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Das Geheimnis von Stralsund

Originaltitel: Das Geheimnis von Stralsund.
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Produktdetails

Titel: Das Geheimnis von Stralsund
Autor/en: Sabine Weiß

EAN: 9783838758954
Format:  EPUB
Originaltitel: Das Geheimnis von Stralsund.
Lübbe

8. Oktober 2014 - epub eBook - 624 Seiten

1627: Unbehelligt von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wächst die Kapitänstochter Sina auf der friedlichen Insel Rügen auf. Doch eines Tages wird auch ihre Familie auf entsetzliche Weise auseinander gerissen.

Völlig auf sich allein gestellt flieht Sina in die große Hansestadt Stralsund - und gerät dort prompt zwischen die Fronten der kaiserlichen Truppen und der schwedischen Gesandtschaft. Nur Leif, ein junger schwedischer Schiffer, steht Sina bei - aber kann sie ihm wirklich trauen?

1

Rügen im Winter 1627

Iiek!«

Sina ließ das Tau und den Stock sinken, mit denen sie in der warmen Stube des Hauses gerade einen besonders schwierigen Seemannsknoten geübt hatte. Das war Dorthie gewesen! Sie lauschte. Aus der Küche waren das Klappern der Magd und die Stimme der Mutter zu hören. Niemand außer ihr schien Dorthies Schrei gehört zu haben. Wo steckte ihre kleine Schwester? Das Mädchen war neugierig, stöberte überall herum, wie sie auch. Aber Dorthie war erst fünf Jahre alt und konnte manche Gefahr nicht einschätzen. Erst neulich war sie beim Spielen so tief in einen Matschgraben eingesunken, dass sie die Füße nicht mehr freibekommen hatte. Sina hatte lange nach ihr gesucht, die aufkeimende Panik niederkämpfend, dass ihrer geliebten kleinen Schwester etwas zugestoßen sein könnte. Als sie Dorthie schließlich gefunden hatte, dämmerte es bereits, und die dünne Schicht Wasser über dem Matsch war schon wieder zugefroren gewesen. Das Mädchen hätte die Nacht in der Kälte wohl kaum überlebt. Dorthie war heiser gewesen von ihren Hilfeschreien, aber der Wind hatte ihre Rufe auf das Meer hinausgetragen, wo sie ungehört verklungen waren. Sie hatte Dorthie befreit und nach Hause getragen. So erleichtert war sie gewesen, dass sie nicht einmal mit ihr geschimpft hatte …

»Iiih!«

Der Schrei war von oben gekommen. Zwei Stufen auf einmal nehmend rannte Sina die schmale Treppe hoch. Die Klappe zum Dachboden war offen. Ein eisiger Hauch wehte durch die Luke ins Haus. Anna, ihre Magd, würde sie schelten; es war schwierig genug, das alte Schifferhaus warm zu bekommen. Die Backsteinmauern waren zwar solide, aber durch die Kanten des Rohrdaches pfiff der Wind, und durch die rissigen Fußbodendielen stieg die Kälte empor. Geld wäre da, um
sie zu erneuern – aber Vaters Arbeit ging nun einmal vor. Wie war Dorthie auf den Speicher gekommen? Die Leiter war zu steil für sie, der Abstand der Stufen zu groß! Vielleicht sollte sie doch lieber mehr mit ihr vor dem Ofen sitzen und sticken, statt Dorthie auf ihre Wanderungen mitzunehmen, dann wäre die Kleine auch weniger abenteuerlustig, dachte Sina widerstrebend. Flink zog sie sich die Sprossen hoch und steckte ihren Kopf durch die Luke.

»Dorthie?«, rief sie. Sina blinzelte. Ihre Augen mussten sich erst an das Dämmerlicht gewöhnen. Nur durch einzelne Luken drangen Sonnenstrahlen auf den Speicher, fahl wie fadenscheinige Seidentücher. Einige Bereiche des Dachbodens waren abgetrennt und lagen vollständig im Dunkeln. Dorthie war nicht zu entdecken.

»Du hässliches Biest, du hast mich erschreckt!«, hörte sie ihre Schwester jetzt rufen.

Sinas Anspannung flaute schlagartig ab. So schlimm konnte es also nicht sein! Dorthie war ein Himmelsgeschenk. Sie war geboren worden, als niemand mehr damit gerechnet hatte, dass ihre Mutter noch weitere Kinder bekommen würden, und umso willkommener. Ihre Mutter hatte mit einer Freude auf die Geburt reagiert, die Sina zum ersten Mal den Stich der Eifersucht hatte spüren lassen. Aber schnell hatte sie gefühlt, dass ihre Mutter sie weiterhin liebte. Niemand würde Sina den Platz in ihrem Herzen streitig machen. Im Gegenteil, es war Liebe genug für sie alle da. Und auch Sina selbst hatte sich schnell in das kleine Wesen verliebt. Ihr gefielen Dorthies Fröhlichkeit, ihre Fantasie und auch ihr Mut. Der Gedanke, dass ihr etwas zustoßen könnte, war unerträglich. Aber hier schien es sich ja nicht um einen Notfall zu handeln.

Sina zog sich auf die staubigen, krummen Bohlen. Die Düfte des Speichers nahmen sie gefangen und lenkten sie einen Augenblick ab. Der schwere Geruch des Korns mi
schte sich in den würzigen Duft des Hopfens. Es roch zitronig nach den eingelagerten Quitten, nach Kräutern wie Kamille, Minze und dem Lavendel, der aus dem Süden kam. Bilder von sommerlichen Wiesen stiegen in ihr auf. Von Schmetterlingen, die Blüten liebkosten. Von mohnblumengesprenkelten Kornfeldern. Von … nein, Schluss damit! Sina richtete sich trotz der niedrigen Balken auf. Endlich war es mal praktisch, klein zu sein. Mit ihrer zierlichen Figur wurde sie oft für jünger gehalten, als sie war, was sie ärgerte. Aber da half alles nichts! Auch heute Abend würde wieder eine große Portion auf ihrem Teller liegen. »Iss, Kind«, hörte sie schon die weiche Stimme ihrer Mutter im Ohr. »Du wächst noch, außerdem leben wir in schlechten Zeiten, da brauchst du etwas zum Zusetzen.«

Dabei ging es ihnen doch gut! Ihr Vater war als Schiffer wegen seiner Erfahrung und Zuverlässigkeit gefragt. Früher hatte er weite Handelsreisen unternommen. Seit einigen Jahren aber steuerte er mit seinem Schiff hauptsächlich die näher gelegenen Ostseehäfen an. Meist lieferte er für den Herzog, dem das Land hier größtenteils gehörte, die Ernteerträge nach Stralsund, wo sie verkauft wurden. Er fuhr aber auch Getreide aus, das die Stralsunder Händler auf Rügen aufgekauft hatten. Die Insel hatte ertragreiche Böden; hier wuchs mehr, als verbraucht wurde. Derzeit verschiffte er allerdings die Heringe, die vor Mönchgut gefangen worden waren. Schließlich wohnten sie direkt an der Mönchguter Vitte bei Wangernitz.

Sina war froh, dass er zwischen den kürzeren Reisen bei ihnen sein konnte, und nicht, wie andere Schiffer, monate- oder jahrelang unterwegs war. Andererseits liebte sie besonders seine Berichte von fernen Reisen, konnte sich an seinen mitgebrachten Erinnerungsstücken kaum sattsehen. Von dem Anteil
an den Waren, der ihm als Schiffsführer zustand, und dem Erlös aus ihrem Verkauf konnten sie ein sorgenfreies Leben außerhalb der Stadt führen. »Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich mich nicht mit den anderen Stralsunder Schiffern um jeden Auftrag schlagen muss, sondern meine festen Auftraggeber habe«, freute er sich oft.

Die mahnenden Worte über schlechte Zeiten, die ihre Mutter immer wieder sprach, konnte Sina also nicht nachvollziehen. Abgesehen davon fühlte sie sich wohl, wie sie war. Sie war siebzehn Jahre jung und musste keinen Hunger leiden, sondern hatte Rundungen an den richtigen Stellen, mehr brauchte sie nicht.

»Was mach’ ich nur mit dir, du Biest?«

Dorthies Frage riss Sina aus ihren Gedanken, und sie ging endlich zu der Trennwand, hinter der sie ihre Schwester vermutete. Hier hingen die Dorsche, Barsche und Hechte zum Trocknen. Die Luft, die der Seewind durch das geöffnete Fenster zu ihnen trug, war salzgeschwängert und klamm. Dorthie hockte vor dem Gaubenfenster, das den Blick über die Küstenlinie freigab. Sie war vollkommen vertieft, deshalb hatte sie ihren Ruf nicht gehört. Auch jetzt bemerkte sie Sina nicht. Jähe Zärtlichkeit wallte in ihr auf, weil sie genau wusste, was in Dorthie vorging – sie kannte es von sich selbst. Es wurde Zeit, dass der Vater heimkehrte, schon allein, damit diese bangen Blicke auf die See aufhörten. Jeder in ihrer Familie hatte seine Art und Weise, die Angst um ihren Vater in Schach zu halten. Und dennoch richtete jeder immer wieder den Blick auf den Horizont.

Sina kniete sich neben ihre Schwester. Das kleine Mädchen blickte sie ruhig an. Sinas Anwesenheit schien Dorthie nicht zu erstaunen. Ihre große Schwester war immer da, wenn sie sie brauchte. Wortlos schob sie sich auf Sinas Beine und schmiegte sich an sie. Die Wangen des Mädchens waren eiskalt; sie
musste schon eine Weile hier gesessen haben. Sina legte die Arme um Dorthie, wärmte sie. Vor ihnen lag ein angebissener Apfel, aus dem sich ein kräftiger Wurm schlängelte. Sie lachte hell, von plötzlicher Fröhlichkeit erfüllt.

»Sag nicht, dieser winzige Wurm hat dir so einen Schrecken eingejagt!«

Schmollend zog Dorthie die Stirn kraus. »Er ist nicht winzig. Er ist groß und dick! Ich hab in den Apfel gebissen. Und da hab ich ihn gefühlt, es war – iih!« Das Mädchen schüttelte sich.

Sina beobachtete fasziniert, wie sich der Wurm wand, nach einem neuen Fleck suchend, in den er sich hineinfressen konnte. Er hatte sich kreuz und quer durch die Frucht genagt, braune Wurmlöcher lagen dicht an dicht. Dabei war der Apfel von außen zwar schrumpelig, aber beinahe unversehrt.

»Ja, es ist tatsächlich ein gewaltiges Exemplar. Groß wie eine Seeschlange, die dich verschlingen kann. Sie kommt angekrochen«, ihre Finger wanderten über Dorthies Arm, »schnappt dich«, kitzelten sie unter den Achseln, »und dann …« Unvermittelt prustete Sina auf die weiche Haut an Dorthies Hals. Das Mädchen kicherte und versuchte sich wegzubiegen, rutschte schließlich zu Boden. Sina kitzelte sie, bis ihre Schwester japste und auch sie selbst vor Lachen Seitenstiche bekam.

Als sie wieder zu Atem gekommen waren, fingerte Sina ihr kleines Klappmesser heraus. Sie teilte den Apfel und reichte ihrer Schwester das einzige unversehrte Stück. Misstrauisch musterte Dorthie es, biss dann aber hinein. Die Reste des Apfels warf Sina aus der Gaube. Die Schweine oder die Vögel würden sich darüber freuen, je nachdem, wer den Apfelstrunk zuerst fand.

»Flieg, kleine Seeschlange!«, rief sie.

Dorthie sah mitleidig hinterher. »Armer Wurm!«

Sina musste läch
eln. Ihre Schwester hatte noch mit dem kleinsten Wesen Mitgefühl, auch darin waren sie sich ähnlich.

»Eben hat er dir noch Angst gemacht!«

»Das stimmt nicht! Ich hatte keine Angst! Ich hab mich nur erschreckt! Das ist etwas anderes«, verteidigte sich Dorthie.

»Das stimmt«, gab Sina zu und schloss das Gaubenfenster. Jetzt erst bemerkte sie, dass es vollständig von Eisblumen überwuchert war. Milchig drang das Licht durch die Blätter. Das Meer war nur noch ein hellblauer Streifen, unwirklich...


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