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Die Deutschen und der Kapitalismus

Essays zur Geschichte.
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Produktdetails

Titel: Die Deutschen und der Kapitalismus
Autor/en: Hans-Ulrich Wehler

EAN: 9783406659461
Format:  EPUB
Essays zur Geschichte.
Beck C. H.

12. Februar 2014 - epub eBook - 174 Seiten

Hans-Ulrich Wehler hat mit seinem Buch Die neue Umverteilung. Soziale Ungleichheit in Deutschland im vergangenen Frühjahr Stoff für Diskussionen geliefert und einen Bestseller vorgelegt. Der Historiker, dessen Deutsche Gesellschaftsgeschichte zu den herausragenden Werken der jüngeren Geschichtsschreibung gehört, versammelt in regelmäßigen Abständen seine wichtigsten Essays und Aufsätze. Einen Schwerpunkt des neuen Bandes bildet die Frage nach den historischen Erfahrungen der Deutschen mit dem Kapitalismus. Aber auch die Sarrazin-Debatte, die Zukunft der Sozialgeschichte und ein kritischer Rückblick auf die Generation 45 gehören zu den Themen, denen sich Wehler diesmal widmet.
Hans-Ulrich Wehler, geb. 1931, war bis zu seiner Emeritierung Professor für Allgemeine Geschichte an der Universität Bielefeld. Neben seinem Hauptwerk, der fünfbändigen Deutschen Gesellschaftsgeschichte, hat er zahlreiche andere Bücher bei C.H.Beck publiziert, darunter zuletzt Die neue Umverteilung. Soziale Ungleichheit in Deutschland (2013).

Vorwort


Hiermit liegt der dreizehnte Sammelband von Aufsätzen und Essays vor, wie sie auch für die Vorläufer in ähnlicher Form zusammengestellt worden sind, um die Teilnahme an denkbar unterschiedlichen Diskussionen während der jüngst vergangenen Zeit zu dokumentieren.[1] Das geschieht natürlich in der Hoffnung, dass es neugierige Leser gibt, die sich für den Gang dieser Debatten, insbesondere für die dort von mir jeweils vorgetragenen Argumente interessieren. Wie bisher werden im strengeren Sinn wissenschaftliche Aufsätze, die während lohnender Kontroversen entstanden sind, mit tagespolitisch engagierten Essays verbunden. Diese Beiträge sind auf drei Abschnitte mit unterschiedlichen Schwerpunkten verteilt.

Im ersten Kapitel werden im Grunde Probleme der deutschen Politikgeschichte erörtert. An erster Stelle steht das spannungsreiche, auch von zahlreichen Vorurteilen geprägte Verhältnis der Deutschen zum Kapitalismus. Das ist ein weit gespanntes Thema, das mit großen Schritten abgegangen wird. Gegenüber der Marktgläubigkeit der ökonomischen Klassik wird der realistische Ansatz der deutschen Wirtschaftswissenschaft seit der Älteren und Jüngeren Historischen Schule der Nationalökonomie über Max Webers Sozialökonomik bis hin zur gegenwärtigen Kritik der hegemonialen Neoklassik im Stil von Wolfgang Streeck hervorgehoben und unterstützt. Das realitätsferne Modelldenken, der «Physikneid» (A. Hirschman) und die Prognosesucht der Neoklassik sind seit der großen Finanzkrise von 2008/09 gescheitert. Viele gute Gründe sprechen dafür, die deutsche Denkschule, die Herrschaftsverband und Wirtschaftsverlauf seit langem verbunden hat, endlich wieder aufzuwerten.

Im Kontrast zu dieser wechselhaften Einstellung zur modernen Wirtschaftsverfassung betont der Beitrag zur Festschrift
für das Bundesverfassungsgericht aus Anlass seiner 60jährigen Existenz eine der dramatischen Erfolgsgeschichten der Bundesrepublik. Denn das nach dem Vorbild des amerikanischen «Supreme Court» geschaffene oberste Rechtsorgan hat sich durch seine rundum überzeugende Tätigkeit, nicht zuletzt in den zahlreichen umstrittenen Fällen, zur angesehensten Institution unseres Landes entwickelt. In einer historischen Perspektive verkörpert das Bundesverfassungsgericht die Vollendung des Rechtsstaats, wie er den Liberalen seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert vorgeschwebt hatte, auf den sie aber so lange hatten warten müssen. Man kann daher gut verstehen, wenn in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, die durchweg kein Verfassungsgericht besitzen, nicht wenige politisch aufgeschlossene Bürger uns um die Funktionstüchtigkeit des Bundesverfassungsgerichts beneiden.

Die Spiegel-Affäre vor fünfzig Jahren, als das Magazin von der Polizei überfallen und sein Herausgeber Rudolf Augstein mit wichtigen Mitarbeitern verhaftet wurde, ist dagegen mit keinem Ruhmesblatt für die deutsche Justizverwaltung verbunden. Nach ihrer Verletzung fundamentaler Rechtsgrundlagen endete der erbitterte Streit mit einem klaren Sieg für die Pressefreiheit. Und nicht nur das: Seither konnte sich die kritische Öffentlichkeit als neuartige Vierte Staatsgewalt durchsetzen, die neben Legislative, Exekutive und Judikative einen noch ungeschriebenen Verfassungsfaktor verkörpert.

Mit der Verfassung des Staates beschäftigt sich auch der nächste Beitrag, in dem Hitlers charismatische Herrschaft als Führerdiktatur gegen die Behauptung verteidigt wird, seine fleißig stilisierte Sonderstellung sei nur das manipulierte Propagandaprodukt einflussreicher, seit der Münchener Zeit in dieser Richtung aktiver Anhänger gewesen. Max Webers Lehre von der charismatischen Herrschaft
eignet sich vielmehr vorzüglich dazu, um die Eigenart des Führerregimes zu erfassen.

Ebenfalls um eine Verteidigung geht es bei der Intervention in die Debatte um Thilo Sarrazins Bestseller, der 2010 die deutsche Öffentlichkeit in einem verblüffenden Maße erregt hat. Anstatt sich auf seine Argumente einzulassen und ihn an gebotener Stelle zu kritisieren, hielten Spitzenfiguren der politischen Klasse wie auch Angela Merkel und Christian Wulff es für angebracht, das Buch ohne vorhergehende Lektüre abzuqualifizieren. Damit wurden unverzichtbare Standards der rationalen Diskussion verletzt, und deshalb verdienten Sarrazins Argumente, die über weite Strecken namentlich für Reformfreunde in der Bundesrepublik durchaus diskussionswürdig waren, entschiedenen Beistand.

Unter dem Titel, wie hoch Europas «Preis der Freiheit» zwischen 1990 und 2010 gewesen sei, geht es um die Präsentation der ersten deutschsprachigen Gesamtdarstellung dieser dramatischen Jahrzehnte im Stil einer exzellent geschriebenen Politikgeschichte.

Im zweiten Kapitel stehen Probleme der modernen Geschichtswissenschaft zur Debatte. In dem Streit um die vorrangige Geltung von Sozialgeschichte oder Kulturgeschichte betont der erste Aufsatz die neuartige Herausforderung durch die gegenwärtige Globalgeschichte, die wichtige neuartige Perspektiven eröffnet und damit vor allem auch den engen nationalhistorischen Rahmen überwindet, innerhalb dessen die Neuzeitgeschichte bisher durchweg in allen Ländern betrieben worden ist. Die Vorzüge des weltgeschichtlichen Ansatzes werden nachdrücklich betont, aber die Schwierigkeiten bei seiner Beherzigung, z.B. die erforderlichen Sprachkenntnisse, nicht verschwiegen.

In zwei eng zusammenhängenden Stücken wird das Verhältnis der Geschichtswissenschaft zur Soziologie und Politikwissenschaft diskutiert. Die Grundtendenz tritt in dem Pl&au
ml;doyer für die Bereitschaft zutage, dass die Historiker von diesen wichtigen Nachbarwissenschaften unverändert lernen können. Gleichzeitig werden diese an den Gewinn erinnert, wenn sie sich selber der historischen Argumentation – jedenfalls bereitwilliger als in letzter Zeit – öffnen.

Mit Christian Hartmanns Analyse des deutschen Ostkriegs von 1941/42 wird ein Glanzstück der modernen Kriegsgeschichte präsentiert, das sich durch drei Vorzüge auszeichnet: Es verficht eine scharfe Begrifflichkeit, es besitzt eine geradezu atemberaubend dichte empirische Basis, und es bietet eine ungewöhnlich abwägende Interpretation schwieriger Probleme, die dem Primat der Gerechtigkeit verpflichtet ist.

Hieran schließt sich eine Würdigung des amerikanischen Historikers Fritz Stern an, die aus Anlass der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität Oldenburg entstanden ist. Stern gehört seit einem halben Jahrhundert zu der Spitzengruppe der amerikanischen Deutschlandexperten, welche die neuzeitliche deutsche Geschichte so nachhaltig angeregt haben. Gleichzeitig hat er sich als «Public Intellectual» unablässig in wichtige Kontroversen mit einem entschiedenen Urteil eingeschaltet. Es ist rundum erfreulich, dass sich nach der Universität Breslau in seiner Heimatstadt endlich auch eine westdeutsche Universität zu dieser Ehrung entschlossen hat.

Nach der Unterstützung dieser erfreulichen Entscheidung folgt ein polemisches Plädoyer zugunsten des Freiburger «Center of Advanced Studies» (FRIAS), das nach dem berühmten Princetoner Vorbild ein attraktives, leistungsfähiges Forschungszentrum aufgebaut hatte, aber plötzlich aufgrund eines unverständlichen Entschlusses einer Prüfungskommission vor dem Aus steht. Hier ist dringend Beistand für ein vielversprechendes Unternehmen geboten.

Die Essays im d
ritten Kapitel kommentieren unterschiedliche Debatten. Zunächst wird die mentalitäts- und sozialgeschichtliche Bedeutung der Generation ’45 verteidigt – jener Generation von Intellektuellen: Sozialwissenschaftlern, Historikern, Juristen und nicht zuletzt Publizisten, die seit den späten 50er Jahren als einflussreiche «Meinungsmacher» agiert haben. Ihnen ging es nach der Erfahrung des Zweiten Weltkriegs, des Zusammenbruchs und des Neuanfangs darum, die zweite Chance, einen demokratischen Staat aufzubauen (nachdem das 1918/19 misslungen war), aktiv zu nutzen. Deshalb haben sie sich, was immer auch ihr Beruf war, als engagierte Teilnehmer in die öffentliche Diskussion eingeklinkt.

Ein weiterer Beitrag gibt einen kompakten Überblick über die deutsche Geschichte zwischen dem Mauerbau von 1961 und der Vereinigung der beiden Neustaaten von 1989.

Der folgende Essay kehrt zu einem Lieblingsthema des Verfassers zurück: der «Sozialen Ungleichheit» in der modernen deutschen Geschichte. Hier werden einige Grundlinien eingezeichnet, die soeben in seinem Buch über «Die neue Umverteilung» ausführlicher behandelt worden sind.

Lebhafter geht es in der Polemik zugunsten einer gesetzlich fixierten Frauenquote in den Vorständen und Aufsichtsräten der großen deutschen Unternehmen zu. Während die Zahl der Abiturientinnen, Studentinnen und Examenskandidatinnen (mit durchweg besseren Noten, als sie die jungen Männer aufweisen) stetig steigt, und hochqualifizierte junge Frauen auf dem Arbeitsmarkt vordringen, sollen ihnen Entscheidungspositionen in der Betriebshierarchie nach dem Urteil der Macho-Netzwerke weiter versperrt bleiben. Die Bundeskanzlerin, die reaktionäre Familienministerin und die FDP haben sich in einer unheiligen Allianz dem Vordringen der Frauen entgegengestellt. Dass diese Fehlentscheidung möglichst bald...


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