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Die Portraitmalerin

Die Geschichte der Anna Dorothea Therbusch.
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Produktdetails

Titel: Die Portraitmalerin
Autor/en: Cornelia Naumann

EAN: 9783839242902
Format:  EPUB
Die Geschichte der Anna Dorothea Therbusch.
Gmeiner Verlag

5. März 2014 - epub eBook - 529 Seiten

Berlin 1733. Anna ist erst zwölf Jahre alt, als ihre Mutter stirbt. Sie muss nun den großen Künstlerhaushalt allein stemmen, dabei hat sie nur ein Ziel: Maler zu werden wie ihr Vater. Aber eine solche Karriere ist in ihrem Jahrhundert für eine Frau nicht vorgesehen. Intrigen und sogar Gewalt sollen der jungen Frau ihren Willen nehmen. Aber Anna gibt nicht auf und reist gegen alle Widerstände nach Paris...
Cornelia Naumann, in Marburg geboren, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit bedeutenden, zu Unrecht vergessenen Frauen. Sie studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Romanistik in Köln, arbeitete als Dramaturgin und Theaterpädagogin in Essen, Münster und München. Seit 1999 ist sie als freie Autorin in München tätig. 2009 erschien ihr erster Roman >Scherben des Glücks< über Wilhelmine von Bayreuth.
"Die Portraitmalerin" ist ihr erster Roman im Gmeiner-Verlag.

Berlin 1733


1. Kapitel


Anna erwachte von der Stille im Haus. Kein Gepolter von Janas Holzpantinen weckte sie, nicht das tägliche Jammern des kleinen Bruders, der nicht zur Schule sondern lieber ins Atelier wollte, und der stets mit derselben Ermahnung »Holle, auch ein Maler muss rechnen, schreiben und Französisch parlieren können« von der Mutter fort geschickt wurde. Dann wusste Anna, dass es höchste Zeit zum Aufstehen war, denn ihre Schule begann eine halbe Stunde später als die der Jungen. Spätestens jetzt musste sie aus dem Bett und in ihr Kleid schlüpfen, die Schürze umbinden und die wirren Haare kämmen, wenn sie die Mutter nicht verärgern wollte, die unweigerlich jeden Augenblick mit vorwurfsvollem Gesicht die Tür öffnen würde.

Anna zog die Decke um die kalten Schultern. Seit ihrem elften Geburtstag durfte sie unter diesem Plumeau schlafen statt unter dem kratzigen Strohsack. Sie liebte das weiche Federbett. Drei königliche Hochzeiten in den letzten Jahren hatten dem Vater viele Porträt- und Kopieraufträge und damit der gesamten Familie Federbetten beschert, die der Vater daheim bestellt hatte. Gute masurische Gänse aus Olesko, hatte der Vater zufrieden gesagt beim Anblick der fetten grauen Tiere auf der vergitterten Holzkarre. Olesko, da kam Liszewski her. Mit 17 Jahren hatte Jerzy Liszewski seine Heimat verlassen, um den neuen Baumeister des Königs, Eosander Göthe, als Bauzeichner nach Berlin zu begleiten. Nebenbei hatte er viel kopiert, und so war er schließlich Porträtmaler geworden. Schnell hatte er gemerkt, dass es für das Geschäft besser war, wenn er das »Z« aus seinem Namen durch ein »i« ersetzte. So ließ sich der polnische Name nicht mehr mit ordinärem »sch«, sondern beinahe wie ein französischer aussprechen und wirkte
vornehmer. Den sanften Vornamen Jerzy hatte er in die preußisch harte Form »Georg« übertragen, was seine Frau Elisabeth nicht abhielt, ihn zärtlich »Jirschi« zu nennen.

Elisabeth hatte nur den Kopf geschüttelt und geseufzt, ob Jerzy auch nur eine Minute daran gedacht hätte, wo sie mitten in Berlin diese Herde von zwanzig laut schnatternden Federviechern unterbringen sollte. In der Spandauer Vorstadt bei den Holzmärkten, wo die Familie Lisiewski einen Garten gemietet hatte, fand sich aber ein Plätzchen, und so hatten ihnen die Tiere viele üppige Braten und ein Federbett nach dem anderen beschert.

Plötzlich fuhr Anna hoch. Es war ungewöhnlich still im Haus, geradezu totenstill. Aber von draußen hörte sie Geräusche, die ihr anzeigten, dass die Betriebsamkeit des Cöllner Vormittags längst die Morgendämmerung abgelöst hatte. Die Mühle klapperte, Marktweiber priesen auf ihren Kähnen am Spreeufer ihre Waren an. Holzräder knirschten über die sandige Gasse, Kutscher zankten lautstark, Fässer polterten über Holzbohlen. Vom Fabrikenhaus der Insel drang der alltägliche Gestank der Färbereien herüber. Die Fischerbrücke, an der die Familie Lisiewski lebte, war die belebteste Passage zwischen Berlin und Cölln. Ständig strömten die Menschen über den Mühlendamm, um in den Läden und Buden der Pfahlbauten am Ufer einzukaufen. Mit ihren geschnitzten Pfeilern und hölzernen Schwibbögen waren die Holzhäuser hübsch anzusehen und boten fast alles für den täglichen Bedarf. So war auch der Betrieb an diesem Märzmorgen des Jahres 1733 sehr lebhaft.

Anna sah zu den anderen Betten hinüber. Ihre kleinen Schwestern Julie und Maria Magdalena schliefen mit sanften Gesichtszügen und schwarzen Wimpernbögen wie marmorne Engel. Das Lenchen
musste noch nicht zur Schule, aber die zehnjährige Julie stand gewöhnlich mit Anna auf, und sie machten sich gemeinsam auf den Weg.

Wo die Mutter nur blieb? Anna rieb sich die Augen und erinnerte sich, dass sie seit Wochen von Jana geweckt wurde, weil die Mutter jeden Tag mehr ächzte und sich an den Rücken griff und niederlegen musste. Die Mutter erwartete wieder ein Kind. Wie war es, als Lenchen geboren wurde? Ging es der Mutter damals auch so schlecht? Anna erinnerte sich nicht, sie war damals neun Jahre und mit vielen Dingen beschäftigt gewesen, und auf einmal war das Lenchen da, hatte mit winzigem krebsrotem Gesicht viel geschrien, und die Mutter hatte neben der Arbeit im Haus und auf dem Werder immer wieder die Kleine an die Brust gelegt und auf diese erstaunliche Weise das Lenchen durchgefüttert.

Anna wusste, dass dies nicht selbstverständlich war. Der Nachbarin waren zwei Säuglinge gestorben, und eine Tante verstarb im Kindbett. Sogar in der königlichen Familie waren zwei Prinzen kurz nach der Geburt dahingeschieden.

Eine Tür schlug, jemand lief zur Küche. Anna überließ die kleinen Schwestern ihrem Schlaf, ließ die lauten Pantinen unter dem Bett stehen und huschte barfuß in die Küche, wo sie zu ihrem Erstaunen ihre großen Schwestern Lisi und Rosina antraf. Lisi hatte im vergangenen Jahr den Maler David Matthieu geheiratet und war mit ihm auf den Werder gezogen. Rosina war gewöhnlich am Vormittag im Atelier, für die Küchenarbeit hatte sie nicht viel übrig. Gerade schimpfte sie mit Jana, der Magd, weil das Wasser auf dem großen Kessel noch nicht kochte, und Jana antwortete in ihrer seltsamen Sprache, die nur der Vater verstand. Lisi hielt ein eigenartiges silbernes Besteck in der Hand, eine Art Zange, die Anna noch nie gesehen hatte. Noch während sie das Werkzeug neugierig betrachtete, wandte Rosina sich um.


Anna lief zu ihr, in der Erwartung, geherzt zu werden. Sie liebte ihre große Schwester, die so lustig war, und die so gut malen konnte, dass ihre Porträts selbst die des Vaters übertrafen. Rosina aber schob sie von sich und murrte unwillig, was sie hier zu suchen habe, warum sie nicht längst in der Schule sei.

Niemand habe sie geweckt, erklärte Anna, empört über diese Ungerechtigkeit.

»Bist du nicht alt genug, um allein aufzustehen und zur Schule zu gehen?«, fauchte Rosina und befahl unwirsch, Anna solle sich um die Kleinen kümmern, ihnen den Morgenbrei kochen, und dann solle sie mit Holle und Julie in die Schule verschwinden. Damit wandte sich Rosina dem Kessel zu und warf die Zange in das inzwischen kochende Wasser.

Anna war sprachlos. Tränen traten in ihre Augen. So hässlich war die geliebte Schwester noch nie zu ihr gewesen. Und wie ungerecht! Anna war noch nie allein aufgestanden, das musste Rosina doch wissen. Die einzige Uhr im Haus war in der letzten schlechten Phase versetzt und noch nicht wieder ausgelöst worden. Die Federbetten und das Schulgeld für den Bruder Reinhold seien wichtiger, hatte die Mutter entschieden.

Wortlos rannte Anna zur Schlafkammer der Eltern. Tränen liefen über ihre Wangen. Wo war die Mutter? Die Mutter musste sie doch wecken, und sie sollte mit ihnen an dem wackeligen alten Küchentisch sitzen und den Brei austeilen wie jeden Morgen. Sie sollte mit Lenchen schmusen, mit Jana schimpfen und Holle zurufen, dass er nicht trödeln solle.

Anna riss die Tür der Schlafkammer auf und erstarrte. Die Mutter lag im Bett. Am hellen Vormittag. Ihre Augen waren geschlossen. Dunkelblau schimmerten die Lider, und ihr Gesicht war bleich wie der Tod.

Ein Mann mit einem Augenglas wandte sich um und betrachtete Anna mit einem bösen Blick. Sie solle sich hinausscheren, befahl er, und der Vater, der am Bett geses
sen und die Hand seiner Frau gehalten hatte, sprang auf, eilte zu Anna und drängte sie zur Tür, etwas Beruhigendes murmelnd, das sie nicht verstand, weil es Polnisch war. Nun wusste sie, dass etwas nicht stimmte. Der Vater sprach seine Heimatsprache nur mit Jana, wenn sie sich dumm stellte und den Befehlen der Mutter nicht folgen wollte. Jana kam aus der Lausitz und weigerte sich beharrlich, etwas anderes als Wendisch zu sprechen. Sie akzeptierte nur das Polnisch des ehrenwerten Pan Liszewski, wie sie den Vater nannte.

Anna stand vor der geschlossenen Tür, hinausgeschoben und zutiefst erschrocken über das fremde Gebaren vertrauter Menschen. Was war hier los? Warum lag die Mutter am hellen Vormittag noch im Bett? Wo blieb die Hebamme? Wer war der fremde Mann im Schlafgemach? Der Bader war es nicht, der Rosina einen schmerzenden Zahn gezogen hatte, und der Anna kalte Wickel verordnete, wenn sie Halsweh hatte.

Wut packte Anna. Man musste sie nicht mehr wie ein Kind behandeln, das nichts verstand. Immerhin war sie zwölf Jahre alt, alle Farben wusste sie zu mischen, und einige Porträts des Vaters hatte sie so gut kopiert, dass alle sie gelobt hatten. Sie sprach bereits etwas Französisch, und im Rechnen war sie so schnell, dass die Mutter sie zum Einkaufen schickte, weil Anna sich von den Marktweibern nicht betrügen ließ.

Hatte die Mutter sie vergessen? Aber sie hatte ihr doch versprochen, ein neues Kleid zu nähen! Voller Verzweiflung lief Anna in die Kammer neben der Küche. Da lag der Stoff auf dem Nähtisch. Zehn Ellen blaues, fein gewebtes Leinen, nicht einmal zugeschnitten war es. Unberührt lag der kleine Ballen dort, wie vor zwei Tagen, als die Mutter ihr den Stoff gezeigt hatte.

Anna schossen die Tränen in die Augen. Das war nicht gerecht. Ihr Bruder Holle hatte erst letzte Woche eine neue Kappe bekommen, und für Lenchen hatte die Mutter eine geblümte Sch
ürze genäht. Liebte die Mutter sie nicht mehr? Liebte sie ihre Anna nicht mehr, der sie jeden Morgen die Haare bürstete, zu einem Zopf flocht, ihr einen Kuss auf den Scheitel gab, und sagte: so, mein Änneken, ab zur Schule.

Anna knallte die Tür der Nähkammer zu, rannte durch den morgendunklen Flur zur Schlafkammer, riss die Tür auf und schrie: »Mutter! Du hast doch versprochen, mir ein blaues Kleid zu nähen!«

2. Kapitel


...

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