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Anmerkungen übers Theater. Shakespeare-Arbeiten und Shakespeare-Übersetzungen

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Produktdetails

Titel: Anmerkungen übers Theater. Shakespeare-Arbeiten und Shakespeare-Übersetzungen
Autor/en: Jakob Michael Reinhold Lenz

EAN: 9783159604190
Format:  EPUB
Studienausgabe (Reclams Universal-Bibliothek).
Herausgegeben von Hans-Günther Schwarz
Reclam Verlag

26. März 2014 - epub eBook - 197 Seiten

Lenz' »Anmerkungen übers Theater«, die 1774 erstmals veröffentlicht wurden, markieren einen Umbruch in der Geschichte des deutschen Dramas: Unter dem Einfluss Shakespeares entwickelte Lenz einen völlig neuen Dramentypus. Diese neue unmodernisierte und umfangreich kommentierte Studienausgabe des Textes bietet neben den Anmerkungen weitere, außerordentlich einflussreiche theoretische Werke von Lenz über Shakespeare und zusätzlich zwei seiner Beispielübersetzungen.
Anmerkungen übers Theater
Amor vincit omnia
Über die Veränderung des Theaters im Shakespear
Das Hochburger Schloß
Vertheidigung des Herrn W. gegen die Wolken [Auszug]
Coriolan [Auszug]
Shakespears Geist

Anhang
Zur Textgestalt
Anmerkungen
Literaturhinweise
Nachwort

Anmerkungen übers Theater


Diese Schrift ward zwey Jahre vor Erscheinung der deutschen Art und Kunst und des Götz von Berlichingen in einer Gesellschaft guter Freunde vorgelesen. Da noch manches für die heutige Bellitteratur drinn seyn möchte, das jene beyden Schriften nicht ganz überflüssig gemacht, so theilen wir sie – wenn nicht anders als das erste ungehemmte Räsonnement eines unpartheyischen Dilettanten – unsern Lesern Rhapsodienweis mit.

M. H.

Nec minimum meruere decus, vestigia greca
Ausi deserere
 –                                     Horat.

Der Vorwurf einiger Anmerkungen, die ich für Sie auf dem Herzen habe, soll das Theater seyn. Der Werth des Schauspiels ist in unsern Zeiten zu entschieden, als daß ich nöthig hätte, wegen dieser Wahl captationem benevolentiae vorauszuschicken, wegen der Art meines Vortrags aber muß ich Sie freylich komplimentiren, da meine gegenwärtige Verfassung und andere zufällige Ursachen mir nicht erlauben, so weit mich über meinen Gegenstand auszubreiten, so tief hineinzudringen, als ich gern wollte. Ich zimmere in meiner Einbildung ein ungeheures Theater, auf dem die berühmtesten Schauspieler alter und neuer Zeiten nun vor unserm Auge vorbeyziehen sollen. Da werden Sie also sehen die grossen Meisterstücke Griechenlands von eben so grossen Meistern in der Aktion vorgestellt, wenn wir dem Aulus Gellius glauben wollen und andern. Sie werden, wenn Sie belieben, im zweyten Departement gewahr werden die Trauerspiele des Ovids und Seneka, die Lustspiele des Plautus und Terenz und den grossen Kom&oum
l;dianten Roscius, dessen der berühmte Herr Cicero selbst mit vieler Achtung erwähnt. Werden sehen die drey Schauspieler, die sich in eine Rolle theilen, die Larven, die uns Herr du Bos so ausführlich beschreibt, den ganzen furchtbaren Apparatus, und dennoch den alten Römern müssen Gerechtigkeit wiederfahren lassen, daß die wesentliche Einrichtung ihrer Bühne und ihr Parterre, das wills Gott aus nichts weniger als der Nation bestand, diese scheinbaren Ausschweifungen von der Natur nothwendig machten. Daß aber die Alten ihre Stücke mehr abgesungen als recitirt, scheint mir aus dem du Bos sehr wahrscheinlich, da es sich so ganz natürlich aus dem Ursprung des Schauspiels erklären läßt, als welches anfangs nichts mehr gewesen zu seyn scheint, als ein Lobgesang auf den Vater Bachus von verschiedenen Personen zumal gesungen. Auch würden eines so ungeheuren Parterre unruhige Zuhörer wenig Erbauung gefunden haben, wenn die Akteurs ihren Prinzessinnen zärtliche Sachen vorgelispelt und vorgeschluchst, die sie unter den Masken selbst kaum gehört, wiewohl auch heutiges Tags sich zuzutragen pflegt, geschweige. Doch lassen wir das lateinische Departement, Sie werden im Italienischen, Helden ohne Mannheit und dergleichen, da aber Orpheus den dreyköpfigten Cerberus selbst durch den Klang seiner Leyer dahin gebracht, daß er nicht hat muksen dürfen, sollte ein Sänger oder Sängerin nicht den grimmigsten Kunstrichter? Ich öfne also das vierte Departement, und da erscheint – ach schöne Spielewerk! da erscheinen die fürchterlichsten Helden des Alterthums, der rasende Oedip, in jeder Hand ein Auge und ein grosses Gefolge griechischer Imperatoren, römischer Bürgermeister, Könige und Kayser, sauber frisirt in Haarbeutel und seidenen Strümpfen, u
nterhalten ihre Madonnen, deren Reifröcke und weisse Schnupftücher jedem Christenmenschen das Herz brechen müssen, in den galantesten Ausdrücken von der Heftigkeit ihrer Flammen, daß sie sterben, ganz gewiß und unausbleiblich den Geist aufgeben, sich genöthigt sehen, falls diese nicht. Ich darf mich hier nicht lange erst besinnen, was für Meister für diese Bühne gearbeitet, grosse Akteurs auf derselben erschienen, es würde mir beschwerlicher werden, Ihnen die Liste von beyden vorzulegen, als es dem guten Vater Homer mag geworden seyn, die griechischen und trojanischen Officiere herzubethen. Man darf nur die vielen Journäle, Merkure, Ästhetiken mit Pröbchen gespickt – und was die Schauspieler betrift, so ist der feine Geschmack ihnen überall schon zur andern Natur geworden, über und unter der sie wie in einem andern Clima würden ersticken müssen. In diesem Departement ist Amor Selbstherrscher, alles athmet, seufzt, weint, blutet, ihn und den Lichtputzer ausgenommen ist noch kein Akteur jemals hinter die Coulisse getreten, ohne sich auf dem Theater verliebt zu haben. Laßt uns nun noch die fünfte Kammer besehen, die von dieser die umgekehrte Seite war, obschon es den erleuchteten Zeiten gelungen, auch bis dahin durchzudringen und der höllischen Barbarey zu steuren, die die Dichter vor und unter der Königin Elisabeth daselbst ausgebreitet. Diese Herren hatten sich nicht entblödet, die Natur mutterfadennackt auszuziehen und dem keusch- und züchtigen Publikum darzustellen wie sie Gott erschaffen hat. Auch der häßliche Gärrick hört allmählich auf, mit seinem Götzen Shakespear Wohlstand, Gelüschmack und Moralität, den drey Grazien des gesellschaftlichen Lebens, den Krieg anzukündigen. Nun und gleich bey lüpfe ich den Vorhang und zeige Ihnen – ja w
as? ein wunderbares Gemenge alles dessen, was wir bisher gesehen und erwogen haben, und das zu einem Punkt der Vollkommenheit getrieben, den kein unbewafnetes Auge mehr entdecken kann. Deutsche Sophokles, deutsche Plautus, deutsche Shakespears, deutsche Franzosen, deutsche Metastasio, kurz alles was Sie wollen, durch kritische Augengläser angesehen und oft in einer Person vereinigt? Was wollen wir mehr. Wie das alles so durcheinander geht, Cluvers orbis antiquus mit der neueren Heraldik, und der Thon im Ganzen so wenig deutsch, so kritisch bebend, gerathen schön – wer Ohren hat zu hören, der klatsche, das Volk ist verflucht.

Nachdem ich also fertig bin und Ihnen so gut ich konnte, die Bühne aller Zeiten und Völker in aller Geschwindigkeit zusammengenagelt, so erlauben Sie mir, m. H. Sie beym Arm zu zupfen und mittlerweile das übrige Parterre mit ofnem Mund und gläsernen Augen als Katzen nach dem Taubenschlage zu den Logen hinaufglurt, Ihnen eine müßige Stunde mit Anmerkungen über Theater, über Schauspieler und Schauspiel anzufüllen. Sie werden mir als einem Fremden nicht übel nehmen, daß ich mit einer gewissen Freiheit von den Dingen rede und meine Worte –

Mit Ihrer Erlaubnis werde ich also ein wenig weit ausholen, weil ich solches zu meinem Entzweck – meinem Entzweck? Was meynen Sie aber wohl, das der sey? Es giebt Personen, die eben so geneigt sind was Neues zu sagen und das einmal gesagte mit allen Kräften Leibes und der Seele zu vertheidigen, als der gröbere Theil des Publikums, der dazu geschaffen ist, ewig Auditorium zu seyn, geneigt ist, was Neues zu hören. Da ich hier aber kein solches Publikum – so untersteh ich mich nicht, Ihnen den letzten Entzweck dieser Anmerkungen, das Ziel meiner Partheygänger anzuzeigen. Vielleicht werden Sie, wenn Sie mit mir fortgeritten sind, von selbst drauf sto
ssen und alsdenn –

Wir alle sind Freunde der Dichtkunst, und das menschliche Geschlecht scheint auf allen bewohnten Flecken dieses Planeten einen gewissen angebohrnen Sinn für diese Sprache der Götter zu haben. Was sie nun so reizend mache, daß zu allen Zeiten – scheint meinem Bedünken nach nichts anders als die Nachahmung der Natur, das heißt aller der Dinge, die wir um uns herum sehen, hören etcetera, die durch die fünf Thore unsrer Seele in dieselbe hineindringen, und nach Maßgabe des Raums stärkere oder schwächere Besatzung von Begriffen hineinlegen, die denn anfangen in dieser Stadt zu leben und zu weben, sich zu einander gesellen, unter gewisse Hauptbegriffe stellen, oder auch Zeitlebens ohne Anführer, Commando und Ordnung herumschwärmen, wie solches Bunian in seinem heiligen Kriege gar schön beschrieben hat. Wie besoffene Soldaten oft auf ihrem Posten einschlafen, zu unrechter Zeit wieder aufwachen etcetera, wie man denn Beyspiele davon in allen vier Welttheilen antrift. Doch bald geb ich selbst ein solches ab – ich finde mich wieder zurecht, ich machte die Anmerkung, das Wesen der Poesie sey Nachahmung und was dies für Reiz für uns habe – Wir sind, m. H. oder wollen wenigstens seyn, die erste Sprosse auf der Leiter der freyhandelnden selbstständigen Geschöpfe, und da wir eine Welt hie da um uns sehen, die der Beweiß eines unendlich freyhandelnden Wesens ist, so ist der erste Trieb, den wir in unserer Seele fühlen, die Begierde ’s ihm nachzuthun; da aber die Welt keine Brücken hat, und wir uns schon mit den Dingen, die da sind, begnügen müssen, fühlen wir wenigstens Zuwachs unsrer Existenz, Glückseligkeit, ihm nachzuäffen, seine Schöpfung ins Kleine zu schaffen. Obschon ich nun wegen dieses Grundtriebes nicht nöthig hätte mich auf ein
e Authorität zu berufen, so will ich doch nach der einmal eingeführten Weise mich auf die Worte eines grossen Kunstrichters mit einem Bart lehnen, eines Kunstrichters, der in meinen Anmerkungen...


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