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Windsbraut

Wie ich lernte, die Sprache der Pferde zu verstehen. 1 Bo…
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Produktdetails

Titel: Windsbraut
Autor/en: Sylvia Brandis

EAN: 9783841207333
Format:  EPUB
Wie ich lernte, die Sprache der Pferde zu verstehen.
1 Bogen s/w Abbildungen (16 Seiten).
Aufbau Digital

20. März 2014 - epub eBook - 352 Seiten

Die mit den Pferden spricht

Seit ihrer Kindheit träumte Sylvia Brandis den Traum vieler "Pferdemädchen" - ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Mit Durchsetzungsvermögen, Fleiß und etwas Glück hat sie ihn verwirklichen können. Auch wenn das Schicksal ihr manchen Hieb versetzt - die Liebe zu den Pferden ist die große Konstante ihres Lebens. Schon bald wird sie zum Geheimtipp für die Besitzer "schwieriger" Pferde. Sie trainiert die Tiere nicht durch Dominanz und Zwang, sondern führt ein "Gespräch" mit ihnen. Anfang der neunziger Jahre zieht Sylvia Brandis nach Schweden, wo sie heute zu den anerkanntesten Equitherapeuten gehört. Kenntnisreich und poetisch zugleich schildert sie den Alltag mit den Pferden, die Hoffnungen und Glücksmomente, aber auch die Rückschläge, die dieses Leben bereithält.

"Die Haupteigenschaft, die ein Pferd für mich begehrenswert macht, unterscheidet sich nicht wesentlich von der, die ich auch an Männern schätze - die Glut, das innere Feuer."


Sylvia Brandis, geboren in Hamburg, studierte Veterinärmedizin, danach freiberufliche Arbeit mit Pferden und als freie Journalistin u.a. für DIE ZEIT. 1989 Preis der Kärntner Industrie im Rahmen des Ingeborg Bachmann Preises in Klagenfurt. Sie lebt seit 1992 in Schweden, wo sie als Equitherapeutin und Ausbilderin für Dressurpferde arbeitet. Die von ihr gezüchteten Friesen werden weltweit verkauft. Bei Rütten & Loening ist ihr Buch "Windsbraut. Wie ich die Sprache der Pferde lernte" lieferbar.

PROLOG


Piets Blut

Viertausend Kronen kostet der Tod. Bar und im Voraus zu entrichten, hat man mir mitgeteilt. So also soll nun alles zu Ende gehen: ein drastischer und dennoch den Umständen nach barmherziger Schluss. Schnell und schmerzlos, zu Hause in vertrauter Umgebung und nicht begleitet von fremden Stimmen und verwirrenden Geräuschen, von Blutgeruch und Einsamkeit und Agonie. Ich rolle die inzwischen feuchtwarmen Geldscheine in meiner rechten Hand zusammen. Der Preis meiner Liebe ist höher. Ich kann und ich darf mich nun nicht drücken, so wenig ich mich dieser Art von Abschied auch gewachsen fühle. Piet in seiner letzten Stunde fremden Männern zu überlassen, wäre ein noch größerer Verrat. Er ist allzu sehr auf mich fixiert. Mein Lampenfieber vor vielen unserer Auftritte hat ihn nie angesteckt. Wenn ich nervös war, blieb er stets gelassen. Er hat mir immer vertraut. Und gerade das macht alles nun noch schwerer.

Die Haupteigenschaft, die ein Pferd für mich begehrenswert macht, unterscheidet sich nicht wesentlich von jener, die ich auch an Männern schätze. Maßgeblich ist für mich die Glut, jenes innere Feuer, das Männern Leidenschaft verleiht und Pferde zu Bewegungskünstlern macht. Ein Pferd drückt Lebenslust ganz selbstverständlich in Bewegung aus, und diese dynamische Energie ist bei einem Pferd die Voraussetzung für Schönheit und Charisma. Ein faszinierendes Pferd kann ebenso wenig phlegmatisch sein wie ein attraktiver Mann ein Kleingeist. Ein schönes Pferd will nicht nur, es muss ganz einfach tanzen.

Piet ist genau so ein heißblütiges Pferd. In all den Jahren, die er mich begleitet hat, ist er stets voller Elan und Schwung gewesen, und selbst die stärker werdenden Schmerzen seiner Arthrose hat er so lange wie möglich stoisch ertragen. Wir waren Partner, Arbeitskameraden und F
reunde, wobei der Begriff Freundschaft die Beziehung zwischen Mensch und Pferd natürlich selten richtig definiert. Das besondere Band zwischen uns ist eine Mischung aus Vertrauen und Vertrautheit, Sympathie und gegenseitigem Respekt. Piet erweist mir die spezielle Höflichkeit eines selbstbewussten Hengstes gegenüber dem Menschen, dessen Leitung er sich anvertraut. Er bringt mich nach all den Jahren immer noch zum Staunen mit seiner intuitiven Klugheit, Eleganz und Noblesse. Er ist stolz, loyal und sehr gehorsam. Niemals jedoch unterwürfig. Anderen Pferden gegenüber kann er herrisch und wie ein Tyrann auftreten. Menschen hingegen behandelte er mit Huld und Sanftmut. Zuweilen, wie mir scheint, mit Nachsicht. Ich bin davon überzeugt, dass Piet sich gar nicht so selten uns Zweibeinern gegenüber ein wenig überlegen fühlt. Sechzehn Jahre lang hat er zu meinem Leben gehört, ist mehr und mehr »mein« Pferd geworden und damit ein Teil meiner Identität, und auch ich bin vermutlich inzwischen ein wichtiger Bestandteil seiner Welt. Er liest meine Stimmungen, nimmt gelassen zur Kenntnis, ob ich Liebeskummer oder Heimweh habe oder einfach aufgeräumt und glücklich bin. Er selber ist nicht launisch, sondern von einer bemerkenswerten Ausgeglichenheit. Sein inneres Gleichgewicht ist wohl die eigentliche Quelle seiner Kraft und Energie. Als Mensch hätte er vermutlich mit dem Buddhismus geliebäugelt. Ein energisches Pferd mit Vorwärtsdrang ist wie ein optimistischer Mensch, der nach vorn blickt und auf diese Weise von Neurosen verschont bleibt.

Piet K fan Veldbos. So lautet sein vollständiger Name. Selbstverständlich ist er adlig. Niemand, der ihn je gesehen hat, zweifelt daran. Er ist ganz einfach und in allem eine Majestät. Sein Vater heißt Falke, allein das klingt ja wie Poesie oder auch wie der Anfang eines Märchens. Rappen gelten seit jeher als besondere Pfer
de. Schwarz als die Farbe des Todes ist zugleich auch die Farbe der Macht. Piets Fell bleicht niemals aus wie das der gewöhnlicheren Winterrappen, die sich im Sommer ins Bräunliche verfärben. Er ist auch in der hellen Jahreszeit tiefschwarz wie afrikanisches Ebenholz, das dem Mythos nach böse Geister in Schach hält und magische Kräfte verleiht. Seine lange, leicht gewellte Mähne ist einen guten Meter lang, der üppige Schopf reicht ihm bis zu den Nüstern. Seine großen, lebhaften Augen zeugen von dem viele Generationen zurückliegenden andalusischen Blut, mit dem die spanischen Besatzer der Niederlande im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert die bodenständigeren friesischen Pferde veredelt haben. In den achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts waren die meisten Friesen wieder eher Wagenpferde, imposante und kalibrige Traber, die sich mit dem Galoppieren jedoch oft etwas schwertaten. Piet ist ein für sein Geburtsjahr 1988 ungewöhnlich edles und bewegliches Friesenpferd, zugleich modern und auch barock, und er galoppiert elastisch und ausdauernd wie seine spanischen Urahnen. In Friesland geboren, hat er als Junghengst meinen Stall in Dithmarschen bezogen und ist dann später mit mir nach Schweden umgesiedelt. Der einsam gelegene Hof Tegelvik in Västergötland war unser erster schwedischer Halt, bevor wir schließlich nach Öland gelangten, in traditionelles schwedisches Pferdeland. Er versteht auf diese Weise mindestens drei Menschensprachen: Friesisch, Deutsch und Schwedisch. Ich habe ihn als Dressurpferd ausgebildet, ihm Galoppwechsel und Seitengänge beigebracht. Er hat mich Wesentlicheres gelehrt: sein eigenes Idiom der nonverbalen Pferdesprache, das ich inzwischen hinlänglich verstehe.

Die tierärztliche Diagnose lautet »Schale«; Knochenwucherungen, die nach einer Reizung der Knochenhaut entstanden sind, zu immer stärkeren, chroni
schen Schmerzen und einer zunehmenden Unbeweglichkeit des Gelenks geführt haben. Bei Piet ist das linke Hinterbein betroffen. Sein Todesurteil. Denn das Lebenselixier eines Pferdes ist Bewegung. Es ist nicht schwer, das einzusehen.

Jahrzehntelang haben Pferde in meinem Leben den roten Faden ausgemacht. Die Orte, an denen ich gelebt habe, die Menschen, die mir etwas bedeuten, meine Arbeit, meine Lebensform, meine Passion und nicht zuletzt auch meine Lebenslust. In irgendeiner Weise hat für mich alles stets mit Pferden in Zusammenhang gestanden. Tagsüber habe ich mit ihnen gearbeitet, und nachts haben sie seit meiner Kindheit meine Träume bevölkert. Wie soll mein Leben weitergehen, wenn ihm fortan diese Richtschnur fehlt?

Das Geräusch des Dieselmotors auf dem Hof reißt mich aus meinen Gedanken. Es ist so weit. Ich lasse Piet in seiner Box zurück und gehe mit zitternden Knien den beiden Männern entgegen, die soeben dem Lastwagen entsteigen. Aus dem Augenwinkel nehme ich dabei den Kran auf der Ladefläche wahr und verbiete mir alle weiteren Assoziationen. Der Fahrer, ein untersetzter Mann mittleren Alters mit schütterem Haar und einer rosigen Gesichtsfarbe, hat sanfte, sehr blaue Augen. Die Quittung für mein Bargeld ist bereits ausgeschrieben, und er murmelt etwas von dem Unterschied zwischen einem Tier und einem Pferd, der ihm sehr wohl bekannt sei.

»Wir brauchen Platz zum Arbeiten«, sagt der Fahrer und sieht sich auf dem Hof um. »Dort, glaube ich, wird es gehen.«

Sein Gehilfe nickt. Grau und mager ist er und sehr jung, und er meidet meinen Blick.

Die Haltung der beiden Männer verändert sich, als ich Piet aus dem Stall führe. Er weiß, wie er auf Menschen wirkt. Bei unseren gemeinsamen Auftritten hat er kaum jemanden unberührt gelassen. Er hat Menschen zu Tränen gerührt und zum Träumen gebracht; die, die keine Tr
äumer waren, haben unwillkürlich vor ihm strammgestanden, und selbst den schwedischen König, für den doch der Anblick imposanter Pferde vermutlich eher zum Alltag gehört, hat er einst bei unserer Begegnung in Kastlösa ein wenig aus der Reserve gelockt. Nun steht er würdevoll und gelassen neben mir und schenkt seinen andächtig gewordenen Schlächtern keine weitere Beachtung. Trotz der chronischen Lahmheit ist er noch immer erstaunlich muskulös, und sein kohlschwarzes Fell glänzt in der Morgensonne.

Das Bolzenschussgerät löscht durch einen gezielten Schuss ins Gehirn auf der Höhe des Mähnenansatzes augenblicklich das Bewusstsein des Pferdes aus. Es heißt, es empfindet danach keinen Schmerz mehr. Der Tod tritt erst durch das anschließende Ausbluten ein. Ich lege meine Hand über Piets rechtes Auge. Er soll das tödliche Gerät nicht sehen. Ein dumpfer Knall. Mir wird schwarz vor Augen. Er bricht zusammen, seine Beine zucken noch, und etwas in mir stirbt. Es geht alles sehr schnell.

Einer der Männer hält das Messer bereits in der Hand. Ich erspare mir den blutigen Anblick und gehe ins Haus. Das Bild des in sich zusammensackenden Pferdekörpers jedoch hat sich bereits in meine Netzhaut eingebrannt, und ich werde es nicht vergessen. Ich glaube daran, dass der Tod an sich nichts Schreckliches ist. Nur der Übergang, das Sterben und die menschliche Phantasie machen ihn furchterregend. Dennoch muss ich zugeben, dass ich diesen Tag unglücklich, konfus und grüblerisch verbringe. Ich frage mich, was Piet mit seiner intuitiven Pferdeklugheit von allem geahnt hat. Was hat er empfunden? Für mich besteht kein Zweifel daran, dass Tiere beseelte Lebewesen sind. War Piets Seele im Augenblick seines erlöschenden Bewusstseins verwirrt oder eher befreit?

Ein Pferd von Piets Kaliber hat über fünfzig Liter Blut. Im Zentrum me
ines Hofes ist, als der Lastwagen des Abdeckers mit dem Kadaver davonrollt, ein runder Blutfleck zurückgeblieben. Er hält sich dort, Sonne und Regen zum Trotz, hartnäckig auf dem Kies. Täglich muss ich nun auf meinem Weg ins Haus dieses sinnreiche Mahnmal passieren. Das kostet mich anfangs Überwindung. Doch allmählich besinne ich mich darauf, dass es klüger ist, die Leihgaben des Lebens wertzuschätzen, als in Kleinmut zu verfallen.

Dieser...


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