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Ein Winter in Nizza

Roman. Empfohlen von 16 bis 99 Jahren. 1. Aufl. 2014.
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Produktdetails

Titel: Ein Winter in Nizza
Autor/en: Christian Schärf

EAN: 9783838758336
Format:  EPUB
Roman.
Empfohlen von 16 bis 99 Jahren.
1. Aufl. 2014.
Lübbe

16. September 2014 - epub eBook - 270 Seiten

Cécile ist als junge Wirtin einer kleinen Pension in Nizza einiges gewohnt. Aber so einen seltsamen Gast hatte sie noch nie zu betreuen. Er scheint ihren Reizen gegenüber völlig unbeeindruckt, er schreibt wie besessen an etwas völlig Unverständlichem, er leidet schwer an seinem Kopfschmerz und ist doch auch immer wieder auf einmal so leichtfüßig, so heiter. Er hat, soviel versteht Cécile, Großes vor.

Ob sie, Cécile, diesem kauzigen Mann namens Nietzsche dabei wohl behilflich sein kann?

Aus den realen Ereignissen um Nietzsches Aufenthalte in Nizza spinnt Christian Schärf einen klugen und witzigen Roman. Geistesgröße trifft Sehnsuchtslandschaft: eine nicht immer glücksverheißende, aber immer interessante Kombination.

3.

Der Wiener Physiologe Dr. Josef Paneth, ein Schüler Ernst von Brückes und ein enger Freund Sigmund Freuds, welcher Paneth in seiner Traumdeutung erwähnt, hielt sich von November 1883 bis zum April 1884 in der Funktion eines Spezialisten für Neurologie und Sekretionen aus Forschungsgründen in der zoologischen Station von Villefranche, zehn Kilometer östlich von Nizza, auf.

Paneth war neben seiner naturwissenschaftlichen Profession in hohem Maße philosophisch interessiert. Er sah in der Philosophie keinen Gegensatz zu seinen physiologischen Studien, sondern erblickte darin deren notwendige Ergänzung. Regelmäßig konsultierte er Kant und Schopenhauer. Immer intensiver beschäftigte ihn gerade aus Sicht des Mediziners die Erkenntnistheorie, in der er die problematische, und eben darum unumgängliche Grundlage aller naturwissenschaftlichen Forschung erblickte.

Die ihn stets beunruhigende Frage, was wir überhaupt wissen können, hatte ihn schließlich auch zu Nietzsche geführt, und er blieb an dem Philosophen hängen, der unter Kennern schon damals einen exklusiven Ruf genoss und dem man überraschende Resultate auf vielen Gebieten zutraute. Paneth war davon überzeugt, Nietzsche habe gerade die Probleme der Erkenntnis, ihre Möglichkeiten und ihre Grenzen am tiefsten und radikalsten durchdacht. Doch, so war zu hören, hatten Nietzsche diese Fragen so sehr angegriffen, dass er sich persönlich immer mehr in einen fragwürdigen Zustand manövriert hatte.

Obwohl es seiner streng wissenschaftlichen Haltung widersprach, fragte sich der Physiologe manchmal, wie so einer wie Nietzsche eigentlich lebte. Er vermochte sich nicht vorzustellen, wie ein solcher Denker seinen Alltag gestaltete, ja auch nur die Vorstellung, dass er einen Alltag haben musste, machte ihn ratlos.

Paneth hatte gehört, dass
sich Nietzsche winters im Mittelmeerraum aufhielt und erkundigte sich in seinen Wiener Kollegenkreisen, ob jemand zufällig wisse, wo genau dieser merkwürdige Reisende anzutreffen sei. Dazu konnten weder Freud noch ein anderer seiner medizinischen Kollegen in Wien etwas Verlässliches sagen. Vor allem Freud tat so, als kenne er Nietzsche als Autor fast gar nicht, ja als könne er nicht einmal seinen Namen richtig aussprechen. Das Z störe ihn erheblich, hatte er einmal zu Paneth gesagt, ob man das Z denn mitspreche und ob es sich aufgrund der merkwürdigen Konsonantenhäufung in diesem Namen nicht eigentlich um einen Osteuropäer, zum Beispiel einen Polen, handle, dessen Deutsch zu wünschen übrig lasse. Er, Freud, habe schließlich gehört, dieser Nietzsche drücke sich meist nur fragmentarisch aus.

Doch auch Freuds vorgebliche Ignoranz konnte nicht verhindern, dass bald schon im wissenschaftlichen Wien die Frage kursierte, wie man an Nietzsche herankommen könne, bis man nach einer Phase anhaltender Ratlosigkeit auf Franz Overbeck, Professor für Kirchengeschichte und Neues Testament in Basel, stieß, den besten Freund Nietzsches aus Basler Tagen, wie sich herausstellte, und schriftlich bei ihm anfragte. Overbeck ließ sich mit der Antwort so viel Zeit, dass die Anfrage schon wieder in Vergessenheit geraten war. Er war noch immer über jeden Schritt Nietzsches informiert und überwachte dessen Reisen im Alpenraum und am Mittelmeer aus der Ferne mit den Augen des besorgten Freundes. Overbeck bestätigte schließlich den Wiener Kollegen, dass sich Nietzsche diesen Spätherbst zuerst in Genua aufhalte und dann beabsichtige, nach Menton, vielleicht auch weiter bis nach Nizza zu reisen.

Über Overbeck gelangte Paneths Anfrage, versehen mit dem Hinweis, hier handle es sich um einen an Verehrung grenzenden Bewunderer, kurz darauf zu Nietzsche selbst, der sich u
nverzüglich bei Overbeck erkundigte, wo genau sich der Wiener Forscher eigentlich aufhalte. Das aber wusste Overbeck nicht, und, da Paneth bereits, ohne eine Adresse bei Overbeck hinterlassen zu haben, nach Villefranche abgereist war, erkundigte sich Overbeck nun wiederum bei Freud, ob er etwas über den Verbleib Paneths an der französischen Riviera wisse.

Freud antwortete, er interessiere sich im Grunde nicht für Paneth, der sich in letzter Zeit mehr für Nietzsche interessiert habe als für die Neurologie und die Frage der Sekretionen, was ja unstreitig seine eigentliche Aufgabe sei. Höchstwahrscheinlich sei er aber von November an in der zoologischen Station von Villefranche anzutreffen, wo er an der Erforschung von Zellen arbeite, von denen er wahrhaftig annehme, sie trügen dereinst seinen Namen, was er, Freud, für nichts weniger als anmaßend halte. Tatsächlich hatte Sigmund Freud Jahre später aufgrund der Entdeckung der so genannten Paneth-Zellen ein Glückwunschtelegramm abgeschickt (das wie alle anderen Glückwünsche aufgrund des bereits im Jahre 1890 erfolgten Ablebens Paneths lediglich seine Gattin Sofi erreichte).

Auf seinem Weg von Genua nach Nizza kam Nietzsche Ende November 1883 durch Villefranche, wo er sogleich das Laboratorium der zoologischen Station und also Dr. Paneth, von dessen Zuspruch er sich ungeheuer viel versprach, aufsuchte. Nietzsche fühlte sich von Gegnern und Feinden umzingelt und sah jeden, den er auf seiner Seite glaubte, als einen Erleuchteten an. Er träumte davon, einen kleinen Kreis von Verehrern um sich zu scharen, um mit ihnen eine philosophische Kolonie zu gründen. Von dieser kleinen Gemeinde aus, so hoffte er, würde sein Werk seine unvergleichliche Wirkung beginnen und sein Name in die Welt getragen werden.

Doch hatte Nietzsche zunächst Pech. Als er nach Villefranche kam, befand sich Paneth auf
einer Forschungsreise, die ihn während der letzten Novemberwoche nach Korsika führte. Nietzsche fasste diesen Umstand als ein Zeichen auf. Dass jemand, der wie dieser Österreicher seine Schriften schätzte, nach Korsika aufbricht und sich in dem historischen Moment auf der Insel Napoleons, ja vielleicht gar in Ajaccio selbst aufhielt, war für Nietzsche ein Zeichen für Paneths geistige Nähe zu ihm. Paneth wurde in Nietzsches Augen zu seinem Künder und Vorläufer auf der seligsten der seligen Inseln, die er im Zarathustra beschrieben hatte, eine Art Johannes der Täufer auf Tauchstation.

Überall sah Nietzsche solche Winke des Schicksals. Überall identifizierte er sich vollständig mit der weltgeschichtlichen Bedeutung, die der Ort, an dem er sich aufhielt, ihm mitzuteilen schien: Genua konnte er nur unter dem Blickwinkel betrachten, dass es die Geburtsstadt des Christoph Kolumbus gewesen war, und in Nizza hat er immer geglaubt, er könne bis nach Korsika sehen, wo er bald schon selbst landen und das Eroberungswerk Napoleons übertreffen werde, so dass in wenigen Jahrzehnten kein Mensch mehr bei dem Wort Korsika an Napoleon denken würde. Vielmehr würde die Insel dann als Stätte der Umwertung aller Werte in die Geschichte eingehen und auf ewig mit seinem, Nietzsches, Namen verknüpft bleiben.

Wie oft doch Nietzsche gerade über diese Vorahnungen seiner weltgeschichtlichen Größe gesprochen hat!, notierte Cécile am Ende dieses Winters in ihr Tagebuch. Im Grunde hat ihn nichts anderes beschäftigt. Ob es denn kein Zufall gewesen sei, hatte er zu ihr gesagt, dass Richard Wagner just zu der Stunde in Venedig für immer die Augen geschlossen habe, als er den letzten Punkt unter seinen Zarathustra gesetzt habe, am 13. Februar 1883 zwischen 15 und 16 Uhr, um genau zu sein?

Was denn Ven
edig seither anderes sei als ein Schicksalsort, der in einer alles andere in den Schatten stellenden Beziehung zu seinem Zarathustra stehe. Wer würde in einigen Jahren noch über die längst vergangene große Zeit Venedigs sprechen, über die Epoche der Dogen, über die große Seefahrer- und Handelsnation mit ihrem Reichtum und ihren Künsten? Etwas Neues habe sich ereignet, das alles Alte verblassen lasse. Die Todesstunde Wagners sei zum Menetekel der Geschichte geworden, nämlich just als die Stunde, in der sein Zarathustra das Licht der Welt erblickt habe. Damit erst sei das Alte abgestorben und das Neue habe begonnen. Man werde begreifen, dass sein Buch nichts Geringeres als die Bibel eines neuen Zeitalters sein werde. Alles zuvor Geschehene werde fortan unter dem Blickwinkel Zarathustras betrachtet werden müssen.

Aber das sei nur der Anfang gewesen, denn nun, Korsika und also Ajaccio und Napoleon vor Augen, werde er der Geschichte eine neue Wendung geben, nicht nur eine Wendung, nein, eine neue Richtung werde er setzen, kurz, eine neue Menschheit erschaffen. Denn es sei ja unbestreitbar, dass die Menschheit nichts anderes sei als eine permanente Entwicklung auf einen über den Menschen selbst hinausweisenden Zustand hin. Die Geschichte des Menschen sei ein Überbietungsgeschehen, das kein Ende finden könne und das von Anfang an ein einziges Ziel gehabt habe: über den Menschen hinaus. Worauf es dabei einzig und allein ankomme, sei doch, welche Steuerung diese Entwicklung erführe und wer sich dazu ermächtige, das Steuer in die Hand zu nehmen.

Nachdem er so gesprochen hatte – auf den Spaziergängen brach es oft mit großer Plötzlichkeit aus ihm heraus, und nicht selten brachte, wenn es bergauf ging, der vermehrt eingeatmete Sauerstoff sein ganzes Nervensystem in Wallung –, war er meist völlig verstummt und in sich
zusammengesunken, und jener tote Blick hatte sich dann um seine Augen und über sein Gesicht gelegt, vor dem sich Cécile schon am Morgen des ersten Tages in der rue Ségurane gefürchtet hatte.

Cécile hörte ihm fast immer nur zu. Sie widersprach nie. Wenn er schwieg, schwieg sie auch. Wenn er sprach, versuchte sie, seinen Worten zu folgen, was ihr anfangs kaum gelingen wollte. Doch nach und nach wurde ihr immer mehr vom Wesen und von den Reden dieses Mannes...


"Nun legt Christian Schärf, der bislang vor allem als Literaturtheoretiker hervorgetreten ist, nach und mit Ein Winter in Nizza einen Nietzsche-Roman vor, der für ein Debüt bemerkenswert ist." Mitteldeutsche Zeitung

"Der Roman springt episodisch, beschreibt detailreich Begegnungen mit Vertrauten und Anhängern seiner Ideen, aber auch Nietzsches eigenwilligen Charakter." Gießener Allgemeine, 28.01.2016

"Aus den realen Ereignissen um Nietzsches Aufenthalt in Nizza spinnt Christian Schärf einen klugen und witzigen Roman." Buch-Magazin

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