Die Welt aber, in die er sich geworfen fühlt, ist nicht die von Meßkirch am Ende des letzten Jahrhunderts, wo er am 26. September 1889 geboren wurde, wo er seine Kindheit erlebte und wohin er stets gerne wieder zurückkehrte. Geworfen fühlte er sich erst, als er aus dieser heimatlichen Welt, die ihn vor den Zumutungen der Modernität schützte, hinausgeworfen wurde. Man sollte nicht vergessen, daß mit der Geburt das Zur-Welt-Kommen noch nicht erledigt ist. In einem Menschenleben sind mehrere Geburten nötig, und es kann geschehen, daß man nie ganz bei der Welt ankommt. Aber bleiben wir zunächst bei der ersten Geburt.
Der Vater, Friedrich Heidegger, ist Küfermeister und Mesner an der katholischen St.-Martins-Kirche von Meßkirch. Er st
irbt 1924. Er muß erleben, wie sein Sohn mit dem Katholizismus bricht, aber seinen philosophischen Durchbruch erlebt er nicht. Die Mutter stirbt 1927. Martin Heidegger legt ihr ein Handexemplar der soeben erschienenen Ausgabe von SEIN UND ZEIT aufs Totenbett.
Die Mutter stammt aus dem Nachbardorf Göggingen. Wenn die kalten Winde von den Hochebenen der Schwäbischen Alb herunterkommen, so sagt man in Meßkirch: »Es weht von Göggingen her …« Die mütterlichen Vorfahren lebten dort seit Generationen auf einem stattlichen Anwesen, dem »Lochbauernhof«. Ein Vorfahre, Jakob Kempf, hatte 1662 den Hof zu bäuerlichem Lehen vom Zisterzienserkloster Wald bei Pfullendorf erhalten. Heideggers Großvater konnte ihn 1838 gegen eine Kaufsumme von 3800 Gulden ablösen. Aber geistig blieb man unter der Obhut der Kirche.
Die Vorfahren väterlicherseits waren kleine Bauern und Handwerker. Von Österreich her waren sie im 18. Jahrhundert in die Gegend gekommen. Heimatforscher in Meßkirch haben herausgefunden, daß es weitläufige Verwandtschaftsbeziehungen gibt zu den Mägerles und den Kreutzers. Aus der einen Familie stammt der berühmteste Kanzelredner des 17. Jahrhunderts, Abraham a Sancta Clara, aus der anderen Konradin Kreutzer, der Komponist. Auch mit Conrad Gröber, Martins geistlichem Mentor im Konstanzer Konvikt, später Erzbischof von Freiburg, waren die Heideggers entfernt verwandt.
Meßkirch ist eine Kleinstadt, zwischen Bodensee, Schwäbischer Alb und oberer Donau gelegen. Eine karge, vormals ärmliche Gegend, auf der Grenze zwischen dem Alemannischen und dem Schwäbischen. Das alemannische Naturell ist eher schwerfällig, hintersinnig, auch grüblerisch. Das schwäbische ist heiterer, offener, auch verträumter. Die einen neigen zum Sarkasmus, die anderen zum Pathos
. Martin Heidegger hatte von beidem etwas, und es sind Johann Peter Hebel, ein Alemanne, und Friedrich Hölderlin, ein Schwabe, die er sich zu Schutzpatronen erwählte. Für ihn sind beide geprägt von der Region und ragen doch in die große Welt hinein. So hat er auch sich selbst gesehen: der Weite des Himmels sich öffnen und zugleich in das Dunkel der Erde wurzeln (D, 38).
In einer Vorlesung von 1942 interpretiert Heidegger Hölderlins Donau-Hymne »Der Ister«. Dem Vorlesungsmanuskript legte er eine Notiz bei, die dann im Drucktext fehlt: Vielleicht muß Hölderlin, der Dichter, zum bestimmenden Geschick … werden für einen Denkenden, dessen Großvater um dieselbe Zeit der Entstehung der ›Isterhymne‹… im Schafstall einer Meierei geboren wurde, die im oberen Donautal nahe dem Ufer des Stromes unter den Felsen liegt. (zit. O. Pöggeler, Heideggers politisches Selbstverständnis, 41)
Selbstmythisierung? Auf jeden Fall der Versuch, sich eine Herkunft zu geben, aus der man stammen möchte. Der Glanz Hölderlins auf dem Donauhaus, am Fuße von Burg Wildenstein, unterhalb Meßkirchs. Dort lebten die Heideggers im 18. Jahrhundert. Das Haus steht noch, und seine Bewohner berichten, wie der Professor mit der Baskenmütze immer wieder zu Besuch kam.
In der Nähe von Donauhaus und Burg Wildenstein liegt Beuron mit seinem Benediktinerkloster, einstmals ein Chorherrenstift der Augustiner. Diese mönchisch stille Welt mit ihrer großen Bibliothek, den Viehställen und Scheunen zog Martin Heidegger an, auch dann noch, als er sich von der Kirche gelöst hatte. In den zwanziger Jahren verbrachte er während der Semesterferien manches Mal einige Wochen in der Klosterzelle. Zwischen 1945 und 1949, in der Zeit seines Lehrverbotes, war Kloster Beuron der einzige Ort, wo er &oum
l;ffentlich auftrat.
Meßkirch zählte am Ende des 19. Jahrhunderts 2000 Einwohner. Die meisten davon waren in Landwirtschaft und Handwerk beschäftigt. Es gab auch einige Industrie am Ort, eine Brauerei, eine Spulenfabrik, eine Molkerei. In Meßkirch befanden sich die Dienststellen des Amtsbezirks, Gewerbeschulen, ein Telegrafenamt, ein Bahnhof, ein Postamt zweiter Klasse, ein Amtsgericht, Genossenschaftszentralen, Domänen- und Schloßverwaltungen. Meßkirch gehörte zu Baden, was für die geistige Atmosphäre des Städtchens von Bedeutung war.
In Baden gab es seit Anfang des 19. Jahrhunderts eine kraftvolle liberale Tradition. 1815 wurde eine Repräsentativverfassung erlassen, 1831 die Pressezensur aufgehoben. Baden war eine Hochburg der Revolution von 1848. Hecker und Struve riefen im April des Jahres vom nahen Konstanz aus zur bewaffneten Erhebung auf. Die revolutionären Kontingente sammelten sich bei Donaueschingen; sie wurden geschlagen, ein Jahr später eroberten sie für kurze Zeit die Macht, der Großherzog floh ins Elsaß; nur mit Hilfe der preußischen Truppen konnten die alten Verhältnisse wiederhergestellt werden. In Baden dachte man nicht freundlich über Preußen, und nach 1871 behielt hier das Reichsdeutsche immer einen schlechten preußischen Beigeschmack. Der badische Liberalismus hatte sich schließlich doch mit dem Reich arrangiert, auch weil er einen anderen Gegner gefunden hatte: die katholische Kirche.
Die Kirche hatte seit 1848 den Geist des Liberalismus, den sie sonst heftig bekämpfte, geschickt für die eigenen Interessen genutzt; sie forderte die freie Kirche im freien Staat, Beseitigung der staatlichen Bevormundung in Schulen und Universitäten, freie Besetzung der kirchlichen Pfründe, freie Verwaltung des kirchlichen Vermögens. Man solle Gott mehr gehorchen als den
Menschen. Der Konflikt spitzte sich zu, als die Staatsregierung den Erzbischof von Freiburg 1854 verhaften ließ. Schließlich lenkte die Regierung ein, denn die Kirche war offenbar zu stark verwurzelt in den Denk- und Lebensgewohnheiten der Bevölkerung, besonders auf dem Land und in den kleinen Städten. Dieser katholische Populismus im Südwesten war kirchenfromm, aber staatsverdrossen, hierarchisch, aber auf Autonomie pochend gegenüber der staatlichen Macht. Er war antipreußisch, eher regionalistisch als nationalistisch gesinnt, antikapitalistisch, agrarisch, antisemitisch, heimatverbunden, und er war besonders in den unteren...

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