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Mein langer Weg nach Hause

Wie ich als Fünfjähriger verloren ging und fünfundzwanzig J…
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Produktdetails

Titel: Mein langer Weg nach Hause
Autor/en: Saroo Brierley

EAN: 9783843709705
Format:  EPUB
Wie ich als Fünfjähriger verloren ging und fünfundzwanzig Jahre später meine Familie wiederfand.
Originaltitel: A Long Way Home.
Übersetzt von Michael Windgassen
Ullstein Taschenbuchvlg.

10. Oktober 2014 - epub eBook - 304 Seiten

Es ist ein Tag wie jeder andere im Leben des fünfjährigen Saroo: Auf dem Bahnhof einer indischen Kleinstadt sucht er nach Münzen und Essensresten. Schließlich schläft er vor Erschöpfung in einem wartenden Zug ein. Der fährt den kleinen Jungen ans andere Ende von Indien, nach Kalkutta. Völlig alleine an einem der gefährlichsten Orte der Welt schlägt er sich wochenlang auf der Straße durch, landet im Waisenhaus und gelangt so zu den Brierleys, die Saroo ein neues Zuhause in Australien schenken.
Fünfundzwanzig Jahre später macht sich Saroo mit Hilfe von Google Earth auf die Suche nach seiner leiblichen Familie. Am Bildschirm fährt er Nacht für Nacht das Zugnetz von Indien ab. Das Unglaubliche passiert: Er findet ein Dorf, das dem Bild in seiner Erinnerung entspricht - und macht sich auf den Weg ...
Saroo Brierley wurde in Khandwa, Madhya Pradesh, Indien geboren. Er lebt heute in Hobart, Australien und fährt regelmäßig nach Indien um seine leibliche Familie zu besuchen.

1


Erinnerungen

In Hobart, wo ich aufgewachsen bin, hing eine Indienkarte an der Wand meines Zimmers. Dafür hatte meine Mum – meine Adoptivmutter – gesorgt, damit ich mich in meinem neuen Zuhause wohler fühlte. Ich war sechs Jahre alt, als ich dort eintraf, und noch so ungebildet, dass ich nicht einmal wusste, was eine Landkarte ist. Sie musste mir erklären, was es damit auf sich hatte und was sie darstellte.

Mum hatte das Haus mit indischen Gegenständen geschmückt. Es gab Hindu-Figuren, Ornamente und Glöckchen aus Messing und viele kleine Elefanten. Dass dies für einen australischen Haushalt keine gewöhnlichen Gegenstände waren, wusste ich natürlich auch nicht. Auf der Kommode in meinem Schlafzimmer lag außerdem ein mit indischen Motiven bedrucktes Tuch; darauf hockte eine mit bunten Kleidern ausstaffierte, aus Holz geschnitzte Puppe. All dies war mir irgendwie vertraut, auch wenn ich derartige Dinge zuvor nie zu Gesicht bekommen hatte. Andere Adoptiveltern wären vielleicht der Meinung gewesen, dass es mir bessergetan hätte, bei null anzufangen, ohne jeden Bezug zum Land meiner Geburt. Aber meine Hautfarbe verriet ohnehin meine exotische Herkunft, und meine Adoptiveltern hatten sich bewusst entschieden, ein Kind aus Indien anzunehmen.

In meiner Kindheit purzelten mir die zahllosen Ortsnamen auf der Karte im Kopf durcheinander. Lange bevor ich lesen konnte, wusste ich immerhin, dass das riesige V des indischen Subkontinents voller Städte und Ortschaften, Wüsten und Berge, Flüsse und Wälder ist. Dies alles – der Ganges, der Himalaja, Tiger, Götter! – faszinierte mich zunehmend. Beim Anblick der Karte verlor ich mich in Gedanken darüber, dass sich dort irgendwo der Ort versteckte, an dem ich zur Welt gekommen war. Ich wusste, dass er »Ginestlay« hieß, nicht aber, ob es sich um ei
ne Stadt, ein Dorf oder vielleicht auch nur um ein Wohnviertel handelte. Auf der Karte war er jedenfalls nicht zu finden.

Ich kannte nicht einmal mein genaues Alter. In den offiziellen Dokumenten standen nur ein von den indischen Behörden geschätztes Geburtsdatum sowie der Tag meiner Ankunft im Waisenhaus, das mich zur Adoption freigab. Als verwirrtes kleines Kind hatte ich nicht viel zur Aufklärung meiner Identität oder meiner Herkunft beitragen können.

Darum wussten auch meine Adoptiveltern anfangs nicht, wie und warum ich verlorengegangen war. Sie wussten nur, dass man mich auf den Straßen Kalkuttas aufgelesen und mich, weil meine Familie nicht ausfindig zu machen war, in das Waisenhaus gegeben hatte. Zum Glück für uns alle wurde ich schließlich von den Brierleys adoptiert. Sie zeigten mir Kalkutta auf der Karte und sagten, dass ich von dort käme. Dabei hörte ich den Namen dieser Stadt aus ihrem Mund zum ersten Mal. Erst ein Jahr nach meiner Adoption und als ich einigermaßen Englisch gelernt hatte, konnte ich meinen Stiefeltern beibringen, dass ich in Wirklichkeit nicht aus Kalkutta stammte und dass es mich nur dorthin verschlagen hatte, nachdem ich in einem Bahnhof in der Nähe von »Ginestlay« in einen Zug gestiegen war. Der Bahnhof habe »Bramapour«, »Berampur« oder ähnlich geheißen; er müsse sehr weit entfernt von Kalkutta liegen, doch wo genau, habe mir damals niemand sagen können.

Nach meiner Ankunft in meinem neuen Zuhause war die Zukunft erst einmal wichtiger als die Vergangenheit. In einer Welt, die völlig anders war als die Umgebung meiner ersten fünf Jahre, sollte für mich ein neues Leben beginnen, und meine Stiefeltern halfen mir nach Kräften über die größten Schwierigkeiten hinweg. Für meine Mum war offenbar klar, dass ich die sprachliche Hürde in kürzester Ze
it von selbst überwinden würde, denn sie drängte mich nicht, Englisch zu lernen, und hielt es stattdessen für wichtiger, dass ich mich wohl fühlte und Vertrauen fasste. Dafür braucht man keine Worte. Sie kannte ein indisches Paar in der Nachbarschaft, Saleen und Jacob. Wir besuchten die beiden häufig und aßen mit ihnen zusammen indisch. Sie sprachen mit mir in meiner Muttersprache, stellten einfache Fragen und übersetzten, was mich meine Eltern über unser neues Zusammenleben wissen lassen wollten. Ich kam aus sehr einfachen Verhältnissen und sprach nur ein paar Brocken Hindi, doch verstanden zu werden half mir sehr, mich in der fremden Umgebung zurechtzufinden. Wenn Gesten und Handzeichen zur Verständigung mit meinen Stiefeltern nicht ausreichten, konnten wir uns immer an Saleen und Jacob wenden, so dass die Kommunikation eigentlich nie ins Stocken geriet.

Wie Kindern überhaupt, fiel es auch mir recht leicht, die neue Sprache zu erlernen. Anfangs kam ich allerdings nur selten auf meine Vergangenheit in Indien zu sprechen. Meine Eltern wollten mich nicht bedrängen und warteten geduldig ab, bis ich dazu bereit war, und anscheinend machte ich mir auch nicht allzu viele Gedanken darum. Doch Mum erinnert sich, dass ich einmal – ich war sieben Jahre alt – scheinbar unvermittelt in Aufregung geriet und ausrief: »Me begot!« Ich hatte sagen wollen, dass ich etwas vergessen hatte – I forgot –, aber herausgekommen war fälschlicherweise »Mich begattete«. Meine Mum konnte sich schließlich dennoch einen Reim auf meinen Ausbruch machen: Ich hatte in meiner Vorstellung den Weg zur Schule nahe meinem indischen Zuhause nicht mehr nachvollziehen können, den ich oft mitgegangen war, um die Schüler zu beobachten. Das hatte mich verstört. Wir einigten uns darauf, dass die Sache nicht so tragisch sei. Aber tief im Innern war s
ie mir offenbar wichtig. Von der Vergangenheit waren mir schließlich nur die Erinnerungen geblieben, und im Stillen führte ich sie mir immer wieder vor Augen, um sicherzugehen, dass sie nicht verblassten.

Im Grunde ging mir die Vergangenheit ständig durch den Kopf. Besonders nachts wurde sie wach; es fiel mir dann schwer, mich zu beruhigen, um schlafen zu können. Tagsüber war ich von den vielen Dingen, die ich zu tun hatte, meist abgelenkt. Aber selbst dann wanderten meine Gedanken immer wieder in die frühen Jahre zurück. Darum und weil ich entschlossen war, nicht zu vergessen, blieben mir meine Kindheitserfahrungen in Indien deutlich vor Augen. Sie ergaben ein fast vollständiges, detailliertes Bild – von meiner Familie, meinem Zuhause und den traumatischen Umständen der Trennung. Manche dieser Erinnerungen waren schön, andere schlimm, doch ich konnte die einen ohne die anderen nicht halten und hielt darum an allen fest.

Mein Wechsel in ein anderes Land und eine andere Kultur war weniger schwierig, als man annehmen würde, denn verglichen mit den Verhältnissen meiner frühen Kindheit in Indien hatte ich es in Australien sehr viel besser. Natürlich wollte ich meine leibliche Mutter wiedersehen, aber als mir klarwurde, dass diese Hoffnung aussichtslos war, beschloss ich, mich an jeden Strohhalm zu klammern, der mich überleben ließ. Mum und Dad waren sehr liebevoll, von Anfang an, zärtlich und immer darauf bedacht, dass ich mich sicher, geliebt und vor allem erwünscht fühlte. Für ein Kind, das sein Zuhause verloren und erfahren hat, dass sich kaum jemand darum kümmert, bedeutet dies unendlich viel. Ich vertraute mich ihnen vollkommen an. Schon im Alter von sechs Jahren (wenn ich davon ausgehe, dass ich zu diesem Zeitpunkt wirklich sechs Jahre alt war) begriff ich, dass mir eine zweite Chance gewährt worden war, was im Leben selt
en genug der Fall ist. In kürzester Zeit wurde aus mir Saroo Brierley.

In meinem neuen Zuhause in Hobart fühlte ich mich geborgen, und ich dachte, dass es vielleicht falsch sei, immer wieder zurückzublicken, und dass mein neues Leben von mir verlange, mit der Vergangenheit abzuschließen. Darum behielt ich meine nächtlichen Gedanken für mich. Mir fehlten auch die sprachlichen Mittel, sie zu formulieren. Und außerdem hatte ich keine Vorstellung davon, wie ungewöhnlich meine Geschichte war. Sie hatte mir zwar schrecklich zugesetzt, aber ich dachte, dass so etwas eben passiert. Erst sehr viel später, als ich mich auch anderen Leuten anvertraute, entnahm ich ihren Reaktionen, dass das, was mir widerfahren war, alles andere als gewöhnlich ist.

Manchmal setzten sich meine nächtlichen Gedanken bei Tage fort. Ich erinnere mich, mit Mum und Dad einmal im Kino den Film Salaam Bombay! gesehen zu haben. Er handelt von einem kleinen Jungen, der in einer indischen Großstadt zu überleben versucht, in der Hoffnung, zu seiner Mutter zurückkehren zu können. Die Bilder rührten quälende Erinnerungen in mir auf und brachten mich zum Weinen, was sich meine Eltern, die mir mit dem Film eine Freude machen wollten, nicht erklären konnten.

Zu ähnlichen emotionalen Turbulenzen führte bei mir auch traurige Musik, insbesondere Klassik. Kleine Kinder weinen zu sehen und zu hören wirkte ebenso stark auf mich, doch was mich am meisten aufwühlte, war der Anblick anderer kinderreicher Familien, wohl weil sie mich trotz meines günstigen Schicksals daran erinnerten, was ich verloren hatte.

Mit der Zeit legte sich meine Scheu davor, über meine Vergangenheit zu sprechen. Schon etwa ein, zwei Monate nach meiner Ankunft erzählte ich Saleen in wenigen Worten von meiner indischen Familie – Mutter, Schwester, zwei Brüder – und
davon, dass ich von meinem Bruder getrennt worden und verlorengegangen war. Viel mehr konnte ich damals nicht erklären, und Saleen hörte mir freundlicherweise einfach nur zu, ohne mich mit Nachfragen zu verwirren. Als ich mich auf Englisch besser ausdrücken konnte, teilte ich Mum und Dad sporadisch weitere Einzelheiten mit, etwa, dass mein Vater die Familie verlassen hatte, als ich noch sehr klein gewesen war. Die meiste Zeit aber konzentrierte ich mich auf die Gegenwart. Ich ging zur Schule,...


"Lion". So gut wie das Buch., Instyle, 01.03.2017

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