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Elf Meter

Frauenroman.
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Produktdetails

Titel: Elf Meter
Autor/en: Kathrin Schachtschabel

EAN: 9783734992469
Format:  EPUB
Frauenroman.
Gmeiner Verlag

1. Mai 2014 - epub eBook - 250 Seiten

Die Lüriger Frauen sind sauer: Eigentlich wollten sie mit ihren Männern zum Bezirksmusikfest, doch die lassen sie sitzen für ein Fußballspiel. Unterwegs verunglückt der Bus - fast alle Insassen sterben. Plötzlich ist das kleine Dorf nahezu männerlos. Alles steht Kopf, was zu reichlich Intrigen, aber auch zu allerlei schrägen Situationen führt. Außerdem wäre eine der Frauen ihren Mann zu gerne losgeworden, doch er saß nicht mit im Bus. Also muss frau selbst aktiv werden ...
Kathrin Schachtschabel wurde 1971 in Saalfeld/Thüringen geboren und lebt mit ihrer Familie in München. Sie arbeitet als freie Lektorin und schreibt Gegenwartsromane sowie Kurzgeschichten für Kinder und Erwachsene.

Prolog


Mit einem Schlag hatte der Gesangsverein in Lürig 18 Mitglieder weniger. Das war jedoch eines der geringsten Probleme, schließlich gab es in unserem Dorf von heute auf morgen keine Männer mehr.

Einziger Vorteil: Ich musste nicht länger im Chor mitsingen.

Keine Angst, das sage ich nur so. Natürlich vermisse ich meinen Vater. Ich würde viel lieber donnerstags noch zu den Chorproben gehen, als ohne ihn zu leben. Er fehlt mir. Und am meisten fehlt er meiner Mutter.

Manchmal mache ich mir Vorwürfe deswegen. Mein Vater war kein großer Fußballfan, erst recht nicht vom 1. FC Köln. Er ist nur mir zuliebe mitgefahren, wahrscheinlich wollte er mich als einzigen Jugendlichen vor den ganzen Alkis beschützen. Wäre er bloß daheim geblieben. Ich wäre auch allein klargekommen. Dann wären wir heute noch eine richtige Familie.

Früher war ich oft wütend auf ihn, weil sie mich seinetwegen in der Schule gehänselt hatten, mir dumme Sprüche hinterhergerufen hatten wie »Hein, Hein, vom Gesangsverein, musst um sechs zu Hause sein!« Dabei hat mir das Singen im Chor irgendwann sogar ein bisschen Spaß gemacht. Ich konnte es eben gut.

Wahrscheinlich wäre es wirklich schade um mein Talent gewesen, wie mein Vater immer sagte. Das habe ich ihm gegenüber natürlich nicht zugegeben. Er sollte ruhig ein schlechtes Gewissen haben. Als Ausgleich dafür ist er mit mir kilometerweit zum Schwimmen gefahren und hat mir Eintrittskarten für den 1. FC Köln oder irgendwelche Fan-Artikel geschenkt. Nie hätte ich geglaubt, dass die mal richtig wichtig für mich werden würden. Die rot-weiße Uhr, das Trikot und der Schal an der Wand über meinem Bett, wenn ich mir diese Dinge vors
telle, denke ich an meinen Vater. Und ich spüre, wie er mir aufmunternd auf die Schulter klopft, höre, wie er etwas zu mir spricht. Hein, Hein vom Gesangsverein, du musst jetzt verdammt noch mal tapfer sein!

Warum gerade ich die Geschichte erzähle? Nun, ich bin der Einzige, der dabei gewesen ist und überlebt hat.

Es war ein Samstag im August, als ich mit 18 Männern unseres Dorfes zum Saisonauftakt des 1. FC Köln nach Gelsenkirchen fuhr. Zuvor war zwischen den Männern und ihren Frauen ein großer Streit entbrannt. Die Frauen wollten an diesem Wochenende zum Bezirksmusikfest, die Männer hatten jedoch einfach Karten für das Fußballspiel gekauft. Doch ohne sie war der Gesangsverein von Lürig unvollständig und konnte nicht teilnehmen. Und das, obwohl wir ein halbes Jahr lang geübt hatten!

Eigentlich wäre im Bus genügend Platz gewesen für ein paar Kinder oder Frauen. Manche der 18 Männer waren allerdings strikt dagegen, sie wollten keine Weiber dabeihaben, sagten sie. Um sich bei ihnen nicht noch unbeliebter zu machen, boten andere ihren Frauen an, mitzufahren. Doch die waren sauer und wollten allein aus Protest nicht mit, hatten keine Lust auf Stadtbummel und erlaubten es ihren Kindern natürlich auch nicht. Zum Glück, sage ich da nur. Es gab ja nur eine Toilette im Bus. Und da war ich.

Ich erinnere mich daran, wie wir in Lürig den Bus bestiegen. Viele der Männer grinsten breit, weil sie die Frauen überrumpelt hatten. Sie fühlten sich, noch bevor das eigentliche Spiel begonnen hatte, als Gewinner. Die Stimmung war entsprechend aufgeheizt.

Das würden sich die Frauen sicher nicht gefallen lassen, dachte ich und überlegte, wie sie es den Männern wohl heimzahlen würden. Dass so etwas passieren würde, damit hatte keiner gerec
hnet. Sie waren im Streit auseinandergegangen und hatten sich nicht einmal voneinander verabschiedet. Karin Brücker war die Einzige, die außer meiner Mutter zum Parkplatz, von dem unser Bus abfuhr, gekommen war. Sie winkte ihrem Gottfried noch Ewigkeiten hinterher.

»Ich hab doch gleich gesagt, wir hätten einen kleinen Bus nehmen sollen!«, schimpfte Helmut Dahlhausen, als wir durch die Hauptstraße und aus dem Ort hinausfuhren.

»Scheiß auf das Geld! So groß ist der Unterschied auch nicht!«

»Dafür haben wir hier ein Klo!«, rief der Doktor.

»Wozu brauchst du denn ein Klo, Gottfried? Für die zwei Stündchen!«, lästerte Helmut Dahlhausen.

Das kann ja heiter werden, dachte ich, zog mir meine Cap in die Stirn und schloss die Augen.

Zunächst kamen wir zügig vorwärts, doch als ich auf der Autobahn kurz vor Köln wieder aufwachte und auf die Uhr sah, war es bereits halb zwei. Noch zwei Stunden bis zum Anpfiff, eigentlich kein Grund zur Sorge – wenn es hier denn vorwärts ginge.

Wir standen fünf Minuten, wir standen zehn Minuten. Die Männer wurden unruhig. Alexander Hövel, der Holländer, rechnete schon mit einem längeren Stau und ärgerte sich einmal mehr, dass er nicht sein Auto genommen hatte, weil er dann viel früher gefahren wäre. Er wollte das Spiel gar nicht sehen, wollte nach Gelsenkirchen, um einen Freund zu besuchen. Das war seit Langem geplant gewesen und seine Frau hatte ihn überredet, bei den Männern mitzufahren, weil sie Angst hatte, er würde den Heimweg am nächsten Tag übermüdet und/oder betrunken antreten.

Endlich fuhren wir weiter, wenn auch langsam, und passierten eine Baustelle
, an der sich der Verkehr gestaut hatte. Eine halbe Stunde später war dann endgültig Schluss. Nichts ging mehr.

»Mach mal das Radio an!«, rief mein Vater dem Busfahrer zu. Die Männer stürmten nach vorn, ich mittendrin, aber es lief nur Musik.

Manche der Autofahrer vor uns im Stau waren ausgestiegen.

»Wir sind viel zu spät losgefahren!«, schimpfte der Wirt vom Engel.

Der Busfahrer, ein kleiner Dicker, wurde rot im Gesicht. »Ich war pünktlich da!« Er öffnete die Tür, ging nach draußen und zündete sich eine Zigarette an. Die Männer folgten ihm, mein Vater hielt mich zurück, also blieb ich in der Tür stehen.

»Wer hat denn gesagt, dass wir erst um zwölf losfahren sollen?«, fragte Kuno Beißel. Er war früher mein Fußballtrainer gewesen.

»Der Georg, wer sonst?«, sagte Helmut Dahlhausen.

Alle starrten Georg an.

»Ich hab die Maria gefragt«, sagte er kleinlaut. »Die meinte, wir brauchen nur anderthalb Stunden!«

»Bis Köln, oder was?«, fragte Kuno Beißel.

Georg wollte das nicht auf sich sitzen lassen. »Vorher hat keiner was gesagt! Ihr habt doch alle einen Kopf zum Denken!« Er stieg wieder in den Bus.

»Ey, wenn wir jetzt zu spät kommen!« Der Wirt vom Engel trat wütend gegen den Vorderreifen. So kannte ich ihn gar nicht.

»Nu, nu, nu!«, rief der Fahrer und hob den Zeigefinger. Dann warf er seine Zigarette weg und stieg in den Bus. Ich machte mich dünn, damit er an mir vorbeikam.

Ein paar Minuten später hörten wir den Verkehrsfunk, sie sagten nichts
über unsere Strecke.

»Das muss kurz vor uns passiert sein«, meinte mein Vater und zog mich mit nach hinten. Ich hoffte, dass es gleich weitergehen würde, denn ich hatte keine Lust, den Anfang des Spiels zu verpassen. Würden die uns später überhaupt noch reinlassen? Zum Glück hatten wir genügend Essen dabei. Ich holte mir eine Käsesemmel aus meinem Rucksack und biss hinein.

Eine halbe Stunde später ertönte aus dem Radio schließlich die Meldung: »Vollsperrung auf der A3«. Na bravo! Da hätten wir noch so früh losfahren können.

»Das ist doch zum Kotzen!«, rief einer.

»Eigentlich wäre ich jetzt überhaupt nicht hier!«, beschwerte sich Alexander Hövel, der Holländer.

»Die übrigen Karten kannste vergessen. Die kriegen wir nicht mehr los!« Helmut Dahlhausen sah Georg an. »Alles für ’n Arsch!«

Die Männer holten sich ihre Bierdosen, die sie im hinteren Teil des Busses deponiert hatten, und wir stellten uns vor dem Bus auf. Als sie sahen, dass der Busfahrer aufgeregt von einem Bein aufs andere tippelte, gab der Georg ihm auch eine. Er machte sie sogar für ihn auf. Der Fahrer trank die Dose in einem Zug aus.

Kurz vor halb vier, der Bus stand nach wie vor, mussten plötzlich alle zur Toilette, und es entstand ein Stau im Gang. Manche erleichterten sich am Fahrbahnrand.

»Das Spiel geht gleich los!«, rief einer der Männer. Ich sah auf die Uhr. Verdammt! Er hatte recht. Schnell bat ich den Busfahrer, das Radio wieder einzuschalten, damit wir das Spiel wenigstens hören konnten.

»Siehst du, jetzt bist du doch froh, dass wir das Klo haben!«, sagte der Doktor zu Helmut Dahlh
ausen, als der aus der Kabine kam.

Aber Dahlhausen lächelte lediglich und wankte den Gang entlang.

Direkt hinter dem Busfahrer war ein Platz frei, von dem aus ich das Spiel gut hören konnte. Als alle zurück waren, gab es ein bisschen Streit, weil die einen den anderen die Plätze weggenommen hatten. Mich ließen sie jedoch sitzen.

Kurz nach halb vier hatte das Spiel immer noch nicht begonnen. Hinterher, in der Klinik, habe ich erfahren, das lag daran, dass auch der Mannschaftsbus von Schalke im...


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