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Die Reform des Salaì

Roman. Originaltitel: La Riforma di Salaì.
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Produktdetails
Titel: Die Reform des Salaì
Autor/en: Rita Monaldi, Francesco Sorti

EAN: 9783841207784
Format:  EPUB
Roman.
Originaltitel: La Riforma di Salaì.
Übersetzt von Annette Kopetzki
Aufbau Digital

3. April 2014 - epub eBook - 384 Seiten

Aus Luthers Nähkästchen oder Warum die Reformation niemals nach Italien kam Salaì, ehemaliger Schüler des verstorbenen Leonardo da Vinci, befindet sich in einer misslichen Lage: Um seine Schulden beim schlimmsten Wucherer von Florenz zu begleichen, braucht er das Erbe, welches ihm sein Meister versprochen hat. Doch dieses rumpelt soeben, verborgen in einem Nachttopf, auf dem Karren eines Altwarenhändlers gen Wittenberg. Gemeinsam mit seinem strenggläubigen Sohn macht sich der keiner Sünde abgeneigte Salaì auf den Weg, das kostbare Urinal zurückzuholen, in welches sich inzwischen der große Reformator höchst selbst erleichtert. Um Zugang zu dessen Haus zu finden, geben sich die beiden als Verfechter der Reformation aus, deren Lehre sie in ihre Heimat Italien tragen möchten. Ein urkomisches Katz-und-Maus-Spiel beginnt. "Grobianischer Lesegenuss!" F.A.Z. "Monaldi & Sorti operieren mit historischer Üppigkeit, Witz und Respektlosigkeit." Die Zeit
Die Altphilologin Rita Monaldi und der Musikwissenschaftler Francesco Sorti lieben es, so lange in Archiven zu stöbern, bis diese ihnen ihre skandalträchtigsten Geheimnisse preisgeben, welche sie dann mit Genuss und viel Fabulierkunst in opulente historische Romane verpacken. Gemeinsam hat das Paar so sieben inter-nationale Bestseller verfasst, die stets mit einer Enthüllung aufwarten und daher manch einem ein Dorn im Auge sind. Nach dem Boykott ihres Debüts "Imprimatur" durch kirchennahe Kreise in Italien haben sich die Autoren entschlossen, ihre Bücher nicht mehr in ihrem Heimatland zu veröffentlichen. Die Autoren leben mit ihren zwei Kindern in Wien und Rom.

TAGEBUCH DES SALAÌ


Hier kommen jetzt die großen Leiden und Gemeinheiten, die Salaì sein ganzes Leben lang von Lionardo zugefügt wurden. Außerdem der ergreifende Bericht darüber, wie heldenmüthig er sie ertragen hat ohne es Lionardo je heimzuzahlen.

Eure Heiligkeit muss erstmal wissen, dass Lionardo schon vor seinen berühmten Zeichnungen von der Anatomi des Menschen, den Maschinen und den verschiedenen Apparaten etcetera bei den Gelehrten und Weisen in ganz Europa durch seine Gemälde berühmt war, Porträs waren das von der Heiligen Familie, der Madonna, vom Heiligen Johannes, und dann auch von Weibern und vornehmen Damen aus der Toskana und aus Mailand. Aber jetzt hört Euch mal an, Signior Papst, wer die Bilder von Lionardo in Wahrheit gemalt hat, nemlich nicht er! Wer wirklich gearbeitet und sich den Arsch aufgerissen hat, das waren wir Jungen in seiner Werkstatt und besonders ich, Salaì, aber auch ein paar andre, dieser Dreckskerl Cecco Melzi1, der hat allen erzählt, er wär Lionardos Liebling, aber das stimmt gar nicht, dann der Masini und der Zenale und noch andre, aber zuvörderst ich, denn, in aller Bescheidenheit, Signior Pontifeks, ich war der Beste von allen, weil von mir hat Lionardo massenweise schlaue Tricks und Kniffe in der Malerei gelernt. Uns dagegen hat Lionardo immer bloß seine Ideen gesagt und hat befohlen, du malst diesen Arm, du machst den Kopf, du mischst die Farben, du gehst mir ein Brötchen kaufen etcetera, aber ohne uns hätte der nicht mal Fliegendreck malen können. Doch ich bitte Euch, macht es wie ich und erzählt das niemandem weiter, denn der arme Lionardo wollte nicht, dass die Leute es wissen.

Jedenfalls versteht Ihr jetzt, Signior Papst, dass Lionardos Gemälde im Grunde eher von mir waren als von ihm, denn hätt ich ihm nicht geholfen und vor allem hätt ich ihn nic
ht vor seiner stinkenden Faulheit gerettet, Lionardo hätte bei seinem Tod kein einziges Gemälde hinterlassen, das diesen Namen verdient, sondern bloß Dreck und diese Kritzeleien von Maschinen, die er mit Blei in seine Hefte geschmiert hat, allesamt aus alten Handschriften von Leuten kopirt, die viel tüchtiger waren als er, nemlich lauter Sachen, bei denen die Dummen Stielaugen kriegen. Zugegeben, ein bisschen neugierig machen sie schon und man dreht sie hin und her um zu begreifen wie diese verdammten Maschinen funktioniren, aber mal ehrlich, Signior Papst, wenn man sie bloß so anguckt, ist kein bisschen Vergnügen dabei.

Gut, jetzt kommen wir also zu dem Moment, wo Lionardo stirbt, und der ist wichtig, um die ganze Sache zu verstehen. Als mein Meister krepiert ist, hatte ich ihn schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen, und das kam daher dass ich beschlossen hatte, keine Zeit mehr mit den Weibern zu verlieren. Denn es gibt hauffenweise Weiber auf der Welt und immer kommen neue dazu, die grad eben noch kleine Mädchen waren, und selbst wenn man pingelig sein wollte und würd sich nur die richtig Schönen auf den Spieß stecken, man wär früher oder später doch fix und fertig oder hätte sich irgendeine Krankheit geholt. Also hab ich mir eine brave Jungfer genommen, Signior Papst, Bianca heißt sie2, nach und nach hab ich sie dann sogar geheiratet, also musste ich viele Dinge mit Bianca machen und konnte wirklich nicht immer weg um diesen Sabbergreis Lionardo im Frankenreich zu besuchen, wohin es obendrein ziemlich weit ist.

Stimmt, ich hatte ja vergessen zu sagen, dass mein Ziehvater in den letzten drei Jahren vor seinem Tod im Frankenreich in einem Schloss gewohnt hat, Ambuase3 heißt das, da war er Gast vom König. Und obwohl ich nur manchmal ins Frankenreich kam, hat er auch mir einen festen Lohn gezahlt, er wusste ja, dass ich den mehr als verdient hab.
In Ambuase hatte Lionardo außer diesem Arschkriecher Cecco Melzi einen Diener Batista und eine Köchin, also ein Hausmädchen, das für ihn gekocht hat und Maturina hieß. Diese Maturina machte meinem Ziehvater immer nur Sachen zu essen, die furchtbar schwer im Magen liegen, nemlich Soßen und Tunken und Würzen schwer als wie Mühlsteine, Mamma mia, Signior Papst, verrat mir mal einer, wieso die Frantzosen so gerne Kremes und Würzsoßen mögen, kaum gibst du ihnen ein Stück Brot, schon stecken sie’s in eine dieser fetten Laken, und wirklich, ich glaube, einer der Gründe für Lionardos Tod ist das Zeug gewesen, das Maturina ihm kochte. Oftmals hab ich diesem Weib gesagt, dass ihr Essen einem den Magen verdirbt, aber statt mir zu antworten, Lieber Salaì, danke für den guten Rat, sagt sie, Scher dich zum Teuffel, Salaì, was einem auf den Magen schlägt ist dein Gesicht, bestimmt nicht mein Essen. Und wenn Ihr jetzt denkt, diese Maturina ist nicht wichtig, dann sag ich Euch, sie ist wichtig, und ob, später werdet Ihr schon sehen, warum.

Ach, da gibt’s ja noch was Wichtiges, nemlich das hier. Ich versteh schon, Heiligkeit, dass Ihr Euch wundert, wieso Lionardo kein Genie war wie alle sagen, aber das kommt nur daher, dass Lionardo ein schlauer Hund war und hat mit ein paar kleinen Tricks alle glauben machen, er wär ein großer Geist, und wenn ich Euch ein bisschen was drüber erzähle, werdet Ihr mir glauben, ganz bestimmt. Zum Beispiel hat mein Ziehvater einmal ein Weib gemalt mit verschränkten Armen und einem ziemlich blöden Lächeln und hinter ihr sieht man Flüsse und Täler und Berge. Ich wollte sie Joconda oder was in der Art nennen, weil das schien mir ein schöner neuer und ungewöhnlicher Name, aber Lionardo wollte nicht, er sagt, das ist eine blöde Idee und mit so einem Namen hat das Bi
ld niemals Erfolg. Natürlich hat er nicht kapiert, dass das Problem ganz woanders lag.

Ja, denn Ihr müsst wissen, teuerste Heiligkeit, dass Lionardo einen gewaltigen Fehler hatte, nemlich von den Weibern verstand er nicht die Bohne und brachte auf dem Gebiet rein gar nichts zuwege, indem er immer nur seine Erfindungen im Kopf hatte und war felsenfest überzeugt, sie würden ihn berühmt machen (aber darüber reden wir später ausführlich, denn das lohnt sich, glaubt mir). Darum ließ Lionardo uns Jungen in der Werkstatt Bildnisse von Weibern malen, die waren platt und steif wie Bügelbretter und machten ein Gesicht, als wollten sie sagen, He, was gibt’s da zu glotzen? aber vor allem hatten sie praktisch keine Möpse. Ich hab immer zu ihm gesagt, He Lionardo, die Weiber so zu malen ist eine Riesendummheit. Denn das hat nie und nimmer Erfolg, im Gegenteil, es beweist nur, dass Lionardo keinen Schimmer von den Regeln der Malerei hat. Um ihm das zu zeigen, hab ich sein Bild von dieser Dame mit dem blöden Lächeln und den verschränkten Armen und dahinter Flüsse, Täler und Berge genommen und hab zehn gleiche Kopien davon gemacht, aber viel besser gemalt, nemlich mit zwei schönen Brüsten, gut sichtbar von allen Seiten4, und hab allen gesagt, dass sie Joconda heißt, ein wunderbarer Name finde ich weil man dabei an ein Weib denkt, das gerne spielt, also gerne Sauereien macht.

Nun, lieber Papst, meine zehn Kopien habe ich alle in wenigen Tagen um einen sehr guten Preis verkauft, und Lionardo ist vor Neid fuchsteuffelswild geworden und wollte sogar einen Teil von meinem Erlös haben, weil das originale Bild wär ja immerhin seine Idee gewesen. Seht Ihr jetzt, Heiligkeit, wie unverschämt mein Ziehvater war und was für Gemeinheiten der arme Salaì ertragen musste?

Wo zum Henker war ich stehengeblieben, ach ja, ein anderer schlimmer Feh
ler von Lionardo war, dass er wie ein Landsknecht fluchte und nicht an Unsren Herrn Jesus Christus und an die Madonna glaubte und nie gebetet hat, nicht in die Kirche gegangen ist, nie gebeichtet hat, nicht an die Wunder glaubte, ja, nicht mal an die Hölle und das Fegefeuer und das Paradies, und hat immer gesagt, das sind alles Ammenmärchen für dumme Bauern und Leichtgläubige. Ich will ja nicht petzen, Heiligkeit, aber seht Ihr jetzt, was für ein grässlicher Sünder und Ateist Lionardo war?

Ich dagegen, das nur nebenbei, ich bin sehr gläubig und mordsmäßig fromm und sage jeden Tag einen Hauffen Gebete, das Vaterunser, das Avemaria und viele andre, die Namen hab ich jetzt grad vergessen, und führ ich ein Leben so fromm und vollkommen fast wie ein Heiliger, und mögt Ihr das bitte nicht vergessen, wenn Ihr den Lohn für diesen meinen Bericht festlegt, den Ihr gerade lest, und der mich, nebenbei gesagt, verflucht viel Mühe kostet, weil ich bin ein Künstler und das Schreiben ist beileibe nicht mein Gewerbe, o nein.

Und wo der Teuffel mit Ateisten und Ungläubigen wie meinem Ziehvater bekanntlich leichtes Spiel hat, hat er ihm ein verfluchtes Pech an den Hals gehext und fuderweise kleine und große Unglücksfälle, so dass auch die wenigen Sachen, die für Lionardo gut begannen, schließlich immer schief und krumm endeten. Darum sind all die Freunde und Kollegen meines Ziehvaters, zum Beispiel diese gerissenen Gauner Michelangelo und Raffael und Bramante, ganz groß rausgekommen und haben fünfmal mehr verdient als Lionardo, und immer wann er an ihr unanständiges Glück dachte und an sein beschissenes Pech, entschuldigt die Ausdrucksweise, Heiligkeit, dann wurde er gelb mit grünen Punkten von den Haarwurzeln bis an die Spitze vom Schwengel.

Darum hat mein Ziehvater auch immer so mürrisch dreingeschaut und nie war ihm was rech
t und hat er wegen jeder dummen Kleinigkeit geknurrt, kurzum, Ihr könnt Euch nicht vorstellen, Heiligkeit, wie nervtötend das Leben mit ihm war, und das Mindeste, was man tun musste, damit er mal ein bisschen lächelte, war, ihm mit der Drahtbürste die Fußsohle zu kitzeln.

Ich hab immer versucht, ihm zu erklären, dass er selbst der Grund für sein Unheil ist, und dass er sich wie ein Idiot alle guten Gelegenheiten...


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