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Das Bandoneon

Roman. 1. Auflage.
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Produktdetails

Titel: Das Bandoneon
Autor/en: Hans Meyer zu Düttingdorf

EAN: 9783841207456
Format:  EPUB
Roman.
1. Auflage.
Aufbau Digital

6. März 2014 - epub eBook - 432 Seiten

Der Tango und die Liebe. Die Journalistin Christina findet nach dem Tod ihrer Mutter eine alte Postkarte aus Buenos Aires mit dem Satz: "Das Bandoneon trägt mein ganzes Leben. - E." Fasziniert macht sie sich auf die Suche und reist nach Argentinien. Sie entdeckt nicht nur ein wunderbares, fremdes Land, sondern auch die Geschichte ihrer Urgroßmutter Emma, die als junges Mädchen auswanderte, um ihr Glück zu finden - und sich haltlos in einen Musiker verliebte. "Ein atmosphärisch dichter Roman, der ein Stück deutscher Geschichte, geschickt verpackt in eine große Familiensaga, erzählt." Neue Westfälische. "Ein Buch, das beinahe so unter die Haut geht, wie ein unvergesslicher Tango." Lausitzer Rundschau.
Hans D. Meyer zu Düttingdorf wurde 1967 in Bielefeld geboren. Er ist Musiker, Schauspieler und Unternehmenscoach und wurde für seine deutschsprachigen Chansons bereits mehrfach ausgezeichnet. Durch seinen Partner, Juan Carlos Risso, lernte er Argentinien und den Tango lieben. Gemeinsam entwickelten sie die Idee zum Buch "Das Bandoneon" und erarbeiteten dessen Geschichte. Die beiden leben in Berlin und in der Küstenstadt Necochea am argentinischen Atlantik.

1.


Da saß sie nun inmitten gepackter Kisten und letzter Möbel. Christina hielt eine Handvoll alter Fotos zwischen den Fingern – der Urlaub in Niendorf an der Ostsee, Fotos der unzähligen Wochenenden am Wannsee, Christina mit Schultüte und gelbem Kopftuch der Verkehrswacht – auf der Rückseite dieses Fotos hatte Mutter »Christinas erster Schultag« geschrieben. Sie musste lächeln über die liebevolle Überflüssigkeit dieser Notiz. Christina wollte nicht weinen, nicht jetzt, wo jeden Augenblick die Entrümpler in der Tür stehen würden.

Ihre Mama. Sie zwei waren es, die das Leben gemeinsam meisterten. Ein Leben mit einem viel zu früh verstorbenen Ehemann, einem nie gekannten Vater. Ein Leben voller Stolz, Zuneigung und auch Abhängigkeit voneinander. Wie wenig doch davon übrigblieb – diese paar Kisten, Möbel und einige Fotos, deren Ränder sich bereits wölbten. Christina hatte das Gefühl, die vergilbten Siebziger-Jahre-Fotos deckten sich mit den Farben ihrer Erinnerungen.

Sie hatten es beide gewusst – gewusst, dass ihre Mutter es diesmal nicht überstehen würde. Auch wenn Christina und sie niemals darüber sprachen. »Wir schaffen das schon.« So als könne man ein nahendes Gewitter dadurch aufhalten, dass man ihm den Rücken zudreht. Alles ging so furchtbar schnell. Dieser erste Anruf damals, ihre Mutter mit entkräfteter Stimme: »Kind, ich habe da was im Bauch.«

Noch immer wagte Christina nicht das Wort »Krebs« auszusprechen. »Ich habe da was im Bauch …« war so aggressiv, dass unmittelbar nach der Diagnose Operation und Chemo folgten. Schmerzen, unsägliche Übelkeit, Perücke, Angst, Hoffnung, gute Diagnose, vier Wochen Vertrauen in die Milde des Schicksals – wir schaffen das schon – und schließl
ich das niederschmetternde Urteil: Es war zu spät. Der rasante Verfall ihrer Mutter ließ keinen Platz für Zweifel. Nein, sie hatten es nicht geschafft. Und nun saß sie hier in der fast ausgeräumten Wohnung, wartete darauf, dass die Entrümpler auch noch das letzte bisschen greifbare Existenz mitnahmen, und konnte ihre Tränen nicht aufhalten.

Ein Klingeln riss Christina aus ihren Gedanken. Sie stürzte zur Tür, bemerkte dabei, dass es nicht die Türschelle war, sondern ihr Handy. »Bernd« stand auf dem Display. Bernd hatte ihr in diesem Moment gerade noch gefehlt. Er war der Mann, mit dem sie ihr Leben teilte. Zumindest hatte sie das seinerzeit vorgehabt, als sie ihm glücksdurchströmt ihr Ja-Wort entgegenhauchte. O nein, diese Baustelle wollte sie nun definitiv nicht auch noch in ihre Gedanken lassen. Die Entscheidung »wegdrücken« oder »rangehen« wurde ihr von den an der Eingangstür klingelnden Entrümplern abgenommen. Als sie die Tür öffnete, spiegelte sich in der Miene ihres Gegenübers Christinas Befürchtung wider: Ihr Make-up hing als zwei schmuddelig schwarze Flussdeltas unter ihren geröteten Augen … Mist, es musste doch nicht jeder gleich sehen … Warum eigentlich nicht? Warum sollte nicht jeder gleich sehen, dass – ja, genau, dass …

»Ja, das kann alles mit, außer den Fotos hier auf der Kiste. Warten Sie, ich packe die Bilder schon weg … vielen Dank … ja, ich weiß, schade um die schöne Ledergarnitur – vielleicht können Sie sie ja … Ach ja, natürlich, wenn Sie jede Sitzgarnitur nehmen wollten … schon klar … war ja nur so eine Idee … vielen Dank … ja, meine Mutter … ist nicht leicht, nein, bitte, nehmen Sie jetzt die Sachen mit, je schneller, desto besser, so wird es einfacher für mich sein – vie
len Dank …« Bei so vielen »Vielen Danks« hätte Pit ihr einen Artikel komplett gestrichen. Voraussichtlich mit einer treffenden Bemerkung wie: »So viele Wörter hat die deutsche Sprache – warum benutzt du sie nicht?« Christina musste bei dem Gedanken an ihren Redaktionschef lächeln.

»Dieses Foto war noch hinter der Kommodenschublade eingeklemmt.« Der Packer reichte ihr ein uraltes Schwarz-Weiß-Foto mit irgendeinem Musikensemble drauf.

Es war eine alte Postkarte. Christina steckte sie zu den anderen Aufnahmen in ihrer Tasche. Dann schleppten diese Männer also das Leben ihrer Mutter aus der Wohnung und damit auch einen Teil ihres eigenen Lebens. Sofa, Sessel, Regale, das Schlafzimmer mit Doppelbett, in dem die zweite Hälfte immer leer war.

Ob Mutter wohl jemals wieder …?

Christina ging in die Küche. Wenigstens konnten die Küchenmöbel in der Wohnung bleiben. Wäre auch schade drum gewesen. Die Küche war doch noch so gut wie neu. Christina schaute aus dem Küchenfenster auf die Baumkrone im Hinterhof. Ihre Mutter liebte diesen vierten Stock.

»Ich will nichts über mir haben, das mir auf die Schultern drückt«, hatte sie gesagt. Sie hatte deshalb immer im obersten Stock wohnen wollen, nur noch das Dach und den Himmel über sich. Ob Christina denn nicht auch bemerke, wie sich Licht und Energie in einem Haus beim Übergang vom dritten in den vierten Stock änderten?

»Ich merke nur, wie sich meine Energie ab ungefähr dem zweiten Stock langsam aufbraucht, wenn ich dir deine Wasserkisten schleppe«, hatte sie damals geantwortet.

Ihre Mutter hatte nur gelacht. Wenn Mutter doch wenigstens einen Fahrstuhl gehabt hätte. Vielleicht hätte sie dann sogar in ihrer Wohnung etwas länger bleiben können. Die Stimme des Entrümplers riss Christina aus ihr
en Gedanken. Erst jetzt bemerkte sie, dass die Wohnung so gut wie leer war.

»Sie sind ja schon fast fertig.«

Der Mann gab ihr mit kräftigem Druck die Hand und verabschiedete sich. »Sollen wir die Tür zuziehen?«

»Ja, bitte.«

Nun hallten Christinas Schritte in der leeren Wohnung. Wie kalt und grau plötzlich alles war und wie heruntergekommen so eine ausgeräumte Wohnung aussah. All die Tapetenränder von nicht mehr existenten Möbeln und Bildern. Umrisse einer Erinnerung, Schattenwürfe eines Lebens. Einmal noch durchatmen, einmal noch die wieder aufsteigenden Tränen unterdrücken und dann gehen. Es war alles mit der Hausverwaltung geregelt. Christina würde den Schlüssel in den Briefkasten werfen und später die Renovierungskosten begleichen. Ein neuer Mieter sei schon gefunden.

Ein neuer Mieter, wie seltsam das klang. Das war doch die Wohnung ihrer Mutter. Hier war Christina selbst aufgewachsen, in diese Wohnung gehörten doch nur Mama und sie.

Nun zog sie also tatsächlich die Tür ein letztes Mal hinter sich zu. Abschließen lohnte nicht, war ja außer der Einbauküche nichts mehr drin. Christina zögerte am Briefkasten. Wenn sie den Schlüssel jetzt hineinwarf, gab es wirklich kein Zurück mehr. Tief einatmen, Metall fiel auf Metall, dann schnell raus an die frische Luft, sich den leichten Wind ins Gesicht wehen lassen, vielleicht trocknete er ja die Tränen. Ihr verwüstetes Make-up war Christina egal. Sie schaltete das Handy aus und ging ziellos durch die Straßen. Nur nicht umdrehen, nach vorne schauen.

»Mama, ich vermisse dich!«

Das Gehen tat ihr gut. Sie schaute sich die Häuser an. Breite Bürgersteige vor den Altbaufassaden. Sie liebte dieses alte Berlin, hinter dessen Fenstern sich so viele Geschichten verbargen. Sie liebte es, sich vorzu
stellen, wer wohl in diesen Wohnungen gelebt hatte, wie sie einst eingerichtet waren. Wer hatte denn früher eigentlich in den Ein-Zimmer-Wohnungen im Hinterhaus gelebt? Waren es die Angestellten der herrschaftlichen Vorderhaus-Bewohner? Im Vergleich zum so genannten modernen Wohnungsbau waren allerdings auch diese Hinterhauswohnungen nahezu prunkvoll. Wenn sie an das Fünfziger-Jahre-Loch dachte, in dem Bernd und sie ihre Mainzer Studienzeit verbracht hatten, glich jedes Treppenhaus eines Altbaus tatsächlich einem Palastaufgang.

Als Journalistin interessierte sie sich dagegen gerade für die anderen Bezirke: Berlin, du kannst so hässlich sein … Straßen, auf denen wilde Müllentsorgung zum Routinebild gehörte, Hochhauskolonien, die die Sonne nahmen, oder auch diejenigen Bezirke, die eher wie eine provinzielle Vorstadt in Westdeutschland aussahen.

Schließlich stand Christina vor ihrer Haustür. Sie war selbst überrascht, wie sie, ohne zu denken, den Weg genommen hatte. Sie stand im Eingangsflur mit seinen hohen Decken und öffnete mechanisch den Briefkasten. Die Umsonst-und-werbungtriefende-ein-Wochen-Fernsehprogrammzeitschrift warf sie, eingeschweißt, wie sie war, in den bereitstehenden Papierabfall.

Heute lieber Treppe als Fahrstuhl.

»Merkst du nicht, wie sich Licht und Energie vom dritten auf den vierten Stock eines Hauses ändern?«

Sie schloss die diversen Schlösser auf. Bernd war ein Sicherheitsfanatiker.

»Wofür brauchen wir diese vielen Schlösser und Riegel? Sollte unser Haus mal einstürzen, wird als Einziges unsere Tür abgeschlossen bis zum Schluss in ihrer Zarge verharren. Das ist doch total überflüssig, wir leben hier in Berlin und nicht in Takatuka-Land«, hatte ihm Christina einmal vorgeworfen.

»Sei froh, dass wir nicht in Takatuka-Land sind, sonst würdest du nämli
ch das Feuer bewachen und die Höhle sauber halten müssen. Aber das letzte Mal, dass du einen Staubwedel in der Hand hattest, war ja wohl, um ihn mir zu schenken. Und…«, war Bernd seinerzeit fortgefahren, »man kann überhaupt nicht vorsichtig genug sein. Auch in Berlin werden viele Wohnungen aufgebrochen. Glaubst du denn, unsere Versicherung würde auch nur einen Cent bezahlen, wenn wir nicht unsere Wohnung vernünftig sichern?«

»Versicherung! Bernd, dein ganzes Leben ist doch eine einzige Versicherung. Sei doch mal lockerer. Und sei mal kreativer. Als Mathematiker kann man so tolle Sachen machen, zum Beispiel … na ja, das wirst du doch wohl...


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