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Der lange Weg nach Westen - Deutsche Geschichte II

Vom 'Dritten Reich' bis zur Wiedervereinigung.
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Produktdetails

Titel: Der lange Weg nach Westen - Deutsche Geschichte II
Autor/en: Heinrich August Winkler

EAN: 9783406661419
Format:  EPUB
Vom 'Dritten Reich' bis zur Wiedervereinigung.
Beck C. H.

19. März 2014 - epub eBook

Der zweite Band von Winklers deutscher Geschichte behandelt die zwölf Jahre der nationalsozialistischen Diktatur, die über vier Jahrzehnte, in denen Deutschland in zwei Staaten geteilt war, und schließlich die Wiedervereinigung. Es ist eine Geschichte von Zusammenbrüchen und Neuanfängen, von Diktatur und Demokratie und auch des Nachdenkens über Deutschland - eine dramatische Geschichte, anschaulich und spannend dargestellt von einem Historiker und Publizisten, der auch in diesem Buch dem Motto folgt: Erzählen heißt erklären, warum es so gekommen ist.
«... aus einem Guss, umfassend informiert, prägnant formuliert. »
Ulrich Herbert, Neue Zürcher Zeitung
Heinrich August Winkler ist emeritierter Professor für Neueste Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Die «innere Emigration» blieb ein Phänomen der mittleren und älteren Generation. Jüngere Intellektuelle neigten dazu, im Nationalsozialismus die Kraft einer umfassenden Erneuerung der Nation zu sehen – oder ihn dazu zu machen. In den Schaltstellen der SS, ihres Sicherheitsdienstes, des SD und der Gestapo saßen Mitte der dreißiger Jahre junge Akademiker, die ihr Studium in der «Systemzeit», der Weimarer Republik, absolviert hatten – Männer wie der 1903 geborene Mainzer Beamtensohn und Jurist Werner Best, der der Geheimen Staatspolizei als Organisator, Personalchef, Justitiar und Ideologe diente.

Das «Kriegserlebnis» der jungen nationalsozialistischen Technokraten waren die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen in Deutschland zwischen 1918 und 1920 und von 1930 bis 1933, vor allem aber die Kämpfe um Oberschlesien und während der Ruhrbesetzung von 1923. Die jungen nationalsozialistischen Intellektuellen waren geprägt vom völkischen Nationalismus und entschlossen, mit den Mitteln des totalen Staates eine rassisch homogene Volksgemeinschaft aufzubauen. Die Ausschaltung von «Bolschewisten», «Marxisten» und anderen Staatsfeinden war ihr Verantwortungsbereich, und sie waren auf diesem Gebiet seit 1933 ein gutes Stück vorangekommen. Die Ausschaltung der Juden aber war noch eine weithin ungelöste Aufgabe. Die jungen Akademiker in SS, SD und Gestapo wußten das, und sie arbeiteten an einer Lösung.[16]

Eine forcierte Auswanderung aus Deutschland hätte theoretisch eine «Lösung der Judenfrage» im nationalsozialistischen Sinn sein können, und schon im ersten Jahr des «Dritten Reiches» wurde tatsächlich ein Versuch in dieser Richtung unternommen: Das Reichswirtschaftsministerium schloß im August 1933 mit zionistischen Vertretern aus Deutschland un
d Palästina das «Haavarah-Abkommen», das es jüdischen Emigranten erleichterte, einen Teil ihres Vermögens indirekt nach Palästina zu transferieren (einen anderen Teil eignete sich das Deutsche Reich an, das überdies mehr Waren als bisher in Palästina absetzen konnte). Für die meisten der 60.000 Juden, die zwischen 1933 und 1939 nach Palästina auswanderten, bedeutete das Abkommen eine gewisse materielle Hilfe. Von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen erforderte jedoch erhebliche Geldmittel, über die nur ein Teil der deutschen Juden verfügte. Und auch von den vermögenden Juden hielt einstweilen nur eine Minderheit die Lage in Deutschland für so bedrohlich, daß sich ihr der Gedanke an Emigration aufdrängte. In den Jahren 1933 bis 1937 verließen etwa 129.000 von insgesamt 525.000 Juden Deutschland, die meisten davon in Richtung Westeuropa.

Im Frühjahr 1935 verstärkte sich wieder der antisemitische Druck von «unten», wobei vor allem nationalsozialistische Mittelständler in Erscheinung traten, die sich durch spontane Aktionen wie Überfälle auf jüdische Läden unliebsamer Konkurrenten zu entledigen versuchten. Die wirtschaftlichen Schäden waren beträchtlich, und das negative Echo im Ausland war so massiv, daß sich das Regime, auf Betreiben vor allem des «bürgerlichen» Reichswirtschaftsministers Hjalmar Schacht, im August zu einer Kanalisierung des Protests entschloß.

Das Ergebnis waren die «Nürnberger Gesetze», die der Reichstag am 15. September 1935, während des Reichsparteitags der NSDAP und an dessen Tagungsort, verabschiedete. Das Reichsflaggengesetz beseitigte das im März 1933 eingeführte Nebeneinander der Hakenkreuzfahne und der schwarz-weiß-roten Flagge des Kaiserreichs zugunsten des nationalsozialistischen Symbols, das nun zur
alleinigen Nationalfahne erklärt wurde. Das Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre verbot Eheschließungen sowie außerehelichen Geschlechtsverkehr von Juden und Staatsangehörigen deutschen oder «artverwandten» Blutes; es untersagte überdies Juden, «arische» Hausangestellte weiblichen Geschlechts unter 45 Jahren zu beschäftigen und die Hakenkreuzfahne zu hissen. Das Reichsbürgergesetz definierte den Begriff des «Staatsangehörigen» und schuf für die «arischen» Deutschen die Rechtsfigur des Reichsbürgers. Nur Reichsbürger hatten die vollen politischen Rechte wie das Wahlrecht; die bloßen Staatsangehörigen wurden auf den Status von geduldeten Gästen heruntergedrückt.

Hitler wählte von den vier Entwürfen des Staatsbürgergesetzes, die ihm vorgelegt wurden, den «mildesten» aus, strich aber die einschränkende Bestimmung, wonach das Gesetz nur für «Volljuden» galt. Die Folge war, daß auf dem Verordnungsweg festgelegt werden mußte, wer «Volljude», wer «Mischling ersten und zweiten Grades», wer «Geltungsjude», wer «Deutschblütiger» war – und welche Konsequenzen sich für die nicht rein «Deutschblütigen» daraus ergaben. Die Rolle des obersten Schiedsrichters in Zweifelsfällen behielt sich Hitler selbst vor.

Die «Nürnberger Gesetze» hoben die Judenemanzipation auf und reduzierten das Deutschsein auf eine Frage der Biologie. Die Kampfansage an die Kultur war offenkundig und traf doch nicht selten auf Zustimmung. Die Beschränkung des jüdischen Einflusses auf dem Gesetzesweg wurde eher akzeptiert als wilde Aktionen gegen die Juden. In einem amtlichen Bericht aus Berlin hieß es, nach Jahren des Kampfes zwischen Deutschtum und Judentum seien nun &la
quo;endlich klare Verhältnisse geschaffen», was «überall große Befriedigung und Begeisterung im Volke» ausgelöst habe. In Koblenz gab es «Genugtuung», weil das Blutschutzgesetz «mehr als die unerfreulichen Einzelaktionen die erwünschte Isolierung des Judentums herbeiführen» werde. Die Vertrauensleute der Sozialdemokratie sprachen hingegen von Ablehnung der Judengesetze in Arbeiterschaft und Bürgertum, ja «bis weit in nationalsozialistische Kreise hinein». Mindestens ebenso häufig wie die Entrechtung der Juden wurde freilich dieser Quelle zufolge die Verdrängung der kaiserlichen Flagge durch das Hakenkreuz kritisiert – also dasjenige der «Nürnberger Gesetze», das auch nach Meinung der offiziellen Berichterstatter eher unpopulär war.

Äußerlich trat nach den «Nürnberger Gesetzen» eine gewisse Beruhigung ein. 1936 war das Jahr der Olympischen Spiele in Garmisch-Partenkirchen und Berlin, und aus diesem Anlaß wollte die nationalsozialistische Führung der Welt ein freundliches Bild von Deutschland vermitteln. Als am 5. Februar der jüdische Medizinstudent David Frankfurter den Landesgruppenleiter der Auslandsorganisation der NSDAP in der Schweiz, Wilhelm Gustloff, erschoß, unterband das Regime alle antisemitischen Kundgebungen und Aktionen: Am Tag darauf begannen die Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen.

Zweieinhalb Jahre später löste ein anderes Attentat die größte Pogromwelle aus, die Deutschland seit den Judenmorden in der Pestzeit von 1348 bis 1350 erlebt hatte. Am 7. November 1938 schoß Herschel Grynszpan, Sohn einer aus Deutschland zur polnischen Grenze deportierten jüdischen Familie, auf den Gesandtschaftsrat an der deutschen Botschaft in Paris, Ernst vom Rath, und verwundete ihn schwer. Der Anschlag fiel in eine Zeit
anschwellender antisemitischer Ausschreitungen, darunter Brandstiftungen in Synagogen in München und Nürnberg, und diskriminierender Maßnahmen wie eines Berufsverbots für jüdische Ärzte und Rechtsanwälte. Am Nachmittag des 9. November erlag Ernst vom Rath seinen Verletzungen. Binnen weniger Stunden brannten in ganz Deutschland die Synagogen. 267 jüdische Gotteshäuser wurden zerstört, etwa 7500 jüdische Geschäfte verwüstet. Mindestens 91 Juden wurden getötet; Hunderte begingen Selbstmord oder starben infolge von Mißhandlungen in den Konzentrationslagern, wohin vermögende Juden zu Zehntausenden verbracht worden waren, um sie zur Auswanderung zu zwingen.

Das Signal zu den Pogromen der «Reichskristallnacht» hatte Goebbels nach Rücksprache mit Hitler gegeben. Verübt wurden die Greueltaten von SA, SS und zahllosen Parteigenossen. Die Bevölkerung war aktiv kaum beteiligt und ließ nur selten Sympathie für die Akte des Vandalismus erkennen. «Auch den Gesichtern war ganz selten einmal anzumerken, was ihre Besitzer dachten», hieß es in einem Bericht aus München. «Hier und da fielen Worte der Schadenfreude, aber auch solche des Abscheus konnte man gelegentlich hören.» Im kleinen Heilbrunn bei Bad Tölz begrüßte ein Teil «das Vorgehen gegen die Juden, andere sahen dem Vorgehen gelassen zu, und wieder andere haben eher Mitleid, auch wenn sie das nicht offen aussprechen». Den sozialdemokratischen Vertrauensleuten zufolge wurden die «Ausschreitungen von der großen Mehrheit des deutschen Volkes scharf verurteilt».

Am 10. November ordnete Goebbels das Ende des Pogroms an. Die endgültige Antwort, so verlautete aus dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, werde dem Judentum auf dem Weg der Gesetzgebung erteilt. Am 12. Novemb
er ergingen die ersten Verordnungen. Die deutschen Juden...


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