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Die Goldenen Äpfel der Hesperiden

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Produktdetails

Titel: Die Goldenen Äpfel der Hesperiden
Autor/en: Thomas Vogel

EAN: 9783863512224
Format:  EPUB
Familiy Sharing: Ja
Kloepfer und Meyer

25. August 2014 - epub eBook - 224 Seiten

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»Was man verspricht, muss man halten.« Auch wenn seit dem Versprechen Jahrzehnte schon vorübergegangen sind: versprochen ist versprochen. Das gilt auch für Strafarbeiten.

Charlie sitzt im Flieger nach Teneriffa. Nach über 25 Jahren Schuldienst fühlt er sich reif für die Insel, reif für eine Auszeit. Zum Luftholen, zum Durchatmen. Zum Zusichkommen. Und um endlich eine Wette einzulösen, eine alte Zusage wahrzumachen. Das glaubt er sich und seinem verstorbenen Freund Simon schuldig zu sein. Sie hatten versprochen als Wiedergutmachung für einen handfesten Betrug einen Roman zu schreiben. So hatte es jedenfalls die Deutschlehrerin verlangt, und so hatten sie es ihr hoch und heilig versprochen.

Freilich, um was genau es in diesem Roman gehen sollte, wusste Charlie längst nicht mehr. Lediglich der vielversprechende Titel stand fest und hat sich so in seinem Gedächtnis festgesetzt: »Die Goldenen Äpfel der Hesperiden«.

Und eben diese Goldenen Äpfel, diese Sehnsuchtsfrüchte, liegen, dem antiken Mythos zufolge, auf den Kanarischen Inseln. Den Inseln der Glückseligen.
Thomas Vogel,
1947 in Sindelfingen geboren. Studium der Romanistik,
Theologie, Philosophie, Kunstgeschichte in Tübingen,
Frankreich und Heidelberg. Dr. phil., Honorarprofessor
der Universität Tübingen. Viele Jahre Leiter der Kulturredaktion
des SWR in Tübingen. Autor und Herausgeber
zahlreicher Bücher. (»Die Lust am Scheitern«, Neckargeschichten
«). Bei Klöpfer & Meyer erschienen mit Erfolg
auch seine fünf Romane: »Die letzte Geschichte des
Miguel Torres da Silva« (2001), »Rom, Sixtina. Das Muster
entsteht beim Weben« (2003), »Atacama. Die Reise des
Lenny Sterne« (2006), »Der Park, in dem sich Wege
kreuzen« (2009) sowie zuletzt »Hinter den Dingen« (2011).
Thomas Vogel wird bei seinen Lesungen auf der Gitarre
begleitet von Heiner Kondschak. www.kondschak.de

www.thomas-vogel.com

Enrique García


Wo war er eigentlich zuhause? Und wo daheim? Er betrat sein Zimmer, ließ die Tasche mit Zeichenblock und Notizbuch zu Boden gleiten, trank durstig ein Glas Wasser.

Nein, hier nicht, dachte er. Ein Zimmer ist noch kein Zuhause. Es fehlen die Dinge des Lebens. Erinnerungsstücke. Zuhause ist immer auch Erinnerung. Orts- und objektgebundene Erinnerung. Und Rückbindung an die Herkunft. Ist sie ein Ort? Ein Haus? Eine Landschaft? Oder sind es die Menschen, die die Herkunft machen? In der Freundschaft mit Simon war er zuhause, also da, wo er sich verstanden gefühlt hat. In seinem kleinen Atelier, das er sich in jahrelanger Arbeit mehr und mehr nach seinen Vorstellungen geformt und sich zu eigen gemacht hatte, war er auch zuhause. Sehr sogar. Das war sein »Trautes Heim«, in das er sich, egal, was war, immer »heimtraute«. Es war seine dritte Haut, die ihm wichtig war, unabdingbarer Schutzraum für sein Arbeiten.

Die Bilder hier an der Wand störten ihn, weil ein Fremder sie dorthin gehängt hatte. Und weil die abgebildeten schwarzen Felsen ihm nichts sagten. Auch die Madonna auf dem zweiten Bild störte ihn, sie war nicht sein Typ. Außerdem lebte sie, ihrem verklärten Blick nach zu schließen, aller Wahrscheinlichkeit nach in einem Verhältnis mit dem Messias, in das er sich nicht einmischen wollte. Charlie hängte die Bilder ab, verstaute sie hinter dem Büffet. In den nächsten Tagen wäre er sicher auch mit dem Skizzenblock wieder unterwegs. Dann könnte er seine selbst erlebten Landschaften an die Wand hängen, genau da, wo sie jetzt am weißesten ist, und könnte so nach und nach sich seiner vier Wände bemächtigen. Wäre er dann mehr zuhause? Ein Raum ist noch kein Zuhause, aber immerhin ein Dach über dem Kopf. Und es gib
t ein Bett und einen Tisch. Den Tisch fand er gut. Er ist groß und hat eine warm anmutende Holzoberfläche. Er strich mit den Handflächen darüber. Ein Tisch, der Geschichten erzählen könnte und gut ist, um darauf zu essen und zu trinken. Und auch zum Schreiben. Muss Zuhause überhaupt ein Raum sein? Und wo wäre er daheim?

»Daheim könnte da sein,

wo du auf mich wartest

wo du fragst, wie der Tag war

und ob ich Durst und Hunger hätte.

Daheim könnte da sein,

wo Geist, Leib und Seele

zu einem festen Zopf sich flechten

und du und ich an einem Strang ziehen.

Daheim könnte da sein,

wo wir »Ich liebe dich!« flüstern,

wo vor lauter Lust die Fetzen fliegen,

und wir nicht genug voneinander kriegen.

Daheim könnte also da sein,

wo – als Himmel schon auf Erden –

die Liebe uns genau so sein lässt,

wie wir sind und noch werden.«

Als Charlie den Stift aus der Hand gelegt hatte, überlegte er, ob daraus mal wieder ein Lied werden könnte. So, wie er früher eins nach dem anderen geschrieben und dann mit Simon zusammen überarbeitet hatte. Oft ein stundenlanges Ringen um jede Zeile. Lustiger und unbeschwerter waren sie selten.

Er las noch einmal, was er geschrieben hatte. Vielleicht ist es ja so, lieben kannst du nur, wenn du beim anderen ganz und gar der sein kannst, der du bist und noch wirst. Gibt es das? Auch in der Wirklichkeit? Wenn ja, wie oft? Und wenn ja, wo erhältlich? Bei jeder neuen Liebe hatte er diese Hoffnung, vielleicht sollte er sagen: Illusion.

Was sich denken lä
;sst, kann es ganz real geben. Aber es lässt sich wohl kaum erzwingen.

Ist die Wirklichkeit nicht wie gewünscht, besinnt sich der Verstand auf seine Fantasie, gibt ihr Raum und freien Lauf. Wird sie die Kraft finden, Zeichen zu setzen, Zufälle zu organisieren, Begegnungen zu arrangieren, schlicht neue Wirklichkeit zu schaffen?

Was bringt solches Grübeln? Rumsitzen hat keinen Wert. Raus aus den »Vier Wänden«, die Gassen erkunden, stehen bleiben und wieder weitergehen, bis ans Meer. Charlie hatte seinen Zeichenblock und ein paar Stifte dabei, setzte sich auf eine Bank an der kleinen Uferpromenade und begann zu zeichnen. Er zeichnete schwarze Vulkanfelsen, die mit ihren bizarren Körpern von weißer Gischt umspült aus dem Meer ragten. Außer ein paar einsamen Spaziergängern und Großmüttern mit Kinderwagen war kaum jemand unterwegs. Sowieso nahm er von seiner Umgebung kaum etwas wahr, vergaß, was um ihn herum passiert. Er zeichnete. Und wenn Charlie zeichnet, richtet sein Blick sich ganz und gar auf das, was er ins Auge gefasst hat. Und malt sich so, ganz in den Moment versunken, in die Erinnerung. Auf diese Weise selbstvergessen, entlockt er ihr Felsen längst vergangener Jahre, solche der bretonischen Küste, griechischer Inseln oder die bei Cabo da Roca, »wo die Erde endet und das Meer beginnt …«. In den auf dem Papier entstehenden Felsen sind alle Felsen aus der Erinnerung inbegriffen, als eine Hommage an den vergessenen und noch immer in der Erinnerung vorhandenen Felsen. Gilt solches nicht auch fürs Lesen und Schreiben? Wir lesen einen Roman und lesen uns dabei hinein in die Erinnerungen. Und jede Zeile über Alcalá wäre somit immer auch ein flehentlicher Appell an die Erinnerung, sie möge doch lebendig bleiben, um andere Orte wieder auferstehen zu lassen.

Vielleicht eine gute
Stunde schon zeichnete Charlie, schaute konzentriert, mal auf die Felsen, mal auf seinen Zeichenblock, und bemerkte erst nach geraumer Zeit, dass da jemand hinter ihm stehen geblieben war, und neugierig sein entstehendes Werk begutachtete.

»Este señor es pintor!«

Charlie hob überrascht den Kopf und schaute in das vollbärtige Gesicht eines älteren Herrn, groß, kräftig, volles graues Haar, das unter dem Strohhut hervorquoll, eine stattliche Erscheinung.

»Sie zeichnen meisterhaft, mein Kompliment. Ich meine, Sie führen Ihre Feder virtuos über das Blatt Papier, auf dem Sie die Seele dieser Felsen festhalten. Das gefällt mir!«

Der Alte fuhr sich mit der Rechten durch den Bart und entschuldigte sich:

»Ich habe Sie hoffentlich jetzt nicht aus dem Takt gebracht. Darf ich mich vorstellen, García, Enrique García, ich bin Kollege, wenn Sie so wollen, allerdings male ich sehr bunt und fast nur großes Format.«

Charlie hatte sich schnell gefangen, der im ersten Moment aufkeimende Unmut war schnell verflogen, er hatte den Zeichenblock neben sich gelegt, war aufgestanden und reichte die Hand. »Freut mich«, sagte er, »ich heiße Charlie.«

Plötzlich ein Mensch, der zu ihm redet, seit Tagen kein Wort mit niemandem, höchstens mit dem Kellner. Enrique García hatte unkompliziert neben ihm Platz genommen. Er mochte vielleicht Anfang siebzig sein, der Bart war grau und lang, seine Haare hatte er im Nacken zusammengebunden.

»Sagen Sie mir, habe ich recht?«

Charlie schaute unsicher. »Womit?«

»Mit meiner Vermutung, dass Sie ein Künstler sind.«

»Ich unterrichte Kunst. Und nebenbei ze
ichne ich und illustriere Kinderbücher.«

»Dann hatte ich also recht«, wiederholte er mit Nachdruck, so als müsste er Charlie endgültig davon überzeugen.

Kaum eine Stunde später standen beide in Enriques Atelier. Ein großer, lichter Raum. Überall waren mannshohe Bilder gegen die Wände gelehnt. Stimmt, überlegte Charlie, an Farbe wurde hier nicht gespart. Es roch nach Harz, Ei-Tempera und Terpentin.

»Darf ich Ihnen meine Mitbewohner vorstellen: die Kleine, die Ihnen da um die Beine streicht, wohnt erst seit ein paar Monaten hier, war plötzlich da und wollte nicht mehr weg. Ich hab sie Esperanza getauft, Sie sehen, ich lebe mit der Hoffnung. Der Kater dort auf dem Sims ist León. Wenn Sie wollen, mache ich uns einen Café.«

»Nichts dagegen«, sagte Charlie und stand sichtlich beeindruckt vor den Bildern, während Esperanza weiterhin seine Füße umschnurrte.

Neugierig schaute er sich in der Zwischenzeit im Atelier um. Ein mildes Mittagslicht fiel durch die blinden Fenster auf zwei große Staffeleien mitten im Raum. Auf einem langen Holztisch mit enorm dicker Platte stapelten sich Farbtöpfe, Farbpaletten und Pinsel jeder Art und Größe. An der Wand darüber hingen Zeitungsausschnitte, verblichene Fotos. Daneben Skizzenblätter, alte Notizzettel. Auf einem davon ein Zitat Picassos: »El arte lava del alma el polvo de la vida cotidiana.« Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele. Auf einem anderen stand der Satz: »Omnia vincit Amor.« Mitten im Raum ein Tisch mit dicker Decke, darauf eine Obstschale, ein Teller mit Orangenschalen, ein paar Flaschen, ein paar Gläser. Hier wurde also nicht nur gemalt, sondern auch gegessen und getrunken. Die Stühle waren bis auf eine Ausna
hme mit Büchern, Zeitschriften und Skizzenblättern...


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