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Das Geheimnis des Hieronymus Bosch

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Produktdetails

Titel: Das Geheimnis des Hieronymus Bosch
Autor/en: Peter Dempf

EAN: 9783943824544
Format:  EPUB ohne DRM
hockebooks GmbH

3. März 2014 - epub eBook - 385 Seiten

Viele Legenden ranken sich um den »Garten der Lüste« von Hieronymus Bosch - gemalt zu einer Zeit, als die Heilige Inquisition das Europa des 16. Jahrhunderts in ihrem blutigen Griff fest umklammert hielt. Auch in der Werkstatt des berühmten Malers sind diese Auswirkungen zu spüren, wie der Malergeselle Petronius Oris leidvoll feststellen muss. Denn in s'-Hertogenbosch tobt ein gnadenloser Machtkampf zwischen der Inquisition und der berüchtigten Adamitensekte. Hunderte Jahre später muss der Restaurator Michael Keie das berühmte Gemälde nach einem Säureanschlag Unbekannter behandeln, bei der Restauration entdeckt er mysteriöse Symbole in tieferen Farbschichten. Seit diesem Fund umgarnt ihn Grit Vanderwerf, eine attraktive, aber auch undurchsichtige Kriminalpsychologin. Doch gilt ihr Interesse wirklich nur den Symbolen, wie Michael Keie vermutet? Auf zwei Zeitebenen erzählt Peter Dempf die faszinierende Entschlüsselung eines der bedeutendsten Kunstwerke der Kunstgeschichte, er verknüpft Wahrheit und Fiktion zu einem spannenden Leseerlebnis.
Peter Dempf, geboren 1959 in einem Augsburger Vorort, begann bereits als Zwölfjähriger mit seinen ersten Schreibversuchen: Auf dem Dachboden fand er eine zerfledderte Heftchenroman-Serie, deren fehlende Seiten er selbst ergänzte. Nach seinem Studium der Germanistik, Geschichte und Sozialkunde war er als Dozent für Deutsch als Fremdsprache sowie als Trainer für Körpersprache und Rhetorik für Industriebetriebe tätig, bevor er Lehrer an einem Gymnasium wurde.
Peter Dempfs Werke wurden mit ...

XVIII


Petronius lag auf seiner Pritsche, die Arme unter dem Kopf verschränkt, und dachte nach. Das Bild ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Das Bild, das direkt neben dem Holztisch gestanden hatte. Er hatte sofort gesehen, dass es sich um die erste Innentafel des Triptychons handelte, von dem er die Außenflügel bereits gesehen hatte. Nicht mehr die Weltretorte, das Ei, aus der das Paradies am sechsten Schöpfungstage schlüpfen würde, sondern das Paradies selbst. Aber was war das für ein Paradies gewesen, das sein Meister hier dem Betrachter vorgesetzt hatte?

Er wusste nicht mehr, was ihm mehr Angst eingejagt hatte, der Zustand seines Meisters oder die Art, wie dieses Bild angelegt worden war.

Jacob van Almaengien hatte ihn in ein Gespräch über das Gemälde verwickelt und Petronius hatte nicht entscheiden können, ob er ihn damit vom Zustand seines Meisters hatte ablenken oder ihm das Geheimnis des Bildes hatte offenbaren wollen.

„Was seht Ihr, Petronius Oris?“

„Meister Bosch, der sich in Krämpfen windet, Herr!“

Almaengien hatte auf das Paradiesbild gedeutet.

„Seht auf das Bild und vergesst den Maler. Ihm wird nichts geschehen. Er sucht sich eben einen Weg durch das Labyrinth der Bedeutungen. Den Paradiesgarten sollt Ihr Euch betrachten. Nun?“

Petronius war einen Schritt näher an die Tafel herangetreten. Hieronymus Bosch hatte aufgestöhnt und sich auf dem niederen Tisch hin und her geworfen. Das gurgelnde Atmen des Meisters hatte ihn beim Betrachten des Bildes verfolgt – und plötzlich hatte er gewusst, was ihn an dieser Darstellung erschreckte. Das Gemälde war in drei farblich voneinander unterschiedene Felder aufgeteilt, die jeweils eine eigene Bedeutung trugen: unten, in zart grünlicher Farbe, führte Jesus Adam Eva zu. Im mittleren, grünlich gelben Teil, dominierte
ein brunnenähnliches Gebilde, das dieselbe rötliche Farbe erhalten hatte wie das Gewand des Erlösers, und im himmelblauen Hintergrund wurde die Retortenwelt des umseitigen Schöpfungsgemäldes auch farblich wieder aufgenommen. Dennoch täuschte die Szenerie.

„Ist das wirklich ein Paradies?“, hatte Petronius nachgefragt und bemerkt, wie Jacob van Almaengien von hinten an ihn herangetreten war. Wieder war ihm dieser Geruch in die Nase gestiegen, der kaum wahrnehmbar und für ihn doch so verwirrend war. Auch die Stimme des Gelehrten hatte sich verändert und einen sanften, beinahe singenden Unterton bekommen.

„Es ist ein Paradies der besonderen Art! Ein Labyrinth der Sinne, wenn Ihr versteht. Ihr müsst ihn durchwandern, wenn er zu Euch sprechen soll.“

Es war Petronius, als würde er sich erst jetzt, nachdem er sich auf seinem Bett zur Ruhe begeben hatte und der Morgen sich langsam durch das Fenster seiner Kammer ankündigte, auf den Weg in das Bild hinein machen. Alles stand wieder vor seinem inneren Auge: das Stöhnen und Zerren seines Meisters, die Stimme Jacob van Almaengiens und das Paradiesgemälde.

In diesem Paradies hatte der Tod Einzug gehalten! Während Adam seine Eva betrachtete, fing eine Katze ihre Mäuse, fraß ein Vogel den Frosch, den er sich aus einem Teich im rechten unteren Bildrand gespießt hatte. Der Tümpel gebar Wesen einer anderen Welt: dreiköpfige Reiher, lesende Schnabeltiere, Einhornpferde, fliegende Fische. Niemand hatte je Ähnliches gesehen, niemand je davon gehört. Er wusste, dass die rote Tunika, die Jesus trug, Liebe bedeutete. Er ahnte, dass diese Liebe sich auf die Menschen erstreckte, nicht aber auf die Tierwelt. Er wunderte sich nur, dass Liebe und Tod sich im Paradies vertrugen. Und doch passte die Stimmung nicht. Adam und Eva betrachteten sich nicht mit Unschuld. Adam sah erstaunt hoch, w
ährend Eva bereits zu Boden blickte, als würde Scham sie dazu nötigen.

„Es ist nicht die Scham, die sie zu Boden blicken lässt!“

Jacob van Almaengien hatte das ausgesprochen, als läse er seine Gedanken.

„Wenn nicht das, was dann?“

Petronius wusste wohl, dass die ersten Stunden der beiden Paradiesbewohner voller Unschuld, voller Innigkeit gewesen sein mussten. Keiner von beiden hatte noch vom Baum der Erkenntnis gekostet.

Petronius sah dieser Eva ins Gesicht, holte sich diese Eva in Gedanken näher heran, überlebensgroß. Und jetzt wusste er, dass sie gedrängt werden musste. Sie wollte sich nicht zu Adam herabbeugen, musste vom Herrn erst dazu gezwungen werden. Sie widerstand erst und beugte sich schließlich der Gewalt des Herrn, der Gewalt Jesu, des Vertreters eines Neuen Testamentes. Sie war also nicht freiwillig die Frau des ersten Paradiesbewohners geworden. Gewalt zwischen Mann und Frau. Hatte diese elementare Störung der Idylle Meister Bosch dazu veranlasst, Gewalt ins paradiesische Spiel der Tiere zu streuen?

Petronius hatte auf den Brunnen in der Mitte gedeutet und gefragt:

„Ist das der Brunnen des Lebenswassers, Herr?“

Zuerst hatte sich Almaengien um Hieronymus Bosch gekümmert, der sich aufbäumte und stoßweise zu atmen begann. Er trat an den Meister heran und streichelte ihn von der Stirn herab bis hinunter zu den Zehen. Langsam entspannte sich der Körper Boschs und ein zufriedenes Lächeln zog über sein Gesicht.

„Er ist angekommen. Er sieht jetzt das Paradies!“, flüsterte Jacob van Almaengien und ließ sich wachend neben Bosch nieder.

Petronius war die Art zu sitzen aufgefallen, die Weise, wie Almaengien sich über seinen Meister beugte und dabei die Beine übereinander schlug. Aber in dieser Nacht brachte er einiges nicht zusammen und so w
idmete er sich wieder dem Gemälde.

Der Brunnen erhob sich über einer blaugrauen Insel, die aus Steinen und Phiolen bestand.

„Es ist eine zwiespältige Welt, Herr“, hatte Petronius ein Selbstgespräch begonnen. „Einerseits leben die Tiere hier friedlich nebeneinander, andererseits entsteigen dem See, der vom Wasser des Lebens gespeist wird, Höllenfiguren, wie der dreiköpfige Lurch dort.“

Er deutete auf das Tier, das am rechten Seeufer das Wasser verließ und mit seinen drei an schmalen Hälsen sitzenden Köpfen die Umgebung musterte.

Und dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Petronius richtete sich in seinem Bett auf. Die Szenerie belebte sich vor seinem Auge, als wäre sie auf die Schräge gegenüber seiner Schlafstatt gemalt.

In einer Öffnung des Lebenswasserbrunnens saß eine Eule und spähte nach draußen. Der Vogel der Weisheit einerseits, andererseits aber auch der Falschheit, das Attribut des Satans, ein Symbol der Ketzerei! Auge, sei wachsam, hieß es hier. Lass dich nicht täuschen. Das Blau der Insel warnte davor: Blau als die Farbe des Betrugs. Hier waren die Steine der Weisen versammelt, die Phiolen, mit denen die Gelehrten dem Elixier, der quinta essentia, nachspürten, es aber nie finden würden, weil sie niemals bis ins Paradies vordrangen. Verblendet waren sie alle, diese Sucher und Tüftler.

„Das Böse ist schon immer in dieser Welt gewesen!“, flüsterte Petronius lapidar.

„Das Böse und die Täuschung. Nur wer hinsieht, wird diese Botschaft bemerken, die Euer Meister hier hineingewoben hat.“

Noch vor einer Stunde hatte er das nicht verstanden.

Jacob van Almaengien wusch seine Hände in einem Wasserbecken, das Petronius bislang nicht bemerkt hatte. Er verwendete dazu eine Substanz, die das Wasser weiß aufschäumen
ließ. Der Gelehrte deutete mit dem Kinn zu Hieronymus Bosch hinüber.

„Wir müssen ihn zudecken. In einer Stunde wird er wieder erwachen. Dann kann ich Euch nur empfehlen, nicht mehr hier zu sein. Noch nie hat ihn jemand in diesem Zustand gesehen. Er wünscht sicher nicht, dass es jemand erfährt.“

Petronius studierte verstohlen die schäumende Substanz. Sie entfernte den Fettfilm von Almaengiens Händen.

„Eines noch, Herr“, warf Petronius ein. „Die Vögel im Hintergrund. Sie werden geboren, durchfliegen die Welt und kehren allesamt zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Nur dort werden sie getrennt, in die dunklen, die eingehen in das Ei und in die hellen, die in diesem Paradies einhergehen und sich vergnügen dürfen. Ich verstehe es soweit, dass der allmächtige Kreislauf der Natur von Leben und Tod beschrieben wird. Aber warum werden die Vögel getrennt?“

Jacob van Almaengien breitete eine Decke über den zitternden Körper Meister Hieronymus’ aus. Mit den Händen fuhr er über das Gesicht des Träumenden, auf dem wieder dieses eigenartige, Lächeln erschien. Dann erst antwortete er:

„Die Antwort erwächst aus dem Verstehen, Petronius Oris. Denkt nach, aber verlasst uns jetzt. Ich werde bei ihm sitzen und warten, bis er wieder erwacht. Schlaft jetzt.“

Er war die Treppe hinabgestiegen und hatte sich auf seine Pritsche gelegt, um zu schlafen. Aber der Schlaf kam nicht, die Erinnerung hielt ihn wach, das Erlebte rumorte in seinem Inneren wie schlecht verdautes Essen. Irgendetwas auf diesem Bild musste er übersehen haben. Wenn Hieronymus Bosch ihm vorwarf, eine Paradiesszene, die Eva aus dem Kopf des Herrn gebar, bringe ihn auf den Scheiterhaufen, dann war sein Meister ein mindestens ebenso sicherer Kandidat für die Hunde des Herrn!

In diesem Moment fiel ihm ein, dass er die Zeich
nung noch besaß, die Skizze, um derentwillen Meinhard hatte sterben müssen. In seinem Kopf verwirrte sich alles. Er musste Pieter aufsuchen, den Langen Zuider, den Entwurf verbergen und ...

Entschlossen schwang er sich von seinem Lager und schlüpfte in seine Schuhe. Es würde ein arbeitsreicher Tag werden und er wollte ihn zeitig beginnen.

XIX


Wie eine samtene Decke legten sich einige Tage später Sonne und...


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